Schranz, DietmarAkintürk, Ismail HakanVadasz, IstvanBauer, Anna JulianeAnna JulianeBauer2025-07-292025-07-292024https://jlupub.ub.uni-giessen.de/handle/jlupub/20728https://doi.org/10.22029/jlupub-20078Die Herzinsuffizienz bleibt ein hochaktuelles Thema und die Behandlung eine Herausforderung in der medizinischen Versorgung. Im fortgeschrittenen Krankheitsverlauf sind und bleiben die Therapieoptionen vorerst limitiert. Für die Behandlung der Symptome und Erkrankung besteht daher ein großer Bedarf nach neuen Strategien, Forschungsarbeiten und innovativen interventionellen Verfahren. In dieser kumulativen Dissertation werden drei Publikationen zusammengeführt, die eine palliative interventionelle Methode in der Behandlung einer Rechts- und Linksherzinsuffizienz mit Schwerpunkt bei Kindern beschreiben. Dabei handelt es sich um die Schaffung einer restriktiven Vorhofseptumkommunikation. Ziel der retrospektiven Studien war, die Durchführbarkeit und Effizienz dieser Methode als Palliation bei Rechts- und Linksherzinsuffizienz unterschiedlicher Ätiologie zu evaluieren. Von 2009 bis 2016 wurden am Kinderherzzentrum in Gießen 341 atriale Kommunikationen mit Herzkatheter-Technik bei 262 Patienten mit angeborenen Herzfehlern oder erworbenen Herzerkrankungen im Alter von 1 Tag bis zu 77 Jahren durchgeführt. Von dieser Patientenkohorte wurden 57 Patienten ausgewählt, die an einer Rechts- oder Linksherzinsuffizienz litten. Bei diesen wurden insgesamt 78 Herzkatheterinterventionen notwendig, um eine effiziente restriktive Vorhofseptumkommunikation als palliative Behandlungsstrategie der Herzinsuffizienz zu gewährleisten. In der ersten Publikation wurden 11 Patienten mit pulmonaler Hypertonie diskutiert, in einer zweiten Arbeit wurden 24 Patienten mit HFpEF und HFmEF zusammengefasst und in einer dritten Publikation 22 Patienten mit einer DCM mit HFrEF evaluiert. Bei den insgesamt 57 Patienten konnte eine restriktive atriale Vorhofseptumkommunikation als „Überlaufventil“ bei unterschiedlichen Formen und Ätiologien der Herzinsuffizienz altersunabhängig auch oder gerade bei schwerst erkrankten Patienten mit Rechts- und Linksherzinsuffizienz ohne Sterblichkeit und ohne direkte Komplikation durchgeführt werden. Der positive Effekt der Intervention konnte in den jeweiligen Patientengruppen belegt werden. In der Gruppe der Patienten mit pulmonaler Hypertonie zeigten vor allem die Patienten mit PAH-assoziierten Synkopen und pulmonalarteriellen Krisen eine deutliche klinische Verbesserung. Die Patienten mit HFpEF und HFmEF zeigten hinsichtlich der NYHA-Klassifikation und dem Abfall des linksatrialen Drucks eine Verbesserung. Und auch in der Patientengruppe mit DCM konnte eine deutliche Abnahme des BNP- Werts mit signifikanter Reduktion des linksatrialen Drucks und Anstieg der Ejektionsfraktion beobachtet werden. Die drei veröffentlichten Arbeiten geben Antwort auf die übergeordnete Fragestellung hinsichtlich einer interventionellen „on top Strategie“ bei Vorliegen einer Rechts- und Linksherzinsuffizienz. Trotz eines retrospektiven Studiendesigns können die Ergebnisse der drei Arbeiten Argumente und die Basis für weitere prospektive Studien mit dem Ziel der Fortführung und Erprobung der angeführten Strategien liefern.deAttribution-NoDerivatives 4.0 Internationalddc:610Stellenwert der perkutanen Vorhofseptummanipulation in der Behandlung einer Links- und Rechtsherzinsuffizienz