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Recent Submissions

  • Item type:Item,
    Beweisverwertungsverbot im deutschen und türkischen Zivilprozessrecht – eine Untersuchung anhand datenschutzrechtswidrig erlangter Beweismittel
    (2026) Yıldırım, Vafire Merve
    Die Arbeit untersucht die Verwertbarkeit datenschutzrechtswidrig erlangter Beweismittel im Zivilprozessrecht. Diese Untersuchung erfolgt anhand des deutschen und des türkischen Rechts. Im Mittelpunkt steht die Frage, ob Verstöße gegen datenschutzrechtliche Vorschriften bei der Beweiserlangung zur Unverwertbarkeit des betreffenden Beweismittels führen und wie sich das Verhältnis zwischen materiellem Datenschutzrecht und Prozessrecht auf diese Beurteilung auswirkt. Ausgangspunkt ist die zunehmende Digitalisierung, die den Zugang zu personenbezogenen Daten erleichtert und zugleich neue Konflikte zwischen Datenschutz, effektiver Rechtsverfolgung und materieller Wahrheitsfindung schafft. Weder die EMRK noch die EU-Grundrechtecharta enthalten ausdrückliche Regelungen zum Beweisverwertungsverbot, sodass dessen Ausgestaltung den nationalen Rechtsordnungen überlassen bleibt. Die Untersuchung zeigt, dass das deutsche und das türkische Recht unterschiedliche dogmatische Ansätze verfolgen. Das deutsche Recht geht grundsätzlich von einer Trennung zwischen materiellem Recht und Prozessrecht aus. Datenschutzrechtswidrige Beweiserlangung führt daher nicht automatisch zur Unverwertbarkeit. Maßgeblich ist vielmehr, ob die gerichtliche Verwertung des Beweismittels einen unverhältnismäßigen Eingriff in grundrechtlich geschützte Positionen darstellt. Die Entscheidung erfolgt im Wege einer verfassungsrechtlich geprägten Abwägung zwischen dem Recht auf informationelle Selbstbestimmung, dem Anspruch auf rechtliches Gehör und Beweis, der prozessualen Waffengleichheit sowie dem öffentlichen Interesse an einer funktionierenden Rechtspflege und einer materiell richtigen Entscheidung. Demgegenüber verknüpft das türkische Recht aufgrund des Grundsatzes der Einheit der Rechtsordnung die materielle Rechtswidrigkeit der Beweiserlangung grundsätzlich unmittelbar mit deren prozessualer Unverwertbarkeit. Art. 38 Abs. 6 der türkischen Verfassung und § 189 Abs. 2 der türkischen ZPO normieren ein ausdrückliches Beweisverwertungsverbot. Eine Verwertung kommt nur in Betracht, wenn die Beweiserlangung durch materielle Rechtfertigungsgründe – etwa Einwilligung, Notwehr, Notstand, Selbsthilfe oder überwiegende Interessen – gerechtfertigt ist. Trotz dieser dogmatischen Unterschiede gelangt die Untersuchung zu dem Ergebnis, dass beide Rechtsordnungen in der Praxis einzelfallbezogene Lösungen bevorzugen. Während das türkische Recht Ausnahmen auf materiell-rechtlicher Ebene zulässt, entwickelt das deutsche Recht diese auf prozessual-verfassungsrechtlicher Grundlage. Beide Systeme orientieren sich letztlich an rechtsstaatlichen Prinzipien wie Verhältnismäßigkeit, Fairness und effektiver Rechtsdurchsetzung.
  • Item type:Item,
    The School-to-Work Transition Among Young People Not in Employment, Education, or Training (NEET): Trajectories and Pathways
    (2026-03) Willhardt, Gloria
    The transition from school to work is, in many societies, a socially prescribed and temporally structured developmental period. Yet a proportion of young people move through this phase outside normative time frames, for instance as NEETs (Not in Employment, Education, or Training), or remain in this status for extended periods. Early NEET status is associated with elevated risks of long-term unemployment, persistent precarious employment, and constrained career development. To prevent such long-term consequences, research is needed that systematically examines developmental processes within this group and situates them within existing career development theories. This dissertation is based on two longitudinal studies with four measurement points over a ten-month period. Study 1 investigates the development and interplay of cognitive belief-based processes—specifically self-efficacy and career decidedness—and their association with exit from NEET status (aggregated across employment, further education, or training). Results indicate that career decidedness is positively associated with exit from NEET status, whereas self-efficacy does not show a direct relationship with transition outcomes. Study 2 focuses on behavioral self-regulation and examines the developmental trajectories of career exploration and career planning. Both processes demonstrate theoretically grounded dynamic change over time, suggesting ongoing regulatory activity even under conditions of disrupted transition. Taken together, the findings suggest that NEET trajectories should not be interpreted as developmental stagnation, but as transitions unfolding under altered temporal and structural conditions in which career-related processes reorganize. By highlighting timing as a relevant contextual boundary condition, this dissertation contributes to career development theory and offers implications for sustained, sequenced support interventions as well as preventive measures prior to the onset of NEET status.
