Kardiopulmonale Verlaufsbeobachtung bei Betroffenen mit Symptompersistenz nach SARS CoV-2-Infektion

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https://doi.org/10.22029/jlupub-21399

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Hintergrund und Zielsetzung: Nach einer akuten SARS-CoV-2-Infektion berichten zahlreiche Betroffene über persistierende oder neu auftretende Beschwerden wie reduzierte Belastbarkeit, schnelle Erschöpfung im Sinne einer Fatigue sowie Dyspnoe, die mit Einschränkungen im Alltag und einer verminderten Lebensqualität einhergehen können. Eine mögliche Ursache der Beschwerden könnten fortbestehende kardiopulmonale Einschränkungen über die Akutphase hinaus sein. Ziel dieser Arbeit war es, die kardiopulmonale Leistungsfähigkeit und mögliche funktionelle Einschränkungen nach einer SARS-CoV-2-Infektion und deren zeitliche Entwicklung zu erfassen, zu quantifizieren und in Beziehung zur gesundheitsbezogenen Lebensqualität der Betroffenen zu setzen. Methoden: Zu diesem Zweck wurde eine prospektive, monozentrische Beobachtungsstudie durchgeführt. Die Untersuchungen erfolgten nach durchgemachter SARS-CoV-2 Infektion longitudinal mit Follow-up-Intervallen von drei, sechs und zwölf Monaten nach ausgeheilter Infektion. Die kardiopulmonale Funktion wurde multiparametrisch mithilfe eines methodenübergreifenden Ansatzes unter Verwendung von 3D-Echokardiographie, Lungensonographie, Bodyplethysmographie und Spiroergometrie untersucht. Ergänzend wurde die Lebensqualität mittels des EQ-5D-VAS-Skala erhoben. Ergebnisse: In der Lungensonographie zeigten sich insbesondere in der frühen Phase nach überstandener Infektion strukturelle Veränderungen des Lungenparenchyms in Form vermehrten Auftretens von B-lines, vor allem bei intensivmedizinisch behandelten Patient:innen. Echokardiographisch ergaben sich im Studienkollektiv keine Hinweise auf manifeste systolische oder diastolische Funktionsstörung oder relevante strukturelle Veränderungen. In der Bodyplethysmographie lagen die ventilatorischen Parameter wie FEV1 oder TLC überwiegend im Normbereich. Einschränkungen der Diffusionskapazität (DLCO) traten hingegen signifikant häufiger bei intensivmedizinisch behandelten Patient:innen auf (57,6 ± 15,9% vs. 75,1 ± 10,0% bei ambulanter Behandlung mit p < 0,01). Bezogen auf das Studienkollektiv war die DLCO nach drei Monaten im Mittel auf 63,1  16,5%. des Sollwertes reduziert und zeigte im weiteren Verlauf keine relevante Veränderung (69,7  14,9% nach sechs Monaten; 68,0  13,7% nach zwölf Monaten). In der kardiopulmonalen Belastungsuntersuchung wiesen im ersten Intervall von drei Monaten 76% der Proband:innen eine reduzierte maximale Sauerstoffaufnahme von unter 85% des Sollwertes auf. Auch nach sechs Monaten (58% der Proband:innen) und zwölf Monaten (55% der Proband:innen) war bei der Mehrheit der Untersuchten die maximale Sauerstoffaufnahme reduziert. Dies traf vor allem auf die intensivmedizinisch behandelten Patient:innen zu (𝑉̇O2 max: intensiv 64,9 ± 13,1 %, stationär 84,8 ± 17,8%, ambulant 84,6 ± 18,9%). Im mittel betrug die maximale Sauerstoffaufnahme nach drei Monaten 74,9  18,5%, nach sechs Monaten 82,0  18,9%; (p = 0,11sechs versus drei Monaten) und nach zwölf Monaten 80,8  18,8% (p = 0,88 zwölf versus sechs Monate; p = 0,16 zwölf versus drei Monate). Auch die ventilatorische Effizienz, gemessen anhand des VE/VCO2-Slope, war insbesondere bei intensivmedizinisch (31,2  6,5) oder stationär (30,4  4,4) behandelten Patient:innen im mittel leicht über die Norm erhöht (>30). Trotz der im zeitlichen Verlauf beobachteten Verbesserung nahezu aller objektiven kardiopulmonaler Parameter ließ sich kein signifikanter Zusammenhang zwischen der Versorgungsart, den erhobenen Funktionsparametern und der gesundheitsbezogenen Lebensqualität nachweisen (nach drei Monaten: 75 [60;90], nach sechs Monaten: 75 [70;90] und nach zwölf Monaten: 77,5 [69;81,3]). Schlussfolgerung: Die Ergebnisse dieser Arbeit zeigen, dass das Post-Covid-Syndrom mit einem heterogenen Beschwerdebild einhergeht. Objektivierbare kardiopulmonale Funktionsveränderungen sind insbesondere bei intensivmedizinisch behandelten Patient:innen nachweisbar, erklären jedoch die persistierenden Einschränkungen der Lebensqualität nur unzureichend. Die Beschwerden in der zugrundeliegenden Studienpopulation sind dementsprechend nicht ausschließlich auf das kardiopulmonale System zurückzuführen.

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