Ableitung und Validierung eines synthetischen Hämatokritwertes aus parametrischen T1 Daten der kardialen Magnetresonanztomografie Daten aus einem prospektiven MR-Register von Samuel Nunn Fachbereich 11: Medizin Justus–Liebig–Universität Gießen Gießen 2022 Ableitung und Validierung eines synthetischen Hämatokritwertes aus parametrischen T1 Daten der kardialen Magnetresonanztomografie Daten aus einem prospektiven MR-Register von Samuel Nunn Inauguraldissertation zur Erlangung des Grades eines Doktors der Medizin des Fachbereichs Medizin der Justus–Liebig–Universität Gießen vorgelegt von Samuel Nunn aus Schwäbisch Hall Gießen, den 14. Februar 2022 Aus dem Fachbereich Medizin der Justus–Liebig–Universität Gießen Gutachter: PD Dr. med. Andreas Rolf Gutachterin: Prof. Dr. med. Gabriele Krombach Tag der Disputation: 19. Juli 2022 Erklärung zur Dissertation Hiermit erkläre ich, dass ich die vorliegende Arbeit ” selbständig und ohne unzulässige Hilfe oder Benutzung anderer als der angegebenen Hilfsmittel angefertigt ha- be. Alle Textstellen, die wörtlich oder sinngemäß aus veröffentlichten oder nichtveröffentlichten Schriften ent- nommen sind, und alle Angaben, die auf mündlichen Auskünften beruhen, sind als solche kenntlich gemacht. Bei den von mir durchgeführten und in der Dissertati- on erwähnten Untersuchungen habe ich die Grundsätze guter wissenschaftlicher Praxis, wie sie in der Satzung ” der Justus-Liebig-Universität Gießen zur Sicherung gu- ter wissenschaftlicher Praxis“ niedergelegt sind, einge- halten sowie ethische, datenschutzrechtliche und tier- schutzrechtliche Grundsätze befolgt. Ich versichere, dass Dritte von mir weder unmittelbar noch mittelbar geld- werte Leistungen für Arbeiten erhalten haben, die im Erklärung zur Dissertation Zusammenhang mit dem Inhalt der vorgelegten Dis- sertation stehen, oder habe diese nachstehend spezi- fiziert. Die vorgelegte Arbeit wurde weder im Inland noch im Ausland in gleicher oder ähnlicher Form ei- ner anderen Prüfungsbehörde zum Zweck einer Promo- tion oder eines anderen Prüfungsverfahrens vorgelegt. Alles aus anderen Quellen und von anderen Personen übernommene Material, das in der Arbeit verwendet wurde oder auf das direkt Bezug genommen wird, wur- de als solches kenntlich gemacht. Insbesondere wurden alle Personen genannt, die direkt und indirekt an der Entstehung der vorliegenden Arbeit beteiligt waren. Mit der Überprüfung meiner Arbeit durch eine Plagiatser- kennungssoftware bzw. ein internetbasiertes Software- programm erkläre ich mich einverstanden.“ Ort, Datum Unterschrift v Zusammenfassung Hintergrund: Die Quantifizierung des extrazellulären Volumens (ECV) in der kardialen Magnetresonanzto- mografie (MRT) erlaubt eine Messbarkeit des Extrazel- lularraumes, welcher sich bei diffusem Ödem und Fi- brose verändert. Dies tritt vor allem in frühen Stadien von Herzmuskelerkrankungen ein. Normalerweise wird hierfür eine tagesaktuelle venöse Hämatokritbestimmung zur Berechnung des extrazelluläre Volumen (ECV) benötigt. Eine beschriebene Alternative stellt das Verhältnis der longitudinalen Relaxationszeiten (T1) des Blutes vor und nach Kontrastmittelapplikation dar. Mit Hilfe des be- rechneten synthetischen Hämatokrits kann im Folgen- den das synthetische ECV berechnet werden, was durch den Verzicht einer tagesaktuellen venösen Blutprobe den Patientenkomfort steigert und auf einen Arbeits- schritt in der klinischen Routine verzichtet werden kann. Zusammenfassung Zielsetzung: Ziel dieser Studie ist zu Reevaluieren, ob ein Zusammenhang zwischen dem venös gemesse- nen Hämatokrit und der T1 Relaxationszeit des Blutes besteht, sodass im Weiteren ein synthetisches ECV be- rechnet werden kann. Dies wird an einer großen Anzahl an eingeschlossenen Patienten mit zahlreicher myokar- dialen Erkrankungen untersucht. Methoden: 1.132 freiwillig eingeschlossene Patien- ten, die aus klinischer Indikation mittels kardialer MRT untersucht wurden, werden in eine Derviations- (n = 564) und Validationskohorte (n = 568) randomisiert. Das ECV wird mittels T1 Relaxationszeit im septalen Myokard und im linksventrikulären Blutpool im 3 Tes- la MRT mittels Modified Look-Locker inversion reco- very (MOLLI) Sequenzen bestimmt. Zusätzlich wurde ein tagesaktueller venöser Hämatokrit bestimmt. Der synthetische Hämatokritwert wurde mittels linearer Re- gressionsanalyse zwischen gemessenem Hämatokrit und R1 = 1/T1 des Blutes bestimmt. Mittels Korrelationen wurde dieser mit dem gemessenen Hämatokrit vergli- chen. Im weiteren Verlauf wurde das gemessene und synthetische ECV bestimmt und mittels Bland-Altman vii Zusammenfassung Analysen verglichen. Ergebnisse: In der Derviationskohorte zeigte der venöse Hämatokrit und die R1 des Blutes eine linearen Zusam- menhang (R2 = 0,18; Korrelationskoeffizient: 0,43, 95 % Konfidenzintervall (CI) 0,36 - 0,49). Hieraus wurde der synthetische Hämatokrit und das synthetische ECV berechnet. Das synthetische ECV korreliert stark mit dem gemessenen ECV (Korrelationskoeffizient: 0,91 CI 0,90 - 0,92). Die mittlere Abweichung beträgt -0,05 (CI -0,19 - 0,09), die Zustimmungsgrenzen liegen bei -4,69 und 4,59. Fazit: Trotz der schlechten Korrelation zwischen syn- thetischem und gemessenem venösen Hämatokrit zeigt sich eine exzellente Korrelation zwischen synthetischem und gemessenem ECV. Aus diesem Grund kann man an großen Patienten- und Probandenkohorten einen nichtin- vasiven Marker für das extrazelluläre Volumen des Myo- kards in der alltäglichen klinischen Routine bestätigen. viii Abstract Background: The quantification of ECV in the car- diac magnetic resonance allows a measurability of the extracellular space, which changes with diffuse edema and fibrosis. This occurs especially in early stages of myocardial diseases. Normally, a daily venous hemato- crit determination is required to calculate the ECV. One alternative described is the ratio of the longitudinal rela- xation times (T1) of the blood before and after contrast agent application. With the help of the calculated syn- thetic hematocrit, the synthetic ECV can then be cal- culated. This increases patient comfort by eliminating the need for a daily venous blood sample and eliminates one step in clinical routine. Purpose: The aim of this study is to reevaluate whe- ther there is a correlation between the venously measu- Abstract red hematocrit and the T1 relaxation time of the blood. Within this relationship a synthetic ECV can be calcu- lated. This will be investigated in a large number of included patients with numerous myocardial diseases. Methods: 1,132 voluntarily enrolled patients who were examined by cardiac magnetic resonance for cli- nical indication are randomized into a derviation (n = 564) and validation cohort (n = 568). The ECV is mea- sured by T1 relaxation time in the septal myocardium and left ventricular blood pool in the 3 Tesla magnetic resonance by MOLLI sequences determined. Additio- nally, a daily venous hematocrit was determined. The synthetic hematocrit value was determined by linear re- gression analysis between measured hematocrit and R1 = 1/T1 of the blood. Correlations were used to compa- re this with the measured hematocrit. The measured and synthetic ECV were determined and compared by Bland-Altman analysis. Results: In the derviation cohort venous hematocrit and R1 of blood showed a linear correlation (R 2 = 0.18; correlation coefficient: 0.43, CI 0.36 - 0.49). From this the synthetic hematocrit and the synthetic ECV were x Abstract calculated. The synthetic ECV correlates strongly with the measured ECV (correlation coefficient: 0.91 CI 0.90 - 0.92). The mean deviation is -0.05 (CI -0.19 - 0.09), the approval limits are -4.69 and 4.59. Conclusion: Despite the poor correlation between synthetic and measured venous hematocrit an excel- lent correlation between synthetic and measured ECV is shown. For this reason, a non-invasive marker for the ex- tracellular volume of the myocardium can be confirmed in large patient and subject cohorts in everyday clinical routine. xi Inhaltsverzeichnis Erklärung zur Dissertation iv Zusammenfassung vi Abstract ix 1 Einleitung 1 1.1 Kardiale Fibrose . . . . . . . . . . . . . 3 1.1.1 Diagnostik . . . . . . . . . . . . 6 1.2 Magnetresonanztomografie . . . . . . . 8 1.3 Late Gadolinium Enhancement . . . . . 10 1.3.1 Grundlagen . . . . . . . . . . . 10 1.4 T1 Mapping . . . . . . . . . . . . . . . 11 1.4.1 Grundlagen . . . . . . . . . . . 11 1.4.2 Verschiedene Sequenzen . . . . . 12 1.4.3 Natives T1 Mapping . . . . . . . 15 1.4.4 Post-Kontrast T1 Mapping . . . 16 Inhaltsverzeichnis 1.4.5 T2 Mapping . . . . . . . . . . . 16 1.5 Extrazelluläre Volumen . . . . . . . . . 17 1.5.1 Grundlagen . . . . . . . . . . . 17 1.5.2 Gewebscharakteristik . . . . . . 19 1.6 Erkrankungen . . . . . . . . . . . . . . 21 1.6.1 Ischämische Kardiomyopathie . . 26 1.6.2 Dilatative Kardiomyopathie . . . 30 1.6.3 Hypertrophe Kardiomyopathie . 33 1.6.4 Myokarditis . . . . . . . . . . . 37 1.6.5 Sarkoidose . . . . . . . . . . . . 42 1.6.6 Amyloidose . . . . . . . . . . . 45 1.6.7 Übersicht Late Gadolinium En- hancement . . . . . . . . . . . . 48 1.7 Fragestellung und Zielsetzung . . . . . . 52 2 Methoden 54 2.1 Patientenkollektiv . . . . . . . . . . . . 54 2.1.1 Einschluss- und Ausschlusskrite- rien . . . . . . . . . . . . . . . . 54 2.2 Fragebogen . . . . . . . . . . . . . . . 55 2.3 Blutwerte . . . . . . . . . . . . . . . . 56 2.3.1 Blutentnahme . . . . . . . . . . 56 xiii Inhaltsverzeichnis 2.4 Gewinnung der MRT Daten . . . . . . . 57 2.4.1 Protokolle . . . . . . . . . . . . 57 2.4.2 SSFP Cine Sequenzen . . . . . . 57 2.4.3 Auswertung Volumetrie . . . . . 59 2.4.4 Late Gadolinium Enhancement . 62 2.4.5 T1 Mapping . . . . . . . . . . . 63 2.4.6 Auswertung Mapping . . . . . . 64 2.5 Auswertung der MRT Daten . . . . . . 65 2.5.1 CVI42 . . . . . . . . . . . . . . 65 2.6 Statistische Auswertung . . . . . . . . . 67 2.6.1 Stata . . . . . . . . . . . . . . . 67 3 Ergebnisse 69 3.1 Patientencharakteristika . . . . . . . . . 69 3.1.1 Allgemeine Patientencharakteris- tika . . . . . . . . . . . . . . . . 69 3.1.2 Kardiale Risikofaktoren . . . . . 70 3.1.3 Messungen . . . . . . . . . . . . 74 3.1.4 Kardiale Hauptdiagnosen . . . . 75 3.2 MRT Messungen . . . . . . . . . . . . 77 3.2.1 Volumetrie . . . . . . . . . . . . 77 3.2.2 Gewebscharakterisierung . . . . 79 xiv Inhaltsverzeichnis 3.3 Synthetischer Hämatokrit im T1 Mapping 80 3.3.1 Korrelation zwischen Hämatokrit und der nativen T1 Relaxations- zeit des Blutes . . . . . . . . . . 80 3.3.2 Korrelation zwischen gemessenem und synthetischem Hämatokrit . 82 3.4 Synthetisches ECV im T1 Mapping . . . 84 3.4.1 Korrelation zwischen ECV und synthetischem ECV . . . . . . . 84 3.4.2 Abweichungen zwischen ECV und synthetischem ECV . . . . . . . 85 3.4.3 Korrelation zwischen ECV und synthetischem ECV nach der kar- dialen Hauptdiagnose . . . . . . 90 3.4.4 Kreuztabelle des Normalbefunds zur Pathologie anhand dem ECV und synthetischem ECV . . . . . 92 4 Diskussion 94 4.1 Synthetischer Hämatokrit im T1 Mapping 94 4.1.1 Korrelation zwischen gemessenem und synthetischem Hämatokrit . 94 xv Inhaltsverzeichnis 4.1.2 Korrelation zwischen Hämatokrit und der native T1 Relaxations- zeit des Blutes . . . . . . . . . . 96 4.2 Synthetisches ECV im T1 Mapping . . . 97 4.2.1 Korrelation zwischen ECV und synthetischem ECV . . . . . . . 97 4.2.2 Abweichung zwischen ECV und synthetischem ECV . . . . . . . 105 4.2.3 Korrelation zwischen ECV und synthetischem ECV nach der kar- dialen Hauptdiagnose . . . . . . 109 4.2.4 Spezifität und Sensitivität des syn- thetischen gegenüber des gemes- senen ECVs . . . . . . . . . . . 111 4.3 MRT Messungen . . . . . . . . . . . . 116 4.3.1 Gewebscharakterisierung . . . . 116 4.4 Limitationen . . . . . . . . . . . . . . . 116 4.5 Stärken . . . . . . . . . . . . . . . . . . 118 4.6 Fazit . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 119 4.7 Ausblick . . . . . . . . . . . . . . . . . 120 xvi Inhaltsverzeichnis Abbildungsverzeichnis 124 Tabellenverzeichnis 127 Literaturverzeichnis 128 Publikationsverzeichnis 197 Danksagung 198 Lebenslauf 200 xvii 1 Einleitung Die Methodik der Magnetresonanztomografie (MRT) stellt in der Kardiologie einen wichtigen diagnostischen Baustein dar. Im Schnitt verändert die kardiale MRT bei 61,8 % der Patienten das weitere klinische Vorge- hen. Neben dem Erstellen einer neuen Diagnose erge- ben sich weiterhin therapeutische Konsequenzen durch den Wechsel der Medikation oder die Indikation zum invasiven Prozedere. Außerdem kann das Ergebnis die- ser Diagnostik über eine Krankenhausentlassung oder -aufnahme mitentscheiden. Die kardiale MRT ist als zentrales Diagnostikum in der Kardiologie anzusehen und das behandelnde Ärzteteam kann für den jeweili- gen Patienten meist eine direkte Konsequenz ableiten [24]. Dies liegt nicht zuletzt darin begründet, dass das extrazelluläre Volumen (ECV) einen exzellenten progno- tischen Wert in ischämischen und nicht ischämischen 1 Einleitung Kardiomyopathien bezüglich der kardiovaskulären Mor- talität und kardiovaskulären Events mit sich bringt [91, 217, 227]. Dies gilt ebenso für infiltrative Prozesse wie einer Amyloidose vom AL Typ (AL-Amyloidose) [10]. Weiterhin ist zu erwähnen, dass Diabetes mit einem erhöhtem ECV vergesellschaftet ist und dieses ebenso mit erhöhter Mortalität und Krankenhausaufenthalten assoziiert ist [99, 218]. Darüber hinaus zeigt das ECV verglichen mit anderen T1 Mapping Methoden die ro- busteste Risikostratifizierung [204]. Es lohnt sich daher, sich genauer mit dem erwähnten ECV zu beschäftigen. Das extrazelluläre Volumen be- schreibt denjenigen Anteil eines Gewebes, welcher sich zwischen den Zellen befindet. Histologisch wird dies als Interstitium bzw. als interzellulären Raum beschrie- ben [139]. Dieser Anteil kann mittels ECV im kontrast- mittelgestützten kardialen MRT bestimmt werden [53]. Hierbei werden die nativen T1 und post Kontrastmit- tel T1 Sequenzen kombiniert. Im Rahmen der Fibrose- bildung, die zu einer Zunahme des Intersitiums führt, spielt die Bestimmung des ECVs eine wichtige Rolle. In der klinischen Praxis kann bei Kardiomyopathien, in- 2 1 Einleitung filtrative Herzerkrankungen und Speichererkrankungen eine Abweichung des ECVs dokumentiert werden [70]. Es kann daher eine Unterscheidung zwischen gesundem und erkranktem Gewebe vorgenommen werden. Nach- teilig muss erwähnt werden, dass zur Berechnung ein ta- gesaktueller Hämatokrit notwendig ist [114, 186, 215]. 