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Recent Submissions

  • Item type:Item,
    Museumskoffer: Die Macht des Goldes – eine Skythin erzählt
    (2026-07) Spittler, Anna Maria
    Dieser Museumskoffer widmet sich den Skythen und verbindet antike Geschichte mit hochaktuellen Fragen nach kulturellem Erbe, Macht und Gerechtigkeit. Im Zentrum stehen Lebensweise, Kunst und Bestattungskultur dieses eurasischen Reitervolkes, insbesondere die Grabhügel (Kurgane) und die berühmten Goldfunde. Gleichzeitig wird der Bogen bewusst in die Gegenwart geschlagen – zur Rolle von Museen, zur Provenienzforschung und zum sogenannten „Krim-Gold“ im Kontext des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine. So wird deutlich, dass archäologische Funde nicht nur Zeugnisse vergangener Zeiten sind, sondern auch in der Gegenwart politisch wirksam werden. Die Einheit verbindet archäologische Grundlagen mit ethischen und politischen Fragestellungen: Was geht durch Raubgrabungen verloren? Wem gehören Kulturgüter? Wer darf Geschichte erzählen? Und welche Verantwortung tragen Museen im Umgang mit ihrer Sammlungsgeschichte? Eine erzählerische Rahmung durch die fiktiven Tagebucheinträge einer Skythin eröffnet dabei einen Perspektivwechsel, der die historische Distanz überbrückt und zur kritischen Reflexion anregt. Der Koffer richtet sich an Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe I und II (Klasse 9–11) und ist curricular anschlussfähig in den Fächern Geschichte, Politik/Sozialkunde sowie Ethik/Religion. Er lässt sich unter anderem in Themenfeldern wie Antike Kulturen, Erinnerungskultur, Krieg und Identität, Macht und Herrschaft sowie Menschenwürde verorten. Zentrales Vermittlungsziel ist es, historisches Wissen mit gegenwartsbezogener Urteilsbildung zu verbinden. Die Schülerinnen und Schüler sollen erkennen, dass kulturelles Erbe nicht neutral, sondern stets in gesellschaftliche und politische Machtverhältnisse eingebettet ist. Gleichzeitig fördert die Einheit ein Bewusstsein für Verantwortung, Provenienz und die Frage nach Gerechtigkeit im Umgang mit Geschichte.
  • Item type:Item,
    Museumskoffer: Provenienzforschung zu Kulturgutentzug in der DDR. Die Geschichte einer Sammlung
    (2026-07) Marquardt, Tessa
    Dieser Museumskoffer beschäftigt sich mit der DDR und nimmt eine ehemalige Privatsammlung, die sich heute im Ägyptischen Museum Georg Steindorff der Universität Leipzig befindet, in den Blick. Der Koffer ermöglicht Schülerinnen und Schülern Einblicke in die Zeit von 1986 bis 1988 in der DDR. Im Fokus der Betrachtung steht der Fall einer Leipziger Familie, die von den staatlichen Behörden der Steuerhinterziehung beschuldigt wird. Um die Steuerschulden zu begleichen, wurde ihre bedeutende ägyptologische Sammlung an das Ägyptische Museum Leipzig verkauft. Diese Art von Kulturgutentzug war kein Einzelfall. Immer wieder wurden in der DDR Sammlungen von Privatpersonen im Rahmen von vermeintlichen Steuerstrafverfahren verkauft. Dies geschah auch oft mit dem Ziel, Devisen für den Staat zu beschaffen. Der Museumskoffer regt dazu an, über die Auseinandersetzung mit ausgewählten Exponaten den Blick von den Einzelobjekten auf die Sammlungsgeschichte und den Weg der Objekte ins Museum zu richten. Der Zwangsverkauf privater Sammlungen in der DDR ist ein Unrechtskontext, der bis heute noch vielfach ungenügend aufgearbeitet ist. Die Schülerinnen und Schüler können die Geschichte dieser Sammlung von der ersten Begutachtung bis zu deren Ankauf durch das Ägyptische Museum Leipzig anhand eines Rollenspiels nachzuvollziehen. Der Museumskoffer wurde für die gymnasiale Oberstufe konzipiert. Curricular angebunden ist er an das Fach Geschichte, insbesondere an das Themenfeld „Geschichtsbilder und Geschichtspolitik – Akteure und Interessen“ in der Qualifikationsphase 4 der hessischen Gymnasien.
