Relevanz der computertomographischen Untersuchung des Schädels von Katzen mit einem geringgradigen Schädel-Hirn-Trauma : Vergleich der bildgebenden Verfahren - Röntgen versus Computertomographie - im Hinblick auf knöcherne Veränderungen des Schädels bei Katzen mit einem geringgradigen Schädel-Hirn-Trauma

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2009

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Zusammenfassung

In der Humanmedizin ist die radiologische Bildgebung ein zentraler Bestandteil derNeurotraumatologie, mit deren Hilfe eine vollständige Erfassung des Verletzungsausmaßesbei Patienten mit einem Schädel-Hirn-Trauma (SHT) möglich wird. Indiesem Zusammenhang gilt die Computertomographie (CT) als das wichtigstebildgebende Verfahren in der Akutdiagnostik und löst in diesem Kontext das Röntgenvollständig ab.In Anlehnung an die radiologische Aufarbeitung von SHT Patienten in derHumanmedizin war die Zielsetzung des ersten Teils der vorliegenden Studie, dieNotwendigkeit einer computertomographischen Untersuchung des Kopfes vonKatzen mit einem geringgradigen SHT zu evaluieren. Die Untersuchung solltedetaillierte Erkenntnisse über das Vorkommen intrakranieller und extrakraniellknöchernerVeränderungen ergeben.Im Unterschied zur Humanmedizin ist in der Veterinärmedizin die konventionelleröntgenologische Aufarbeitung traumatisierter Tiere nach wie vor etabliert. ImHinblick darauf wurde im zweiten Teil dieser Arbeit ein Vergleich der diagnostischenMöglichkeiten des konventionellen Röntgens mit der CT bei Katzen mit einemgeringgradigen SHT vorgenommen. Die Befunderhebung beider bildgebenderVerfahren beschränkte sich ausschließlich auf die knöchernen Strukturen desSchädels. Das Ziel dieser Untersuchung war es, einen Goldstandard für einoptimales diagnostisches Management bei Katzen mit einem geringgradigen SHTund/oder kraniofazialen Verletzungen zu definieren.Bei der computertomographischen Untersuchung kommt ein 16-zeiliger Spiral-CT derFirma Phillips zum Einsatz. Die Röntgenbilder werden mit dem Televix 1600 mitObertischröhre und Durchleuchtungsfunktion der Firma CGR mit dem GeneratorSelctor MD Typ 125-80 der Firma Hofmann angefertigt.Es wurden 34 Katzen mit einem geringgradigen SHT computertomographischuntersucht und zusätzlich zum Vergleich beider bildgebenden Verfahren bei 28Tieren Röntgenbilder des Kopfes in 2 Ebenen angefertigt. Insgesamt wurden 47anatomische Strukturen am Schädel der Tiere beurteilt.Von den 34 computertomographisch untersuchten Katzen wiesen 28 Tiere (82%)mindestens eine kraniofaziale Fraktur auf. Der hohe prozentuale Anteil (77%)multipler Frakturen (> 2) spiegelte das Ausmaß der knöchernen Verletzungsfolgeninnerhalb unseres Patientenkollektivs wider. Frakturen der Orbita (71%), des Vomer(59%), sowie der Ober- (59%) und Unterkiefersymphyse (56%) gehörten zu den amhäufigsten diagnostizierten Veränderungen bei Patienten mit einer kraniofazialenFraktur.In der Humanmedizin wurden erstmals 1901 klassische Bruchlinienverläufe beiMittelgesichtsfrakturen (Le Fort I-III Frakturen) beschrieben. Der