  • Item type:Item,
    Die Rolle von Autophagie und die Membrandynamik-regulierenden Proteinen im Kontext der Coronavirus-Infektion
    (2026) Dort, Franziska Maria
    Humane Coronaviren (CoV) sind weit verbreitete, umhüllte RNA-Viren, welche vor allem Erkrankungen der Atemwege verursachen, die von leichten Erkältungssymptomen bis hin zu lebensbedrohlichen Komplikationen reichen können. Die weltweite Ausbreitung von SARS-CoV, MERS-CoV und SARS-CoV-2 verdeutlicht das pandemische Potential von CoV und den dringenden Bedarf an neuen innovativen antiviralen Strategien. In dieser Arbeit wurden, unter der Verwendung des HCoV-229E als Modell, Endomembran-assoziierte Prozesse und dabei beteiligte Faktoren im Kontext der Virusreplikation charakterisiert. Schwerpunktmäßig wurde der Vorgang der Autophagie untersucht, welcher die zelluläre Homöostase aufrechterhält und für die Replikation einiger Viren als essentiell gilt, während die Evidenz von Autophagie bei der Replikation von CoV zu Beginn der Arbeit unvollständig und uneinheitlich war. Dieses galt auch für die ER-Phagie, eine Unterform der Autophagie, welche zur Regulation und Adaptation des endoplasmatischen Retikulums in Stresskonditionen beiträgt. Die experimentelle Analyse des Autophagieprozesses erfolgte anhand eines fluoreszierenden Reportersystems und über mikroskopische, durchflusszytometrische und proteinbiochemische Methoden, wodurch eine umfassende Analyse der Regulation des autophagischen Fluxes unter basalen und Stress- bzw. Infektionsbedingungen ermöglicht wurde. Zusätzlich wurde eine quantitative KI-basierte Einzelzell-Auswertung etabliert, welche unabhängig, automatisiert und hochpräzise subzelluläre Strukturen in einer Vielzahl an Zellen identifizierte und auch für die Erfassung der virale dsRNA-enthaltenden replikativen Organellen sowie der (sub)zellulären Verteilung des Phosphoinositids PI(4,5)P2 genutzt wurde. In einem weiteren Ansatz wurden defiziente Zelllinien für Faktoren, welche aufgrund vorheriger Proteomuntersuchungen als an virusregulierten Endomembranvorgängen beteiligt identifiziert wurden, mittels des CRISPR-Cas9-Systems erzeugt. In zwei unterschiedlichen Zellmodellen wurde eine moderate zeitverzögerte Aktivierung des autophagischen Fluxes durch HCoV-229E und die Lokalisation des essentiellen Autophagiefaktors LC3B in dsRNA-positiven replikativen Organellen, jedoch keine Korrelation der autophagischen Aktivität mit der Bildung von dsRNA, beobachtet, während ER-Phagie zelltypabhängig gering negativ reguliert wurde. Detaillierte Quantifizierungen zeigten eine Größenzunahme von LC3B-positiven Autophagosom-ähnlichen Strukturen in infizierten Zellen und deuten auf eine Abhängigkeit der Virusreplikation von vornehmlich frühen Autophagieschritten hin. SEC24A vermittelt die Rekrutierung von Proteinen in COPII-Vesikel, die frühe Schritte der Autophagie unterstützen, und beeinflusst gleichzeitig die Toxizität des antiviralen Wirkstoffs Thapsigargin. In experimentelle Analysen von SEC24A-defizienten Zelllinien unter Thapsigargin-Behandlung zeigte sich eine Reduktion der Autophagie-hemmenden, aber nicht der antiviralen Eigenschaften des Inhibitors. Diese Befunde lieferten neue Informationen zu dem nicht vollständig beschriebenen Wirkmechanismus von Thapsigargin. Zudem wurde das Protein MURC/CAVIN-4 untersucht, welches an der Bildung von speziellen, als Caveolae bezeichneten, lipid rafts beteiligt ist. Aufgrund der transkriptionellen Induktion von MURC/CAVIN-4 während der Infektion mit HCoV-229E und unveränderter Bildung von dsRNA, bei gleichzeitiger leichter Senkung der viralen Titer nach einer Depletion des Proteins, ist eine Beteiligung von MURC/CAVIN-4 an späten Schritten der Infektion wie der Exozytose wahrscheinlich. Im zweiten Teil dieser Arbeit wurde die Rolle der Lipidkinasen PIP4K2 untersucht, welche die nicht-kanonische Modifikation des Phosphoinositids PI5P zu PI(4,5)P2 katalysieren und deren Proteinbiosynthese in HCoV-229E-infizierten Zellen, entgegen des globalen virusinduzierten translationalen Arrests, aufrechterhalten wird. Es konnte eine Anreicherung von PI(4,5)P2 in den replikativen Organellen identifiziert werden und die Depletion von mindestens zwei der drei Isoformen der Kinase (PIP4K2A/B/C) resultierte in einer Abnahme der viralen dsRNA-Bildung. Die pharmakologische Blockade von PIP4K2 durch zwei ATP-kompetitive Inhibitoren, THZ-P1-2 und CC260, zeigte starke dosisabhängige antivirale Effekte. Zusätzlich wurde