  • Item type:Item,
    Museumskoffer: Die Sammlung Steindorff. Gerechte und faire Lösungen finden
    (2026-07) Heinstadt, Lena
    Dieser Museumskoffer bietet eine modular kombinierbare Zusammenstellung aus Lernmaterialien rund um die Sammlung des Ägyptologen Georg Steindorff (1861–1951). Eine objektbasierte Untersuchung von Repliken aus der Sammlung ermöglicht einen praxisnahen Einblick in museumstypische Arbeitsweisen und dient als Ausgangspunkt für eine Einführung in die Provenienzforschung im Kontext von kolonialem und NS-verfolgungsbedingt entzogenem Kulturgut. Am Beispiel der Restitutionsdebatte um die Sammlung Georg Steindorff werden historische Unrechtskontexte sowie rechtliche und moralische Bewertungsmaßstäbe in der Gegenwart analysiert. Ziel ist es, einen sensiblen Umgang mit Kulturgütern und die Rolle der Provenienzforschung bei der Aufarbeitung historischer Unrechtskontexte erfahrbar zu machen. In diesem Zuge sollen Schülerinnen und Schüler dazu befähigt werden, begründete Urteile in demokratischen Entscheidungsprozessen zu entwickeln. Der Museumskoffer richtet sich an Schülerinnen und Schüler der gymnasialen Oberstufe, die bereits grundlegende Kenntnisse über die NS-Kulturpolitik und die Enteignung jüdischer Bürgerinnen und Bürger erworben haben. Ein Grundwissen in Bezug auf das Thema Provenienzforschung und Restitutionsdebatten wird nicht vorausgesetzt. Curricular anbinden lässt sich der Museumskoffer an das Thema Geschichtskultur, Erinnerungskultur und Geschichtspolitik sowie den öffentlichen Umgang mit Geschichte in der Gegenwart und an das Thema Demokratie im politischen Mehrebenensystem.
  • Item type:Item,
    Hinweise auf eine aberrante Salience bei Schizophrenie: Einfluss auf Reaktionsverhalten bei der Antizipation sozialer und monetärer Belohnung. Modulierung durch das Geschlecht
    (2025-07-28) Brodersen, Franziska
    Diese Studie untersuchte die belohnungsbezogene Reaktionsverarbeitung bei PatientInnen mit Schizophrenie im Vergleich zu gesunden ProbandInnen mithilfe zweier etablierter experimenteller Paradigmen: dem klassischen „Monetary Incentive Delay Task“ (MID) sowie dem modifizierten sozialen Belohnungsparadigma (SID), das erstmals bei dieser klinischen Population zur Anwendung kam. Ziel war es, auf Grundlage der erhobenen Reaktionszeiten (RT) und Trefferquoten (TQ) Rückschlüsse auf die motivationale Komponente der Belohnungsverarbeitung („Wanting“) zu ziehen – unter der theoretischen Annahme einer aberranten „Incentive Salience“ infolge dopaminerger Dysfunktion bei Schizophrenie. Die Ergebnisse zeigten, dass PatientInnen mit Schizophrenie tendenziell verlängerte Reaktionszeiten aufwiesen, jedoch in beiden Paradigmen eine differenzielle Anpassung der Reaktionsmuster an die Belohnungswertstufen möglich war. Damit ergaben sich Hinweise auf eine grundsätzlich erhaltene, wenngleich abgeschwächte, Fähigkeit zur motivationalen Reizverarbeitung. In der Gruppe der gesunden ProbandInnen zeigten sich ebenfalls dynamisch anpassungsfähige Verhaltensmuster, allerdings mit einer breiten Streuung individueller Reaktionsprofile. Insgesamt wiesen beide Gruppen – entgegen der Erwartungen – polytome Verhaltensdaten auf. Dieses Ergebnis deutet auf komplexere, höherstufige neuronale Bewertungsprozesse hin. Verschiedene Erklärungsansätze wurden im Lichte von individuellen Unterschieden (z. B. Werthaltungen, Aufmerksamkeitsprozesse) und krankheitsspezifische Faktoren diskutiert. Die Berücksichtigung geschlechtsspezifischer Effekte erfolgte mit dem Ziel, mögliche Vorteile weiblicher PatientInnen im Hinblick auf mildere Symptomverläufe differenziert zu erfassen. Die Befunde sprechen für ein dynamisches, flexibel modulierbares belohnungsbezogenes Verhalten bei Schizophrenie, das durch etablierte Paradigmen wie MID und SID abgebildet werden kann.