Nachweis gehäuftkombiniert auftretender Frakturen gelang auch in der vorliegenden Arbeit bei Katzenmit einem kraniofazialen Trauma. Eine statistische Signifikanz bestand bei folgendenFrakturkombinationen:- Viszero- und Neurokranium (p = 0,0001)- Oberkiefersymphyse und Orbita (p < 0,0001)- Oberkiefersymphyse und Vomer (p < 0,0001)- Oberschädel und Unterkiefer (p = 0,0003)- Unter- und Oberkiefersymphyse (p = 0,0013).Trotz der zum Teil erheblichen Schädelverletzungen gelang bei keinem Tier derNachweis einer traumaassoziierten intrakraniellen Pathologie. Nach dem jetzigenKenntnisstand ist das alleinige Kriterium eines leichten SHTs im Hinblick aufintrakranielle Verletzungsfolgen nicht ausreichend, um eine generelle Empfehlungder CT bei dieser Patientengruppe auszusprechen.Im Rahmen der vergleichenden Untersuchung (Röntgen versus CT) konnten imzweiten Teil dieser Arbeit signifikante Unterschiede bei der Erkennung vonSchädelfrakturen aufgezeigt werden.Eine gute Übereinstimmung der Befunde zeigten das Röntgen und die CT bei denDiagnosen der Unter- und Oberkiefersymphysiolyse sowie der Kiefergelenksfrakturen.Im Vergleich zum Röntgen war die CT signifikant empfindlicher in der Darstellungvon Frakturen des Vomer (p < 0,0001), des Os palatinum (p = 0,0005) sowie derdazugehörigen Sutura palatina mediana (p = 0,001) und des Os temporale(p = 0,016).An 23 unterschiedlichen Schädelstrukturen konnten Frakturen anhand derRöntgenbilder nicht diagnostiziert werden, wohingegen diese computertomographischeindeutig darstellbar waren. Eine statistische Signifikanz bestanddiesbezüglich bei der Beurteilung des Os ethmoidale (p < 0,0001), des Os frontale(p<0,0001), des Os sphenoidale (p < 0,0001), des Septum nasi (p < 0,0001), derOssa conchae (p = 0,0001), des Os präsphenoidale (p = 0,0001), der Laminaperpendicularis des Os palatinum (p = 0,001), der Sutura nasomaxillaris und des Oslacrimale (p = 0,016), des Os pterygoideum (p = 0,031) und kleinerer Fortsätze(Processus sphenoidalis (p = 0,0002), Hamulus pterygoideus (p = 0,031)). Anhandder Röntgenbilder wurden zudem an 11 verschiedenen SchädelregionenFrakturdiagnosen gestellt, die sich in der CT nicht bestätigen ließen. Aufgrund dergeringen Größe und Komplexität der knöchernen Schädelstrukturen gestaltete sichdie röntgenologische Interpretation überwiegend in Bereichen mehrfacherÜberlagerungen schwierig bis unmöglich.In der vorliegenden Arbeit war die CT dem konventionellen Röntgen in derFrakturerkennung am Schädel deutlich überlegen und kann aufgrund dessen alsDiagnostikum der Wahl bei Katzen mit einem geringgradigen SHT gewertet werden.Um mit der Humanmedizin vergleichbare Angaben und Klassifikationen derBruchlinienverläufe am Schädel von Katzen vornehmen zu können, sind weiteregezielte Untersuchungen notwendig. In diesem Zusammenhang wäre es interessant,in Anlehnung an Le Fort zunächst an Köpfen von Katzenkadavern eineUntersuchung der Frakturverläufe durch zu führen, um anschließend dieÜbertragbarkeit der Ergebnisse an Patienten mit einem kraniofazialen Traumaüberprüfen zu können.