1.1 Kardiale Fibrose Die kardiale Fibrose ist ein wesentlicher Bestandteil des pathologischen Prozesses von nahezu jeder Kardiomy- opathie. Diese führt zu einer Beeinträchtigung der dia- stolischen und später der systolischen Funktion [110]. Aus diesem Grund stellt diese eine große Relevanz für viele kardiale Erkrankungen dar und rückt in den Fokus der bildgebenden Diagnostik. Während die Kardiomyozyten zwei Drittels des Her- zens repräsentieren, stellen sie nur ein Drittel der kar- dialen Zellzahl. Der restliche Teil geht auf das Inters- titium zurück, welches vor allem von Fibroblasten ge- bildet wird. Diese produzieren das interstitielle Binde- gewebe, welches von Kollagen Typ I und III dominiert ist [15, 110, 213]. Das Interstitium hat mehrere Aufga- 3 1 Einleitung ben. So bildet es eine Struktur, in welcher Gefäße und Leitungsbahnen ziehen können und hilft beim Substra- taustausch zwischen Gefäße und Kardiomyozyten. Wei- terhin bildet es einen Schutzmechanismus gegen Viren, Bakterien und fremde Proteine. Darüber hinaus nimmt das Interstitium eine Rolle zur Zellkommunikation ein und vermittelt so das Zellwachstum [213]. Nimmt der Kollagenanteil des Interstitiums im myokardialen Gewe- be zu, so spricht man von myokardialer Fibrose [138]. Die Verteilung dieser Fibrose unterliegt der zugrunde- liegender Pathologie und zeigt verschiedene Muster [3, 138]. Unterschieden werden die reaktive interstitielle, in- filtrative interstitielle und die Narbenfibrose [138]. Die reaktive interstitielle Fibrose beruht auf einer vermehr- ten Kollagensynthese der Myofibroblasten aufgrund von verschiedenen Stimuli ohne Verlust von Kardiomyozyten [15, 89, 138]. Diese Fibroseform beginnt perivaskulär [3, 14, 15, 117, 138]. Zu diesen Stimuli gehören die Ak- tivierung vom betaadrenergen und Renin-Angiotensin- Aldosteron-System (RAAS) sowie reaktive Sauerstoffs- pezies (ROS), metabolische Veränderungen durch Hy- perglykämie und der Einfluss von Chemokinen [110, 4 1 Einleitung 138, 214]. Diese Fibroseform ist auch im älterwerdenden Herzen, Dilatative Kardiomyopathie (DCM) und bei ei- ner Hypertrophie aufgrund von Druck- beziehungsweise Volumenbelastung nachzuweisen [14, 138]. Die reakti- ve interstitielle Fibrose stellt ein Marker für die Schwere der Erkrankung dar und kann zur irreversiblen Narben- fibrose fortschreiten [138, 202]. Die infiltrative inters- titielle Fibrose wird durch die Ablagerung von Protei- nen (z.B. Amyloidose) oder Glycosphingolipiden (z.B. Morbus Anderson-Fabry) induziert. Die Pathophysiolo- gie befolgt ähnliche Wege wie bei der reaktiven inters- titiellen Fibrose und kann zur Narbenbildung fortschrei- ten [138]. Die Narbenfibrose ersetzt die Regionen, in denen Zellschädigungen oder Nekrose eingetreten sind [3, 89, 138, 202]. Die Bildung beginnt sofort nachdem die Kardiomyozyten beschädigt wurden. Dies kann lo- kal oder diffus auftreten [110, 138]. Lokale Narben- bildung entsteht z.B. bei der ischämischen Kardiomy- opathie (ICM), hypertrophen Kardiomyopathie (HCM), Myokarditis oder Sarkoidose. Diffuse Narbenbildung ent- steht bei chronischer Niereninsuffizienz, toxischen Kar- diomyopathie oder sonstigen inflammatorischen Erkran- 5 1 Einleitung kungen [138]. Die interstitielle und die narbenbildende Fibrose führt jeweils zur diastolischen und systolischen Dysfunktion [89]. Weiterhin ist die Fibrosebehandlung mittels RAAS Inhibitoren und Schleifendiuretika zur Reduzierung des kardialen Remodelings von Bedeutung [39, 119, 120]. Als neuere Substanzen haben SGLT2-Inhibitoren, wel- che im Rahmen der Herzinsuffizienztherapie Wichtig- keit erlangt haben, im Tiermodell günstige Ergebnis- se gezeigt [29, 88, 116]. Im Tiermodell werden weitere Substanzen, wie beispielsweise Tissue Growth Factor-β (TGF-β)-Antagonisten, Endothelin Inhibitoren und an- tiinflammatorische Medikamente, untersucht [212]. 1.1.1 Diagnostik Das Vorhandensein einer kardialen Fibrose bestimmt die Effektivität der Herzinsuffizienztherapie, sodass an der Detektion dieser ein großes Interesse besteht. Als aktu- eller Goldstandard gilt die histopathologische Aufarbei- tung [69, 121]. Die Forschung bezüglich nichtinvasiver Biomarker zeigt einige Moleküle, welche vom biologi- schen Hintergrund mit dem Kollagenmebatolismus und 6 1 Einleitung -regulation in Zusammenhang stehen könnten [121]. Nach aktuellem Stand ist festzuhalten, dass die meis- ten potentiellen laborchemischen Biomarker nicht vali- diert oder eine nicht ausreichende Evidenz aufweisen. Die beste Datenlage liegt für das C-terminale Propep- tid vom Prokollagen Typ I (PICP) und das N-terminale Propetid vom Prokollagen Typ III (PIIINP) vor, welche jedoch lückenhaft ist, sodass diese im klinischen Alltag keine Rolle spielen [61, 69, 121]. Zur bildgebenden Darstellung der kardialen Fibrose sind einige Methoden zur erwähnen. Echokardiografisch können Reflexionstechniken wie die Analyse von Backs- catter Signalen oder Scherwellen Elastografie genutzt werden. Diese Techniken haben jedoch aufgrund feh- lender Sensitivität keinen Einzug in den klinischen All- tag gefunden [87, 96]. Möglicherweise können Gewe- bedoppler und Strainanalysen früher funktionelle Be- einträchtigungen in fibrosebedingten Prozessen im Ver- gleich zu konventionellen echokardiografischen Techni- ken liefern [96]. Nuklearmedizinische Methoden können über Perfusionsbildgebungen indirekte Hinweise auf ei- ne Fibrose liefern [61, 69, 87, 96]. Die einzige aktuell 7 1 Einleitung klinisch relevante Methode ist auf MRT basierend. Hier kann mittels Late Gadolinium Enhancement (LGE) fo- kale und mittels ECV diffuse Fibrose dargestellt werden [61, 69]. 1.2 Magnetresonanztomografie Nach Abschluss der kardiologischen Basisdiagnostik bie- tet die MRT eine wegweisende Aussagekraft über mor- phologische und funktionelle Fragestellungen. Es kann beispielsweise eine genaue und dreidimensionale anato- mische Abbildung erreicht werden, welche die Grundla- ge für exakte Vermessungen bildet. So können Funkti- onsanalysen sehr genau stattfinden und dazu beitragen, dass die MRT Diagnostik hierfür als Goldstandard ange- sehen wird. Darüber hinaus können Bewegungsanalysen in Ruhe und unter medikamentöser Stimulation durch- geführt werden [78, 97]. Durch Gabe von Kontrastmittel kann eine Gewebs- charakterisierung vorgenommen werden. Lokale patho- logische Prozesse können mittels LGE visualisiert wer- den. Bei diffusen Veränderungen der extrazellulären Ma- trix können die Mappingverfahren zu Rate gezogen wer- 8 1 Einleitung den. Zudem können Perfusionsdefizite in Ruhe und bei medikamentöser Stimulation nachgewiesen werden [78, 97]. Methodische Vorteile sind durch die geringe Untersu- cherabhängigkeit bei guter Standardisierung der Unter- suchungsabläufe gegeben. Zudem ist die gute Reprodu- zierbarkeit hervorzuheben, besonders im Vergleich zur Echokardiografie [78, 97]. Aus Sicht des Patienten ist die Nichtinvasivität wünschenswert. So können mögliche Komplikationen, die durch inva- sive Untersuchungen bedingt sind, vermieden werden. Zudem ist die Untersuchung frei von jodhaltigen Kon- trastmitteln und benötigt keine Strahlenbelastung [78, 97]. Aufgrund der erwähnten Vorteile und der damit ver- bundenen Anwendungsbreite stellte sich eine rasante Entwicklung der MRT Diagnostik in der Kardiologie ein. Zur Durchführung und Auswertung sind Kenntnisse zur MRT Technik und spezielle kardiologische Expertise notwendig. Daher hat die Deutsche Gesellschaft für Kar- diologie (DGK) ein Ausbildungscurriculum zu diesem Thema entworfen, welches Einzug in die Musterweiter- 9 1 Einleitung bildungsordnung der Ärzte der Bundesärztekammer ge- funden hat [77, 177]. 1.3 Late Gadolinium Enhancement 1.3.1 Grundlagen Das Kontrastmittel zeigt im infarziertem Myokard ei- ne Akkumulation und einen verzögerten Abtransport ( wash-out“). Dies führt zu einer höheren Kontrast- ” mittelkonzentration im pathologischen Gewebe im Ver- gleich zum gesunden Myokard. Daraus folgt eine Ver- kürzung der T1 Zeit, sodass die Pathologie im Vergleich zum vitalen Myokard in der MRT Aufnahme, besonders in den Inversion Recovery Sequenzen, hyperintens er- scheint. Diese Mechanismen geben dem LGE den Na- men. Die Anreicherung des Kontrastmittels wird von der Flussrate, der Gefäßpermeabilität, der Gefäßdichte, der Kollagenmatrix, des Zellintegritätsverlustes, der Ne- krose und des intrazellulären und interstitiellen Ödems bestimmt [76, 101, 102, 106, 108, 169, 183, 186]. Das LGE zeigt sich dann, wenn eine fokale Fibrose vorliegt. Zuerst wurde das LGE bei Myokardinfarkten 10 1 Einleitung und bei ischämischen Kardiomyopathien beschrieben. Dieses Phänomen tritt jedoch genauso wie bei Kardio- myopathien nicht ischämischer Genese auf [102]. Daher zeigt sich das LGE beispielsweise bei einer DCM und Hypertrophe Kardiomyopathie (HCM) und zeigt foka- le Fibrose an [133, 179]. Bei infiltrativen Prozessen wie einer kardialen Sarkoidose oder Amyloidose zeigt sich ebenfalls ein LGE [124, 195]. Dieses Verfahren eignet sich daher gut, fokale Fibroseprozesse darzustellen. Um diffuse Fibrose erkennbar zu machen, hat sich das T1 Mapping etabliert [46]. 1.4 T1 Mapping 1.4.1 Grundlagen In den sogenannten T1 Mapping Bildern werden jedem Voxel eine quantitativ bestimmte T1 Relaxationszeit zu- geordnet. Diese basiert auf der Auslenkung der longi- tudinalen Magnetisierung durch einen Radiofrequenz- impuls und die Bildakquisition nach einer bestimmten Zeit, der Inversionszeit (TI). Der T1 Wert ist als die Zeit definiert, nach der 63 % der longitudinalen Ma- 11 1 Einleitung gnetisierung wieder erreicht wurde. Graphisch werden diese Messwerte in einem T1 Mapping Bild veranschau- licht, welche parametrisch von einem Interessensbereich (ROI) ausgelesen werden können [136, 138, 148, 162, 164, 201]. 1.4.2 Verschiedene Sequenzen Grundlegend könnten zum T1 Mapping wie beim LGE mehrere inversion recovery“ Aufnahmen mit verschie- ” denen TIs gemacht werden. Dies stellt jedoch eine sehr ineffektive Art und Weise dar, die mehrere Atempau- sen benötigen. Das kann jedoch zu einer Fehlregistrie- rung zwischen den einzelnen Atempausen führen, sodass diese Methode von anderen Sequenzen bessere Ergeb- nisse erzielt [182, 201]. Quantitative Methoden werden nach ihren systematischen und zufälligen Verzerrungen bewertet. Der systematische Fehler wird als Richtig- keit ( accuracy“) und der zufällige Fehler als Präzision ” ( precision“) bezeichnet [98]. Eine Auswahl der einzel- ” nen Sequenzen zeigt Tabelle 1.1 (Seite 13). 12 1 Einleitung Tabelle 1.1: Vergleich von T1 Sequenzen [201] Die Tabelle zeigt den Vergleich einzelner T1 Sequenzen nach dem Signal-Rausch-Verhältnis (SNR), der Auflösung, Akquisitionszeit, Richtigkeit und Präzision. Technik SNRa Auf- Akqui- Richtig-Präzision lösung sitionszeit keit MOLLI ++ ++ 17 HBb ++ ++ shMOLLI ++ ++ 9 HBb ++ ++ MOLLI ++ ++ 9 - 12 ++ ++ Varian- HBb ten SASHA ++ ++ 11 HBb +++ + a Signal-Rausch-Verhältnis b Herzschläge (HB: heartbeats) Modified Look-Locker inversion recovery (MOLLI) Die klinisch verbreitetste und in der vorliegenden Arbeit verwendete Methode im kardialen T1 Mapping stellt die Modified Look-Locker inversion recovery (MOLLI) Sequenz dar. Hier werden Einzelbilder in der Diastole aufgenommen. Nach dem Inversionsimpuls werden drei 13 1 Einleitung bis fünf Herzzyklen abgewartet und R-Zacken getrig- gert aufgezeichnet. In der Originalversion werden je- weils drei Bilder nach den ersten beiden Inversionsim- pulsen aufgezeichnet. Darauf folgen fünf Bilder nach dem dritten Impuls. Dieses Schema als 3(3)3(3)5 no- tiert. Die Ziffern ohne Klammern beschreiben die An- zahl der Bilder nach den Inversionsimpulsen während die Ziffern in Klammern die Pause zwischen den Herz- schlägen anzeigt. Hier wurden insgesamt 11 Bilder in 17 Herzschlägen aufgezeichnet [182, 201]. Als Vorteil ist zu erwähnen, dass die MOLLI Sequenzen reproduzier- bar sind und Bilder mit hohem Signal-Rausch-Verhältnis (SNR) liefern [182, 201]. Nachteilig fällt ins Gewicht, dass die Atempause 17 Herzschläge beinhalten muss, welches je nach Herzfrequenz eine lange Zeit darstellt. Analog zur ursprünglichen Look-Locker Sequenz können die T1 Relaxationszeiten herzfrequenzabhängig sein, wenn keine vollständige Relaxation vorliegt [201]. Weitere Sequenzen Weitere Methoden wurden entwickelt, um verschiedene Vorteile zu nutzen. So kann beispielsweise die Shorte- 14 1 Einleitung ned modified Look-Locker inversion recovery (shMOL- LI) Sequenz die Akquisitionszeit und damit die Zeit der Atempause verringern [158, 164, 201]. Um die Herz- frequenzabhängigkeit zu reduzieren und die Richtigkeit ( accuracy“) zu erhöhen, wurde die Saturation recovery ” single-shot acquisition (SASHA) Sequenz etabliert [164, 201]. Um die jedoch stark kompromittierte Präzision ( precision“) etwas zu erhöhen wurde Saturation reco- ” very single-shot acquisition (SASHA) mit MOLLI kom- biniert, sodass die Saturation pulse prepared heart rate independent inversion recovery (SAPPHIRE) Sequenz entstanden ist [164, 201]. 1.4.3 Natives T1 Mapping Das native T1 Mapping zeigt erhöhte Werte bei einer Vergrößerung des Interstitiums. Dies tritt vor allem bei fibrotischem Umbau, Kardiomyopathien, Speicher- und Ablagerungskrankheiten (Amyloidose, Hämochromatose) und bei Ödemen z.B. im Rahmen eines akuten Infarktes oder Inflammation (Myokarditis, Sarkoidose) [70, 132]. Weiterhin verkürzt sich die T1 Zeit bei Fett- und Eisen- einlagerungen (z.B. Morbus Anderson-Fabry) [70, 132]. 15 1 Einleitung Bei zeitgleichem Vorliegen einer T1 Relaxationszeit verlängerten und verkürzenden kardialen Erkrankung, könnte sich die native T1 Zeit pseudonormalisieren [70, 132]. Zudem bietet das native T1 Mapping ein Anwen- dungsgebiet bei Patienten mit einer Kontraindikation für MRT Kontrastmittel [70, 132]. 1.4.4 Post-Kontrast T1 Mapping Beim post-Kontrast T1 Mapping wird eine T1 Mapping Karte ca. 10 - 30 Minuten nach der Gabe von extra- zellulärem Kontrastmittel mit der empfohlenen Dosis von 0,1 - 0,2 mmol/kg Körpergewicht erhoben [137]. Das Kontrastmittel führt zu einer kürzeren T1 Relaxations- zeit. Diese Verkürzung ist vor allem in Gebieten von ak- kumuliertem Kontrastmittel von Bedeutung, wie z.B. bei fibrotischen Arealen oder bei diffuser Fibrose [70, 132]. 1.4.5 T2 Mapping Bei den T2 Mapping Karten werden analog zu den T1 Mapping Karten jedem Voxel eine bestimmte T2 Rela- 16 1 Einleitung xationszeit zugeordnet [85, 100, 137]. Technisch wer- den die Bilder meist mittels steady state free precision (SSFP) Sequenzen aufgenommen [100, 132, 137]. Die T2 Relaxationszeit beschreibt die transversale Relaxie- rung [85, 100, 137]. Die gemessenen Werte sind ge- websspezifisch und verlängern sich bei erhöhtem Was- seranteil. Dies hat zur Folge, dass zwischen normal und pathologisch verändertem Gewebe unterschieden wer- den kann. Vor allem können myokardiale Ödeme, wie sie beim Herzinfarkt, Myokarditis, Taku-Tsubo Kardio- myopathie, Sarkoidose und Transplantationsabstoßung vorkommen [85, 100, 132]. Es ist zu erwähnen, dass man mittels T2 Mapping Inflammation ausschließen, sowie zwischen aktiver und geheilter Myokarditis un- terscheiden kann [52, 123, 132]. 1.5 Extrazelluläre Volumen 1.5.1 Grundlagen Werden nach dem nativen T1 Mapping dieselben Se- quenzen nach einer Kontrastmittelgabe nochmals erho- ben, stellt man eine Verkürzung der T1 Relaxationszei- 17 1 Einleitung ten fest. Diese verkürzten T1 Zeiten sind proportional zu der vorliegenden Kontrastmittelkonzentration. Da das Kontrastmittel nur den extrazellulären Raum einnimmt, erfolgt die Änderung der T1 Relaxationszeiten aus die- sem Kompartiment. Durch die anatomischen Gegeben- heiten kann man diesen in den intravaskulären und in- terstitiellen Raum unterteilen. Durch die Annahme, dass die pathologischen Veränderungen vor allem im intersti- tiellen Raum vorkommen und den intravaskulären Raum deutlich überwiegen, beschreibt das ECV diesen als Vo- lumenanteil. Mathematisch lässt sich dieser Sachverhalt wie folgt beschreiben [70, 132, 164, 201]. ECV = (1 −Hkt) · λ (1.1) ∆R − · MyokardECV = (1 Hkt) (1.2) ∆RBlut ∆ 1T1 ECV = (1 −Hkt) · Myokard (1.3) ∆ 1T1Blut 1 − 1 − · T1Myokard,Kontrastmittel T1ECV = (1 Hkt) Myokard,nativ1 1 T1 −Blut,Kontrastmittel T1Blut,nativ (1.4) Wie die genannte mathematische Formel verdeutlicht, 18 1 Einleitung ist das ECV von den T1 Relaxationszeiten nativ und nach Kontrastmittelgabe abhängig. Eine weitere wich- tige Komponente stellt der Hämatokrit dar. Aufgrund dessen, ist ein zum Untersuchungszeitpunkt aktueller Hämatokritwert notwendig, der in Anbetracht der Va- riablität tagesaktuell sein sollte. Die T1 Relaxationszeiten nach Kontrastmittelgabe sind variabler und abhängig von der Kontrastmitteldo- sis, der Zeitspanne und der Nierenfunktion. Das ECV zeigt sich bezogen auf die verschiedenen Feldstärken und Akquisitionstechniken im Vergleich zu nativer und kontrastmittelgestützter T1 Zeit herstellerunabhängig reproduzierbarer [70]. Das physiologische ECV liegt bei ca. 25,3 ± 3,5 % [180]. 