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Item type:Item, Von der präoperativen Risikostratifizierung zur Risikominimierung durch individualisierte perioperative Therapiestrategien bei nicht-herzchirurgischen Operationen(2025) Schmidt, Götz FriedrichDer Erkennung sowie dem anschließenden, individualisierten und zielgerichteten Management von Risikopatienten vor, während und nach nicht-herzchirurgischen Operationen kommt eine wachsende Bedeutung zu, wenngleich dezidierte Therapiestrategien bislang kaum verfügbar sind. Hier stehen vor allem die Erkennung und Optimierung kardialer Erkrankungen sowie die postoperative Vermeidung von kardiopulmonalen Komplikationen im Vordergrund. In dieser Habilitationsschrift wurden daher zunächst Patienten mit einem erhöhten postoperativen Morbiditätsrisiko mittels präoperativer NT-proBNP-Messung identifiziert. Hierzu wurde im Rahmen einer Observationsstudie bei 200 Patienten vor nicht-herzchirurgischer Operation mit mittlerem oder hohem chirurgischem Risiko in Allgemeinanästhesie routinemäßig NT-proBNP bestimmt und ein Grenzwert für die Prädiktion eines weitgefassten Morbiditätsendpunkts (Rehospitalisierung, akute Nierenschädigung, Infektion und kardiale Dekompensation) gesucht. Patienten mit NT-proBNP >450 pg/ml wiesen dramatisch erhöhte Ereignisraten im postoperativen 30-Tagesverlauf auf. Die Vorhersage des primären Endpunkts mittels isolierter und einmaliger NT-proBNP-Messung war im Vergleich zum etablierten Revised Cardiac Risk Index nach Lee verbessert. Die Biomarker-Messung kann somit die rein klinische Risikoeinschätzung verbessern, sodass im Rahmen der nächsten Arbeiten einerseits der Fokus auf das intraoperative Management mittels zielgerichteter, hämodynamischer Therapiealgorithmen gelegt wurde. Andererseits wurden in laborexperimentellen Versuchsreihen verschiedene kreislaufwirksame Medikamente untersucht, die die mukoziliäre Clearance-Funktion der unteren Atemwege und damit deren Integrität und die pulmonale Funktion insgesamt im perioperativen Umfeld beeinflussen könnten. In einer monozentrischen, randomisierten Interventionsstudie stand zunächst der Einfluss der Infusionsgeschwindigkeit auf die Effektivität einer Bolusinfusion im Fokus. Hier zeigte sich, dass Bolusinfusionen, innerhalb von fünf Minuten appliziert, hämodynamisch effektiver sind als Gaben desselben Volumens innerhalb von 20 Minuten. Des Weiteren waren kolloidale Infusionen hinsichtlich der initialen hämodynamischen Antwort effektiver als kristalloide Infusionen. Im Rahmen einer multizentrischen randomisierten Interventionsstudie wurde sodann ein zielgerichteter hämodynamischer Therapiealgorithmus mit dem Ziel des Erhalts eines individuell optimierten Herzindex nach Narkoseinduktion und Volumenausgleich evaluiert. Hier wiesen die Patienten in der Interventionsgruppe jedoch eine erhöhte Inzidenz des primären Endpunkts auf, welcher sich aus Mortalität und relevanter Komplikation zusammensetzte. Vermutlich trug hier der retrospektiv scheinbar inadäquate Zeitpunkt der Bestimmung des optimalen Herzindex sowie die liberale Gabe von Dobutamin dazu bei. In zwei tierexperimentellen Versuchsreihen wurde untersucht, ob die perioperativ häufig applizierten, kreislaufwirksamen Pharmaka die mukoziliäre Clearance-Funktion der unteren Atemwege beeinflussen können. Hierzu wurde die Partikeltransportgeschwindigkeit bei isolierten Mäusetracheen unter dem Einfluss von Cafedrin/Theodrenalin, Dopamin, Noradrenalin und Vasopressin sowie zur Aufdeckung der zugrundeliegenden Signaltransduktionskaskaden nach zusätzlicher Inkubation mit verschiedenen inhibitorischen Substanzen gemessen. Hier erhöhten alle genannten Pharmaka die Partikeltransportgeschwindigkeit am Trachealepithel dosisabhängig stark, sodass eine zumindest transiente Wirkung bei intravenöser Applikation auch im Menschen möglich erscheint. Zusammenfassend lieferten die in dieser Habilitationsschrift dargelegten Originalarbeiten neue Implikationen für die Erkennung und das individualisierte, interdisziplinäre perioperative Management