Henrich, MichaelSchwarzach, SimonSimonSchwarzach2026-01-162026-01-162024https://jlupub.ub.uni-giessen.de/handle/jlupub/21216https://doi.org/10.22029/jlupub-20561Die elektive Implantation einer Hüftendoprothese ist in Deutschland einer der am häu-figsten durchgeführten operativen Eingriffe. Hierbei kommt es regelhaft zu einem rele-vanten BV mit einem erhöhten Anämie- und Transfusionsrisiko. Zur Etablierung und Verbesserung eines individuellen Transfusionsregimes ist es not-wendig, die Patientinnen und Patienten mit einem erhöhten Transfusionsrisiko bereits präoperativ zu erkennen. Hierzu zählt auch eine Abschätzung des zu erwartenden BV. In der vorliegenden Arbeit wurden perioperative patientenindividuelle Faktoren und ihr Einfluss auf den perioperativen BV untersucht. Des Weiteren wurde analysiert, in-wieweit die Schätzung des intraoperativen BV durch die Anästhesistin oder den Anäs-thesisten den tatsächlichen perioperativen BV erfasst. Auf Grundlage des berechneten verlorenen EZV erfolgte bei 69 Patientinnen und Patienten die Analyse dieser Faktoren im Hinblick auf ihren prädiktiven Wert für einen erhöhten perioperativen Erythrozytenverlust. Für Patientinnen und Patienten mit einem präoperativen EZV über 1800 ml, männliche Personen, einen präoperativen Hb-Wert höher als 14 g/dl und ein Alter unter 70 Jahren zeigte sich ein signifikant erhöhter berechneter perioperativer BV (p < 0.01). Für präoperative Thrombozytenkozentrationen über 260 Tsd./µl und eine OP-Zeit über 70 Minuten ergab sich ein signifikant erhöhter berechneter perioperativer BV (p < 0.05). Für die Blutgruppen, die ASA-Klassifikation, den BMI und das Anästhesieverfahren war kein signifikant erhöhter berechneter perioperativer BV festzustellen (p > 0.05). Der perioperative BV ist gegenüber der intraoperativen Schätzung um den Faktor 3 größer, die Schätzung korreliert nur schwach mit dem perioperativen BV und unter-schätzt diesen. Das präoperative EZV ist, bei Berücksichtigung weiterer patientenindividueller Daten, im Vergleich zum präoperativen Hb-Wert besser geeignet, den perioperativen BV voraus-zusagen. Die Ergebnisse der vorliegenden Arbeit tragen dazu bei, den zu erwartenden periopera-tiven BV bei der Implantation einer Hüftendoprothese besser abschätzen zu können, und leisten so einen Beitrag zur Etablierung eines individuellen Transfusionsregimes. In zukünftigen Arbeiten sollte in einer größeren Studienpopulation der prädiktive Einfluss von patientenindividuellen Faktoren auf den perioperativen BV bei endoprothetischem Hüftgelenksersatz weiter untersucht werden.deIn Copyrightddc:610Die perioperative Änderung des berechneten Erythrozytenvolumens in Abhängigkeit von patientenindividuellen Prädiktoren bei endoprothetischem Hüftgelenksersatz