1.5.2 Gewebscharakteristik Beim Vergleich vom gemessenen ECV zum histologisch bestimmten Volumenanteil des Kollagens zeigte sich in Tiermodellen eine starke Korrelation. Die native T1 Re- laxationswerte zeigten keinen, während die post-Kontrast- mittel Zeiten einen schwachen inversen Zusammenhang aufzeigten. So stellt das ECV einen effektiven Parameter 19 1 Einleitung für die Bestimmung der diffusen myokardialen Fibrose dar [198, 225, 226]. Darüber hinaus konnte festgestellt werden, dass die ECV Messung eine Reduktion der kar- dialen Fibrosebildung unter pharmakologischer Therapie mittels Angiotensin Rezeptor Blocker detektieren kann. Damit könnte es eine Rolle in der Überwachung des kardialen Remodeling einnehmen [198]. Bei Untersuchungen an Patientengruppen unterschied- licher kardialer Erkrankungen konnten die Beobachtun- gen bestätigt werden. Native T1 Relaxationszeiten zei- gen keine Korrelation und die post-Kontrastmittelmessung einen schwachen bis mittleren inversen Zusammenhang [38, 82, 83, 168, 190, 192]. Das ECV hingegen zeig- te eine starke Übereinstimmung mit dem histologischen Goldstandard [38, 53, 84, 91, 168, 192]. Diese Über- einstimmung ist auch deutlich nach isolierter Betrach- tung der einzelnen kardialen Segmenten nachzuweisen [34]. Weiterhin detektiert das ECV in frühen Erkrankungs- stadien die vorhandene diffuse Fibrose und kann diese von späteren Stadien unterscheiden [192]. Darüber hin- aus stellt es einen unabhängigen Prädiktor für ein event- 20 1 Einleitung freies Überleben dar [91]. 1.6 Erkrankungen Die Definition von Kardiomyopathien veränderte sich seit der Erstbeschreibung 1957 stetig. Ursprünglich wur- de unter Kardiomyopathien eine ungewöhnliche, nicht koronare Herzmuskel-erkrankung verstanden [6]. Im wei- teren Verlauf wurde die Definition auf Herzmuskeler- krankungen unbekannter Ursache mit der Klassifikati- on in dilatiert, hypertrophiert und restriktiv beschränkt [62]. 1996 beschrieb die Weltgesundheitsorganisation (WHO) Kardiomyopathien als Herzmuskelerkrankungen mit assoziierter myokardialen Dysfunktion. Zusätzliche Kategorien bildeten die Arrythmogene rechtsventrikuläre Kardiomyopathie (ARVC) und die nichtklassifizierte Kar- diomyopathien [172]. In der aktuellen Beschreibung von 2006 definiert die American Heart Association (AHA) Kardiomyopathien als heterogene Gruppe von Herzmuskelerkrankungen, die mit mechanischer und/oder elektrischer Dysfunktion einhergeht. Üblicherweise existiert dabei eine unange- messene Hypertrophie oder Dilatation zahlreicher Ursa- 21 1 Einleitung chen, wobei die meisten genetischer Natur sind. Kardio- myopathien beschränken sich dabei auf das Herz oder sind Teil einer Multisystem-erkrankung. Zudem führen sie oft zum kardiovaskulären Tod oder fortschreitender Herzinsuffizienz bedingten Einschränkungen [129]. Die Klassifikation der AHA beschreibt primäre Kardiomy- opathien, die vor allem auf das Herz beschränkte Er- krankungen summiert. Weiter können diese in geneti- sche, erworbene und gemischte Formen eingeteilt wer- den. Dem gegenüber stehen die sekundäre Kardiomy- opathien, die im Rahmen einer Multisystemerkrankung auftreten [129]. Die aktuell gültige Definition von der European So- ciety of Cardiology (ESC), die 2008 herausgegeben wur- de, beschreibt Kardiomyopathien als kardiale Funkti- onsstörung, die auf strukturelle oder funktionelle Fehl- funktionen unter Abwesenheit einer Hypertonie, Koro- nare Herzkrankheit (KHK), Klappenerkrankungen oder angeborenen Herzfehlern basiert. Gruppiert werden dila- tative, hypertrophe, restriktive, arrhythmogene rechts- ventrikuläre oder nichtklassifizierte Formen. In jeder Grup- pe kann zwischen familiärer (genetischer) und nicht fa- 22 1 Einleitung Abbildung 1.1: Klassifikation der Kardiomyopathien nach der AHA (mit freundlicher Genehmigung und modifiziert nach [129]) HCM, Hypertrophe Kardiomyopathie; ARVC, Arrythmogene rechtsventrikuläre Kardiomyopathie; NCCM, Non-Compaction Kardiomyopathie; LQTS, Long QT-Syndrom; SQTS, Short QT-Syndrom; CPVT, Katecholaminerge polymorphe ventrikuläre Tachykardie; SCD, Plötzlicher Herztod; DCM, Dilatative Kardiomyopathie; RCM, Restriktive Kardioymopathie 23 1 Einleitung miliärer (nicht genetischer) Form unterschieden werden [45]. Abbildung 1.2: Klassifikation der Kardiomyopathien nach der ESC (mit freundlicher Genehmigung und modifiziert nach [45]) HCM, Hypertrophe Kardiomyopathie; DCM, Dilatative Kardiomyopathie; ARVC, Arrythmogene rechtsventrikuläre Kardiomyopathie; RCM, Restriktive Kardioymopathie Die aktuellen Einteilungen der WHO erschien 2008. Hier wurde ein Phänotyp-Genotyp basierendes Nomen- klatur System mit folgenden Kriterien eingeführt: Mor- phofunktionalität, Organsystembeteiligung, genetisches Vererbungsmuster, Ätiologie und Stadium (MOGES). Mit diesem System kann jede Erkrankung mit einem Buchstabencode beschrieben werden [5, 6]. 24 1 Einleitung Abbildung 1.3: Klassifikationssystem MOGES der Kardiomyopathien nach der WHO (mit freundlicher Genehmigung) [6] MOGES, Morphofunktionalität, Organsystembeteiligung, genetisches Vererbungsmuster, Ätiologie und Stadium 25 1 Einleitung 1.6.1 Ischämische Kardiomyopathie Die Ischämische Kardiomyopathie (ICM) wurde anfangs als Ungleichgewicht zwischen Sauerstoffangebot und - bedarf, welcher in Myozytenverlust, Fibrosebildung und Herzinsuffizienz führte, beschrieben [2]. Andere Defini- tionen beruhen auf einer schwer eingeschränkten links- ventrikuläre Ejektionsfraktion (LV-EF) bei vorliegender schwerer KHK [2, 208]. Die aktuell weit verbreitete De- finition sieht ein klinisches Beschwerdebild einer Herzin- suffizienz mit eingeschränkter LV-EF vor. Weiterhin liegt eines der folgenden drei Kriterien vor: Erstens ein zurück- liegender Herzinfarkt oder eine Revaskularisationsthera- pie (perkutane Koronarintervention (PCI) oder Bypass). Zweitens eine Stenose des Hauptstammes oder des Ra- mus interventricularis anterior (RIVA) über 75 %. Drit- tens jeweils eine über 75 % Stenose von mindestens zwei Koronararterien [2, 48]. Late Gadolinium Enhancement Der akute und der chronische Myokardinfarkt stellen sich in den LGE-Sequenzen unterschiedlich dar. Während des akuten Myokardinfarkts kommt es zu einer Zell- 26 1 Einleitung membranschädigung, sodass sich das extrazelluläre Kon- trastmittel im pathologischen Zellverband auch intrazel- lulär anreichern kann. Dazu kommt, dass in den infakt- zierten Arealen eine verlängerte Auswaschkinetik ( wash- ” out“) des Kontrastmittel zu einem LGE führt. Dieses ist zum nekrotischen Gewebe fast deckungsgleich. Zur Pa- thophysiologie passend, beginnt die Ischämie und damit die Nekrose subendokardial und schreitet mit steigen- der Okklusionszeit nach transmural fort. Dieser Wa- ” vefront“ Expansion wirken Kollateralen entgegen [118, 170, 188]. Weiterhin lässt sich das LGE einem Perfusi- onsbereich der Koronararterien zuordnen [76]. Zudem zeigen sich im MRT mikrovaskuläre Obstruk- tionen als hypointense Areale im LGE. Dieser Befund geht mit einer schlechteren Prognose einher [149, 219]. Während des chronischen Stadiums ist das extrazel- luläre Volumen durch den narbigen Umbau ( replace- ” ment fibrosis“) vergrößert, was zu einer Anreicherung des Kontrastmittels führt [90, 101, 102, 127, 169, 188]. Die Sensitivität eine akute oder chronische ICM zu de- tektieren, liegt bei über 90 % [104]. Weiterhin besteht eine inverse Korrelation zwischen 27 1 Einleitung der Transmuralität des LGE und der Verbesserung der Kontraktilität nach der Revaskulationstherapie [12, 103, 187]. Des Weiteren wird die LV-EF nach Therapie am besten durch das Infarktvolumen vorhergesagt [207]. Die Anfälligkeit für ventrikuläre Tachyarrhythmien kann mittels LGE vorhergesagt werden [13, 40, 72, 184]. Da- bei scheint das LGE ein besserer Prädiktor als die LV-EF zu sein [13]. Kombiniert man diese beiden Größen fällt auf, dass die Aussagekraft des LGEs bei einer kleinerer LV-EF höher ist [40]. Weiterhin ist festzuhalten, dass fo- kal nachgewiesene Narben mit einer schlechteren The- rapieerfolg mittels kardiale Resynchronisationstherapie (CRT) einhergeht [30]. Darüber hinaus bleibt festzuhalten, dass ein LGE mit einem höheren Risiko einer schwere kardiale Komplika- tion (MACE) und erhöhter Mortalität einhergeht [113, 221]. T1 Mapping und ECV Bei einem Patienten mit einem akuten Myokardinfarkt erkennt man diesen im T1 Mapping durch die Ödembildung. Dies gilt für ST-Hebungsinfarkt (STEMI) und nicht ST- 28 1 Einleitung Hebungsinfarkt (NSTEMI) [70, 164, 201]. Weiterhin kann die Periinfarktzone identifiziert werden. Hier sind die T1 Zeiten durch die Zerstörung der Kardiomyozy- tenmembranen besonders hoch. Der Infarktkern zeigt geringere Relaxationszeiten auf. Bei einem eingeblute- ten Infarkt kann die T1 Zeit aufgrund des eisenhaltigen Blutes auch vermindert sein [70, 132, 171]. Ein schlechteres klinisches Outcome zeigen Patienten mit niedrigeren T1 Werten im Infarktkern im Vergleich zur Periinfarktzone. Dies entspricht der mikrovaskulären Obstruktion im LGE [26]. Weiterhin ist ein erhöhtes ECV im normal erscheinen- den Myokard ein unabhängiger Prädiktor für die Sterb- lichkeit, MACE und die systolische Dysfunktion [164, 171]. Im chronischen Stadium des Myokardinfarktes mit fi- brinösem Umbau ( Remodeling“) sind die T1 Zeiten” erhöht, jedoch nicht so ausgeprägt wie im akuten In- farkt [70, 164, 206]. 29 1 Einleitung 1.6.2 Dilatative Kardiomyopathie Die DCM wird von der ESC und der AHA als linksven- trikuläre Dilatation und globaler systolischer Dysfunk- tion bei regelrechten Füllungsbedingungen, die nicht durch eine KHK zu erklären sind, gekennzeichnet. Eine rechtsventrikuläre Dilatation und systolischer Dysfunk- tion kann vorliegen, ist jedoch für die Diagnosestellung nicht obligat [21, 22, 44, 45, 159]. Zur Diagnosefindung wird neben der Anamnese und körperlichen Untersuchung technische Hilfsmittel einge- setzt. Im Elektrokardiografie (EKG) kann sich ein Nor- malbefund oder verschiedene Pathologien, wie z.B. Er- regungsrückbildungsstörungen, AV- oder Faszikelblöcke, sowie supraventrikuläre oder ventrikuläre Tachykardien präsentieren [44]. Echokardiografisch werden die links- ventrikuläre Dilatation und die systolische Dysfunktion nachgewiesen. Weiterhin kann eine Strain Analyse er- folgen. Diese ist auch MRT gestützt möglich. Weiter- hin ist hier der Nachweis von LGEs sowie das Mapping möglich. Außerdem kann mittels Endomyokardbiopsie die Ätiologie ermittelt werden [8, 21, 44, 135, 159]. Pathohistologisch präsentiert sich eine Ausdünnung 30 1 Einleitung der Wand, sowie eine vor allem mitventrikuläre inters- titielle Fibrose. Zudem sind hypertrophierte und atro- phierte Kardiomyozyten zu erkennen [86]. Weiterhin zeigt sich eine erhöhte T-Zell Anzahl und eine Überexprimierung von dem endothelial und intestitiell vorkommenden Haupthi- stokompatibilitätskomplex (MHC) [44]. Die Mortalität von Patienten mit idiopathischer DCM ist verglichen mit ICM Patienten geringer [21]. Late Gadolinium Enhancement Die DCM ist durch eine links- oder biventrikuläre Di- latation und systolischem Funktionsverlust bei regel- rechten Füllungsbedingungen gekennzeichnet. Die zur Grunde liegende Genese ist vielfältig (genetisch, me- dikamentös, toxikologisch, endokrinologisch, infektiolo- gisch, autoimmun, peripartal). Nichts desto trotz bleibt die Pathogenese häufig unklar [45, 135, 159, 172]. Ein pathognomonisches Korrelat existiert nicht. Häufig zeigt sich im fortgeschrittenen Krankheitsverlauf ein strei- figes, dem muskelverlauf folgendes intramurales LGE ( midwall sign“). Gehäuft kommt dies im Septum vor, ” kann jedoch in jeder Lokalisation auftreten. Dieses lässt 31 1 Einleitung sich nicht auf ein Gefäßterritorium zurückführen und kommt häufiger bei bestehender linksventrikulären Dys- funktion und durchlebter Myokarditis vor. Teilweise tritt auch ein fleckiges intramurales oder kein LGE auf [76, 127, 133, 210]. Das LGE lässt sich histologisch auf einen fibrinösen Umbau ( replacement fibrosis“) zurückführen ” [174]. Ein zeitgleich vorhandenes subendokardiales LGE deutet auf eine zusätzliche ischämische Genese hin [133, 196]. Bei vorhandenem LGE zeigt sich im Verlauf eine Ver- größerung des LGEs und eine Abnahme der LV-EF. Pa- tienten ohne LGE entwickelten dies nicht und zeigen häufiger ein Reverse-Remodeling im Follow-up [130]. Weiterhin zeigen Patienten mit LGE Nachweis häufiger Rhythmusstörungen. Zudem stimmten die Narbengröße beim MRT und Mapping überein, sodass der MRT Be- fund in der Planung der Ablation eine Rolle spielen kann [19]. Darüber hinaus stellt das LGE ein Prädiktor für den plötzlichen Herztod und ventrikuläre Tachykardien [7, 71, 146]. Darüber hinaus haben Patienten mit einem LGE eine erhöhte nicht kardiale und kardiovaskuläre Mortalität, 32 1 Einleitung sowie vermehrt Krankenhausaufenthalte [68, 115]. T1 Mapping und ECV Die nativen T1 Zeiten sind in fortgeschrittenen Krank- heitsstadien verlängert und korrelieren invers mit der Wanddicke und der LV-EF [36, 70, 79, 161]. Es scheint, als könnte das ECV frühe Stadien der DCM erkennen. Zudem korreliert das ECV mit dem Kollagenanteil in der Biopsie [36, 192]. 1.6.3 Hypertrophe Kardiomyopathie Eine HCM liegt bei hypertrophierter Wanddicke vor, die nicht allein durch pathologische Füllungsdrücke er- klärbar sind. Diese Definition gilt gleichermaßen für Kin- der und trifft keine Aussage zur Ätiologie [22, 43, 45, 58]. Die Wanddicke liegt typischerweise über 15 mm oder über 2 Standardabweichungen über dem alterskor- rigierten Normwert [43, 58, 129]. In 60 % der an HCM erkrankten Erwachsenen ist diese autosomal-dominant mit Mutationen in kardia- len Sarkomerprotein-Genen vererbt. Weitere 5 - 10 % haben andere genetische Störungen. Weiterhin treten 33 1 Einleitung auch nicht genetische Fälle (z.B. metabolisch, medi- kamentös, endokrinologisch, neuromuskulär, infiltrativ und toxisch) auf [43]. Pathophysiologisch führen die Mutationen zu einer Überaktivierung der Kardiomyozyten. Diese macht sich als Hyperkontraktilität und erhöhtem Energiebedarf be- merkbar. Stimulationen von Signalkaskaden sowie Ver- änderungen im Calcium-(II)-Ion (Ca2+) Haushalt führen zu einer verminderten myokardialen Relaxation und der myozytalen Hypertrophie. Zudem wird dadurch die Ge- websarchitektur durch eine Gefügedilatation und myo- kardialer Fibrose verändert. Diese Veränderungen treten häufig am Septum auf [172, 211]. Klinisch imponiert häufig eine linksventrikulärer Ausflusstrakt (LVOT) Ob- struktion (Hypertroph-obstruktive Kardiomyopathie (HOCM)), diastolische Dysfunktion, myokardiale Ischämie, auto- nome Dysregulation und Mitralinsuffizienz [58]. Diagnostisch kann sich im EKG neben einer linksven- trikulären Hypertrophie, Erregungs-rückbildungsstörungen und supraventrikulären Arrhythmien ein Normalbefund präsentieren. In der Echokardiografie zeigt sich eine links- ventrikuläre hypertrophe Wanddicke meist über 15 mm 34 1 Einleitung in einem Segment. Weiterhin kann eine LVOT Obstruk- tion, diastolische Dysfunktion, links-atriale Vergrößerung und Mitralinsuffizienz gehäuft auftreten. Die diagnos- tische Bildgebung kann auch über die kardiale MRT durchgeführt werden, die zudem die kardiale Fibrose über LGE nachweisen kann. Weiterhin kann eine endo- myokardiale Biopsie durchgeführt werden. Bei familiärer Häufung ist an eine genetische Diagnostik zu denken [43, 58, 160]. Als Komplikationen können Arrhythmien und der plötzliche Herztod auftreten, weshalb bei fortgeschritteneren Sta- dien ein implantierbarer Kardioverter Defibrillator (ICD) zu erwägen ist. Dabei ist zu erwähnen, dass sich die ESC und AHA in ihrem Empfehlungen unterscheiden [43, 58, 172]. Mit Hilfe eines prognostischen Index kann die Wahr- scheinlichkeit für den plötzlichen Herztod in den nächsten 5 Jahre errechnet werden. Variablen für den Score ist die maximale Wanddicke, der linksatriale Diameter, der ma- ximale Druckgradient im LVOT, die Familienanamnese bezüglich des plötzlichen Herztodes, nicht anhaltende ventrikuläre Tachykardie, unerklärte Synkopen und das 35 1 Einleitung Patientenalter [43, 151]. Late Gadolinium Enhancement HCM Patienten weisen ein (multi-)fokales, unregelmäßiges, intramurales LGE im Bereich der hypertrophierten Wan- dabschnitte auf. Diese entsprechen nicht den koronar- arteriellen Versorgungsgebieten. Meistens ist das LGE an den Insertionsstellen des rechten Ventrikels am Sep- tum und an dessen freier Wand lokalisiert [32, 127, 143, 179, 216]. Seltener kann das LGE apikal auftreten [220]. Histologisch wurde gezeigt, dass das LGE an kollagen- reichen Stellen auftritt [142]. Bei steigender Wanddicke ist das Auftreten eines LGE gehäuft. Weiterhin ist die Kontraktilität und der Blut- fluss mit steigender Wanddicke reduziert [18, 32, 156]. Im Follow-up zeigen Patienten mit bestehendem LGE eine Progression der Erkrankung, vor allem der septale und gemischt-diffuse Typ [31, 143]. Bei Patienten mit nachgewiesenem LGE treten häufiger Herzrhythmusstörungen, wie ventrikuläre Tachykardien auf [1, 153]. Weiterhin ist das eventfreie Überleben be- einträchtigt [150]. 