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Neue Veröffentlichungen:
Item type: Item , Beleuchtung der Blackbox raumbezogener Entscheidungsfindung und darauf aufbauende methodische Weiterentwicklung: Alternativenbewertung und Alternativenabwägung beispielhaft am kommunalen Planungsprozess(2025) Müller, Christin JulianaDie kommunale Entscheidungsfindung mit der Bewertung und Abwägung von Alternativen ist kein geradliniger Prozess, sondern ein Balanceakt zwischen Vision, Verhandlung und Realität. Dabei ist die Entscheidungsfindung im informellen kommunalen Vorentwurf von Planungsprozessen innerhalb der Raumplanung ein multidimensionaler und dynamischer Prozess, der durch verschiedene Rahmenbedingungen sowie divergierende Interessen und eine hohe Komplexität geprägt ist. Die Kunst dieser Entscheidungsfindung zeigt sich nicht nur in der Wahl der Methode, sondern auch im Umgang mit ihren Grenzen. Die inhärenten Determinanten wie abweichende Zielvorstellungen, politische Interessen, unterschiedliche Vorgehensweisen und abweichende Planungsverständnisse begründen zentrale Herausforderungen und verlegen den Prozess in eine Blackbox. Die vorliegende Forschung untersucht anhand einer Mixed-Methods-Analyse, bestehend aus Fallstudien, Experimenten mit Studierenden, einer Fokusgruppe und einer bundesweiten Umfrage, wie raumbezogene Entscheidungsprozesse mit dem besonderen Fokus auf der Bewertung und der Abwägung von Alternativen in der kommunalen Raumplanung ablaufen und methodisch weiterentwickelt werden können. Dabei lautet die zentrale Forschungsfrage: „Wie erfolgt die Entscheidungsfindung in kommunalen Planungsverfahren, und welche Ansätze ermöglichen eine methodische Weiterentwicklung dieses Teilprozesses?“. Die theoretische Grundlage findet sich in der Entscheidungstheorie und der Darstellung von Planungsprozessen im Kontext der Raumplanung mit planungstheoretischen Ausführungen. Die Ergebnisse der im Rahmen dieser Arbeit beleuchteten Blackbox verdeutlichen, dass Entscheidungsprozesse im räumlichen Kontext essenziell durch die bestehenden inneren, äußeren und prozessualen Rahmenbedingungen beeinflusst werden und oft einen iterativen Charakter aufweisen sowie kommunikative Aushandlungsprozesse umfassen. Allen Prozessen ist eine mangelnde einheitliche Verständigung auf Begrifflichkeiten und Abläufe sowie ein Mangel an Transparenz inhärent. In der Analyse konnten drei Typen der Entscheidungsfindung identifiziert werden: die freie, die strukturierte und die diplomatische Entscheidungsfindung. Innerhalb dieser zeigen sich verschiedene Ausprägungen und teils auch Überschneidungen. Diese Typologie ermöglicht eine präzisere Systematisierung kommunaler Entscheidungsprozesse und bietet eine fundierte Basis für methodische Optimierungen. Die drei Typen werden in einem neu entwickelten raumbezogenen Entscheidungsfindungsmodell verortet und anhand dessen weiterentwickelt. Unabhängig ihres Potenzials für eine fundierte Entscheidungsfindung finden Planungsmethoden in der Praxis nur begrenzte Anwendung. Entscheidungsfindung wird nicht nur von einzelnen methodischen Ansätzen determiniert, sondern ist abhängig von der adäquaten Einbettung in die jeweiligen Rahmenbedingungen. Die vorliegende Arbeit schlägt dabei Weiterentwicklungsansätze mit strukturierendem Charakter hervor. Um den Anforderungen unterschiedlicher Planungskontexte gerecht zu werden und fundierte konsensfähige Entscheidungen zu ermöglichen, werden Handlungsempfehlungen für die Praxis aufgezeigt. Sie zeigen, dass eine methodische Schärfung und strukturelle Anpassung erforderlich sind, um Planungsentscheidungen zielgerichteter und transparenter zu gestalten. Außerdem beinhalten sie einen neu entwickelten raumbezogenen Entscheidungsfindungsfaktor zur Klassifizierung der Planungsprozesse; den Einsatz von Prozessoptimierungen und Projektmanagement, Datenverarbeitung sowie KI; die Betrachtung von Alternativen durch Wettbewerbsverfahren im kleinen Maßstab sowie eine Aushandlungsarena mit Verfahrensweisen zur Aushandlung.Item type: Item , Untersuchung der suppressiven Wirkung des Fibroblast Growth Factor Receptor Inhibitors Fexagratinib (AZD4547) auf den Verlauf einer experimentellen autoimmunen Enzephalomyelitis im Mausmodell(2025) Gurski, FynnEinleitung: Multiple Sklerose (MS) ist eine autoimmune entzündlich-demyelinisierende Krankheit, die weltweite Inzidenz liegt bei rund 3 Millionen Menschen im mittleren Alter und weist eine meist progressiv verlaufende Symptomatik auf, die neben schweren motorischen Einschränkungen auch psychische Komplikationen beinhaltet. Im Rahmen vorausgegangener Untersuchungen zeigte sich eine mögliche Beteiligung der FGFR, VEGFR2 und CSF1R Signalwege an der