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Spätpotentialmessungen mit zwei unterschiedlichen Methoden : Kurzzeitaufzeichnungen unter kontrollierten Bedingungen im Vergleich zu digitalen 24h-Langzeitaufzeichnungen im Alltag

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2001

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Spätpotentialbefunde können bei der Risikostratifikation von Postmyokardinfarkt-Patienten zur Identifizierung von Hochrisikopatienteneingesetzt werden. Bisher wurden hierzu Spätpotentialparameter aus einer ca. zehnminütigen Kurzzeit-EKG-Aufzeichnung analysiert. Seitkurzem gibt es die Möglichkeit, Spätpotentiale auch mit einem digitalen 24h-Langzeit-EKG-Gerät zu ermitteln, welches gleichzeitig weitereRisikoparameter, wie die Herzfrequenzvariabilität, die Anzahl der ventrikulären Extrasystolen und ST-Streckenveränderungen, aufzeichnenkann. Im Rahmen der vorliegenden Arbeit sollte untersucht werden, ob durch ein digitales Langzeit-EKG-System (FD3-Rekorder, OxfordInstruments, Abingdon, OX, GB) Spätpotentiale nach international anerkannten Kriterien (Task Force Committee of the European Societyof Cardiology, the American Heart Association and the American College of Cardiology, 1991) aufgezeichnet werden können und inwelchem Maße sich die Ergebnisse von denen eines Kurzzeit-EKG-Systems (Predictor TM 1, Corazonix Corporation, Oklahoma City, OK,USA) unterscheiden. Daneben sollten die Ergebnisse auf geschlechtsspezifische Unterschiede der Spätpotentialparameter analysiertwerden. Für 145 gesunde Personen konnten mit dem FD3 in 24 h durchschnittlich 90 gefilterte QRS-Komplexe mit einer Rauschspannung unter 0,7µV ermittelt werden. Für den Vergleich der Spätpotentialparameter QRSd (Dauer des gefilterten QRS-Komplexes), RMS (MittlereVektoramplitude der letzten 40 ms des gefilterten QRS-Komplexes) und LAS (Dauer der niedrig-amplitudigen Signale) wurde beimFD3-Rekorder der gefilterte QRS-Komplex mit der niedrigsten Rauschspannung (durchschnittlich 0,28 µV) ausgewählt. AndereAuswertungen, z. B. Mittelwerte der Spätpotentialparameter der gefilterten QRS-Komplexe mit Rauschspannung unter 0,7 µV, liefertenvergleichbare Ergebnisse. Es konnte gezeigt werden, dass die QRSd-Werte aus beiden Geräten sehr gut übereinstimmten. Dagegen lagen die LAS-Werte beimFD3 systematisch höher als beim Predictor, bei den RMS-Werten verhielt es sich umgekehrt. Die Anwendung der Spätpotentialkriteriendes Task Force Committee führt daher beim Einsatz des FD3 häufiger zu positiven Spätpotentialbefunden als beim Einsatz des Predictor.Durch Beachtung der im Rahmen dieser Arbeit ermittelten statistischen Zusammenhänge (EiV-Regression) zwischen Messwerten desFD3 und des Predictor können diese systematischen Abweichungen bei der Erhebung von Spätpotentialbefunden berücksichtigt werden.Dies ist zu empfehlen, damit Postmyokardinfarkt-Patienten nicht unnötig durch eine invasive Diagnostik oder Therapie belastet werden. Im Rahmen dieser Arbeit konnten ferner geschlechtsspezifische Unterschiede der QRSd-Werte allgemein und der RMS-Werte beijüngeren Personen gezeigt werden. Die Ergebnisse dieser Arbeit verdeutlichen, dass das digitale Langzeit-EKG-System im klinischen Routinebetrieb zur Bestimmung vonSpätpotentialen, unter Beachtung der oben genannten Punkte, eingesetzt werden kann. Dadurch kann in Zukunft die Risikostratifikation vonPostmyokardinfarkt-Patienten durch die simultane Bestimmung mehrerer Parameter mit einer einzigen digitalenLangzeit-EKG-Aufzeichnung kosteneffektiv durchgeführt werden.

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