von Hochrisikopatienten vor nicht-herzchirurgischen Operationen, die derzeit in weiteren Studien noch tiefergehend evaluiert und weiterentwickelt werden.Item type:Item, Studies on neuroinvasion, susceptibility and long-term persistence of alphaherpesviruses in the murine central nervous system(2025) Korff, ViktoriaAlphaherpesviruses such as HSV-1 and PrV exhibit pronounced neurotropism and the ability to establish acute and latent infections within the nervous system. To elucidate key determinants of alphaherpesviral neuroinvasion and persistence, this thesis employed the attenuated mutant PrV-ΔUL21/US3Δkin in CD-1 mice, which reproduces hallmark features of human HSE. Through a combination of targeted stereotactic and intranasal infection models, three principal aspects were addressed: (i) regional and cell type–specific neuronal susceptibility, (ii) anatomical pathways of early CNS entry, and (iii) long-term infection dynamics including latency and reactivation. The studies identified the mesial temporal, piriform, and prefrontal cortices as core targets, linked to high nectin-1 expression and specific anatomical connectivity. Neuroanatomical mapping revealed that PrV gains CNS access via a multimodal cranial-nerve network encompassing trigeminal, olfactory, glossopharyngeal-vagal, and hypoglossal routes converging in the brainstem. Long-term analyses demonstrated persistent, low-grade infection and episodic abortive or subclinical reactivation associated with neuroinflammatory responses, indicating a predominantly central establishment of viral latency that extends the current understanding of alphaherpesviral persistence to include central neuronal reservoirs in addition to peripheral ganglia. Collectively, these findings establish the PrV-ΔUL21/US3Δkin model as a robust and translationally relevant system for dissecting regional and receptor-dependent neurotropism, multimodal cranial-nerve-mediated CNS entry, and the central dynamics of alphaherpesviral latency and reactivation.Item type:Item, Makroskopische und molekularbiologische Evaluation des Einheilens neu entwickelter Polymerimplantate bei osteochondralen Kniedefekten am Schafmodell(2025) Tüngler, Tim LudwigDie Behandlung osteochondraler Läsionen ist eine große klinische Herausforderung. Etablierte Verfahren führen häufig lediglich zur Bildung von minderwertigem Faserknorpel. Im Rahmen dieses BMBF-geförderten Projekts wurden daher mittels eines laserassistierten 3D-Druckverfahrens biphasische Polymerimplantate entwickelt. Diese Implantate imitieren mit ihren interkonnektierenden Poren die osteochondrale Zone. Als Polymere kamen LCM3 (Abbau über Milchsäure) und ACM (Abbau über Aminosäuren) zum Einsatz. Um die Zellbesiedlung zu fördern, wurden zwei Implantatgruppen zusätzlich mit einem kollagenbasierten Biogel versehen. Ziel dieser Studie war die makroskopische und molekularbiologische Analyse der Defektheilung in einem Großtiermodell. Dazu wurden je zwei zylindrische Implantate (7 mm Durchmesser, 10 mm Höhe) in das distale Femur von adulten, weiblichen Schafen (n = 5 pro Gruppe; Gewicht 66,28 ± 1,72 kg) eingesetzt. Ein Implantat wurde in der medialen Femurkondyle platziert und das zweite proximal davon. Die Versuchsgruppen erhielten entweder LCM-Implantate ohne Biogel (L-OB), LCM-Implantate mit Biogel (L-B) oder ACM-Implantate mit Biogel (A-B). Nach drei Monaten erfolgte die makroskopische und molekularbiologische Evaluation der Defektzonen. Makroskopisch zeigten die meisten Defekte eine gute Implantatintegration (Grad II nach ICRS), jedoch ohne signifikante Unterschiede zwischen den Gruppen. Die molekularbiologische Analyse hingegen, welche für die qualitative Beurteilung der Gewebeheilung entscheidend war, offenbarte signifikante Effekte: Die Gruppe L-B induzierte die stärkste Chondrogenese, was durch eine signifikant erhöhte Expression der hyalinen Knorpelmarker Sox9 und Col2 belegt wurde. Im Gegensatz dazu deutete eine erhöhte Col1-Expression in der Gruppe L-OB auf eine fibröse Regeneration hin. Darüber hinaus war der