Bodewig Isidor Serrano, FelipeFelipeBodewig Isidor Serrano2023-03-282013-01-312023-03-282012http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:hebis:26-opus-91760https://jlupub.ub.uni-giessen.de/handle/jlupub/15891http://dx.doi.org/10.22029/jlupub-15273Ziel der Arbeit ist es, Möglichkeiten zur Verbesserung der Wirksamkeit der Entwicklungszusammenarbeit (EZ) aufzuzeigen. Unter Zuhilfenahme arbeits- und organisationspsychologischer Erkenntnisse steht insbesondere die Verbesserung der Wirksamkeit von EZ-Beratungen im Mittelpunkt der Arbeit, da Beratungen die wesentliche Strategie der EZ darstellen. Die Arbeit lässt sich prinzipiell in drei Hauptmodule unterteilen, dem EZ-Modul, dem verhaltensorientierten Modul und dem Verzahnungsmodul. In dem EZ-Modul werden die Wirksamkeitsdebatte und ihr politischer Weg aufgezeigt und damit der verstärkte Fokus der EZ auf die Wirksamkeit von EZ-Maßnahmen beschrieben. Im Mittelpunkt stehen dabei die Millennium Development Goals (MDGs) als Richtungsweiser der EZ sowie die Effektivitätsprinzipien der Pariser Deklaration, deren kontinuierliche Berücksichtigung in EZ-Maßnahmen positiv zu den MDGs beitragen soll. Außerdem werden in dem EZ-Modul wichtige Aspekte bei der Planung und Messung der Effekte von Interventionen sowie die wesentlichen Charakteristika von Interventionen dargelegt, die sich bisher in der 50-jährigen Geschichte der EZ etabliert haben und daher bei der Entwicklung neuer Verfahren zur Steigerung der Wirksamkeit berücksichtigt werden müssen. Im Einzelnen handelt es sich um die Verwendung von Wirkungsketten, von Zielen auf verschiedenen Ebenen, von Indikatoren und die Verwendung von Instrumenten für das Monitoring, die Evaluierung und die impact-Evaluierung von EZ-Maßnahmen. Darüber hinaus wird gezeigt, wie Interventionen sowie die Durchführung von Wirksamkeitsmessungen in der EZ-Praxis umgesetzt werden. Dies beinhaltet Erläuterungen zur Aufteilung der deutschen EZ in Finanzielle Zusammenarbeit (FZ) und Technische Zusammenarbeit (TZ), zur wichtigen Rolle der Consultingwirtschaft in der EZ, zur Abwicklung von konkreten Beratungseinsätzen und zum erhöhten Bedarf an neuen Verfahren zur Steigerung der Wirksamkeit. In dem zweiten Modul, dem verhaltensorientierten Modul, werden die wesentlichen Kernelemente der im Zentrum dieser Arbeit stehenden Goal Setting Theory (Zielsetzungstheorie, GST) als Ausgangspunkt für eine wirksamere EZ diskutiert. Übertragen auf die EZ handelt es sich bei goals um sogenannte output- bzw. use of output-Ziele. Dieser Teil der Arbeit stellt die theoretische Grundlage des Analysekonzepts dar. Seine Besonderheit besteht zum einen in der systematischen Analyse der GST in Verbindung mit einer Auseinandersetzung hinsichtlich ihrer Übertragbarkeit auf Teamebene (da ursprüngliche Erkenntnisse auf Individualebene gewonnen wurden) und auf Beratungseinsätze in der EZ. Zum anderen wird die GST in einen Kontext mit der Prinzipal-Agenten-Theorie gesetzt, da EZ-Beratungen häufig eine Form der Zusammenarbeit von Wirtschaftssubjekten mit eigennützigen und divergierenden Zielsetzungen in einer arbeitsteiligen Wirtschaft darstellen. In dem dritten Modul findet schließlich eine Verzahnung der beiden Module statt. Die Ergebnisse werden in einem in dieser Arbeit entwickelten Modell, dem Increased Performance Model for Development (IPMD), zusammengefasst, das theoriegestützte Empfehlungen zur Wirksamkeitssteigerung bereitstellt und eine merkliche Bereicherung gegenüber der im aktuellen Tagesgeschäft überwiegend praktizierten Vorgehensweise in der EZ darstellt. Konkret soll über dessen Anwendung die Motivation und die Arbeitsleistung von Beratungsgruppen in EZ-Beratungseinsätzen nachhaltig gesteigert werden kann. Das IPMD besteht zum einen aus einem Entscheidungsbaum, der als Instrument zur Identifizierung geeigneter output- bzw. use of output-Ziele verwendet werden kann und entsprechende Handlungsvorschläge für verschiedene Situationen in der EZ-Beratung bereitstellt (da Rahmenbedingungen, Motivation und Bereitschaft zu Reformen sowie das Verhalten der in Beratungen involvierten Personengruppen von Land zu Land und von Sektor zu Sektor differieren können). Zum anderen besteht das Modell aus einem Analyseplan, der das Monitoring innerhalb eines Vorhabens darin unterstützen kann, geringe Arbeitsleistungen der Beratungsgruppe zu analysieren bzw. mögliche Engpassfaktoren zu identifizieren. Das IPMD wird abschließend an einem geplanten Kurzzeiteinsatz in einem deutschen EZ-Vorhaben in Syrien hypothetisch erprobt.de-DEIn Copyrightddc:330Steigerung der Leistung von Akteuren und Teams im entwicklungspolitischen Kontext durch die stärkere Berücksichtigung von output- und use of output-Zielen