  • Item type:Item,
    Methanemissionen von Milchkühen: Evaluierung von abgeleiteten Kenngrößen und deren phänotypischen und genetischen Beziehungen zu Produktionsmerkmalen und funktionalen Merkmalen bei Milchkühen
    (2026) Fehmer, Lena
    Der Klimawandel betrifft die gesamte Weltbevölkerung. Die wissenschaftlichen Forschungen hierzu sind umfassend und vielschichtig, mit dem übergeordneten Ziel, die globale Erwärmung zu begrenzen. Ein Ansatz, der insbesondere in Europa verfolgt wird, ist die Reduzierung des Ausstoßes von Klimagasen in der Landwirtschaft. Da die Landwirtschaft jedoch eine zentrale Rolle in der Nahrungsmittelproduktion einnimmt, kann sie nicht einfach „abgeschafft“ werden. Vielmehr muss sie so weiterentwickelt werden, dass eine nachhaltige Ernährung der Menschheit auch in Zukunft – und damit über viele Generationen hinweg – auf dieser Erde möglich bleibt. Ziel der vorliegenden Arbeit war es, im Bereich der Landwirtschaft den Ausstoß von Klimagasen in der Milchviehhaltung zu untersuchen und Möglichkeiten zur Reduktion dieser Emissionen aufzuzeigen. Im Fokus stand dabei insbesondere das Treibhausgas Methan (CH4), das in erheblichem Maße von Milchkühen produziert wird. Zu diesem Zweck wurden umfangreiche Messungen (n = 2.076) der Methanproduktion von Milchkühen in zehn Praxisbetrieben durchgeführt. Ergänzend wurden sowohl genetische als auch genomische Analysen vorgenommen. Die erhobenen Methanwerte wurden hinsichtlich bedeutender exogener Einflussfaktoren, die die Messungen potenziell verfälschen könnten, korrigiert und anschließend als Methanmerkmale mit phänotypischen Produktionsmerkmalen in Beziehung gesetzt. Ferner wurden Heritabilitäten für die entwickelten Methanmerkmale geschätzt sowie genomweite Assoziationsstudien (GWAS) durchgeführt, um Gene zu identifizieren, die mit der Methanproduktion in Zusammenhang stehen. Ziel war es, mögliche züchterische Einflussmöglichkeiten auf die Methanemissionen von Milchkühen zu bewerten. Die Ergebnisse dieser Arbeit zeigten unter anderem eine hohe negative phänotypische Korrelation zwischen der Methanintensität (CH4/Mkg) und der Milchmenge [kg] (r = −0,75). Zudem wurde ein Einfluss der Fütterung auf die Methanproduktion festgestellt: Je höher die Energiedichte der Ration, desto geringer fiel die Methanemission aus. Weiterhin konnte eine moderat positive Zuchtwertkorrelation zwischen Methanmerkmalen und dem Erstkalbealter ermittelt werden. Die geschätzten Heritabilitäten der hier entwickelten Methanmerkmale lagen mit h² = 0,024 auf einem sehr niedrigen Niveau und damit unterhalb der Werte anderer Studien. Methan stellt ein komplexes Merkmal dar, das von zahlreichen biologischen und umweltbedingten Faktoren beeinflusst wird. Dies deutet darauf hin, dass eine direkte züchterische Beeinflussung der Methanproduktion nur eingeschränkt möglich ist. Diese Annahme wird auch durch die Ergebnisse der genomweiten Assoziationsstudien gestützt: Es konnte kein einzelnes Gen identifiziert werden, das in direktem Zusammenhang mit der Methanproduktion steht – wie dies beispielsweise bei der Milchleistung und dem DGAT-Gen der Fall ist. Stattdessen wurden überwiegend Gene detektiert, die indirekten Einfluss auf die Methanproduktion nehmen, etwa über den Energiestoffwechsel oder die Fettsynthese. Zu diesen Genen gehören unter anderem das B3GNT3-Gen, welches im Allgemeinen Stoffwechselvorgänge beeinflusst, und das NIPSNAP3A-Gen, welches bei einer Ketoseerkrankung eine Rolle spielt, oder das ZC3H14-Gen, welches an der Protein- und Fettsäurenzusammensetzung der Milch beteiligt ist. Die Ergebnisse dieser Studie zeigten, dass Methan als Merkmal in der Rinderzucht grundsätzlich von Interesse sein kann, eine gezielte Zucht auf niedrigen Methanausstoß allein jedoch aufgrund der komplexen biologischen Zusammenhänge kaum realisierbar und auch nicht erstrebenswert erscheint. Ein in dieser Arbeit nicht vertiefter, jedoch relevanter Aspekt betrifft die genetische Beziehung zwischen dem Wirtstier Rind und seinem Pansenmikrobiom, das für den Großteil der Methanproduktion verantwortlich ist. Ein zukünftiges Ziel könnte darin bestehen, über das Mikrobiom des Pansens indirekten genetischen Einfluss auf die Methanproduktion zu nehmen und damit neue Ansätze für eine nachhaltige Zuchtstrategie zu entwickeln.