Originalien Nervenarzt 2022 · 93:468–475 https://doi.org/10.1007/s00115-021-01183-0 Einfluss- und Wirkfaktoren auf Angenommen: 2. Juli 2021 Online publiziert: 6. September 2021 © Springer Medizin Verlag GmbH, ein Teil von Stressbewältigung im Springer Nature 2021 Medizinstudium – unter besonderer Berücksichtigung der Depressivität A. M. Cohen · K. Braun · N. Hübner · P. V. Scherner · H. B. Jurkat Klinik für Psychosomatik und Psychotherapie, FachbereichMedizin, Justus-Liebig-Universität Gießen, Gießen, Deutschland Zusammenfassung Hintergrund:Aufgrund erhöhter Stressbelastungwurde an der JLU Gießen bis 2019 der Praxiskurs Stressbewältigung imMedizinstudium für vorklinische Medizinstudierende angeboten. Neben autogenem Training mit speziellen Vorsatzformeln wurden Inhalte zu Lernstrategien, Prüfungsängsten und Stressbewältigung vermittelt. Ziel der Arbeit: Es sollen Wirkfaktoren des Praxiskurses sowie prädiktive Faktoren bestimmt werden, die den Erfolg von Präventionsangeboten begünstigen. Material undMethoden: Es wurden 81 Kursteilnehmende mit dem Durchschnittsalter von 25,4 Jahren befragt; 32,1% waren männlich. Die Prä-post-Untersuchungen erfolgten anonymisiert mit PSQ, BDI, PHQ-9, HADS, SF-12 und dem STQL-S. Ergebnisse: Bezüglich Zufriedenheit, Angstsymptomen, Stressbelastung sowie Depressivität wurde bei hohen Effektstärken (Cohen’s d> 1) eine hochsignifikante Verbesserung erreicht. Zu Beginn litten 35% der Studierenden unter einer klinisch relevanten Depression; diese zeigten auch zum Ende des Praxiskurses eine signifikant höhere Stressbelastung wie auch Studierende mit geringer Studien- oder Lebenszufriedenheit. Es zeigten sich signifikante Interaktionen der Mittelwerte in Abhängigkeit des Vorhandenseins von Lerntechniken sowie ängstlichen Symptomen, jedoch weniger nach dem Vorhandensein von Stressbewältigungsstrategien. Diskussion: Als prädiktive Faktoren gegen Stressbelastung unter Medizinstudierenden konnten eine hohe Studien- und Lebenszufriedenheit sowie niedrige Depressivität bestätigt werden. Relevante Wirkfaktoren des Praxiskurses sind insbesondere Lernstrategien und der Umgang mit Prüfungsängsten. Theoretische Inhalte zur Stressbewältigung zeigten sich am ehesten aufgrund der Individualität und der schwierigen praktischen Vermittlung weniger eindeutig hilfreich. Schlüsselwörter Medizinstudierende · Depression · Coping · Wirksamkeit · Sekundärprävention Die AutorinnenA. CohenundK. Braunhaben zu Hintergrund und Fragestellung verstärken die Stressbelastung der Medi- gleichenTeilenzumManuskriptbeigetragen. zinstudierenden [13]. Umgute und gesun- Bis zu 90% der Medizinstudierenden lei- de Ärzte und Ärztinnen auszubilden, muss den unter Stress, bei bis zu 75% wurden auchdieDarstellungvonCopingstrategien bereits Burnout- oder depressive Sympto- berücksichtigtwerden [9, 17]. Insbesonde- me beschrieben und auf den dringenden re in Zeiten hoher Belastung, wie in der Bedarf vonUnterstützungsangebotenhin- aktuelle Corona-Krise, geraten diese im- gewiesen [4, 6, 15]. Auftretende Stresso- mermehr in den Fokus [21, 25]. Denn auch ren wie der Umgang mit Tod, die hohe arbeitende Ärzte und Ärztinnen leiden zu- zeitliche Belastung sowie unzureichende nehmendunter StressbelastungundBurn- QR-Codescannen&Beitragonline lesen soziale Netzwerke während des Studiums out-Symptomen [1]. 468 Der Nervenarzt 5 · 2022 Kurstag 1 2 3 4 5 6 7 8 Testung - PSQ - PSQ - BDI - BDI - PHQ-D - PHQ-D STQL-S Evaluations- - HADS-D - HADS-D fragebogen - SF-12 - SF-12 - Selbsttest - Selbsttest Autogenes Training Inhalte Stressbewältigung Lerntechniken Prüfungsangst Einzelgespräche und Gruppengespräche Abb. 18Darstellung des Kursablaufs, der Inhalte undder psychometrischenTestung Die schwierige psychische Situation Medizinstudierenden zu verbessern [13, Vorsatzformeln für das Medizinstudium der Medizinstudierenden, unter anderem 14]. beinhaltete. Am 1. sowie am 7. Termin an der JLU Gießen, wurde erkannt [12, 13], erfolgte die psychometrische Testung. An weshalb im Herbst 2008 der Praxiskurs Studiendesign und Untersu- einemmittleren Termin wurde der STQL-S, Stressbewältigung im Medizinstudium chungsmethoden am Kursende eine qualitative Evaluation entwickelt wurde [6, 30]. Dabei war es durchgeführt (s. . Abb. 1). von entscheidender Bedeutung früh im Studiendesign Der Kurs richtete sich speziell an Me- Studium Stressbelastung und die psy- dizinstudierende mit Studienschwierig- chischen Folgen, die die Gesundheit der Die Untersuchung wurde im Rahmen keiten und wurde über das Dekanat