36 1 Einleitung T1 Mapping und ECV Das ECV ist bei Patienten mit HCM erhöht. Diese Erhöhung ist bereits vor der linksventrikulären Hypertrophie bei Genmutationsträgern nachweisbar [74, 75]. Weiterhin korreliert das ECV mit den linksventrikulären Füllungs- drücken, was einen mechanischen Zusammenhang zwi- schen der diffusen Fibrose und der Funktion vermuten lässt [42]. Die verlängerten nativen T1 Werte zeigen eine sehr hohe Sensitivität und Spezifität [74, 161] und kor- relieren mit dem Schweregrad der Erkrankung bzw. der Wanddicke [36]. Das ECV kann zur zeitweise schwieri- gen Differenzierung zwischen HCM und eines Sportler- herzens beitragen, da es in diesen Fällen in den hyper- trophen Wandabschnitten verringert ist [134, 199]. 1.6.4 Myokarditis Myokarditis ist eine akute oder chronische inflamma- torische Erkrankung des Myokards, welche mit histolo- gischen, immunologischen oder immunhistochemischen Kriterien diagnostiziert wird. Bei zeitgleicher kardialen Dysfunktion, kann man von einer inflammatorischen Kar- diomyopathie sprechen [25, 129, 172]. 37 1 Einleitung Für eine Myokarditis kommen viele Ursachen in Fra- ge. Als erstes sind Infektionen mit Viren und Bakterien zu nennen. Weiterhin können Protozoen, Parasiten und Pilze ein Auslöser sein. Nicht infektiologische Ursachen sind immunologischer und toxischer Herkunft [25, 66, 112]. Pathophysiologisch kann die Myokarditis in drei Pha- sen unterteilt werden. In der ersten, akuten Phase infil- triert das infektiöse Material die Kardiomyozyten. Dies führt zum Zelltod und zur Aktivierung des Immunsys- tems. Da diese Phase typischerweise kurz ist, läuft die- se unbemerkt ab. In der zweiten, subakuten Phase kann das Immunsystem die Erreger neutralisieren und es kann zur Ausheilung der Myokarditis kommen. Gelingt dies in dieser Phase nicht, entsteht weiterer Nekroseschaden mit Fibrosebildung und Remodeling. Die Myokarditis geht in die dritte, chronische Phase über. Weiteres Re- modeling und Modifikation der Kardiomyozytenstruktur und -funktion tritt ein. Dadurch ist ein Übergang in ei- ne DCM mit systolischer und diastolischer Dysfunktion möglich [25, 181]. Diagnostisch zeigen sich erhöhte inflammatorische und 38 1 Einleitung kardiale Biomarker [66, 80, 109, 112, 181]. Weiterhin kann sich im EKG typischerweise diffuse konkave ST- Hebungen ohne gegenüberliegende Senkungen zeigen. Weiterhin ist das Auftreten eines AV-Blocks, QRS-Ver- breiterungen und Arrhythmien möglich [25, 66, 80, 109, 112, 181]. Echokardiografisch können sich regionale Wand- bewegungsstörungen, die nicht zur Verteilung der Ko- ronararterien passen, zeigen. Weiterhin ist durch die ödematöse Schwellung der Kardiomyozyten eine Wand- verdickung messbar. Zudem kann sich eine linksventri- kuläre und rechtsventrikuläre Dysfunktion zeigen. Auch auf einen Perikarderguss ist zu achten [25, 66, 80, 109, 181]. Bei stabilen Patienten kann mit der kardialen MRT Diagnostik zudem das Ödem, die Fibrose und das LGE nachgewiesen werden [25, 66, 109, 205]. Dies erfolgt nach den Lake Louis Kriterien [57]. Weitere diagnosti- sche Optionen bietet die Computertomografie (CT) so- wie Nuklearbildgebungen. Weiterhin ist eine Endomyo- kardbiopsie zu erwähnen, mit welcher man vor allem unklare Fälle detektieren kann [25, 66, 80, 109, 205]. Hierbei sollte man sich nicht nur auf die histopathologi- schen Dallas Kriterien verlassen, sondern auch eine Im- 39 1 Einleitung munhistochemie und Virusgenomanalysen durchführen [25, 80, 205]. Die Prognose ist abhängig von der Ätiologie, klini- schem Erscheinungsbild und dem Schweregrad der Er- krankung. Die Hälfte der Fälle heilt in 2 - 4 Wochen aus. Ein Viertel haben dauerhafte kardiale Dysfunktio- nen und ca. 12 - 25 % verschlechtern sich akut, ster- ben oder entwickeln eine DCM, welche transplantati- onsbedürftig ist [25, 66, 112]. Unabhängige Faktoren für eine schlechte Prognose sind links- und rechtsven- trikuläre Funktion, Viruspersistenz, chronische Inflam- mation und kardiodepressive Antikörper [112]. Late Gadolinium Enhancement Patienten mit Myokarditis zeigen meist ein LGE, das den Fokus der Entzündung anzeigt. Dieser ist bei einer Infektion mit Parvovirus B19 meist epikardial an der la- teralen Wand des linken Ventrikels [128]. Bei Infektio- nen mit dem humanen Herpesvirus 6 oder bei Mischin- fektionen liegt meist, wie bei Patienten mit DCM, ein septales intramurales LGE vor. Die Intensität ist im Ver- gleich zu normalem Muskelgewebe erhöht, jedoch meist 40 1 Einleitung niedriger im Vergleich zu einer ischämischen Narbe, da die Zellmembran- und Nekroseschäden meist niedriger sind [37, 56, 126, 128]. In der Heilungsphase verkleinert sich das LGE. Dieses kann verschwinden, jedoch bleibt teilweise eine Narbe zurück [126]. Bei größerem LGE ist die LV-EF kleiner [126]. Je mehr im Verlauf das LGE abnimmt, desto mehr ver- bessert sich die LV-EF [126]. Das LGE stellt einen Prädiktor für das histopathologi- sche überprüfte linksventrikuläre Remodeling dar [224]. Prognostisch stellt das Vorhandensein des LGEs einen besseren Prädiktor für die allgemeine und kardiovas- kuläre Mortalität als das LV-EF oder linksventrikuläres enddiastolisches Volumen (LV-EDV) dar [67, 93]. Darüber hinaus besteht ein Zusammenhang zur MACE [63]. Die schlechteste Prognose haben Patienten mit einem an- teroseptalen oder septalen intramuralen LGE [4, 63]. Weiterhin ist festzuhalten, dass die Parvovirus B19 mit dem subepikardialen LGE einen besseren klinischen Verlauf im Sinne einer Verbesserung der LV-EF und Hei- lung zeigt [128]. 41 1 Einleitung T1 Mapping und ECV Beim nativen T1 Mapping sind häufig die T1 Relaxa- tionszeiten bei Myokarditis erhöht. Die Sensitivität ist höher bei akuter im Vergleich zur ausheilenden Myo- kaditis. Weiterhin zeigt sich im Verlauf ein Rückgang der erhöhten T1 Werte [50, 51, 73]. Die Ursache für die elevierten T1 Zeiten ist vermutlich das inflammato- rische Ödem [201]. Das ECV zeigt eine bessere diagno- stische Richtigkeit als die in den Lake Louis Kriterien erwähnte Early Gadolinium Enhancement (EGE) und LGE. Weiterhin ist die Kombination aus LGE und der ECV Erhöhung diagnostisch den Lake Louis Kriterien überlegen [50, 122, 123, 145, 165]. Bei Patienten mit chronischer Myokarditis ist das T2 dem T1 Mapping und der ECV Bestimmung diagnostisch überlegen [123]. 1.6.5 Sarkoidose Die Sarkoidose ist eine inflammatorische granulomatöse Systemerkrankung. Die Granulome sind kompakt mit zentralen Ansammlungen von Makrophagen und Epi- theloidzellen formiert. Die häufigste Lokalisation ist in der Lunge und in Lymphknoten [17, 193, 194]. 42 1 Einleitung Die Ätiologie ist unbekannt, jedoch wird eine immu- nologische Antwort auf einen nicht identifizierten exo- genen Stimulus ausgelöst [17, 193]. Zur Diagnose der kardialen Sarkoidose trägt das EKG bei. Hier sind Faszikelblöcke, Erregungsrückbildungs- störungen, AV-Blöcke und ventrikuläre Arrhythmien möglicherweise detektierbar [16, 193]. Echokardiografisch kann eine ba- sal dominierende septale Ausdünnung auftreten. Sel- tener wird eine linksventrikuläre Hypertrophie, systo- lische und diastolische Dysfunktion, ventrikuläre Aneu- rysmen, Perikarderguss und regionale Wandbewegungs- störungen, die nicht mit der Koronaranatomie deckungs- gleich ist, bemerkt [17, 193, 194]. Im kardialen MRT werden zusätzlich LGEs detektiert [17, 193]. Weiterhin können nuklearmedizinische Bildgebungsverfahren und eine endomyokardiale Biopsie durchgeführt werden [16, 17, 28, 193, 194]. Prognostisch ist eine kardiale Beteiligung der Sarko- idose ein negativer Prädiktor. Der wichtigste Prädiktor für das Überleben ist die Ausmaß der linksventrikulären Dysfunktion [17]. 43 1 Einleitung Late Gadolinium Enhancement Bei Patienten mit Sarkoidose zeigt sich ein fokales intra- myokardiales oder subepikardiales LGE [94, 127, 210]. Subendokardiale oder transmurale LGEs wurden auch berichtet [127, 195]. Vor allem die anteroseptale und inferolaterale Wand sind meistens betroffen [94, 111, 195]. Weiterhin wird ein LGE im Bereich des rechtsven- trikulären Myokard beobachtet [111, 222]. Das MRT zeigt im Vergleich mit anderen Diagnosemethoden die beste Sensitivität, Spezifität und prädiktive Vorhersa- genwerte auf [111, 154]. Patienten mit einem positiven LGE Befund weisen häufiger Herzbeschwerden, EKG Ver-änderungen, ein kürzeres eventfreies Überleben und eine höhere Sterb- lichkeit auf [33, 64, 81, 111, 144, 154]. Eine Steroidtherapie kann die Größe und die Inten- sität eines LGEs verringern [94, 185]. T1 Mapping und ECV Patienten mit Sarkoidose weisen erhöhte native T1, ECV und T2 Werte auf. Zur Unterscheidung zu Gesunden dienen die T1 und T2 Messungen [65, 163, 171]. 44 1 Einleitung 1.6.6 Amyloidose Die Amyloidose ist gekennzeichnet durch die Ablage- rung von fehlgefalteten Proteinen im Interstitium ver- schiedener Organe. Diese führt zu einer Organdysfunkti- on, da die physiologische Gewebearchitektur gestört ist. Bei der kardialen Beteiligung führt dies zu einer restrik- tiven Kardiomyopathie [41, 107, 223]. Obwohl eine Viel- zahl an fehlgefalteten Proteinen bekannt sind, treten bei kardialer Beteiligung unter histologischer Kongo- rotfärbung vor allem zwei Formen auf, die AL-Amyloidose und Amyloidose vom ATTR Typ (ATTR-Amyloidose) [105, 191]. Bei der AL-Amyloidose lagern sich die von Plasmazellen produzierte monoklonale Leichtketten vom κ- oder λ-Typ ab [47, 59]. Bei der ATTR-Amyloidose lagert sich Transthyretin ab, welches in der Leber syn- thetisiert wird [47, 60]. Pathophysiologisch zeigt sich eine Infiltration der sich ablagerten fehlgefalteten Proteine, welche zu einer kar- dialen Dysfunktion führen. Direkte toxische Wirkungen der Leichtketten führt über eine lysosomale Dysfunkti- on zu erhöhten ROS, welche zum Zelltod führen können [47, 191]. 45 1 Einleitung Diagnostisch kann sich im EKG eine Niedervoltage zeigen. Diese steht im Gegensatz zur echokardiografisch sichtbaren linksventrikulären Wandverdickung. Weiter- hin fällt ein verkleinertes linksventrikuläres Cavum bei biatrialer Dilatation auf. Zudem können sich erhöhte rechtsventrikuläre systolische Drücke, atriale Septum- verdickung, Perikarderguss und ein restriktives trans- mitrales Flussprofil präsentieren [41, 131, 191, 223]. Zusätzlich kann im kardialen MRT der Nachweis von LGEs gelingen. Zudem kann eine Gewebecharakterisie- rung mittels Mappingverfahren vorgenommen werden [41, 131, 191]. Außerdem können szintigrafische Metho- den und eine endomyokardiale Biopsie erwogen werden [41, 131, 191, 223]. Prognostisch ist die AL-Amyloidose gegenüber der ATTR-Amyloidose unterlegen. Weiterhin spielen die be- fallene Organe eine wichtige prognostische Rolle [47]. Kurze Dezelerationszeiten und eine erhöhte früh-diastolische Füllung sind starke Prädiktoren für den kardial beding- ten Tod [60]. Als Biomarker spielen die natriuretische Peptide und das Troponin eine Rolle [131, 191, 223]. 46 1 Einleitung Late Gadolinium Enhancement Das LGE, das Patienten mit einer cardialen Amyloidose aufzeigen, ist überwiegend diffus. Meistens ist es glo- bal subendokardial ohne Einhaltung der Gefäßterritorien anzutreffen. Dieses Muster ist vor allem früh nach der Kontrastmittelinjektion durch die rasche Bindung an die Amyloid Proteine darzustellen. Dies führt auch zu einer sehr dunklen Darstellung des Blutes [94, 124, 127, 155, 157, 210]. Die Verteilung des LGEs stimmt mit der his- tologischen Verteilung der Amyloidfibrillen überein [94, 124, 209]. Ein transmurales Auftreten deutet auf eine fortgeschrittene kardiale Amyloidose mit höherer Mor- talität hin [11, 20, 55, 166] und tritt häufiger bei ATTR- Amyloidose als bei der AL-Amyloidose auf [55]. Weiterhin ist das Vorhandensein eines LGEs mit kli- nischen, morphologischen, funktionellen und biochemi- schen Prognosemarkern assoziiert [200]. Zudem ist das LGE mit einer erhöhten Mortalität assoziiert [55, 125, 166]. Es scheint, als wäre das LGE ein besserer Prädiktor als die Biomarker, elektro- und echokardiografischen Pa- rameter [20, 93]. 47 1 Einleitung T1 Mapping und ECV Das ECV vergrößert sich bei den beiden häufigsten Amy- loidoseformen ATTR-Amyloidose und AL-Amyloidose zu sehr hohen Werten (50 %) [9, 23, 141, 180]. Zudem korrelieren ECV und native T1 Werte mit dem LGE, N-terminales Propeptid BNP (NT-proBNP), Troponin T und invers mit der LV-EF. Diese Marker sind dem LGE überlegen und könnten als Verlaufskontrolle die- nen [9, 54, 95, 141, 180]. Das ECV ist am höchsten in den LGE positiven Segmenten [141]. Weiterhin zeigt sich, dass die größere linksventrikuläre Masse bei der AL-Amyloidose auf das Vorhandensein des Amyloids im ECV zurückzuführen ist. Bei der ATTR-Amyloidose zeigt sich zusätzlich zur ECV Vergrößerung eine Myozyten- volumenzunahme von 18 % [54]. 1.6.7 Übersicht Late Gadolinium Enhancement Eine Übersicht über verschiedene LGE Muster bietet Abbildung 1.4 (Seite 49) und Tabelle 1.2 (Seite 50). 