eine differenzielle Modulation des autophagischen Fluxes durch beide Substanzen festgestellt, so zeigte CC260 eine leichte Induktion des Prozesses, während THZ-P1-2 zu einem ausgeprägten Arrest von späten Autophagieschritten führte einhergehend mit einer erhöhten Zytotoxizität. Zusammenfassend konnte in dieser Arbeit ein vertieftes Verständnis der Regulation von Autophagie-abhängigen Endomembranvorgängen bei der CoV-Replikation erreicht werden. Die funktionellen Daten und pharmakogenetische Perturbationsexperimente charakterisieren subzellulär angereichertes PI(4,5)P2 und die dabei beteiligten Lipidkinasen als neue, interessante Kandidaten für antivirale Interventionsstrategien auf der Ebene der infizierten Wirtszelle.
  • Item type:Item,
    Cycling Data for "Pouch Versus Press Cells – How Cell Configuration Dictates Low-Pressure Performance in Sulfide Solid-State Batteries"
    (2026-07) Schubert, Johannes; Kremer, Sascha
    This dataset contains electrochemical cycling data of pouch cells, press cells with pellet-type cathode and press-cells with sheet-type cathode. For more information please see the README.txt-file. Abstract of the underlying text publication: Sulfide-based solid-state batteries (SSBs) offer the potential for higher energy densities compared to state-of-the-art lithium-ion batteries. Although impressive electrochemical performance has already been demonstrated, these results are predominantly obtained under high stack pressures – up to hundreds of MPa. While such conditions are valuable for probing fundamental material properties and intrinsic performance limits, the resulting cell metrics are not easily transferable to practical applications. Consequently, there is a growing imperative for application-oriented evaluation of SSBs under more realistic, low-pressure conditions in the single-digit MPa range. In this study, we demonstrate that the assessment of low-pressure performance can be significantly influenced by the chosen cell architecture. By comparing the cycling performance of sulfide-based SSBs – utilizing an NMC composite cathode and an In/(InLi)x anode with argyrodite-type Li6PS5Cl as electrolyte – in both pouch-cell and presscell configurations, we reveal significant discrepancies in electrochemical performance at stack pressures ranging from 0 MPa to 25 MPa. Notably, the developed pouch cells exhibit vastly superior electrochemical performance at low stack pressures of 1 MPa compared to their press2 cell counterparts despite the same materials used. The dominant failure mechanisms at low stack pressure are investigated using three-electrode pouch cells. Overall, our findings emphasize that a realistic assessment of SSB cell performance requires practical cell architectures that mirror targeted applications.
  • Item type:Item,
    A comparison of force adaptation in toddlers and adults during a drawer opening task
    (2025) Faßbender, Laura; Falck, Johannes; López, Francisco M.; Shing, Yee Lee; Triesch, Jochen; Schwarzer, Gudrun
    Adapting movements to rapidly changing conditions is fundamental for interacting with our dynamic environment. This adaptability relies on internal models that predict and evaluate sensory outcomes to adjust motor commands. Even infants anticipate object properties for efficient grasping, suggesting the use of internal models. However, how internal models are adapted in early childhood remains largely unexplored. This study investigated a naturalistic force adaptation task in 1.5-, 3-year-olds, and young adults. Participants opened a drawer with temporarily increased resistance, creating sensory prediction errors between predicted and actual drawer dynamics. After perturbation, all age groups showed lower peak speed, longer movement time, and more movement units with trial-wise changes analyzed as adaptation process. Results revealed no age differences in adapting peak speed and movement units, but 1.5- and 3-year-olds exhibited higher trial-to-trial variability and were slower in adapting their movement time, although they also adapted their movement time more strongly. Upon removal of perturbation, we found significant aftereffects across all age groups, indicating effective internal model adaptation. These results suggest that even 1.5-year-olds form internal models of force parameters and adapt them to reduce sensory prediction errors, possibly through more exploration and with more variable movement dynamics compared to adults.