Studierenden beeinflussen können, zu des extrakurrikularen Praxiskurses Stress- des Fachbereichs, die Fachschaft und verstehen und anzugehen [4]. In der bewältigung im Medizinstudium durch- in Lehrveranstaltungen beworben. Der Vergangenheit konnten bereits einige geführt, welcher durch dezentrale QSL- Kursleiter – habilitierter Hochschullehrer Stressoren und Ursachen für die hohe Mittel1 gefördert wurde. Er wurde 2008 am Fachbereich Medizin mit langjähriger psychische Belastung der Medizinstudie- vom Seniorautor unter Mitwirkung seiner Lehrerfahrung – wurde durch Medizinstu- renden identifiziert werden [10, 13, 22], damaligen Arbeitsgruppe [6, 30] bezüg- dierende mit abgeschlossenem Physikum jedoch ist die Studienlage bezüglich mög- lich des didaktischen Aufbaus entwickelt. unterstützt. Dadurch erhielten die Stu- licher protektiver Faktoren die psychische Der Praxiskurs bestand aus 8 wöchentli- dierenden Ansprechpartner/innen, die Gesundheit der Studierenden betreffend chen Einheiten à 135min und beschränkte dieselben Prüfungssituationen bereits er- unzureichend [16]. sich auf max. 15 Teilnehmende pro Kurs. folgreich bewältigt hatten. Zusätzlich zum Das Ziel der vorliegenden Untersu- Der Kurs erfuhr auch nationale Aufmerk- Praxiskurs konnten Termine für Einzel- chung besteht darin, anhand des Praxis- samkeit [28]. Inhaltlich wurde ein Fokus gespräche mit dem Kursleiter vereinbart kurses Stressbewältigung imMedizinstu- auf die Etablierung adäquater Lerntech- werden. Aufgrund seiner umfangreichen dium prädiktive Faktoren zu identifizieren, niken, Strategien gegen Prüfungsängste Lehrerfahrung am Fachbereich Medizin welche eine effektive Stressbewältigung sowie die Analyse von Stressoren und konnte er die Belastungssituation der der Studierenden beeinflussen. Dazu sol- der Umgang mit diesen gesetzt. Jeder Studierenden gut einschätzen; in diesen len Depressivität, Studien- und Lebenszu- Kurstermin startete mit Gesprächsrunden Gesprächen konnte gezielt auf konkrete friedenheit untersucht werden. Außerdem und endete nach einem theoretischen, persönliche Studienprobleme eingegan- sollen die inhaltlichen Schwerpunkte des interaktiven Block mit autogenem Trai- gen werden. Um die Anonymität der Kurses (Lerntechniken, Stressbewältigung, ning, welches die Vermittlung von Grund- Studierenden zu wahren, wurde diesbe- Umgang mit Prüfungsangst) als potenzi- und Mittelstufenübungen inkl. spezieller züglich keine Erhebung durchgeführt. elle Wirkfaktoren überprüft werden. Diese Insgesamt wurde während des Praxis- Ergebnisse liefern Ansatzpunkte für eine kurses darauf geachtet, eine vertrauens- 1 Zweckgebundene Mittel nach dem Gesetz adäquate Themengestaltung für Präven- zur Verbesserung der Qualität der Studienbe- und verständnisvolle Atmosphäre zu kre- tionsangebote, um die Stressbewältigung dingungen und der Lehre an Hochschulen des ieren, um eine Ebene zwischen nieder- und somit die psychische Gesundheit der LandesHessen. schwelliger Gruppentherapie und einem Der Nervenarzt 5 · 2022 469 Originalien universitären Seminar zu finden. In je- ken, Stressbewältigungsstrategien sowie Studierenden anderer Fachrichtungen dem Semester fand eine Booster-Session Prüfungsangst als mögliche Wirkfaktoren eingesetzt [11, 12, 26, 27, 29]. für Ehemalige statt, in welcher Ratschlä- des Praxiskurses untersucht werden. Dafür – Der Selbsttest für Mediziner zu Stress ge oder passende Hilfsangebote bei neu- wurdenerneut zwei Items aus demSTQL-S und Zufriedenheit beinhaltet 6 beson- en Problemen gegeben werden konnten. (Sind Sie mit ihren Lerntechniken zufrie- ders trennscharfe Items des STQL-S, Diese waren jedoch kein Bestandteil der den? Verfügen Sie über adäquate Stress- die anhand einer 5-stufigen Likert- vorgestellten Untersuchung. bewältigungsstrategien?) analysiert. Die Skala beantwortet werden. Der Ska- Antwortmöglichkeiten wurden in gleicher lensummenwert (8–9=grenzwertig, Untersuchungsmethode Weise in ein dichotomes Schema transfor- ≥10= erhöht; [12, 27]) kann in Ver- miert, wobei das Vorliegen von Stressbe- gleich zu einer Untersuchung von 651 Als Grundlage tiefergehender Untersu- wältigungsstrategien in vorhanden und Gießener Medizinstudierenden gesetzt chungen soll zunächst die Wirkung des nicht vorhanden und die Lerntechniken werden. Ein erhöhter Wert im Bereich Praxiskurses anhand der psychometri- in zufrieden und unzufrieden eingeteilt Stress entspricht einer überdurch- schen Testverfahren dargestellt werden. wurden. Zusätzlich erfolgte eine Untertei- schnittlich