48 1 Einleitung Abbildung 1.4: Übersicht über LGE Muster (mit freundlicher Genehmigung und modifiziert nach [127]) DCM, Dilatative Kardiomyopathie; HCM, Hypertrophe Kardiomyopathie 49 1 Einleitung Tabelle 1.2: Übersicht der LGE Muster [76, 152, 153, 188] Die Tabelle zeigt eine Übersicht über die jeweils typischen LGE Muster in Abhängigkeit der jeweiligen kardialen Erkrankung. Erkrankungen Ausdehnung Ausdehnung Wand Regionen Ischämische subendokardial Versorgungsgebiet Kardiomyopa- bis transmural einer thie Koronararterie Dilatative Kar- intramural keine diomyopathie Hypertrophe intramural, hypertrophe Kardiomyopa- subepikardial Regionen, In- thie sertionspunkte Myokarditis subepikardial, variabel, intramural multipel Sarkoidose subepikardial, RV septal, intramural basal anterolateral und anteroseptal 50 1 Einleitung Tabelle 1.2: Übersicht der LGE Muster [76, 152, 153, 188] (Fortsetzung) Erkrankungen Ausdehnung Ausdehnung Wand Regionen Amyloidose subendokardial, global (suben- intramural, dokardial) subepikardial Arrythmogene transmural, RV freie Wand, rechtsventri- subepikardial, RV septal kuläre subendokardial Kardiomyopa- thie Anderson- epikardial, basal Fabry intramural inferolateral Chagas transmural, apikal, basal subepikardial inferolateral Churg-Strauss subendokardial, Septum intramural, subepikardial Lyme intramural basal anteroseptal Endomyokardiale subendokardial keine Fibrose 51 1 Einleitung 1.7 Fragestellung und Zielsetzung Es gibt Hinweise, dass der bisher tagesaktuell benötigte Hämatokrit zur Berechnung des ECV nicht mehr benötigt wird [49, 92, 203]. An Stelle dessen scheint es möglich zu sein, dass ein synthetischer Hämatokritwert aus der T1 Relaxationszeit des Blutes errechnet werden kann. Aus diesem ist die Berechnung eines synthetischen ECV möglich. Anschließend wird die Übereinstimmung zwi- schen gemessenem und synthetisch berechnetem ECV geprüft. Stellt sich das ein, könnte im klinischen Alltag auf eine tagesaktuelle Hämatokritbestimmung verzich- tet werden. Dies stellt vor allem für ambulante MRT Untersuchungen einen absoluten Gewinn dar, da der Hämatokrit nicht tagesaktuell vorliegt. Das führt zum bisherigen Standard, dass die Bestimmung des ECVs nicht möglich ist. Dennoch spielt das vom medizini- schen Standpunkt her gesehen eine zentrale Rolle, da dies die Methode zur Bestimmung der diffusen Fibrose darstellt und aktuell keine klinisch relevante Alternati- ven zur Verfügung stehen. Wir möchten an dieser prospektiven, monozentrischen all-comer“ Registerstudie an 1.132 Patienten mit un- ” 52 1 Einleitung terschiedlichen kardialen Erkrankungen zeigen, dass ein valides synthetisches ECV mit Hilfe eines aus den vor- liegenden Bilddaten abgeleiteten Hämatokrits hervorge- hen kann. 1. Berechnung des synthetischen Hämatokritwertes aus der T1 Relaxationszeit des Blutes mit an- schließender Korrelation dessen mit dem gemes- senen Hämatokrit 2. Berechnung des synthetischen ECV aus dem syn- thetischen Hämatokrit mit anschließender Korre- lation dessen mit dem gemessenen ECV a) Subgruppenanalyse anhand der kardialen Haupt- diagnose 3. Dichotome Zuordnung zu normwertigem und pa- thologisch verändertem ECV anhand des synthe- tischen ECVs im Vergleich zum gemessenen ECV 4. Berechnung von Sensitivität und Spezifität auf- grund dieser dichotomen Zuordnung 53 2 Methoden 2.1 Patientenkollektiv 2.1.1 Einschluss- und Ausschlusskriterien In der Kerckhoff-Klinik Bad Nauheim werden jährlich ca. 2.500 kardiale MRT-Untersuchungen unterschied- lichster Indikation durchgeführt. Alle Patienten, die nach erfolgter Aufklärung bereit sind, freiwillig eine zusätzliche Blutprobe abzugeben und einer umfassenden Datener- hebung zum Zeitpunkt der MRT Studie und im Jahres- Follow-Up teilzunehmen, werden nach schriftlich erteil- tem Einverständnis in das BioCVI Register eingeschlos- sen. Dieses Register ist als longitudinale Beobachtungs- studie mit Outcome Follow-Up angelegt. Ausschlusskriterien waren Kontraindikationen für ei- ne Kardio-MRT, wie ferromagnetische Fremdstoffe, Schwan- 2 Methoden gerschaft und eine bekannte Allergie gegen Gadolinium. Weiterhin konnten unvollständige Datensätze, die durch den Abbruch der Untersuchung zustande kamen, nicht ausgewertet werden. Die gewonnenen und ausgewerteten Daten der Stu- dienteilnehmer wurden in der Research electronic data capture (REDCap)-Datenbank (https://projectredcap.org) organisiert und gespeichert. 2.2 Fragebogen Zur strukturierten Patientenerfassung wurde ein stan- dardisierter Fragebogen erstellt. Hierbei wurden die Ba- sisdaten der Identifikation, sowie die Größe und das Ge- wicht erhoben. Weiterhin wurden die kardiovaskulären Risikofaktoren, Diagnosen und Interventionen abgefragt. Relevante Nebendiagnosen, sowie der aktuelle kardiolo- gisch fokussierte körperliche Untersuchungsbefund wur- de dokumentiert. Es erfolgte die Erhebung der Medikati- on und der durchgeführten Untersuchungen der letzten vier Wochen. Im nächsten Abschnitt wurde die subjektiven Sym- ptome der letzten vier Wochen aufgenommen und in 55 2 Methoden den gängigen Klassifikationssystemen kategorisiert. Zu- dem wurde die Einschränkung auf den Alltag des Pati- enten als Maß für die Lebensqualität, sowie die Thera- piezufriedenheit erfragt. Zusätzlich wurden die angegebenen Daten anhand von Arztbriefen und -befunden kontrolliert beziehungs- weise ergänzt. 2.3 Blutwerte 2.3.1 Blutentnahme Die Blutentnahme zur Bestimmung des Hämatokrits wurde direkt vor der Untersuchung abgenommen. Zum Studienlabor gehörte zusätzlich zum Hämatokrit das C- reaktives Protein (CRP), Kreatinin, B-Typ natriureti- sches Peptid (BNP), NT-proBNP und das hochsensitive cardiale Troponin T (hs-cTnT). 56 2 Methoden 2.4 Gewinnung der MRT Daten 2.4.1 Protokolle Alle Untersuchungen wurden mit einem 3,0 Tesla Sie- mens Magnetom Skyra (Siemens Healthineers, Erlan- gen, Deutschland) mit einer 18 Kanal phasengesteuer- ten Oberflächenspule durchgeführt. Der Patient wurde kopfvoran und auf dem Rücken liegend auf der Liege- fläche positioniert. Die Untersuchungen enthielten SS- FP-cine, native T1, post Kontrastmittel T1, T2 Map- ping und LGE Sequenzen. Lautete die klinische Frage nach Perfusionsdefiziten wurde zusätzlich ein Perfusi- onstest mittels Adenosin oder alternativ Regadenoson abgehalten. 2.4.2 SSFP Cine Sequenzen Der gesamte Herzzyklus wurde im Zwei-, Drei- und Vierkammerblick sowie in der kurzen Achse mit 13 Schnitt- bildern aufgezeichnet (Abbildung 2.1 auf Seite 58, Ab- bildung 2.2 auf Seite 59, Abbildung 2.3 auf Seite 60 und Abbildung 2.4 auf Seite 60). Durch eine schnelle Schnittbildabfolge der SSFP Gradientenecho Sequenzen 57 2 Methoden derselben Lokalisation, erfolgte eine endexpiratorische, kinematographische Aufzeichnung ( cine“). Durch die ” retrograde Triggerung erfolgte die Aufzeichnung der ge- samten Diastole und Systole. Typische Parameter: Echo- zeit (TE) 1,38 ms, Repetitionszeit (TR) 28,35 ms, Flip- winkel 55◦, Bandbreite 962 Hz/px, Field of view (FOV) 380 mm, Voxelgröße 1,8 x 1,8 x 8,0 mm, Schichtdicke 8 mm, Schnittlücke 0 mm. An diesen Cine Sequenzen erfolgte die Beurteilung der biventrikulären Parametern und der Nachweis von Wandbewegungsstörungen. Zur Lokalisationsbeschrei- bung wurde das von der AHA publizierte 17 Segment Modell (Abbildung 2.5, Seite 61) genutzt [27]. Abbildung 2.1: Vierammerblick mit Schnittführung für die Kurzachsenschnitte 58 2 Methoden Abbildung 2.2: Dreikammerblick 2.4.3 Auswertung Volumetrie Für die volumetrische Auswertung wurde im 3 Kam- merblick und der kurzen Achse die mechanische Sy- stole und Diastole anhand der Klappenbewegung und Ventrikelgröße definiert. Überprüft wurde die jeweili- ge Herzzyklusphase mit dem 2 und 4 Kammerblick. In beiden Phasen wurden das Endokard und das Epi- kard des linken und rechten Ventrikels für alle Schich- ten umfahren. Zum Ventrikellumen wurden die Papil- larmuskeln gezählt, während der LVOT und die Klap- penebenen ausgeschlossen wurden. Daraus konnten die LV-EF, LV-EDV, linksventrikuläres endsystolisches Vo- 59 2 Methoden Abbildung 2.3: Zweiammerblick Abbildung 2.4: Kurzachsenschnitt 60 2 Methoden Abbildung 2.5: 17 Segment Modell nach der AHA (mit freundlicher Genehmigung und modifiziert nach [27]) 61 2 Methoden lumen (LV-ESV) und linksventrikuläres Schlagvolumen (LV-SV) nach dem Simpson Verfahren bestimmt wer- den. Aus diesen Werten konnten die auf die Körperoberfläche bezogene linksventrikulärer enddiastolischer Volumen- index (LV-EDVI), linksventrikulärer endsystolischer Vo- lumenindex (LV-ESVI) und linksventrikulärer Massenin- dex (LV-Massenindex) berechnet werden. Abbildung 2.6: Volumetrie anhand einer midventrikulären Kurzachsenschnitt während der Diastole 2.4.4 Late Gadolinium Enhancement Zur Detektion von LGE wurden Inversion Recovery Gra- dientenecho Sequenzen nach 10 - 15 Minuten nach der 62 2 Methoden Bolusapplikation (0,15 mmol/kg Körpergewicht) des Kon- trastmittels Gadopentetat-Dimeglumin (Gd-DTPA) (Dotarem©R 0,5 mmol/ml, Guerbet GmbH, Sulzbach, Deutschland) durchgeführt. Die Schnitte waren analog der SSFP Cine Sequenzen und die Inversionszeit (TI) wurde so ange- passt, dass das Signal des gesunden Myokards unter- drückt wurde. Das Kontrastmittel wurde mittels Kon- trastmittelpumpe (Medrad©R MRXperion, Bayer Vital GmbH, Leverkusen, Deutschland) durch die liegende Venenverweilkanüle appliziert. Diese lag vor allem in der Vena mediana cubiti und war meist zwischen 18 - 20 Gauge (Durchflussrate 61 - 96 ml/min) groß. Ty- pische Parameter: Echozeit (TE) 1,97 ms, Repetitions- zeit (TR) 750 ms, Flipwinkel 20◦, Bandbreite 289 Hz/px, Field of view (FOV) 370 mm, Voxelgröße 1,3 x 1,3 x 8,0 mm, Schichtdicke 8 mm. 2.4.5 T1 Mapping Für die T1 Mapping Bilder wurde zu unterschiedlichen Inversionszeitpunkten eine definierte Anzahl an Rohbil- dern des basalen, midventrikulären und apikalen linken Ventrikels akquiriert. Die hierfür verwendeten MOLLI 63 2 Methoden Sequenzen lauteten 3(2)3(2)5, sodass insgesamt 11 Bil- der (3 + 3 + 5) mit einer Pause von jeweils 2 Herz- schlägen aufgenommen wurden. Anatomisch wurde je ein basaler, midventrikulärer und apikaler Kurzachsen- schnitt durchgeführt. Dies wurde nativ und nach Ga- be des Kontrastmittels Gadopentetat-Dimeglumin (Gd- DTPA) (Dotarem©R 0,5 mmol/ml, Guerbet GmbH, Sulz- bach, Deutschland) durchgeführt. Weiterhin fand eine motion correction (MOCO) Anwendung. Typische Pa- rameter: Echozeit (TE) 1,14 ms, Repetitionszeit (TR) 367,29 ms, Bandbreite 108 Hz/px, Field of view (FOV) 350 mm, Voxelgröße 1,4 x 1,4 x 8,0 mm, Schichtdicke 8 mm, nichtselektiver Inversionspuls, minimale Inversi- onszeit 260 ms, Inversionszeitzuwachs 30 ms, Flipwinkel 50◦. 2.4.6 Auswertung Mapping Für die Auswertung der Mapping Bilder wurden die mid- ventrikulären Schichten ausgewählt und der Farbkon- trast optimiert. Die ROI für das Myokard wurde über das komplette Septum ohne Einbezug der Insertionsstelle des rechten 64 2 Methoden in den linken Ventrikel gezeichnet. Wichtig war, dass kein Blutanteile in der ROI zu sehen waren. Etwaige Narben wurden ausgespart. Für die nativen T1 Relaxa- tionszeiten wurde nach dem kleinstmöglichen Wert ge- sucht, für die post-Kontrastmittel T1 Relaxationszeiten die größtmöglichen Werte. Die ROI für die Relaxationswerte des Blutes wurde als kreisrunde Struktur im linksventrikulären Cavum einge- zeichnet. Diese durfte keine Papillarmuskelanteile bein- halten. Im nativen Bild wurde nach dem größtmöglichen T1 Relaxationswert gesucht, während im post-Kontrastmittel nach dem niedrigsten Wert Ausschau gehalten wurde. 2.5 Auswertung der MRT Daten 2.5.1 CVI42 Als klinische Auswertungssoftware wurde CVI42 (Circle Cardiovascular Imaging Inc., Calgary, Canada) genutzt. 65 2 Methoden Abbildung 2.7: T1 Mapping beispielhaft am midventrikulären Septum ohne Kontrastmittel 66 2 Methoden 2.6 Statistische Auswertung 2.6.1 Stata Die statistische Auswertung erfolgte mit der Software Stata (StataCorp LLC, College Station, Texas, USA). Die Kohortenzuordnung erfolgte zufällig über random numbers. Hierfür wurden auf dem Zufallsprinzip basie- rend Zahlen zwischen 0 und 1 vergeben. Alle Einträge unter 0,5 wurden der Derviationskohorte, alle restlichen der Validierungskohorte zugeschrieben. Mit der Derviationskohorte wurde die Korrelation zwi- schen R1 Blut und dem Hämatokrit berechnet. Weiter- hin folgte eine lineare Regression zwischen dem gemes- senen Hämatokrit und R1 Blut. Nach bekannter Formel wurde daraus ein synthetischer Hämatokrit berechnet und dieser in der Validationskohorte und dem gesam- ten Datensatz mit dem gemessen Hämatokrit korreliert. Dasselbe wurde für das ECV und das synthetische ECV durchgeführt. Des Weiteren wurde eine Kreuztabelle zwischen pa- thologisch gemessenen ECV und dem pathologischen synthetischen ECV erstellt. Der Grenzwert zwischen norm- 67 2 Methoden wertigen und pathologischem ECV beträgt 32 %. Weiterhin wurden Korrelationen zwischen dem ge- messenen ECV und dem synthetischen ECV nach je- weiliger Hauptdiagnose berechnet. Graphisch wurden Bland-Altman Diagramme erstellt. Verglichen wurde das ECV mit dem synthetischen ECV jeweils für die Validierungskohorte und den gesamten Datensatz. Deskriptiv wurde eine nach Kohorten gruppierte Ta- belle mit den verschiedenen Variablen erstellt. Die Ko- horten wurden bei kategorialen Variablen mittels exak- tem Test nach Fisher und bei kontinuierlichen Variablen mittels t-Test verglichen. 68 3 Ergebnisse 3.1 Patientencharakteristika 3.1.1 Allgemeine Patientencharakteristika Bis September 2019 wurden 1.132 Patienten in die Stu- die eingeschlossen, wovon 367 (32,4 %) weiblich und 765 (67,6 %) männlich waren. Die zufällige Aufteilung in die Derviation- und die Validationskohorte zeigt für das Geschlecht im exaktem Test nach Fisher keinen statistisch signifikanten Unterschied (p = 0,375). Das mittlere Alter betrug 60,9 ± 15,09 Jahre. Der durch- schnittliche Body Mass Index (BMI) war 27,55 ± 5,2 kg/m2. Die Körperoberfläche (BSA) betrug 2,01 ± 0,25 m2. Die drei letztgenannten Variablen zeigten beim t- Test keinen signifikanten Unterschied zwischen beiden Kohorten (Tabelle 3.1, Seite 70). 3 Ergebnisse Tabelle 3.1: Übersicht über allgemeine Patientencharakteristika Variable Total Derviation Validation P- Wert (n = 1.132) (n = 564) (n = 568) Geschlecht männlich 765 374 391 0,375 (67,6%) (66,3%) (68,8%) weiblich 367 190 177 (32,4%) (33,7%) (31,2%) Alter 60,90 ± 61,63 ± 60,18 ± 0,106 15,09 15,24 14,92 Body Mass 27,55 ± 27,51 ± 27,59 ± 0,800 Index 5,20 5,06 5,35 Körperoberfläche2,01 ± 2,01 ± 2,02 ± 0,506 0,25 0,25 0,24 3.1.2 Kardiale Risikofaktoren Die oben genannten kardialen Risikofaktoren wurden er- hoben. So zeigten 19,3 % aller Patienten einen Diabetes mellitus. Eine vorbekannte KHK war häufiger zu finden (43,6 %). In der Gesamtkohorte zeigte sich häufiger ei- 70 3 Ergebnisse ne bekannte Dyslipidämie (49,4 %) und einen positi- ven Raucherstatus (Ex-Raucher 34,6 %, ja: 22,9 %). Einen Myokardinfarkt vor dem Einschlusszeitpunkt wie- sen 22,2 % der Patienten auf. Einen statistisch signi- fikanten Unterschied zwischen der Derviation- und Va- lidierungskohorte im exaktem Test nach Fisher zeigte ausschließlich die Variable Dyslipidämie (p = 0,012). Einen Überblick bietet Tabelle 3.2 (Seite 71). Tabelle 3.2: Übersicht über kardiale Risikofaktoren Variable Total Derviation Validation P- Wert (n = 1.132) (n = 564) (n = 568) Diabetes mellitus ja 218 114 104 0,502 (19,3%) (20,2%) (18,3%) nein 909 447 462 (80.3%) (79,3%) (81,3%) fehlend 5 3 2 (0,5%) (0,6%) (0,4%) arterielle Hypertonie 71 3 Ergebnisse Tabelle 3.2: Übersicht über kardiale Risikofaktoren (Fortsetzung) Variable Total Derviation Validation P- Wert ja 764 391 373 0,162 (67,5%) (69,3%) (65,7%) nein 364 170 194 (32,2%) (30,1%) (34,2%) fehlend 4 3 1 (0,4%) (0,6%) (0,2%) Dyslipidämie ja 559 256 303 0,012 (49,4%) (45,4%) (53,3%) nein 563 302 261 (49,7%) (53,5%) (46,0%) fehlend 10 6 4 (0,9%) (1,2%) (0,4%) Raucher 392 194 198 0,990 Ex-Raucher (34,6%) (34,4%) (34,9%) ja 259 128 131 (22,9%) (22,7%) (23,1%) 72 3 Ergebnisse Tabelle 3.2: Übersicht über kardiale Risikofaktoren (Fortsetzung) Variable Total Derviation Validation P- Wert nein 473 237 236 (41,8%) (42,0%) (41,5%) fehlend 8 5 3 (0,8%) (1,0%) (0,6%) Koronare Herzkrankheit ja 493 242 251 0,366 (43,6%) (42,9%) (44,2%) nein 633 320 313 (55,9%) (56,7%) (55,1%) fehlend 6 2 4 (0,6%) (0,4%) (0,7%) Z.n. Myokardinfarkt ja 251 118 133 0,263 (22,2%) (20,9%) (23,4%) nein 870 441 429 (76,9%) (78,2%) (75,5%) fehlend 11 5 2 (1,0%) (0,9%) (0,4%) 73 3 Ergebnisse 3.1.3 Messungen Der mittlere Hämatokrit betrug 42,32 ± 5,45 % und zeigte im t-Test keinen statistisch signifikanten Unter- schied (p = 0,482) zwischen den beiden Kohorten. Die Verteilung des Kreatinins (0,98 ± 0,64 mg/dl, p = 0,132), des systolischen (126,64 ± 17,77 mmHg, p = 0,967) und diastolischen (75,49 ± 11,71 mmHg, p = 0,301) Blutdruckes