Müller-Ladner, UlfFölsch, ChristianSauermilch, Hani ManfredHani ManfredSauermilch2022-10-142022-10-142022https://jlupub.ub.uni-giessen.de/handle/jlupub/7754http://dx.doi.org/10.22029/jlupub-7185Die rheumatoide Arthritis als chronisch entzündliche Autoimmunerkrankung gewinnt global gesehen und vor allem in der westlichen Welt zunehmend an Bedeutung. Trotz intensiver Forschung hat bis heute noch kein kurativer Therapieansatz den klinischen Alltag erreichen können, was vor allem auf die multifaktorielle Pathogenese der Erkrankung zurückgeführt wird (Woolf et al. 2012), (Robert Koch Institut 2015). Ziel dieser Arbeit war es spezifische Scores zur Charakterisierung und Einteilung der in einem CIA-Modell induzierten Arthritis zu erarbeiten, um einerseits mögliche Adipositas-induzierte Veränderungen auf die Intensität und Progredienz der Arthritis untersuchen zu können und andererseits die Rolle von Adipokinen wie Leptin, Visfatin und Adiponektin im Rahmen der entzündlichen Arthritis zu evaluieren. Die induzierte Adipositas hatte in diesem Mausmodell keinen direkten Einfluss auf die Schwere der Arthritis, jedoch zeigten übergewichtige Tiere früher arthritische Gelenksveränderungen und damit Krankheitszeichen. Dies impliziert, dass auch beim Menschen eine Adipositas zu einer früheren Krankheitsmanifestation führen könnte und folglich trotz heterogener Studienlage als Risikofaktor berücksichtigt werden sollte (George und Baker 2016). Zudem verdichten sich die Hinweise, dass sich die Adipositas auch negativ auf die Effektivität medikamentöser Therapiestrategien auswirken kann (Schäfer et al. 2020). Interessanterweise konnte in dieser Arbeit vor allem bei übergewichtigen Tieren eine erhöhte gelenknahe Expression von Leptin, Visfatin und Adiponektin festgestellt werden, die sich einhergehend mit systemischen und gelenksnahen Entzündungszeichen sehr wahrscheinlich negativ und damit proentzündlich auf die Arthritis ausgewirkt haben. Auffallend war, dass sich diese Beobachtungen in den systemischen Messwerten aller untersuchten Adipokine nicht widerspiegelten und sich speziell bei Adiponektin invers zueinander verhielten. Die Rolle der systemischen vs. lokalen Adipokine sollte folglich auch beim Menschen differenziert betrachtet werden, da zudem bereits unterschiedliche Wirkungen im gelenknahen und systemischen Kontext beobachtet werden konnten (Frommer et al. 2010), (Orlando et al. 2019). Aufgrund des proinflammatorischen Einflusses der Adipokine im lokalen Gelenk scheint eine selektive Beeinflussung der durch Adipokine vermittelten Signalkaskaden durchaus attraktiv. Jedoch sollten sich die Entwickler dieser Therapiestrategien der lokalisationsabhängigen Unterschiede in Bezug auf Wirkung und Regulation bewusst sein und möglichst lokal, aufgrund eines hohen zu erwartenden Nebenwirkungspotentials und nicht systemisch ihre Wirkung entfalten.deIn Copyrightddc:610Korrelation von metabolischen Parametern einer Hochfett-Diät mit Parametern arthritischer Gelenkveränderungen