hohen Stressbelastung, im Um prädiktive Faktoren, also Elemente, lung anhand der Ängstlichkeitsskala der Bereich Zufriedenheit einer hohen die die Effektivität der Stressbewältigung HADS-Ddurch einen Cut-off-Wert von≤8. Unzufriedenheit [12]. vorhersagen könnten, und Wirkfaktoren Dieser soll die Angstsymptomatik, stellver- besser voneinander abzugrenzen, werden tretend für die Prüfungsangst, abbilden. Statistische Auswertung sie in dieser Untersuchung getrennt von- einander betrachtet. Die Stressbelastung Untersuchungsinstrumente Die Auswertung wurde mit SPSS (Ver- der Kursteilnehmenden als Hauptkrite- sion 26; IBM, NY, USA) durchgeführt. Dabei rium wird mithilfe des Perceived Stress – Der Perceived Stress Questionnaire wurden je nach Bedingungen T-Tests für Questionnaire untersucht. (PSQ) erfasst das subjektive Stress- abhängige und unabhängige Stichproben Die folgenden Merkmale sollen an- erleben in 30 4-stufigen Items [5, verwendet. Das Signifikanzniveau wurde hand der Auswirkungen auf die messbare 19]. dabei aufp=0,05 festgelegt. UmAussagen Stressabnahme durch den Praxiskurs als – Das Becks Depressionsinventar bezüglich einer möglichen Interaktion in prädiktive Faktoren überprüft werden: (BDI–II) erfasst den Schweregrad einer Abhängigkeit der Zwischensubjektfakto- Studienzufriedenheit [12], Depressivität Depression anhand der Symptomatik ren zu erhalten, wurde die Varianzanalyse [3, 4, 12] und Lebenszufriedenheit [23] [7]. (ANOVA) für Messwiederholung einge- scheinen einen Einfluss auf die Stress- – Der Gesundheitsfragebogen für Pati- setzt. Die Stärke des zu erwartenden belastung von Medizinstudierenden zu enten – Patient Health Questionnaire Effektes wurde mittels Cohen’s d unter- haben. Um zu untersuchen, ob es sich bei (PHQ-D)berechnet anhand von9 Items sucht. diesen Elementen um prädiktive Fakto- den Skalensummenwert Depressivität ren handelt, wurden ausgewählte Items [20]. Beschreibung der Stichprobe aus der Testbatterie betrachtet. Um die – Die Hospital Anxiety and Depression Lebenszufriedenheit und die Studien- Scale – Deutsche Version (HADS-D) Die Teilnahme an der Studie fand auf zufriedenheit abzubilden, wurden zwei wird zur Erfassung von Ängsten und freiwilliger und anonymer Basis statt. Bei Items des STQL-S (Sind Sie mit ihrem depressiven Verhaltensweisen auf fehlender Zweiterhebung oder fehlenden jetzigen Studium zufrieden? Fühlen Sie 2 Skalen eingesetzt [31]. Einzelitems wurden die betroffenen Fäl- sich in ihrem Leben generell zufrieden?) – Der Fragebogen zum Gesundheits- le aus der Untersuchung ausgeschlossen. herangezogen. Anhand dieser Items wur- zustand (SF-12) ist die Kurzform des Insgesamtwurden in der Untersuchung81 de die Stichprobe für jede Fragestellung SF-36 zur krankheitsübergreifenden der 98 von 2014 bis 2019 befragten Kurs- jeweils in zwei Gruppen unterteilt und Erfassung der gesundheitsbezogenen teilnehmenden eingeschlossen. 65,40% die 5-stufige Likert-Skala in ein dichoto- Lebensqualität. Es werden die kör- der Teilnehmenden waren weiblich und mes Antwortschema transformiert. Hierzu perliche und psychische Gesundheit 32,1% männlich. Sie waren im Durch- wurden die oberen beiden Optionen der anhand zweier Indexwerte berechnet schnittM= 25,62 (SD= 5,35) Jahre alt. Die Likert-Skala (sehr und im Großen und [2]. Studierenden befanden sich im Mittel im Ganzen) als hoch und die restlichen drei – Der Fragebogen zur Stressbewälti- 5,16 (SD= 2,34) Fachsemester. Antwortmöglichkeiten (mäßig bis nicht gung und Lebensqualität im Studium zufrieden) als niedrig klassifiziert. Der (STQL-S) erfasst die studienbezoge- Ergebnisse ausstehende mögliche prädiktive Faktor, nen Belastungen in den Bereichen Depressivität, wurde durch den BDI dar- Arbeitszufriedenheit, Studienfachwahl, Wirksamkeit unter Berücksichtigung gestellt. Hierzu wurde der Cut-off-Wert Privatleben, Stressbewältigung und der Depressivität von ≤18 im BDI verwendet. Gesundheitsverhalten. Er ist erprobt, Neben den prädiktiven Faktoren sol- inhaltsvalide und wurde schon mehr- Die Wirksamkeit des Praxiskurses wurde len die Themenschwerpunkte Lerntechni- fach bei Medizinstudierenden und bereits anfänglich dargestellt [14]. Diese 470 Der Nervenarzt 5 · 2022 Zeitpunkt 1 Zeitpunkt 2 ** ** ** ** ** ** P S Q S F- 1 2 S F- 1 2 S E L B S T T E S T S E L B S T T E S T P S Y C H I S C H E K Ö R P E R L I C H E S T R E S S Z U F R I E D E N H E I T A N G S T S K A L A S U M M E N S K A L A S U M M E N S K A L A Abb. 28 ErgebnissederpsychometrischenTestverfahren.AngegebensinddieMittelwertederGesamtstichprobe.