Pathogenese der autoimmunen experimentellen Enzephalopathie (EAE), einem Modell für MS. Vorarbeiten mit dem selektiven FGFR-Inhibitor Infigratinib erzielten bereits gute Resultate und stellten die Frage nach einer wirkungsvolleren Substanz und einem Therapieregieme samt einer möglichen Dosierung für den Einsatz im Menschen. Versuchsansatz: Fexagratinib (AZD4547) ist ein Multikinase-Inhibitor für den FGFR1 und 2, VEGFR2 und CSF1R. In diesem Versuch wurde ab dem Zeitpunkt des Auftretens erster Symptome Fexagratinib in einer Dosierung von 6,25 bzw. 12,5 mg/kg über zehn Tage oral an EAE-induzierte Mäuse verabreicht. Die Wirksamkeit wurde jeweils in einer akuten Phase am Höhepunkt der Symptome (20 Tage p.i.) und in einer chronischen Phase der EAE (42 Tage p.i.) untersucht. Ziel war es, die Symptomlast und den Krankheitsprogress abzumildern und darüber hinaus neuroregenerative Prozesse wie die Remyelinisierung zu unterstützen. Ergebnisse: In der akuten Phase zeigte sich eine Reduktion schwerer Symptome von 89% bzw. 100% in der 6,25 und 12,5 mg Gruppe. In der chronischen Phase konnte niedrig dosiertes AZD4547 die Symptomatik um 68% reduzieren, in der Hochdosis-Gruppe wurden schwere Symptome erneut komplett verhindert. Immunhistochemisch zeigte sich eine signifikant reduzierte Entzündungsaktivität von T- und B-Lymphozyten sowie von Macrophagen/Microglia in Läsionen der weißen Substanz des Rückenmarks in beiden Phasen des Experiments. Gleichzeitig steigerte AZD4547 die Anzahl Myelin-produzierender Oligodendrozyten und ihrer Vorläuferzellen und erhöhte die Dichte myelinisierter Axone im Rückenmark. Fazit: Der Einsatz des Multikinase-Inhibitors Fexagratinib stellt eine potentiell gut wirksame neue Therapieoption zur Abmilderung krankheitsbezogener Symptome und der Verlangsamung des Krankheitsprogresses bei MS dar. Darüber hinaus unterstützt er die Remyelinisierung von Axonen und wirkt neuroregenerativ. Der Einsatz von Fexagratinib in einer klinischen Studie mit einer Äquivalenzdosis von 1 mg/kg im Menschen würde weitere wichtige Erkenntnisse zur Verträglichkeit und Wirksamkeit einer möglichen künftigen Anwendung bei MS-Patienten liefern.Item type: Item , Item type: Item , The Impact of London Dispersion Interactions in Solution: Bring [a Molecular] Balance to the [LD] Force!(2025) Schümann, Jan MichaelThe contribution of London Dispersion (LD) to the intramolecular folding behavior of a cyclooctatetraene (COT)-based molecular balances in a variety of solvents was investigated. As part of this investigation, a well-defined system, represented by a tert-butyl dimer with an intramolecular distance of 2.44 Å was synthesized. The folding behavior of this molecular balance was then investigated in various solvents with increasing solvent polarizability (SP) to examine the contribution of London interactions. We showed that the free enthalpy of the isomerization reaction in each solvent follows approximately the same value. Gibbs free energy can be readily measured by determination of the ratio of 1,4- to 1,6-isomers. It was found that the entropy in each solvent system is responsible for the diminishing effect on ΔG values. The answer to the question of Yang et al. “How much does LD contribute to molecular recognition in solution?” is that “It depends!” The lowest ratio of 1,4- and 1,6-isomers was found in purely aliphatic solvents, this may indicate a compensating effect of dispersion interactions between the solvent and the balance. DMSO and chloroform clearly showed a preference for the 1,6-isomer. However, it became clear through additional energy decomposition analyzes (EDAs) that LD is the predominant force responsible for folding. The extension of the concept was investigated by the synthesis of adamantyl and diamantyl COT derivatives. The molecular balances still have an attractive distance of 2.4 Å for dispersion, but the polarizabilities and the expansion regarding the solvent accessible surface (SAS) of the substituents become significantly larger, which allows more interaction with the surrounding solvent. Longer aliphatic chain hydrocarbons (n-hexane, n-octane and n-dodecane) were therefore chosen as solvents to suit the growth of the derivatives. In collaboration with the Max-Planck Institute for Coal Research, computations at the highest level were carried out using implicit and explicit solvent models to determine the influence of the solvents on the folding behavior. The computational and experimental results lead to the conclusion that an adhesion occurs through the solvent and that the “rigid rotors” of the diamondoid derivatives make an exclusive contribution to the entropy. In every study, the folded derivative is always preferred.