In humans, diagnostic imaging particularly computed tomography (CT) plays acentral role for the complete evaluation of head injuries. CT is the imaging modality offirst choice for the initial assessment of acute craniocerebral traumas and hascompletely replaced conventional radiography in human neuro-traumatology yearsago. Therefore, CT imaging has great impact on the diagnosis and therapy planningof cerebrocranial traumas in human patients.The first aim of the study was to describe in detail intracranial and extracraniallesions detected by CT imaging in cats with mild cerebrocranial trauma and evaluatethe diagnostic value of the use of head CT studies for cats with mild head traumas.In contrast to human medicine, conventional radiography of the skull is still used asfirst line approach in small animal patients with head injuries. Therefore, the secondaim of the study was the comparison of the diagnostic impact of CT findings with thatof radiographic findings. Furthermore, we aimed to establish a gold standard for theoptimal diagnostic management of cats with mild head injuries with or withoutcraniofacial lesions.34 cats with mild head trauma obtained CT scans of the head by using a 16 slicespiral CT. For 28 of these 34 cats with mild cerebrocranial trauma skull radiographsin ventrodorsal and laterolateral projections were obtained by using a computedradiography system with integrated fluoroscopy (Televix 1600 from CGR withGenerator Selctor MD Typ 125-80 from Hofmann). In total 47 anatomic structures ofthe feline skull were assessed for fractures and results were compared for bothimaging modalities. Findings reported in this study were exclusively limited to lesionsof bony structures of the feline head.Using CT scans we detected in 28 of 34 cats (82%) at least one single craniofacialfracture per examined cat. In more than 2/3 (77%) of our patients with mild headtrauma we found multiple (> 2) fractures of the skull by CT scanning. Thisrepresented very well the extent and severity of bone injuries we had observed in ourpatient population of cats with mild head injury.The most common pathologic findings detected by CT were orbital fractures with71%, followed by fractures of the vomeral bone with 59%, maxillary midlineseparations with 59% and symphyseal separations of the maxilla and mandibula with59% and 56%, respectively.In humans, the classic distribution of fracture lines of the mid face is described as LeFort fractures (types I-III). Similar to this classification we found in our patientpopulation of cats with mild craniofacial trauma some combinations of fractures,which frequently occurred together. Following combinations of fractures weresignificantly more often found than that of others:- viscero and neurocranium (p = 0.0001)- separation of the maxillar symphysis and orbita (p < 0.0001)- separation of the maxillar symphysis and vomeral bone (p < 0.0001)- head and mandibula (p = 0.0003)- separation of the maxillar and mandibular symphysis (p = 0.0013)CT could not detect any trauma associated intracranial lesions in our feline patientsdespite their often considerable bone injuries. Thus, the presence of a mildcerebrocranial trauma by itself does not justify in cats the use of CT in order to detector exclude trauma associated intracranial lesions.In the second part of this study we found substantial agreement of both imagingmodalities in the diagnosis of fractures separating the symphysis of maxilla andmandibula as well as of the temporomandibular joint.CT was significantly superior to conventional radiography in the visualization offractures of the vomeral bone (p < 0.0001), palatine bone (p = 0.0005) and theattendant median palatine suture (p = 0.001) and the temporal bone (p = 0.016).We observed that 23 skull fractures of different anatomic regions were missed byconventional radiography, that clearly were detected by CT scans. This wasstatistically significant for fractures in 11 different anatomic locations: fractures of theethmoid bone (p < 0.0001), fractures of the frontal bone (p < 0.0001), fractures of thesphenoid bone (p < 0.0001), fractures of the nasal septum (p < 0.0001), destructionof nasal conchae (p = 0.0001), fracture of the paesphenoid bone (p = 0.0001),fracture of the lamina perpendicularis of the palatine bone (p = 0.001), separation ofthe nasomaxillary suture (p = 0.016), fractures of the lacrimal bone (0.0016),fractures of the pterygoid bone (p = 0.03) and fractures of small processes such ashamulus pterygoideus (p = 0.031), sphemoidal process (p = 0.0002) were missed.In addition, interpretation of the radiographic findings repeatedly caused falsepositive findings of fractures on 11 different anatomic localizations, which were notverified as fractures by CT diagnosis.In this study we showed that CT was significantly better suited than conventionalradiography in providing complete in detail information on the fine and complex felinehead structures.In conclusion the results of this study recommend the use of CT to achieve completeassessment of fractures and optimal treatment planning of head injuries in thisspecies. To obtain comparable information for the classification of skull fracturedistribution, like in human medicine established, further studies in cats are needed. Itwould be interesting to make a cadaveric study in cats for the classification of skullfracture distribution and to compare the results with fracture distribution in cats withcraniofacial trauma.

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Giessen : VVB Laufersweiler 2010

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