**p<0,001 Zeitpunkt 1 Zeitpunkt 2 ** ** ** B D I P H Q - D H A D S D E P R E S S I O N S S K A L A Abb. 38 ErgebnissederpsychometrischenTestverfahrenzuDepressivität.AngegebensinddieMittelwertederGesamtstich- probe. **p< 0,001 Ergebnisse konnten in dieser aktuelleren TPHQD[58]= 6,61; p< 0,001; d= 0,86; kant höheren Wert aufweisen (. Abb. 4; Stichprobe reproduziert werden. Es wurde THADS_Depression[79]= 7,64;p< 0,001;d=0,85; T(79)= –2,80; p< 0,001). eine hochsignifikante Reduktion im PSQ . Abb. 3). erreicht (T[80]= 7,44; p< 0,001; d= 0,83). Studienzufriedenheit Zudem zeigte sich eine hochsignifi- Prädiktive Faktoren Es findet sich eine hochsignifikante Re- kante Verbesserung der Ängstlichkeit duzierung im PSQ sowohl bei studien- (T[78]= 7,24; p< 0,001; d= 0,81), der Depressivität zufriedenen als auch bei studienunzufrie- Stressbelastung (T[78]= 8,27; p< 0,001; Wird die Verbesserung im Stresserleben denen Studierenden (. Tab. 1). Es zeigen d= 0,93),derUnzufriedenheit (T[78]= 9,17; nach dem Grad der Depressivität betrach- sichkeineGruppenunterschiedebezüglich p< 0,001; d= 1,03) und der psychischen tet, so zeigt sich eine hochsignifikante des Startwertes (. Abb. 4; T[78]= –0,43; Skala des SF-12 (T[74]= –3,94; p< 0,001; Reduzierung des PSQ-Scores unabhän- p= 0,67), jedoch weisen studienzufriede- d= –0,45; . Abb. 2). gig von der Depressivitätsausprägung nere Studierende neben der stärkeren Ef- Insgesamt 35% der Teilnehmenden (. Tab. 1). Jedoch wird deutlich, dass Stu- fektstärke einen nahezu signifikant niedri- zeigten Symptome einer klinisch re- dierende mit einem BDI≥ 18 mit einem gerenEndwert auf (. Abb.4;T[78]= –2,26; levanten Depressivität, die jedoch an hochsignifikant höheren PSQ-Score star- p= 0,026; pkorrigiert= 0,052). allen eingesetzten Testverfahren hoch- ten (. Abb. 4; T[79]= –4,00;p<0,001) und signifikant vermindert werden konn- auch nach dem Praxiskurs einen signifi- te (TBDI[80]= 10,62; p< 0,001; d= 1,18; Der Nervenarzt 5 · 2022 471 56,88 43,74 16,96 10,28 37,24 42,08 51,32 52,86 10,18 6,78 10,87 8,36 9,36 7,19 6,91 9,90 4,35 7,01 Originalien Tab. 1 Prädiktive Faktoren in Abhängigkeit des PSQ-Summenscores M1 SD1 M2 SD2 T Df p Cohen’s d Depressivität BDI< 18 51,29 17,34 39,89 16,81 4,98 48 <0,001 0,71 BDI≥ 18 65,44 12,27 49,63 12,57 5,74 31 <0,001 1,01 Studienzufriedenheit Hoch 55,91 13,91 39,44 14,53 6,07 38 <0,001 0,97 Niedrig 57,56 19,66 47,23 16,16 4,59 40 <0,001 0,72 Lebenszufriedenheit Hoch 53,64 17,23 36,01 15,47 4,90 23 <0,001 1,00 Niedrig 58,10 16,90 46,61 14,94 5,76 55 <0,001 0,78 Lebenszufriedenheit Stressbewältigung Diskussion Die Stressbelastung konnte sowohl bei le- Studierende, die über adäquate Stressbe- benszufriedenen als auch bei -unzufriede- wältigungsstrategien verfügen, weisen zu Zu Beginn des Praxiskurses gaben die Stu- nen Studierenden hochsignifikant gemin- Beginn einen signifikant niedrigeren PSQ- dierenden auf mehreren psychischen Ska- dert werden (. Tab. 1). Erneut zeigt sich Score auf (. Abb. 5; T[78]= –2,79;p=0,01; len an, schwer belastet zu sein. Neben der ein Unterschied der Effektstärke zuguns- pkorrigiert= 0,02). Es zeigt sich für beide ausgeprägten Stressbelastung und niedri- ten der Lebenszufriedenen. Lebensunzu- Gruppen eine signifikante Reduzierung genZufriedenheit ist insbesondere die De- friedene Studierende haben zunächst hö- des PSQ-Scores. Um eine Abhängigkeit pressivität erhöht. Insgesamt zeigen sich here PSQ-Werte, jedoch ohne signifikan- der Größe des Effektes von der Zugehö- höhere Prävalenzen psychischer Krankhei- te Unterschiede (. Abb. 4; T[78]= –1,08; rigkeit einer der Gruppen zu untersuchen, ten als in der Literatur beschrieben [24], p= 0,29). Nach der Intervention weisen sie wurde eine 2-faktorielle Varianzanalyse aber auch in Bezug zu einer Vergleichs- hingegen signifikant höhere Werte auf im mit Messwiederholung auf einem Fak- stichprobe aus Gießener Medizinstudie- Vergleich zu Studierenden, die eine mitt- tor durchgeführt. Der Haupteffekt Stress renden sind die Kursteilnehmenden deut- lere oder hohe Lebenszufriedenheit an- wurde erwartungsgemäß hochsignifikant lich belasteter [12, 13]. Dies könnte daran gegeben hatten (. Abb. 4; T[78]= –2,88; (F[1, 77]= 24,37; p< 0,001). Die Interakti- liegen, dass der Kurs speziell Studierende p= 0,005; pkorrigiert = 0,01). on in Abhängigkeit der beiden Gruppen anspricht, die subjektiv Studienschwierig- wurde jedoch knapp nichtsignifikant keiten haben, unter hoher Stressbelastung Wirkfaktoren (F[1, 77]= 3,74; p= 