zeigt ebenso keine signifikanten Unterschie- de im t-Test (Tabelle 3.3, Seite 74). Tabelle 3.3: Übersicht über Messungen Variable Total Derviation Validation P- Wert (n = 1.132) (n = 564) (n = 568) Hämatokrit 42,34 ± 42,23 ± 42,46 ± 0,482 5,45 5,74 5,15 Kreatinin 0,98 ± 1 ± 0,95 ± 0,132 0,64 0,79 0,43 systolischer 126,64 126,67 126,62 0,967 Blutdruck ± 17,77 ± 17,73 ± 17,81 diastolischer 75,49 ± 75,08 ± 75,89 ± 0,301 Blutdruck 11,71 11,81 11,62 74 3 Ergebnisse 3.1.4 Kardiale Hauptdiagnosen Im statistischen Vergleich der kardialen Hauptdiagno- sen mittels exaktem Test nach Fisher gibt es keine si- gnifikante Unterschiede zwischen der Derviation- und Validierungskohorte (p = 0,460). Die häufigsten kardia- len Hauptdiagnosen war der negative Ischämienachweis (38,6 %), Normalbefund (16,8 %), positive Ischämienachweis (10,5 %) und die ICM (10,5 %) (Tabelle 3.4, Seite 75). Tabelle 3.4: Übersicht der kardialen Hauptdiagnosen Variable Total Derviation Validation P- Wert (n = 1.132) (n = 564) (n = 568) Normalbefund 190 88 102 0,460 (16,8%) (15,6%) (18,0%) Positiver 119 65 54 Ischämie- (10,5%) (11,5%) (9,5%) nachweis Negativer 437 216 221 Ischämie- (38,6%) (38,3%) (38,9%) nachweis 75 3 Ergebnisse Tabelle 3.4: Übersicht der kardialen Hauptdiagnosen (Fortsetzung) Variable Total Derviation Validation P- Wert Ischämische 119 59 60 Kardiomy- (10,5%) (10,5%) (10,6%) opathie Dilatative 88 46 42 Kardiomy- (7,8%) (8,2%) (7,4%) opathie Hypertrophe 13 8 5 Kardiomy- (1,1%) (1,4%) (0,9%) opathie Hypertensive 13 9 4 Kardiomy- (1,1%) (1,6%) (0,7%) opathie Akute 42 12 30 Myokarditis (3,7%) (2,1%) (5,3%) Chronische 17 9 8 Myokarditis (1,5%) (1,6%) (1,4%) Amyloidose 4 2 2 (0,4%) (0,4%) (0,4%) 76 3 Ergebnisse Tabelle 3.4: Übersicht der kardialen Hauptdiagnosen (Fortsetzung) Variable Total Derviation Validation P- Wert Sarkoidose 12 8 4 (1,1%) (1,4%) (0,7%) CTEPHa 11 7 4 (1,0%) (1,2%) (0,7%) Perikarditis 9 4 5 (0,8%) (0,7%) (0,9%) andere 48 27 21 (4,3%) (4,9%) (3,7%) fehlend 10 4 6 (0,9%) (0,7%) (1,1%) a Chronisch thrombembolische pulmonale Hypertonie 3.2 MRT Messungen 3.2.1 Volumetrie Die mittels MRT erhobene Messwerte der LV-EF (52,65 ± 15,83 %, p = 0,187) und des LV-Massenindex (53,56 ± 19,36 g/m2, p = 0,859) zeigten keine statistisch signi- 77 3 Ergebnisse fikanten Unterschiede im t-Test. Dies gilt auch für den LV-ESVI (45,21 ± 32,04 ml/m2, p = 0,032), aber nicht für den LV-EDVI (88,19 ± 32,61 ml/m2, p = 0,011). Ein Überblick bietet Tabelle 3.5 (Seite 78). Tabelle 3.5: Übersicht der MRT Volumetrie Variable Total Derviation Validation P- Wert (n = 1.132) (n = 564) (n = 568) LV-EFa 52,65 ± 53,28 ± 52,02 ± 0,187 15,83 15,44 16,20 LV-EDVIb 88,19 ± 85,63 ± 90,73 ± 0,011 32,61 30,45 34,46 LV-ESVIc 45,21 ± 43,09 ± 47,31 ± 0,032 32,04 29,50 34,27 LV- 53,56 ± 53,45 ± 53,66 ± 0,859 Massenindexd 19,36 18,64 20,06 a linksventrikuläre Ejektionsfraktion b linksventrikulärer enddiastolischer Volumenindex c linksventrikulärer endsystolischer Volumenindex d linksventrikulärer Massenindex 78 3 Ergebnisse 3.2.2 Gewebscharakterisierung Das ECV betrug 26,19 ± 5,6 %. Die Verteilung auf beide Gruppen ist nach dem t-Test gleich (p = 0,409). Ein Überblick bietet Tabelle 3.6 (Seite 79). Tabelle 3.6: Übersicht der MRT Gewebscharakterisierung Variable Total Derviation Validation P- Wert (n = 1.132) (n = 564) (n = 568) T1 nativ 1.777 ± 1.782 ± 1.773 ± 0,270 Blut 137 147 126 T1 nativ 1.146 ± 1.146 ± 1145 ± 0,759 Myokard 68 67 69 T1 post 430 ± 426 ± 434 ± 0,071 KM Blut 65 62 69 T1 post 590 ± 587 ± 594 ± 0,062 KM 62 62 62 Myokard Lambda 0,47 ± 0,47 ± 0,47 ± 0,424 0,10 0,11 0,10 ECVa 26,19 ± 26,33 ± 26,06 ± 0,409 5,60 5,59 5,61 a extrazelluläre Volumen 79 3 Ergebnisse 3.3 Synthetischer Hämatokrit im T1 Mapping 3.3.1 Korrelation zwischen Hämatokrit und der nativen T1 Relaxationszeit des Blutes Die lineare Korrelation zwischen der nativen R1 Rela- xationszeit des Blutes mit dem im Labor gemessenen Hämatokrit der Derviationskohorte zeigt einen schwa- chen Zusammenhang (Korrelationskoeffizient: 0,43, CI 0,36 - 0,49). Das CI nimmt bei steigendem Hämatokrit zu. Die lineare Regression dieser Variablen über die Ge- samtzahl der eingeschlossenen Patienten zeigt Abbil- dung 3.1 (Seite 81). Die Gleichung der Regressionsge- rade ist y = 10,09 + 57149,41x (Derviation) y = 14,346 + 49706,677x. Das Bestimmtheitsmaß der kompletten Patientenkohorte beträgt R2 = 0,1471 (korrigiert R2 = 0,1463). In der Derviationskohorte beträgt R2 = 0,1843 und R2 = 0,1829 (korrigiert). 80 3 Ergebnisse 60 50 40 30 20 10 5 · 10−4 6 · 10−4 7 · 10−4 8 · 10−4 R1 Blut Abbildung 3.1: Lineare Regression der Relaxationszeit des Blutes zu gemessenem Hämatokrit 81 Hämatokrit 3 Ergebnisse 3.3.2 Korrelation zwischen gemessenem und synthetischem Hämatokrit Die in der Validationskohorte durchgeführte lineare Re- gression zwischen dem gemessenen und dem synthetisch errechnetem Hämatokrit ist in Abbildung 3.2a (Seite 83) abgebildet. Die Gleichung der Regressionsgerade lautet y = 7,1011 + 0,8341x. Die Gleichung der Re- gressionsgerade lautet y = -3,253 x 10-6 + 1,000x. Das Bestimmtheitsmaß beträgt R2 = 0,1088 und korrigiert R2 = 0,1072. Das CI nimmt bei steigenden Werten zu. Mathematisch ergibt sich ein Korrelationskoeffizienten nach Pearson von 0,33 (CI 0,26 - 0,40). Die lineare Korrelation zwischen dem gemessenen und dem synthetisch errechnetem Hämatokrit aller Patien- ten ist in Abbildung 3.2b (Seite 83) abgebildet. Die Glei- chung der Regressionsgerade lautet y = -3,253 x 10-6 + 1,000x. Das Bestimmtheitsmaß beträgt R2 = 0,1471 und korrigiert R2 = 0,1463. Das CI nimmt bei steigen- den Werten zu. Mathematisch ergibt sich ein Korrelati- onskoeffizienten nach Pearson von 0,38 (CI 0,33 - 0,43). 82 3 Ergebnisse 60 60 50 50 40 40 30 30 20 20 10 10 30 40 50 3060 40 50 60 synthetischer Hämatokritsynthetischer Hämatokrit (a) Validationskohorte (b) Alle Patienten Abbildung 3.2: Lineare Regression synthetischer zu gemessenem Hämatokrit 83 Hämatokrit Hämatokrit 3 Ergebnisse 3.4 Synthetisches ECV im T1 Mapping 3.4.1 Korrelation zwischen ECV und synthetischem ECV Die in der Validationskohorte durchgeführte lineare Re- gression zwischen dem gemessenen und dem synthe- tisch errechnetem ECV ist in Abbildung 3.3a (Seite 85 abgebildet. Die Gleichung der Regressionsgerade lautet y = 0,007465 + 0,009685x. Das Bestimmtheitsmaß be- trägt R2 = 0,8289 und korrigiert R2 = 0,8286. Das CI nimmt bei steigenden Werten zu. Mathematisch ergibt sich ein Korrelationskoeffizienten nach Pearson von 0,91 (CI 0,90 - 0,92). Die durchgeführte lineare Regression zwischen dem gemessenen und dem synthetisch errechnetem ECV al- ler Patienten ist in Abbildung 3.3b (Seite 85) abgebil- det. Die Gleichung der Regressionsgerade lautet y = 0,0122375 + 0,0095155x. Das Bestimmtheitsmaß be- trägt R2 = 0,8234 und korrigiert R2 = 0,8232. Das CI nimmt bei steigenden Werten zu. Mathematisch ergibt sich ein Korrelationskoeffizienten nach Pearson von 0,91 84 3 Ergebnisse (CI 0,90 - 0,92). 80 80 70 70 60 60 50 50 40 40 30 30 20 20 10 10 10 20 30 40 50 60 70 1080 20 30 40 50 60 70 80 synthetisches ECV synthetisches ECV (a) Validationskohorte (b) Alle Patienten Abbildung 3.3: Lineare Regression des ECV zu synthetischem ECV 3.4.2 Abweichungen zwischen ECV und synthetischem ECV Das Bland-Altman Diagramm zeigt die Abweichung zwi- schen zwei Methoden. Hier wurde das gemessene und synthetisch errechnetem ECV verglichen. Dabei ist auf der Ordinate die Abweichung als Differenz und auf der Abszisse der Mittelwert aufgetragen. Die meisten Mess- 85 ECV ECV 3 Ergebnisse punkte befinden sich im Bereich von 20 - 35 %. Die mittlere Abweichung der beiden ECV beträgt -0,08 (CI -0,27 - 0,12). Der minimale und maximale Mittelwert beträgt 15,75 und 76,71. Die minimale und maximale Abweichung beträgt -8,08 und 18,90. Weiterhin ist die Regressionsgerade mit deren Konfidenzintervall einge- zeichnet. Bei steigendem Mittelwert zeigt die Regres- sionsgerade einen Anstieg und das Konfidenzintervall nimmt zu (y = 0,065 x -1,8). Das Konfidenzintervall schneidet die obere Zustimmungsgrenze (4,48 CI 4,15 - 4,81) bei hohen Mittelwerten. Die untere Zustimmungs- grenze (-4,63 CI -4,96 - -4,31) bleibt unberührt. Im gepaarten Pitman-Morgan Test ist das Verhältnis der Varianzen im CI 1,06 - 1,21 (p = 0,0004). Die Va- rianzen betragen 31,44 für das gemessene und 27,78 für das synthetisch errechnete ECV. Das Bland-Altman Diagramm zeigt Abbildung 3.4 (Seite 87). Das Bland-Altman Diagramm zeigt die Abweichung zwischen zwei Methoden. Hier wurde das gemessene und synthetisch errechnetem ECV verglichen. Dabei ist auf der Ordinate die Abweichung als Differenz und auf 86 3 Ergebnisse 20 10 0 -10 -20 10 20 30 40 50 60 70 80 Mittelwert Abbildung 3.4: Bland-Altman des ECV zu synthetischem ECV mit Abweichungstendenz der Validationskohorte 87 Abweichung 3 Ergebnisse der Abszisse der Mittelwert aufgetragen. Die meisten Messpunkte befinden sich im Bereich von 15 - 35%. Die mittlere Abweichung der beiden ECV beträgt -0,05 (CI -0,19 - 0,09). Der minimale und maximale Mittel- wert beträgt 15,75 und 76,71. Die minimale und ma- ximale Abweichung beträgt -8,08 und 18,90. Weiterhin ist die Regressionsgerade mit deren Konfidenzintervall eingezeichnet. Bei steigendem Mittelwert zeigt die Re- gressionsgerade einen Anstieg und das Konfidenzinter- vall nimmt zu (y = 0,05 x -1,4). Beide bewegen sich innerhalb der oberen und unteren Zustimmungsgrenze (-4,69 CI -4,92 - -4,45 und 4,59 CI 4,35 - 4,83). Im gepaarten Pitman-Morgan Test ist das Verhältnis der Varianzen im CI 1,05 - 1,15 (p = 0,0002). Die Va- rianzen betragen 31,33 für das gemessene und 28,49 für das synthetisch errechnete ECV. Das Bland-Altman Diagramm zeigt Abbildung 3.5 (Seite 89). 88 3 Ergebnisse 20 10 0 -10 -20 10 20 30 40 50 60 70 80 Mittelwert Abbildung 3.5: Bland-Altman des ECV zu synthetischem ECV mit Abweichungstendenz aller Patienten 89 Abweichung 3 Ergebnisse 3.4.3 Korrelation zwischen ECV und synthetischem ECV nach der kardialen Hauptdiagnose Die Korrelation zwischen dem gemessenen und dem synthetisch errechnetem ECV nach der kardialen Haupt- diagnose zeigt Tabelle 3.7 (Seite 90). Der schwächste Korrelationskoeffizient nach Pearson ist bei der Myo- karditis (0,816) und der hypertensiven Kardiomyopathie (0,874) zu finden. Die anderen Korrelationskoeffizienten sind allesamt über 0,9. Die stärkste Korrelationen fin- den sich bei der ICM (0,941), der Ischämie (0,924) und der DCM (0,920). Tabelle 3.7: Übersicht über die Korrelation des synthetischen ECV zur kardialen Hauptdiagnose Hauptdiagnose Anzahl Korrelation Normalbefund 190 0,933 Positiver 119 0,924 Ischämienachweis Negativer 437 0,891 Ischämienachweis 90 3 Ergebnisse Tabelle 3.7: Übersicht über die Korrelation des synthetischen ECV zur kardialen Hauptdiagnose (Fortsetzung) Hauptdiagnose Anzahl Korrelation Ischämische 119 0,941 Kardiomyopathie Dilatative 88 0,920 Kardiomyopathie Hypertrophe 13 0,892 Kardiomyopathie Hypertroph-obstruktive 1 Kardiomyopathie Rechtsherzbelastung 2 1,000 Hypertensive 13 0,874 Kardiomyopathie Tachymyopathie 6 0,794 Valvuläre 6 0,372 Kardiomyopathie Tako-Tsubo 3 0,905 Kardiomyopathie Akute Myokarditis 42 0,785 Chronische Myokarditis 17 0,910 Tumor 2 1,000 91 3 Ergebnisse Tabelle 3.7: Übersicht über die Korrelation des synthetischen ECV zur kardialen Hauptdiagnose (Fortsetzung) Hauptdiagnose Anzahl Korrelation Shunt 4 0,310 Amyloidose 4 0,985 Sarkoidose 12 0,976 Abstoßungsreaktion 1 CTEPHa 11 0,951 Perikarditis 9 0,764 Systemerkrankung 1 Sonstiges 22 0,889 fehlend 10 0,943 a Chronisch thrombembolische pulmonale Hypertonie 3.4.4 Kreuztabelle des Normalbefunds zur Pathologie anhand dem ECV und synthetischem ECV Die Einteilung in Normalbefund und Pathologie anhand des ECVs und dem synthetischen ECVs zeigt Tabel- le 3.8 (Seite 93). Der Pearson Chi Quadrat Test (χ2) 92 3 Ergebnisse ergibt 519,94 (p < 0,0001 = 4 · 10−115). Die Sensiti- vität beträgt 69 % und die Spezifität 97 %, der positive prädiktive Wert 73 % und der negative prädiktive Wert 96 %. Tabelle 3.8: Kreuztabelle Synthetisches ECV normal pathologisch Total normal 973 32 1.005 ECV pathologisch 39 88 127 Total 1.012 120 1.132 93 4 Diskussion 4.1 Synthetischer Hämatokrit im T1 Mapping 4.1.1 Korrelation zwischen gemessenem und synthetischem Hämatokrit Der Zusammenhang zwischen dem gemessenen und dem synthetischen Hämatokrit (Kapitel 3.3.2, Seite 82) zeig- te eine schwache Korrelation (Derviationskohorte: Kor- relationskoeffizienten nach Pearson 0,33 [CI 0,26 - 0,40], Validationskohorte: 0,38 [CI 0,33 - 0,43]). Dies deckt sich mit den Ergebnissen anderer Autoren, die sowohl den gleichen Zusammenhang als auch die gleiche Stärke des Zusammenhangs finden konnten [92, 167, 189]. In der von Robison et al. durchgeführte Studie wurde neben der laborchemischen Bestimmung des Hämatokrits 4 Diskussion dieser zusätzlich nicht invasiv mittels der T1 Relaxa- tionszeit synthetisch und mittels Pulsoximeter an 123 Studienteilnehmern bestimmt. Der in 1,5 Tesla Gerät bestimmte synthetische Hämatokrit (n = 74) zeigte im Vergleich zum laborchemisch bestimmten Hämatokrit kein statistisch signifikanten Unterschied [175]. Shang et al. zeigte in seiner Studie, dass die Differenz zwischen synthetischen und gemessenen Hämatokrit ei- ne deutliche lineare Korrelation mit dem gemessenen Hämatokrit aufzeigt (R2 = 0,81). Graphisch wird deut- lich, dass bei größeren gemessenen Hämatokritwerten der synthetische Wert zu niedrig erscheint [189]. In den Graphen (Abbildung 3.2, Seite 83) fällt wei- terhin auf, dass die Konfidenzintervalle mit steigenden Hämatokritwerten größer werden. Das liegt vermutlich daran, dass die Anzahl der Patienten mit steigenden Hämatokritwerten abgenommen hat. 95 4 Diskussion 4.1.2 Korrelation zwischen Hämatokrit und der native T1 Relaxationszeit des Blutes In der linearen Korrelation zwischen der nativen Rela- xationszeit des Bluts mit dem im Labor gemessenem Hämatokrit (Kapitel 3.3.1, Seite 80) zeigt einen schwa- chen Zusammenhang (Korrelationskoeffizient: 0,43, CI 0,36 - 0,49). Verglichen mit anderen Studien zeigt sich mit 3 Tesla Geräten eine Übereinstimmung [49]. In die- ser Studie von Fent et al. wurden 421 Patientendaten, die aus klinischer Indikation oder zu Forschungszwe- cken ein T1 Mapping an 1,5 (n = 203) oder 3 Tesla (n = 218) Geräten bekommen haben, ausgewertet. Es wurden zufällig für jeweils 1,5 und 3 Tesla zwei Grup- pen gebildet. Aus jeweils einer Gruppe wurde die Kor- relation zwischen der T1 Relaxationszeit und dem ge- messenen Hämatokrit gebildet. Die lineare Korrelatio- nen waren jeweils statistisch signifikant, jedoch war die Übereinstimmung in der 1,5 Tesla Gruppe besser. Die- se Zahlen können mit weiteren Studien an 1,5 Tesla Geräten untermauert werden [92, 203]. Eine von Shang et al. durchgeführte Studie an einem 3 Tesla Gerät zeigt 96 4 Diskussion eine schwächere Korrelation im Vergleich zu unseren Daten. 