Knochenresorptionsmarker CtsK in der Gruppe L-OB erhöht, woraus ein stabilisierender Effekt des Biogels auf die Knochenphase abgeleitet werden kann. Die Studie belegt somit die molekularbiologische Überlegenheit der LCM-Biogel-Kombination hinsichtlich der Bildung von qualitativ hochwertigem, hyalinähnlichem Knorpel. Obwohl die Implantate vielversprechend erscheinen, sind für eine abschließende Bewertung weitere immunhistochemische und histologische Analysen erforderlich.Item type:Item, Berufliche Zukunftsprofile und studentische Rahmenbedingungen im Medizinstudium: Lebenslagen von Studierenden der Landarztquote und regulär Zugelassenen sowie motivationale Wirkung des Wahlfachs in der Allgemeinmedizin – Eine empirische Evaluation an der Justus-Liebig-Universität Gießen(2026-06-01) Yalcin, Cem SerkanItem type:Item, Integrating floral morphogenesis and transcriptomics in eudicots(2025-08) Kong, DoudouComparative transcriptomics reveals how conserved regulators and flexible gene expression programmes shape the stability and diversity of carpel identity and differentiation. Taking this perspective further, we integrate floral morphogenesis with cross-species transcriptome data across eudicots to test how regulatory change accompanies morphological innovation.An orthogroup (OG) is a set of genes across species that descend from a single gene in their most recent common ancestor (MRCA), encompassing orthologs. On this basis, We mapped OGs to expression profiles and identified conserved and lineage-specific patterns. These patterns are then linked to morphological traits. The findings suggest that a small number of deeply conserved factors are fundamental to carpel development, and that shifts in expression and timing are associated with lineage-specific carpel morphologies.<br><br> In the first part of this thesis, floral morphogenesis in eudicots is summarized with an emphasis on the origin and diversity of ring meristems. Ring meristems, which generate multiple whorls of stamens, are widespread in Ranunculales and exhibit multiple patterns of initiation. Subsequently, the floral morphogenesis of *Pteridophyllum racemosum* (Papaveraceae, Ranunculales), a sister lineage to the remaining Papaveraceae, is described for the first time. Its floral organs are relatively simple and lack a ring meristem. *P. racemosum* produces flowers with two sepals, four petals in two whorls, four stamens, and a syncarpous gynoecium of two carpels, a combination rare within Papaveraceae but consistent with reconstructions of the family’s ancestral flower.<br><br> The second part focuses on transcriptomics of carpel development in eudicots. Transcriptomes of carpels are generated for *Arabidopsis thaliana*, *Eschscholzia californica*, and *Solanum lycopersicum* across four developmental stages. Comparison of OGs revealed that most regulators of carpel development are present in all three species at the genome level, but their expression pattern often differs. Only a few regulators, like *HECATE* (*HEC*) and *FRUITFULL* (*FUL*), follow conserved expression patterns. Detailed mapping from expression of OGs to published regulatory pathways showed that the *NGATHA* (*NGA*) is conserved both in expression and in function, representing a core component of the regulatory network for stigma and style development, while other network, such as those involving polarity establishment, is divergent. These results indicate that carpel development relies on both core regulators and flexible components whose evolutionary role may mediate through expression.<br><br> In conclusion, this thesis integrates morphological studies with comparative transcriptomics to investigate the genomics and expression of floral organ evolution in eudicots. The results show that conserved carpel regulators maintained in genome, while flexible expression patterns may be inferred to contribute to differentiation. These results provide valuable gene resources for future functional studies once stable transformation systems are established in non-model systems.