0,057). oder Prüfungsangst leiden. Die Wirksamkeit des Praxiskurses wur- Lerntechniken Prüfungsangst de in allen psychometrischen Testverfah- Zu Kursbeginn zeigen sich im PSQ keine si- Studierende, die im HADS-D erhöhte renhochsignifikantnachgewiesen. Es zeigt gnifikanten Gruppenunterschiede bezüg- Angstwerte aufweisen, zeigen ein signifi- sich neben einer signifikanten Verminde- lich der Zufriedenheit über die eigenen kant höheres Stressempfinden zu Kursbe- rung der Unzufriedenheit, Angstsympto- Lerntechniken (. Abb. 5; T[77]= –0,40; ginn (. Abb. 5; T[77]= –7,56; p< 0,001) matik und Stressbelastung eine hochsigni- p= 0,69). Nach Abschluss des Praxiskurses sowie eine signifikante Reduzierung fikante Verminderung aller Depressions- weisen jedoch Studierende, die unzufrie- des PSQ-Scores zum 2. Erhebungspunkt scores. Obwohl der Praxiskurs keine the- den mit ihren Lerntechniken sind, eine (T[52]= 8,47; p=<0,001; d= 1,16). Stu- rapeutische Intervention darstellt, scheint signifikant niedrigere Stressbelastung auf dierende ohne auffällige Angstsymptome die Abnahme der Stressbelastung die psy- (. Abb. 5; T[77]= 2,07; p= 0,04). Es sticht zeigen im PSQ hingegen als einzige chische Gesundheit der Teilnehmenden die große Effektstärke der unzufriede- untersuchte Gruppe keine signifikante zu unterstützen. Auffällig sind dabei die nen Studierenden hervor (dzufrieden= 0,45; Reduktion im PSQ (T[25]= 1,42; p= 0,169; durchweghohenEffektstärken. ImHinblick dunzufrieden= 1,02). Zur genaueren Untersu- d= 0,28). Die Unterschiede wurden durch auf die aktuellen Einschränkungen durch chung wurde eine 2-faktorielle Varianz- eine 2-faktorielle VarianzanalysemitMess- die Corona-Pandemie wäre künftig mög- analyse mit Messwiederholung auf einem wiederholung auf einem Faktor genauer licherweise an ein Hybridformat bei der Faktor durchgeführt. Der Haupteffekt untersucht. Der Haupteffekt Stress war Durchführung des Praxiskurses zu denken, Stress ist erwartungsgemäß hochsigni- hochsignifikant (F[1, 77]= 38,14; p< 0,001). mit gezielten Präsenz- undOnlineanteilen. fikant (F[1,77]= 35,21; p< 0,001). Ebenso Die Interaktion inAbhängigkeit der beiden zeigt sich eine signifikante Interaktion Gruppen wurde ebenfalls hochsignifikant Prädiktive Faktoren zwischen dem Haupteffekt Stress und der (F[1,77]= 18,01; p< 0,001). Es zeigt sich eine Einteilung nach dem Vorhandensein von signifikant stärkere Reduktion des PSQ- Studierende mit klinisch relevanter De- Lerntechniken (F[1,77]= 6,34; p= 0,014). Scores bei Studierenden, die unter Angst pressivität zeigen eine signifikant höhere Studierende, die mit ihren Lerntechniken leiden. Stressbelastung als ihre weniger depressi- unzufrieden sind, erleben somit eine signi- ven Kommilitonen und Kommilitoninnen. fikant stärkere Reduktion des PSQ-Scores Studierende, die mit einem höheren De- als ihre zufriedeneren Kommilitonen und pressivitätsscorestarten, erreichentrotzei- Kommilitoninnen. ner hochsignifikantenVerminderungnicht 472 Der Nervenarzt 5 · 2022 D E P R E S S I V I T Ä T S T U D I E N Z U F R I E D E N H E I T L E B E N S Z U F R I E D E N H E I T <18 ≥18 hoch niedrig hoch niedrig 70 65,44 70 70 57,66 58,1 60 60 60 49,62 50 50 55,91 47,23 50 46,6153,64 51,29 40 40 40 39,89 39,44 36,01 30 30 30 Z E I T P U N K T 1 Z E I T P U N K T 2 Z E I T P U N K T 1 Z E I T P U N K T 2 Z E I T P U N K T 1 Z E I T P U N K T 2 Abb. 48Darstellung des PSQ-Gesamtscores in Abhängigkeit der prädiktiven Faktoren L E R N T E C H N I K E N S T R E S S B E W Ä L T I G U N G S - A N G S T S T R A T E G I E N zufrieden unzufrieden zufrieden unzufrieden keine Angst Angst 70 70 70 64,86 57,82 59,81 60 60 60 55,62 50 49,07 50 44,29 46,6950 40 40 46,56 40 41,11 40 41,28 30 30 30 37,94 Z E I T P U N K T 1 Z E I T P U N K T 2 Z E I T P U N K T 1 Z E I T P U N K T 2 Z E I T P U N K T 1 Z E I T P U N K T 2 Abb. 58Darstellung des PSQ-Gesamtscores in Abhängigkeit derWirkfaktoren die gleichen Werte in der Stressbelastung Studienzufriedenheit dient als prädiktiver ver Faktor für eine positive Stressbewäl- wie diejenigen, die zu Beginn niedrigere Faktor für eine erfolgreiche Stressbewälti- tigung herangezogen werden kann. Ins- Depressivitätswerte zeigten. Somit kann gung. besondere die Betrachtung der Effektstär- eine niedrige Depressivität als prädiktiver Hohe Arbeitsbelastung beeinflusst die ken zeigt, dass die Intervention bei Kurs- Faktor fürStressbewältigungallgemeinan- Lebenszufriedenheit negativ [23]. Obwohl teilnehmenden mit entsprechenden prä- gesehen werden. alle