4.2 Synthetisches ECV im T1 Mapping 4.2.1 Korrelation zwischen ECV und synthetischem ECV Die lineare Korrelation zwischen dem gemessenen und dem synthetischen ECV ergab in der Validationskohorte und bei allen Patienten einen starken Zusammenhang (0,91 [CI 0,90 - 0,92], siehe Kapitel 3.4.1, Seite 85). Als erstes sollte man sich die von Treibel et al. durch- geführte Studie näher betrachten. Hier wurden 427 Teil- nehmer eingeschlossen. Diese waren zum Teil Gesun- de (n = 66) und zum Teil mit kardialen Erkrankun- gen. Am häufigsten lag eine Aortenklappenstenose (n = 123), gefolgt von Patienten mit post-Anthrazykline Chemotherapie nach histologisch bewiesenem Mamma- karzinom (n = 96), kardialer ATTR-Amyloidose (n = 74) und HCM (n = 66) vor [203]. Diese wurden jeweils nach Diagnose in die Derviations- und Validationsko- 97 4 Diskussion horte randomisiert. An 18 Patienten, die bei schwerer Aortenklappenstenose einen operativen Aortenklappen- ersatz konnte intraoperativ eine basal linksventrikuläre septal zu verortende myokardiale Biopsie entnommen werden, welche histologisch untersucht wurde. Alle 427 Teilnehmer wurden an einem 1,5 Tesla Gerät mit MOL- LI und Shortened modified Look-Locker inversion reco- very (shMOLLI) Sequenzen untersucht. In beiden Me- thoden zeigten sich für das ECV starke Korrelationen (R2 = 0,97) [203]. Aufgrund der Erkrankungsbilder be- tont diese Studie vor allen Dingen die gute diagnostische Genauigkeit bei Patienten mit hohen ECV Werten. Unsere Ergebnisse stützen die Annahme, dass eine starke Korrelation zwischen dem synthetischen und ge- messenen ECV vorliegen, wenngleich unsere Korrela- tion etwas schwächer ausfällt. Es bleibt festzuhalten, dass sich unsere Studien im Patientenkollektiv deutlich unterscheiden. Die Hälfte der Patienten, wie z.B. die Aortenklappenstenose- oder die Mammakarzinom Pati- enten sind in unseren Patienten nicht repräsentiert (n = 219, 51,3 %). Weiterhin ist der Anteil der an ATTR- Amyloidose Patienten deutlich höher im Vergleich zu 98 4 Diskussion unserer Kohorte (17,3 % vs. 0,4 %). Trotz dieser Unter- schiede beschreiben beide Studien einen großen Zusam- menhang zwischen dem synthetischen zum gemessenen ECV, sodass dieser Parameter eine gewisse Robustheit auszustrahlen scheint. Da sich die Korrelationen sowohl in einem Kollektiv mit deutlich erhöhtem ECV als auch an einem gemischten Kollektiv mit zahlreichen Gesun- den gleichen, spricht das für die Allgemeingültigkeit des Ergebnisses. Zusätzlich zeigte das synthetische ECV eine im Ver- gleich zum gemessenen ECV in der histologischen Kor- relation eine minimal schwächere Korrelation (R2 = 0,67 vs. R2 = 0,61). Dieser Unterschied zwischen den beiden Methoden der ECV Bestimmung zeigte keine statistische Signifikanz. Es kann davon ausgegangen wer- den, dass das ECV den Kollagenvolumenanteil ausrei- chend gut beschreibt [203]. Kammerlander et al. untersuchte an 513 Patienten in einer prospektiven T1 Mapping Register die Über- einstimmung eines synthetischen am gemessenen ECV. An den ersten 200 eingeschlossenen Patienten wurde ei- ne Formel zur Bestimmung des synthetische Hämatokrits 99 4 Diskussion erstellt, welche an den restlichen 313 Patienten ange- wendet wurde. Weiter folgend wurde das synthetische ECV daraus bestimmt. Darüber hinaus wurde ein zwei- tes synthetisches ECV basierend auf der von Treibel et al. publizierte Berechnungsformel. Beide Berechnungs- wege zeigen eine starke Übereinstimmung, die jedoch etwas stärker bei der von Kammerlander et al. eigens aufgestellten Formel ausgeprägt ist (R2 = 0,903 und R2 = 0,920) [92]. Verglichen mit den hier vorliegenden Ergebnissen be- stätigt sich die starke Übereinstimmung zwischen dem synthetischen und gemessenen ECV. Weiterhin bleibt festzuhalten, dass eine selbst durchgeführte Korrelation zwischen dem Hämatokrit und der T1 Relaxationszeit an einer Derviationskohorte des eigenen Patientenkol- lektivs bessere Ergebnisse zeigt im Vergleich zur publi- zierten Formel von Treibel et al. Dies ist plausibel, da die Formeln aus kollektivbezogenen Regressionsrechnungen hergeleitet werden. Dennoch zeigt die Studie von Kam- merlander et al., dass ebenso Regressionsgleichungen aus fremden Kollektiven funktionieren, sodass hier ein weiterer Beleg für die Generalisierbarkeit der Ergebnisse 100 4 Diskussion vorliegt. Methodisch zeigt sich ein vergleichbares Vorgehen bei der Patientenakquirierung. In der Zusammenstel- lung der Derviationskohorte unterscheiden sich die me- thodischen Vorgehensweisen in dieser Studie. Kammer- lander et al. haben die Derviationskohorte auf die ersten 200 eingeschlossenen Patienten basiert. In unserer Stu- die wurde dies mittels Zufallsprinzip auf einer mehr als doppelt so großen Patientenkohorte die Zuordnung ge- troffen. So können sicherer systematische Fehlerquellen auf beide Gruppen gleich aufgeteilt werden, sodass die- ses statistische Prinzip überlegen erscheint. Fent et al. führte an 421 Patienten ein T1 Mapping durch, wovon 203 an einem 1,5 Tesla und 218 an einem 3 Tesla Gerät untersucht wurden. Die zwei verwendeten MRT Geräte stammen von der gleichen Firma, während sich das Patientenkollektiv mit verschiedenen Erkran- kungen zusammensetzte (1,5 Tesla: 47 Herzklappener- krankungen, 44 STEMI, 112 klinische Indikation vs. 3 Tesla: 26 Gesunde, 159 rheumatoide Arthritis, 33 HCM) [49]. Es zeigte sich für beide magnetischen Flussdichten starke Korrelationen (1,5 Tesla: R2 = 0,95, 3 Tesla: R2 101 4 Diskussion = 0,92) [49]. Wenn man diese Korrelationen miteinan- der vergleicht, zeigt sich vermutlich kein klinisch rele- vanter Unterschied. Dies wird weiterhin gestützt, da es sich um zwei unterschiedliche Patientenkohorten han- delt. Eine weitere Studie wurde an einem 3 Tesla Gerät durchgeführt. Shang et al. führte eine retrospektive Stu- die an 226 Patienten, die zufällig in zwei Gruppen (n = 121 vs. n = 105) geteilt wurden. Das Teilnehmerfeld setzte sich aus Gesunden (n = 45), Diabetes mellitus Typ 2 (n = 60) und HCM (n = 93) Patienten zusam- men. Die verbleibenden 28 Patienten litten an DCM (n = 9), chronischer Myokardinfarkt (n = 6), Myokar- ditis (n = 4), Hypertonie (n = 4), kardialer Amyloi- dose (n = 2), ARVC (n = 2) und linksventrikulärer Non-Compaction Kardiomyopathie (NCCM) (n = 1) [189]. Es zeigte sich wiederum eine starke Korrelati- on zwischen dem synthetischen und gemessenen ECV in der Derviationskohorte (R2 = 0,87). In der Valida- tionskohorte fiel die Korrelation schwächer aus (R2 = 0,70). Die bestimmte Differenz zwischen synthetischem und gemessenem korrelierte mit dem gemessenen ECV 102 4 Diskussion schwach in der Derviations- und moderat in der Valida- tionskohorte (R2 = 0,10 vs. R2 = 0,21) [189]. Auch wenn die Korrelation in dieser Studie von Shang et al. schwächer ausfiel als in unserer Kohorte, so zeigt sich trotzdem ein deutlicher Zusammenhang zwischen den synthetischen und gemessenen ECV Werten. Me- thodisch unterscheiden sich diese Studien von retro- zu prospektivem Design. Des Weiteren ist das Patien- tenkollektiv kleiner und mit anderen Krankheitsbildern ausgestattet. Im Gegensatz zum oben beschriebenen Hämatokrit korreliert die Differenz zwischen den syn- thetischen und gemessenen Werten kaum. Robison et al. untersuchte an 123 Teilnehmern an ei- nem 1,5 (n = 74) und 3 Tesla Gerät (n = 34) prospektiv den Zusammenhang zwischen synthetischen und gemes- senem ECV. Der synthetische ECV wurde nur an der 1,5 Tesla Gruppe bestimmt. Dieser zeigte eine exzellen- te Korrelation (R2 = 0,92). Leider kann dieses Ergebnis nicht direkt zwischen 3 Tesla Geräten verglichen wer- den, jedoch zeigen die Ergebnisse eine hervorragende Übereinstimmung. Raucci et al. schloss 140 Kinder und junge Erwach- 103 4 Diskussion sene ein, an denen 163 kardiale MRT durchgeführt wur- den. Bei 146 Untersuchungen lag ein tagesaktueller Häma- tokrit vor, sodass diese in die Auswertung eingingen. Das mittlere Alter lag bei 16,4 ± 6,4 Jahre. Das ECV wurde septal und der midventrikulären freien Wand des linken Ventrikels bestimmt. Das synthetische ECV wur- de nach der von Treibel et al. publizierten Formel be- rechnet [203]. Zudem erstellten Raucci et al. ein eige- nes Model. Das synthetische ECV korreliert bei dem eigens erstellten Model besser (Septal: R2 = 0,72 vs. R2 = 0,83, freie Wand: R2 = 0,80 vs. R2 = 0,87). Die Korrelationen sind nicht von der Herzfrequenz betrof- fen [167]. Hier zeigen sich schwächere Korrelationen im Vergleich zu unserer Studie. Verglichen mit den oben erwähnten Studien ist fest- zuhalten, dass die hier untersuchte Population mit 1.132 Patienten deutlich größer ist. Die meisten Untersuchun- gen sind an Kohorten mit einer Größe von 10 % durch- geführt worden. Die Studie mit den mit Abstand meis- ten untersuchten Patienten (n = 513) von Kammer- lander et al. bietet nicht einmal die Hälfte der Patien- ten unserer Studie ab. Von diesem Gesichtspunkt aus 104 4 Diskussion betrachtet ist festzuhalten, dass die externe Validität mit Abstand in der vorliegenden Untersuchung am bes- ten ist, zumal diese eine prospektive all-comer“ Studie ” darstellt. 4.2.2 Abweichung zwischen ECV und synthetischem ECV Betrachtet man die Abweichung zwischen dem gemes- senem zum synthetischen ECV (Kapitel 3.4.2, Seite 88) fällt auf, dass die meisten Messpunkte im Bereich von 20 - 35 % liegen. Die mittlere Abweichung ist sehr ge- ring (-0,05 [CI -0,19 - 0,09]), sodass von einer guten Genauigkeit ausgegangen werden kann. Bei steigenden ECV zeigt sich eine steigende Abweichung zwischen dem synthetischen zum gemessenen ECV. Weiterhin präsentiert sich eine Zunahme des Konfidenzintervalls. Diese bleiben aber bis zu sehr hohen ECV Werten inner- halb der bestehenden Zustimmungsgrenzen. In anderen Studien wurden die Beobachtungen bestätigt [49, 92, 167, 175, 189, 203]. In der Studie von Treibel et al. zeigen sich bei sehr guter Korrelation zwischen synthetischem und gemesse- 105 4 Diskussion nem ECV kaum Abweichungen (R2 = 0,97, Standardab- weichung (SD) 2,8 %). Jedoch ist festzuhalten, dass die SD bei den eingeschlossenen ATTR-Amyloidosepatienten mit 5 % deutlich höher ist. Eine Abweichungstendenz nach mittlerem ECV wurde nicht beschrieben bezie- hungsweise im Bland-Altman Diagramm eingetragen. Kammerlander et al. beschreibt ebenfalls eine gute Übereinstimmung mittels Bland-Altman Analyse (Zu- stimmungsgrenzen -4,32 - 4,33 %). Die Werte für die Zustimmungsgrenzen sind mit unserer Studie vergleich- bar. Eine Abweichungstendenz wurde leider nicht be- schrieben, jedoch ist diese im Bland-Altman Diagramm zu erahnen, sodass bei höheren ECV Werten die Diffe- renz zum gemessenem ECV zunimmt. In der Studie von Fent et al. zeigen sich auch nur minimale Abweichungen in der Bland-Altman Analyse. In der 1,5 Tesla Gruppe beträgt diese -0,81 % (CI -4,97 - 3,35 %) und in der 3 Tesla Gruppe -0,30 (CI -3,92 - 3,33 %). Nicht zu vergessen ist das dabei oben ver- schiedene Patientenkollektiv. Jedoch kann das Ergebnis als Hinweis gesehen werden, dass sich das CI in höheren magnetischen Flussdichten enger gestaltet. Dies könnte 106 4 Diskussion in weiteren Studien untersucht werden. Shang et al. zeigte ähnliche Zustimmungsgrenzen (Der- viationskohorte: -4,4 - 4,4 % Validationskohorte: -4,4 - 4,7 %) wie in unserer Studie. Rein optisch scheint keine Abweichungstendenz mit steigenden ECV vorzuliegen. In der von Robison et al. durchgeführten Studie zeigt sich in der Bland-Altman Analyse, dass das synthetische im Vergleich zum mittels Pulsoxymeter bestimmte ECV ein größeres Konfidenzintervall hat (0,23 % [CI -2,82 - 3,27 % vs. -0,18 % [CI -2,85 - 2,49 %]). Dies deutet darauf hin, dass die pulsoxymetrische der synthetischen Methode in dieser Kohorte überlegen ist. Dennoch darf nicht vergessen werden, dass das Pulsoxymeter bei Pa- tienten mit Nagellack, Kunstnägeln, Handtremor und kalten Fingern nicht anwendbar ist. In dieser Studie funktionierte die Methode bei 91 % erst nach drei Ver- suchen (1. Versuch: n = 77 [63 %], 2. Versuch: n = 86 [70 %], 3. Versuch: n = 112 [91 %]). Des Weiteren bleibt nicht zu vernachlässigen, dass die Genauigkeit der Hämoglobinbestimmung angezweifelt wird [140, 173]. Dennoch bleibt abzuwarten, welche Ergebnisse weitere Studien in Zukunft zeigen werden. Darüber hinaus hat 107 4 Diskussion unsere Methode den Vorteil, dass sie auch retrospek- tiv, in Unkenntnis der Pulsoxymetrie bestimmt werden kann. Raucci et al. beschreibt eine größere Variation. In der midventrikulären freien Wand des linken Ventrikels sind diese im Bereich von -8,0 - 6,3 %. Septal sind diese ver- gleichbar bei -8,0 - 6,0 %. Dies stellt eine Diskrepanz zu unseren Ergebnissen dar. Eine mögliche Ursache könnte das nicht vergleichbare Patientenkollektiv bilden. Die- se Ergebnisse sollten in weiteren pädiatrischen Studien reevaluiert werden, sodass ein besseres Verständnis für die möglichen Diskrepanzen geschaffen werden kann. Aus unserer Sicht kann die Variation dadurch begrenzt werden, dass strikt nach der ConSept Methode gemes- sen wird [176]. Mit Hilfe der genannten Methode kann die Reproduzierbarkeit der nativen und kontrastmittel- unterstützten erhobenen T1 Werte erheblich verbessert werden [176]. 108 4 Diskussion 4.2.3 Korrelation zwischen ECV und synthetischem ECV nach der kardialen Hauptdiagnose Die Subanalyse nach der kardialen Hauptdiagnose zeigt meistens eine gute Übereinstimmung zwischen dem syn- thetischen und gemessenen ECV (Kapitel 3.4.3, Seite 92). Jedoch muss man für die Interpretation der Ergeb- nisse die jeweilige Anzahl der eingeschlossenen Patien- ten dieser Erkrankung berücksichtigen. Die Korrelationskoeffizienten sind vor allem für die Erkrankungen, die häufiger repräsentiert waren, aussa- gekräftig. Dies trifft auf dem Normalbefund (n = 190), positivem und negativem Ischämienachweis (n = 119 und n = 437), ICM (n = 119), DCM (n = 88), aku- ter und chronischer Myokarditis (n = 42 und n = 17) zu. Auffallend ist, dass die Korrelationskoeffizienten im Bereich von 0,891 bis 0,941 liegen. Daraus lässt sich schlussfolgern, dass das synthetische dem gemessenen ECV, unabhängig von den häufig vorkommenden kar- dialen Hauptdiagnosen, eine starke Übereinstimmung zum gemessenen Wert zeigt. Dies deutet auf eine starke Robustheit des Parameters hin. 109 4 Diskussion Die akute Myokarditis fällt aus dem Muster mit einem Korrelationskoeffizienten von 0,785, was immer noch für einen deutlichen Zusammenhang steht. Die im Ver- gleich zu den anderen kardialen Erkrankungen deut- lich niedrigere Korrelation könnte pathophysiologisch erklärbar sein, da hier ein inflammatorisches Ödem den T1 Relaxationszeitsveränderung zu Grunde liegt. Da das T2 Mapping besser Ödeme detektieren kann, ist das T2 dem T1 Mapping überlegen [123]. Nichts desto trotz darf man erwähnen, dass die lange Zeit als Referenz geltenden Lake Louis Kriterien diagnostisch dem T1 un- terlegen sind [123]. Im chronischen Stadium zeigt nur das T2 Mapping akzeptable Werte [123]. Für Erkrankungen, die in dieser Studie weniger häufig vorkommen, sind die Schlussfolgerungen weniger rich- tungsweisend anzusehen. Darunter fällt die HCM (n = 13), hypertensive Kardiomyopathie (n = 13), Sarkoido- se (n = 12) und Chronisch thrombembolische pulmona- le Hypertonie (CTEPH) (n = 11). Die jeweiligen Kor- relationskoeffizienten zwischen dem synthetischen und dem gemessenen ECV liegen zwischen 0,874 - 0,976. Diese zeigen starke Übereinstimmungen an. Jedoch darf 110 4 Diskussion hier die Schlussfolgerung die deutlich geringeren, aber noch zweistelligen Patientenzahlen, nicht außer Acht lassen, sodass dies als Hinweis für starke Korrelationen anzusehen ist. Weitere Studien, die mehr Patienten mit diesen Erkrankungen beinhalten, sind wünschenswert. Da leider keine diagnosenbasierte Korrelation zwi- schen dem synthetischen und gemessenen ECV in der aktuellen Literatur existiert, gibt es hier ein weites Feld, was sich mit weiterer klinischer Forschung schließen lässt. 4.2.4 Spezifität und Sensitivität des synthetischen gegenüber des gemessenen ECVs Die Klassifizierung als normales oder pathologisches ECV wurde sowohl für die gemessenen und den synthetisch errechnetem ECV getroffen (Kapitel 3.4.4, Seite 93). Daraus ergab sich eine Sensitivität von 69 % und eine Spezifität von 97 % des synthetischen ECVs in der Klas- sifizierung des gemessenen ECVs. Falsch positiv wurden 2,83 % (n = 32), während falsch negativ 3,45 % (n = 39) der Patienten in der vorliegenden Kohorte zugeord- 111 4 Diskussion net wurden. Somit erfolgte eine sehr niedrige Fehlzu- ordnung bei 6,27 % (n = 71) der Fälle. In der Studie von Raucci et al. wurde die Zuordnung mit zwei verschiedenen Grenzwerten untersucht. Zum einen wurde ein Grenzwert von 28,5 % für das ECV getroffen, der aus einer 11 köpfigen Kohorte der sel- ben Arbeitsgruppe berechnet und als 3 SD über dem Mittelwert von 24 ± 1 % angenommen wurde. Die Al- tersverteilung des Normwertkollektivs lag bei 24,5 ± 3,9 Jahren und ist damit älter als die hier untersuchten Patienten (16,4 ± 6,4 Jahre) [197]. Zum zweiten wurde die Zuordnung mit einem Grenz- wert, der nur 2 SD über dem gleichen publizierten Mit- telwert liegt, berechnet. Dieser Grenzwert beträgt 27 %. Bei der Zuordnung wurde jeweils die Lokalisation (sep- tal, midventrikulär der freien Wand des linken Ventrikels oder beide pathologisch) berücksichtigt. Die Zuordnung mit dem Grenzwert von 28,5 % führte bei Verwendung des synthetischen ECV, welcher aus der für die Kohorte abgeleitete Formel errechnet wurde, führte zu einer Fehlzuordnung von 23 % (n = 37). In einer zweiten Klassifikation, die auf der publizierten 112 4 Diskussion Formel von Treibel et al. beruht, so werden 37 % falsch zugeordnet (n = 59). Nutzt man den Grenzwert von 27 % verändert sich die Fehlzuordnung. Beim aus der Raucci et al. Kohorte abgeleiteten Modell beträgt diese 17 % (n = 27) und dem aus der Treibel et al. abgeleiteten Modell 31 % (n = 50). Betrachtet man beide Modelle isoliert, so fällt auf, dass die Fehlzuordnung für den klinischen Alltag zu groß ausfällt. Die etwas schlechteren Werte basieren auf dem Modell, das aus einer fremden Kohorte (Treibel et al.) abgeleitet wurde, was dafür spricht, dass jede Kohorte eigens beschrieben werden sollte. Nichts desto trotz bleibt eine Fehlzordnung zu hoch. Spannenderwei- se zeigen die kliniksinternen Normwerte eine schlechtere Fehlzuordnungsqoute im Vergleich zu den publizierten Normwerten (23 vs. 17 %). Eine Ursache könnte dar- in liegen, dass die Population, an der die Normwerte in der Studie von Soslow et al. beschrieben wurden, die jetztige Studienpopulation nicht adäquat abdeckt. Unterschiede fallen in der Altersverteilung auf, da für die Normwertstudie nur Probanden zwischen 18 und 113 4 Diskussion 30 Jahren eingeschlossen wurden. Weiterhin musste der BMI zwischen 18 und 25 kg/m2 normwertgerecht liegen. Eine Beschreibung der Studienpopulation im Bezug auf den BMI lag in der Studie von Raucci et al. nicht vor. Der Grund hierfür könnte sein, dass der BMI für Er- wachsene normiert ist und die kindliche Population sich dem Gültigkeitsbereich dieser Größe entzieht. Verglichen mit den Daten unserer Studie, zeigt sich eine sehr hohe Differenz im Anteil der Fehlzuordnungen (6,27 vs. 17 - 37 %). Bei diesem Vergleich muss man berücksichtigen, dass die Patientenkohorten sich deut- lich unterscheiden. Es scheint, dass eine Übertragbarkeit von einer pädiatrischen zu einer erwachsenen Kohor- te nicht gegeben ist. Weiterhin ist zu berücksichtigen, dass sich der Grenzwert, an welchem die Einteilung nor- mal vs. pathologisch vorgenommen wurde, unterschei- det. Beide Grenzwerte der Studie ist mit 27 % und 28,5 % deutlich niedriger als in unserer Studie mit 32 %. Eine genaue Festlegung des Grenzwertes des ECVs, welcher auch altersabhängig sein könnte, sollte in weiteren Stu- dien untersucht werden, sodass die erhobenen Daten reevaluiert werden könnten. Dies führt zu einer besse- 114 4 Diskussion ren Einschätzbarkeit und Aussagekraft. Es bleibt abzu- warten, welche Ergebnisse weitere Studien mit Zuord- nung einer spezifischen kardialen Erkrankung aufgrund des synthetischen im Vergleich zum gemessenen ECV bringen. Darüber hinaus bleibt zu erwähnen, dass in unserer Studie mit 11 % ein sehr niedriger Anteil an patho- logischem ECV vorliegt. In der Studie von Raucci et al. waren die Verhältnisse mit 11 % Normalbefunden umgekehrt. Dieser Unterschied kann möglicherweise an dem hohen Anteil ambulanter MRT Untersuchungen liegen, wobei in der vergleichenden Publikation keine Angabe zur Zusammensetzung dazu in der retrospekti- ven Auswertung gemacht wurde. Aus der unterschiedli- chen Prävalenz resultiert eine exzellente Spezifität von 97 % in der vorliegenden Kohorte. Dies bedeutet, dass es kaum zu falsch positiven Zuordnungen gekommen ist. Die Sensitivität ist jedoch bei der geringen Prävalenz pathologischer ECVs in unserer Kohorte 69 % schlecht. Daraus ergibt sich wiederum ein sehr guter negativer (96 %) und ein schlechter positiver prädiktiver Wert (73 %). 115 4 Diskussion 4.3 MRT Messungen 4.3.1 Gewebscharakterisierung Die Gewebscharakterisierung (Kapitel 3.2.2, Seite 80) mittels ECV zeigt normwertige Messungen im Durch- schnitt [35, 147, 178, 180]. Die Referenzwerte stam- men von gesunden Patienten sowie freiwilligen Proban- den und konnten in mehreren Studien bestätigt werden. Die Differenz zwischen der Derviations- und Validati- onskohorte zeigt keine statistische Signifikanz, sodass insbesondere bei zufälliger Gruppenzuteilung von ver- gleichbaren Bedingungen ausgegangen werden kann. 4.4 Limitationen Als erste Limitation ist zu nennen, dass hier ein mono- zentrisches Studiendesign vorliegt. Daher wurde die Ein- teilung in die Kohorten zufällig durchgeführt. Bei einer großen Anzahl an auszuwertenden prospektiven Patien- tendaten war das die beste Möglichkeit. Dennoch wäre eine externe Validierung wünschenswert. Noch besser wäre ein internationales multizentrisches Studiendesign. 116 4 Diskussion Eine weitere Limitation könnte in der Variabilität des Hämatokrits liegen. Dieser wurde bei allen Patienten tagesaktuell bestimmt. Die Blutentnahme wurde bei ei- nigen Teilnehmern unmittelbar vor der MRT Untersu- chung, bei anderen am Morgen des Untersuchungsta- ges im Rahmen der klinisch indizierten Blutentnahme bestimmt. Die Variabilität des Hämatokrits innerhalb einiger Stunden eines Tages wurde bei der Datenauf- nahme nicht berücksichtigt. Darüber hinaus sind einige kardiale Hauptdiagnosen für eine valide Aussage zur Korrelation zwischen dem gemessenen und dem synthetischen ECV aufgrund ge- ringer Fallzahlen nur bedingt aussagekräftig. Allerdings ist das Register als all-comer“ Register ausgelegt und ” spiegelt daher die Alltagsrealität eines großen kardio- logischen Zentrums wider und nicht ein selektionier- tes Patientengut von Spezialambulanzen. Insofern soll- te eine gute Generalisierbarkeit für die kardiologische Alltagsroutine gegeben sein, was aufgrund der guten Übereinstimmung unserer Ergebnisse mit anderen Stu- dien belegt wird. Zur Zuordnung nach pathologisch vs. normalen ECV 117 4 Diskussion wurde mit einem Grenzwert von 32 % durchgeführt. Dieser Grenzwert ist aktuell in Forschungskreisen nicht abschließend festgestellt, sodass eine gewisse Möglichkeit für eine Fehleinordnung besteht. Da diese aber das ge- messene und das synthetische ECV betrifft, ist dieser Fehler im Vergleich zur absoluten Betrachtungsweise re- duziert. 4.5 Stärken Als wichtigste Stärke dieser Arbeit ist das offene Studi- endesign zu erwähnen. Dies führt dazu, dass Patienten mit vielen verschiedenen kardialen Erkrankungen ein- geschlossen werden können. Das hat den Vorteil, dass Auswertungen auch krankheitsspezifisch erfolgen können und somit eine Aussage zur spezifischen Erkrankung ge- troffen werden kann. Weiterhin führt die ausschließlich klinische Indikati- on zur Durchführung des kardialen MRT dazu, dass der zusätzliche Aufwand für den Patienten minimal ist. Zusätzlich zum MRT wurde die Aufklärung zur Stu- die, ein Fragebogen und eine venöse Blutentnahme bei 118 4 Diskussion fehlenden Blutwerten durchgeführt, welche in der War- tezeit bis zum Start der eigentlichen Untersuchung erle- digt werden konnte. Durch diesen minimalen Mehrauf- wand für die Patienten ist die Verzerrung aufgrund von Patienteninteressen und -eigenschaften minimal. Dies erhöht aus wissenschaftlicher Sicht schlussendlich die externe Validität, sodass die Ergebnisse leichter auf den klinischen Alltag übertragbar sind. Eine weitere wichtige Stärke ist das Design der pro- spektiven Registerstudie. Daher erfolgt ein Patienten- einschluss über einen längeren Zeitraum. Hier wurden Patientendaten von 2,5 Jahren ausgewertet. Im Ver- gleich zu den bisher publizierten MRT Studien zeigt sich hier eine meist deutlich höhere Patientenzahl, so- dass die Aussagekraft dieser Studie höher anzusetzen ist. 4.6 Fazit Das T1 Mapping mit der Bestimmung des ECV stellt eine anerkannte, nichtinvasive Methode der Gewebscha- rakterisierung dar. Diese hat Auswirkungen auf die Dia- 119 4 Diskussion gnostik, Therapieüberwachung und Prognoseabschätzung. Aufgrund der dargestellten Ergebnisse und Einord- nung in den aktuellen Forschungsstand stellt das syn- thetische ECV zum bereits etablierten gemessenen ECV eine Alternative dar. Die Anwendbarkeit vor allem für die häufiger auftretenden kardialen Hauptdiagnosen in der untersuchten Population ist gegeben. Eine gute Um- setzbarkeit in den klinischen Alltag sollte bei dem Stu- diendesign mit hoher externer Validität gegeben sein. 4.7 Ausblick In Anbetracht der weiter oben genannten Limitationen würden wir uns internationale, multizentrische kardiale MRT Mappingstudien mit verschiedenen magnetischen Feldstärken wünschen. Um das realisierbar zu gestal- ten müssten herstellerabhängige Unterschiede in weite- ren großen Studien beschrieben und im nächsten Schritt optimiert werden. In der T1 Mapping Methode müsste weiterhin eine klare Definition der Größe und Lokali- sation des ROI im Blutpool erzielt werden, sofern sich Unterschiede nachweisen lassen würden. 120 4 Diskussion Es ist gut vorstellbar und wünschenswert, wenn sich das synthetisch bestimmte ECV einen höheren Stel- lenwert in der klinischen Forschung und vor allem im Klinikalltag erarbeitet. Aufgrund der gezeigten Über- einstimmung zum gemessenen ECV, welches histolo- gisch validiert ist, stellt das synthetische ECV eine Ver- einfachung für den Untersucher dar. So kann auf ei- ne weitere tagesaktuelle, am Besten unmittelbar vor der kardialen MRT Untersuchung durchgeführte venöse Blutentnahme zur Häma-tokrit-bestimmung verzichtet werden. Auch die Patienten werden dies neben einer wegfallenden Punktion danken. Weiterhin werden den Patienten die mit der Punktion verbundenen Komplika- tionen erspart. Weiterhin darf nicht vergessen werden, dass das T1 Mapping mit dem synthetisch errechenbaren ECV nur eine Methode in der Welt der kardialen MRT darstellt. Dies führt dazu, dass es nie alleine angewendet werden sollte, sondern in Kombination mit anderen Sequenzen. Diese Kombination kann in Zukunft Bestandteil wei- terer klinischer Forschung bilden und sich mit anderen Methoden und dem für die jeweilige Erkrankung bilden- 121 4 Diskussion den Goldstandard messen. Die Idee des ECV wird auch von der kardialen CT Dia- gnostik angenommen und untersucht. Diese Forschung sollte aufgrund breiterer klinischer Verfügbarkeit und geringeren Kosten weiter verfolgt werden. Dabei soll- te nicht in Vergessenheit geraten, dass ein Vorteil der MRT gegenüber der CT die nicht vorhandene Strahlen- belastung darstellt. 122 4 Diskussion 123 Abbildungsverzeichnis 1.1 Klassifikation der Kardiomyopathien nach der AHA (mit freundlicher Genehmigung und modifiziert nach [129]) HCM, Hypertrophe Kardiomyopathie; ARVC, Arrythmogene rechtsventrikuläre Kardiomy- opathie; NCCM, Non-Compaction Kardio- myopathie; LQTS, Long QT-Syndrom; SQTS, Short QT-Syndrom; CPVT, Katecholaminer- ge polymorphe ventrikuläre Tachykardie; SCD, Plötzlicher Herztod; DCM, Dilatative Kar- diomyopathie; RCM, Restriktive Kardioymo- pathie . . . . . . . . . . . . . . . . . . 23 Abbildungsverzeichnis 1.2 Klassifikation der Kardiomyopathien nach der ESC (mit freundlicher Genehmigung und modifiziert nach [45]) HCM, Hypertrophe Kardiomyopathie; DCM, Dilatative Kardiomyopathie; ARVC, Arryth- mogene rechtsventrikuläre Kardiomyopathie; RCM, Restriktive Kardioymopathie . . . . 24 1.3 Klassifikationssystem MOGES der Kar- diomyopathien nach der WHO (mit freund- licher Genehmigung) [6] MOGES, Morphofunktionalität, Organsystem- beteiligung, genetisches Vererbungsmuster, Ätiologie und Stadium . . . . . . . . . . 25 1.4 Übersicht über LGE Muster (mit freund- licher Genehmigung und modifiziert nach [127]) DCM, Dilatative Kardiomyopathie; HCM, Hy- pertrophe Kardiomyopathie . . . . . . . . 49 2.1 Vierammerblick mit Schnittführung für die Kurzachsenschnitte . . . . . . . . . 58 2.2 Dreikammerblick . . . . . . . . . . . . . 59 2.3 Zweiammerblick . . . . . . . . . . . . . 60 125 Abbildungsverzeichnis 2.4 Kurzachsenschnitt . . . . . . . . . . . . 60 2.5 17 Segment Modell nach der AHA (mit freundlicher Genehmigung und modifi- ziert nach [27]) . . . . . . . . . . . . . 61 2.6 Volumetrie anhand einer midventrikulären Kurzachsenschnitt während der Diastole 62 2.7 T1 Mapping beispielhaft am midventri- kulären Septum ohne Kontrastmittel . . 66 3.1 Lineare Regression der Relaxationszeit des Blutes zu gemessenem Hämatokrit . 81 3.2 Lineare Regression synthetischer zu ge- messenem Hämatokrit . . . . . . . . . . 83 3.3 Lineare Regression des ECV zu synthe- tischem ECV . . . . . . . . . . . . . . . 85 3.4 Bland-Altman des ECV zu synthetischem ECV mit Abweichungstendenz der Vali- dationskohorte . . . . . . . . . . . . . . 87 3.5 Bland-Altman des ECV zu synthetischem ECV mit Abweichungstendenz aller Pa- tienten . . . . . . . . . . . . . . . . . . 89 126 Tabellenverzeichnis 1.1 Vergleich von T1 Sequenzen [201] . . . 13 1.2 Übersicht der LGE Muster . . . . . . . 50 3.1 Übersicht über allgemeine Patientencha- rakteristika . . . . . . . . . . . . . . . . 70 3.2 Übersicht über kardiale Risikofaktoren . 71 3.3 Übersicht über Messungen . . . . . . . 74 3.4 Übersicht der kardialen Hauptdiagnosen 75 3.5 Übersicht der MRT Volumetrie . . . . . 78 3.6 Übersicht der MRT Gewebscharakteri- sierung . . . . . . . . . . . . . . . . . . 79 3.7 Übersicht über die Korrelation des syn- thetischen ECV zur kardialen Hauptdia- gnose . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 90 3.8 Kreuztabelle . . . . . . . . . . . . . . . 93 Literaturverzeichnis [1] A. 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Weiterhin bedanke ich mich für die tatkräftige Un- terstützung und ständige Hilfsbereitschaft während der Datenerhebung, statistischen Auswertung und schriftli- chen Ausarbeitung bei Herrn PD Dr. med. A. Rolf, Dr. med. J. Vietheer und Dr. med. C. Unbehaun. Zudem danke ich für das Feedback, Verbesserungsvorschläge und Anregungen. Weiteren Dank gilt dem Team der kardialen Bildge- bung der Kerckhoff-Klinik Bad Nauheim mit allen me- Danksagung dizinisch technischen Assistentinnen, die an den Un- tersuchungen beteiligt waren und alltägliche Probleme schnell und unkompliziert beheben konnten. Außerdem danke ich dem Team vom Franz-Groedel Institut (FGI) mit allen beteiligten Ärzten, Statistikern, medizinisch technischen Assistentinnen und Study Nur- ses für die stets freundliche und effektive Zusammenar- beit. Insbesondere danke ich meiner Familie für die stetige Unterstützung, Förderung und Geben vieler Möglichkeiten bei gleichzeitigem Bilden eines Rückzugsortes seit mei- nem erstem Atemzug. Zudem darf ich mich bei meinen Freunden bedanken, die immer ein offenes Ohr bieten und viele Dinge mit ei- ner unglaublichen Durchsicht klar und eindeutig erschei- nen lassen. Herzlichen Dank für die guten Ratschläge und schöne Stunden. 199 Lebenslauf Der Lebenslauf wurde aus datenschutzrechtlichen Gründen aus der digitalen Version meiner Arbeit entfernt. The curriculum vitae was removed in the digital ver- sion of the paper in relation to data protection.