Teilnehmenden profitieren konnten, diktiven Faktoren (niedrige Depressivität, Studienzufriedenheit wirkt sich auf die sind die initial unzufriedeneren Studieren- hohe Studien- oder Lebenszufriedenheit) Depressivität der Studierenden aus [12]. den auch nach der Intervention signifi- zu einer größeren Abnahme der Stressbe- Nun zeigt sich, dass die Studienzufrie- kant stressbelasteter. Lebensunzufriedene lastung führt. denheit auch Einfluss auf die Stressbelas- Studierende sind gegenüber ihrer Umwelt tung hat. Zu Interventionsbeginn ist un- resignierter und weniger empfänglich für Wirkfaktoren abhängig von der Studienzufriedenheit ei- Veränderungen – ein Circulus vitiosus aus ne hohe Stressbelastung auffällig. Jedoch Belastungen und Unzufriedenheit [18]. Sie Es zeigt sich eine signifikante Interaktion weisen studienzufriedene Teilnehmende haben größere Schwierigkeiten, ein Be- zwischen dem Vorhandensein von Lern- am Ende der Intervention eine signifikant wusstsein für sich und ihre Lage zu entwi- strategien und der Abnahme der Stressbe- niedrigere Stressbelastung auf. Vermutlich ckeln, doch gerade diese Fähigkeiten kön- lastung.DemnachkönnenStudierendeoh- haben studienunzufriedene Teilnehmen- nen den Stress reduzieren und folglich die ne ausreichende Lerntechniken mehr von de weniger Motivation ihr Verhalten zu Lebensqualität verbessern [22]. Letztlich der Intervention profitieren als Teilneh- ändern, wenn bezweifeln das Studium be- zeigen die dargestellten Zusammenhän- mende, diemit ihren Lerntechniken zufrie- wältigen oder fortführen zu können. Die ge, dass Lebenszufriedenheit als prädikti- den sind. Sie lernen vermutlich mehr Stra- Der Nervenarzt 5 · 2022 473 PSQ PSQ Originalien tegien dazu und verspüren so eine größere BerechtigungundRelevanzpraxisnaher In- bestätigt werden konnte. Geringe Depres- Veränderung ihrer Situation als ihre Kom- terventionsprogramme dieser Art. sivität sowie hohe Studien- und Lebenszu- friedenheit konnten als prädiktive Faktoren militonen und Kommilitoninnen. Insge- Die untersuchten Wirkfaktoren müs- belegt werden, die den Erfolg stressreduzie- samt bildet der Themenkomplex der Lern- sen mehr Beachtung erfahren, um die render Interventionen positiv beeinflussen. techniken eine wichtige inhaltliche Säu- Erfolgsrate bestehender Interventionen Als Wirkfaktoren des Praxiskurses konnten le und kann durch die dargelegten Wirk- zur Stressreduktion unter Medizinstudie- insbesondere die Lerntechniken und Prü- zusammenhänge als Wirkfaktor definiert renden weiter ausbauen und verbessern fungsängste als hilfreiche Inhalte identi- fiziert werden. Dies zeigt, dass besonders werden. zu können. Die prädiktiven Faktoren einer Studierende, die über keine zufriedenstel- Kursteilnehmende, die angeben über erfolgreichen Stressbewältigung wie ge- lenden Lernstrategien verfügen oder unter Stressbewältigungsmechanismen zu ver- ringe Depressivität, Studien- und Lebens- Prüfungsängsten leiden, durch Unterstüt- fügen, zeigen zu Beginn eine signifikant zufriedenheit sollten für die psychische zungsangebote profitieren können. Dagegen geringere Stressbelastung als ihre Kom- Prävention mehr Beachtung finden. zeigt sich der Einfluss des Praxiskurses auf die Stressbewältigungsstrategien der Studie- militonen und Kommilitoninnen ohne Eine weiter bestehende Forschungsfra- renden weniger stark. Die entsprechenden entsprechende Bewältigungsmechanis- ge ist, inwiefern Lebens- und Studienzu- Themen sind wesentlich schwieriger theore- men. Außerdem erzielt die Intervention friedenheit verhaltens- und verhältnisprä- tisch zu vermitteln und individuell abhängig nur unter den Studierenden ohne aus- ventiv positiv beeinflusst werden können. von persönlichen Erfahrungen im Umgang reichende Strategien eine signifikante Die psychometrische Überprüfung des au- mit Belastungssituationen. Reduzierung der Stressbelastung. Eine togenenTrainingsalsWirkfaktorbleibt teil- Erklärung dafür ist, dass Studierende mit weise ausstehend. Jedoch wurde es von adäquaten Stressbewältigungsstrategi- den Kursteilnehmenden in der Kurseva- Korrespondenzadresse en einen niedrigeren Wissenszuwachs luation überwiegend als sehr hilfreich be- PD Dr. biol. hom. H. B. Jurkat, Dipl.-Psych. durch den Kurs haben und durch ihre nannt. Vermutlich fungiert dieses Entspan- Klinik für Psychosomatik und Psychotherapie, bereits vorhandenen Strategien stressre- nungsverfahren als zentrales Bindeglied Fachbereich Medizin, Justus-Liebig-Universität sistenter sind. Insgesamt zeigt sich, dass zwischen den identifizierten Wirkfaktoren. Gießen Friedrichstraße 33, 35392 Gießen, Deutschland Studierende ohne ausreichende Stress- Es schafft durch die speziellen Vorsatzfor- Harald.Jurkat@psycho.med.uni-giessen.de bewältigungsstrategien stärker vom Kurs meln eine Reduktion des Anspannungsni- profitieren. Obwohl die Interaktion an veaus und damit die benötigten Rahmen- dieser Stichprobe knapp nichtsignifikant bedingungen für die gezielte, verstärken- Einhaltung ethischer Richtlinien ist, weisen die Effektstärken und die si- de Wirkung der anderen Faktoren. Zusätz- gnifikanten Gruppenunterschiede darauf lich wünschenswert wären weitere Unter- Interessenkonflikt. A.M. Cohen, K. Braun, N. Hübner,P. V. Scherner undH. B. Jurkat geben an, dass kein hin, dass die Einheit Stressbewältigung suchungen bezüglich der Rolle des auto- Interessenkonflikt besteht. einen Wirkfaktor darstellt. genen Trainings in Wechselwirkung mit StudierendemiterhöhtenAngstwerten einzelnen Kursbestandteilen. Alle beschriebenenUntersuchungen amMenschenoder anmenschlichemGewebewurdenmit Zustim- zeigen zu Beginn des Praxiskurses ent- Eine Limitierung findet aufgrund der mungder zuständigen Ethikkommission (AZ 313/11 sprechend dem in der Literatur beschrie- aus ethischen Aspekten verzichteten ran- underneutAZ217/19), imEinklangmit nationalem benen Zusammenhangs zwischen Stress domisierten Kontrollgruppe statt. Die Aus- Recht sowie gemäßderDeklaration vonHelsinki von1975 (inder aktuellen, überarbeitetenFassung)durch- und Angstsymptomen eine deutlich hö- sagen sind durch das Studiendesign nicht geführt. Von allen beteiligten Patienten liegt eine here Stressbelastung [8]. Den Studieren- aufMedizinstudierendeallgemeingenera- Einverständniserklärung vor. den, die unter Prüfungsängsten leiden, lisierbar, belegen jedochentsprechendder werden Strategien und Erklärungsmodelle untersuchten Fragestellung die außerge- Literatur zum Umgang mit Angst und zur Berechti- wöhnlich hohe Belastung einiger Studie- gung von Angst neue Perspektiven aufge- render. Insgesamt zeigt sich, dass die feste 1. Beschoner P, Limbrecht-Ecklundt K, Jerg-Bretzke L (2019) Psychische Gesundheit von Ärzten : Burn- zeigt. Für Studierende, die keine erhöhte Etablierung adäquaten Copingverhaltens out, Depression, Angst und Substanzgebrauch im Angst aufweisen, sind diese Inhalte nicht mit spezifischen Schwerpunkten im Me- KontextdesArztberufes.Nervenarzt90:961–974 relevant,weshalbbei ihneneinesignifikant dizinstudium nicht vernachlässigt werden 2. Bullinger M, Kirchberger I, Ware J (1995) Der deutsche SF-36 Health Survey. Übersetzung geringere Reduktion der Stressbelastung darf. Dadurch kann eine Unterstützung als und psychometrische Testung eines krankheits- festzustellen ist. VorbereitungfürdasArbeitslebenerfolgen übergreifenden Instruments zur Erfassung der und somit einem frühzeitigen Ausschei- gesundheitsbezogenen Lebensqualität. Z Ge- sundheitswiss3:21–36 Schlussfolgerung den aus dem Studium durch inadäquates 3. Dyrbye L, West C, Satele D et al (2014) Burnout Coping entgegenwirken. amongU.S. medical students, residents, and early Die in dieser Stichprobe dargestellte ho- career physicians relative to the general U.S. population.AcadMed89:443–451 he psychische Belastung der Studierenden Fazit für die Praxis 4. Fares J, Al Tabosh H, Saadeddin Z et al (2016) untermauert den Bedarf von Stressbewäl- Die belastete psychische Gesundheit der Me- Stress, burnoutandcoping strategies inpreclinical tigungsinhaltenspeziell fürMedizinstudie- medical students.NAmJMedSci 8:75–81. https://dizinstudierenden betont die Notwendigkeit doi.org/10.4103/1947-2714.177299 rende [28]. Gleichzeitig symbolisieren die von Präventionsangeboten wie dem darge- hohen Effektstärken des Praxiskurses die stellten Praxiskurs, dessen hoheWirksamkeit 474 Der Nervenarzt 5 · 2022 Abstract 5. FliegeH,RoseM,ArckPetal (2001)Validierungdes „Perceived Stress Questionnaire“ (PSQ) an einer Influencing factors on stress management in medical students—with deutschenStichprobe.Diagnostica47:142–152 special consideration of depression 6. Gebauer L (2013) Aktuelle nationale und inter- nationale Angebote zur Stressbewältigung für Background: Due to high levels of stress, a practical course on stress management Medizinstudierende.Dissertation. JLU,Gießen in medical school was offered to preclinical medical students at the Justus-Liebig 7. HautzingerM,Keller F, KühnerC (2006)BDI-II: Beck Depression Inventar Revision –Manual. Frankfurt: University in Giessen up to 2019. In addition to autogenic training with specific Pearson resolution formulas, learning strategies, examination anxiety, and stress management 8. Heinen I, Bullinger M, Kocalevent R (2017) were taught. Perceived stress in first year medical stu- dents—associations with personal resources Objective: The aim was to determine the factors influencing the efficacy of the course andemotionaldistress.BMCMedEduc17:4 as well as predictive factors favoring the success of preventive strategies for medical 9. Hibbeler B (2011) Zwischen Samaritertum und students. Ökonomie:Was ist ein „guter Arzt“? Dtsch Arztebl Methods: A total of 81 medical students with an average age of M= 25.4 years 108:2758–2762 10. Hill MR, Goicochea S, Merlo LJ (2018) In their own participated in this study, with 32.1%beingmale. The pre-post surveys were conducted words: stressors facing medical students in the anonymously with PSQ, BDI, PHQ-9, HADS, SF-12 and the STQL-S. millennial generation. Med Educ Online 23:1–10. Results: With respect to satisfaction, stress, anxiety, and depression, a significant https://doi.org/10.1080/10872981.2018.1530558 improvement was achieved at high effect levels (Cohen’s d> 1). Initially, 35% of the 11. JurkatH, VetterA, RaskinKetal (2007) Lebensqua- lität von berufstätigenMedizinern mit und ohne students suffered from clinically relevant depression; these also showed a significantly Substanzabhängigkeit – Implikationen für die higher stress level at the end of the course. This also applies to students with low study AusbildungvonMedizinstudierenden.Nervenarzt or life satisfaction. There were significant interactions of stress reduction depending on 78(2):162 the existence of adequate learning techniques as well as anxiety symptoms but less 12. Jurkat H, Richter L, Cramer M et al (2011) Depressivität undStressbewältigungbeiMedizin- often due to the existence of adequate stress management strategies. studierenden. EineVergleichsuntersuchungdes1. Conclusion: As predictive factors against a high stress level in medical students, a high und7. Fachsemesters Humanmedizin. Nervenarzt study satisfaction and a high life satisfaction as well as low depression values could 82:646–652 13. JurkatH,HöferS,RichterLetal (2011)Lebensquali- be confirmed. Relevant factors contributing to the efficacy of the course are learning tät,StressbewältigungundGesundheitsförderung strategies and coping with examination phobia. Theoretical information concerning bei Studierenden der Human- und Zahnmedizin. stress management was found to be less helpful. EineVergleichsuntersuchung.DtschMedWochen- schr 136:1245–1250. https://doi.org/10.1055/s- Keywords 0031-1280544 14. Jurkat H, Schumann E, Tuschen E (2017) Wirk- Medical school · Depression · Coping · Efficacy · Secondary prevention samkeit von Praxiskursen zur Stressbewaltigung bei Medizinstudierenden. Z Psychosom Med Psychother63:73–74 15. Kohls N, Büssing A, Sauer S et al (2012) Psychische medical school in Karachi, Pakistan. Pak J Med Sci 30. VetterA (2014)EntwicklungeinesKursprogramms Belastungen von Medizinstudierenden an den 34:696–701. https://doi.org/10.12669/pjms.343. zurStressbewältigungimMedizinstudium.Hinter- Universitäten München und Witten/Herdecke 14664 grund, Konzeption und Inhalte. Dissertation. JLU, – ein Vergleich. Z Psychosom Med Psychother 23. Rockenbauch K, Meister U, Schmutzer G et al Gießen 58:409–416 (2006) Lebenszufriedenheit von AbsolventInnen 31. Zigmond AS, Snaith RP (1983) The hospital 16. Kötter T (2019) Ansatzpunkte für Resilienzförde- derMedizin – Eine empirischeUntersuchung zum anxietyanddepression scale. ActaPsychiatr Scand rung im Medizinstudium – Was hält angehende Vergleichder Lebenszufriedenheit vonAbsolvent- 67(6):361–370 Ärztinnen und Ärzte gesund? (Starting points InnenmitGleichaltrigen sowie zur Aufklärungdes for resilience promotion in medical education: Faktors Lebenszufriedenheit. Gesundheitswesen What keeps future doctors healthy?). Aktuelle 68:176–184. https://doi.org/10.1055/s-2005- Urol50:190–194.https://doi.org/10.1055/a-0834- 858810 5954 24. Rotenstein L, Ramos M, Torre M et al (2016) 17. Kunzler AM, Gilan DA, Kalisch R et al (2018) Prevalence of depression, depressive symptoms, AktuelleKonzeptederResilienzforschung(Current and suicidal ideation among medical students: concepts of resilience research). Nervenarzt a systematic review and meta-analysis. JAMA 89:747–753. https://doi.org/10.1007/s00115- 316:2214–2236 018-0529-x 25. 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