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Item type:Item, Das Expressionsprofil von Semenogelin2 und Calponin1 im humanen Uterus - Untersuchungen im Rahmen von Endometriose und Adenomyose(2025) Höll, Matthias Leonhard ErwinEin genaueres reproduktionsmedizinisches Verständnis könnte mehr natürliche Konzeptionen ermöglichen. Seminalplasma-Proteine werden auch im weiblichen Gewebe exprimiert. Semenogelin2 (SEMG2), ein vorherrschendes Protein im Ejakulat, wurde im humanen Endometrium zu unterschiedlichen Zeitpunkten des Menstruationszyklus immunhistochemisch nachgewiesen. Bisher wurde angenommen, dass ausschließlich Spermien-gebundene SEMG-Fragmente aus dem männlichen Genitaltrakt in den Uterus gelangen. Dies ist nicht länger haltbar. Ein in der Sekretionsphase signifikant erhöhtes glanduläres SEMG2-Expressionsniveau sowie SEMG2-haltige Pinopoden und Drüsenlumina deuten darauf hin, dass „weibliches SEMG2“ ein endometriales Sekretionsprodukt ist. Es könnte vergleichbar zu SEMG-Fragmenten als protektiver Dekapazitationsfaktor mit aszendierenden Spermien interagieren. Ein niedriger SEMG2-Gehalt in endozervikalen Mukusproben aus der Sekretionsphase war mit Infertilität korreliert und eignet sich bedingt zur Infertilitätstestung. Spermien-protektive Funktionen des Proteins könnten bei niedrigen Konzentrationen entfallen. SEMG2 trägt höchstwahrscheinlich zu einer optimalen Konzeptionsfähigkeit bei. Die endometriale SEMG2-Expression und der SEMG2-Mukusgehalt wurden durch Endometriose nicht beeinflusst. Ein besseres pathophysiologisches Verständnis könnte die Diagnostik und Therapie der Adenomyose (AM) verbessern. Immunhistochemisch wurde die Calponin1 (CNN1) Expression im Uterusgewebe AM-positiver Probandinnen untersucht. CNN1-positives Stroma war in Folgeschnitten CD10-positiv und im Endometrium fast ausschließlich in der Basalis sowie im endomyometrialen Übergang und AM-Herden nachweisbar. Das Protein zeigt im Stroma höchstwahrscheinlich Myofibroblasten-haltige Gewebebereiche an. Diese sind an der Regeneration des Endometriums beteiligt und werden an Orte mit erhöhtem mechanischem Stress rekrutiert, um die normale Gewebearchitektur zu erhalten. Verschiedene CNN1-Expressionsmuster im Stroma sind hinweisgebend auf eine unterschiedliche Abstammung der Myofibroblasten. Die stromale CNN1-Expression könnte eine Reaktion auf einwachsendes Endometrium bei Adenomyose sein. CNN1- und Claudin3-positive Drüsen wurden v.a. in AM-Herden und vereinzelt im endomyometrialen Übergang bei den „occluded glands“ beobachtet. Diese sind erhöhtem mechanischen Stress ausgesetzt. Claudin3 war in CNN1-positiven AM-Drüsen zum Teil zytoplasmatischer lokalisiert, aber der epitheliale Phänotyp blieb erhalten. Eine partielle EMT könnte in AM-Herden, nicht aber bei der Erkrankungsentstehung, eine Rolle spielen.Item type:Item, Wirksamkeit einer Ultra-Rush-Hyposensibilisierung im Kindes- und Jugendalter bei Patienten mit einer Insektengiftallergie(2025) Becker, Max AdrianDie spezifische Immuntherapie mit Hymenopterengift (HG-AIT) stellt derzeit die einzige kausale und gleichzeitig hochwirksame Therapieoption für Patienten mit systemischen Reaktionen auf eine IgE-vermittelte Insektengiftallergie dar. In der vorliegenden Untersuchung wurden Versorgungsaspekte bei Bienen- und Wespengiftallergien, die Verträglichkeit eines modifizierten Ultra-Rush-Protokolls sowie der Langzeitverlauf nach Abschluss der Erhaltungstherapie bei pädiatrischen Patienten analysiert. Studien zur gesundheitsbezogenen Lebensqualität betroffener Kinder sind bislang nur in begrenztem Umfang verfügbar. Insgesamt wurden 114 Patienten im Alter von 4 bis 17 Jahren mit nachgewiesener Hymenopterengiftallergie in die Studie eingeschlossen. Ziel war die Evaluation von Wirksamkeit, Sicherheit und Verträglichkeit der UltraRush-Immuntherapie. Nach Abschluss der spezifischen Immuntherapie erfolgte eine standardisierte Befragung zur Versorgungssituation sowie zum weiteren klinischen Verlauf, insbesondere in Bezug auf erneute Stichereignisse. Die gesundheitsbezogene Lebensqualität wurde mithilfe des etablierten Vespid Quality of Life Questionnaire (VQLQ-d), der auch bei Bienengiftallergikern Anwendung findet, erfasst. Ein Abbruch der Einleitungstherapie war bei keinem der Patienten erforderlich. Aufgetretene Nebenwirkungen waren überwiegend mild ausgeprägt und machten keine weiterführende Behandlung notwendig. Während der Erhaltungsphase kam es bei 16 Patienten zu erneuten Stichreaktionen; 15 weitere berichteten über Stichereignisse nach Abschluss der AIT. Die mittlere Schwere der Reaktionen sank gemäß der Klassifikation nach Ring und Meßmer von 2,3 auf 0,2, was einer durchschnittlichen Reduktion von 91 % entspricht. Ein Notfallset wurde von 70 % der Patienten mitgeführt, wobei in rund 40 % der Fälle das Haltbarkeitsdatum abgelaufen war. Nach Therapieende befanden sich 92 % der Patienten nicht mehr in ärztlicher Nachsorge, und Kontrolluntersuchungen wurden in der Regel nicht wahrgenommen. Die Auswertung des VQLQ-d zeigte eine insgesamt geringe bis moderate Belastung durch die Therapie sowie im weiteren Verlauf. Zusammenfassend lässt sich festhalten: Die Ultra-Rush-AIT erweist sich bei Kindern und Jugendlichen als effektive, sichere und gut verträgliche Therapieform. Sie führt zu einer signifikanten Reduktion systemischer Reaktionen und verbessert die gesundheitsbezogene Lebensqualität der Betroffenen nachhaltig. Allerdings bestehen erhebliche Defizite hinsichtlich der strukturierten Nachsorge und weiteren Versorgung nach Therapieende.Item type:Item, Entwicklung einer Software zur standardisierten Testung künstlicher Bewegungsmethoden in Virtual Reality und Analyse ihrer Verträglichkeit in verschiedenen Nutzergruppen(2025) Kaus, BernhardIn den letzten Jahren hat die Verbreitung von Virtual-Reality-basierten (VR-basierten) Anwendungen auch im medizinischen Kontext deutlich zugenommen. <br> Es konnte sowohl gezeigt werden, dass Patienten erheblich von VR-basierten Behandlungen profitieren können, als auch, dass entsprechende Anwendungen Behandelnde in zahlreichen Situationen unterstützen können. <br> Das Unwohlsein der Nutzer stellt jedoch weiterhin ein Problem in VR dar. Dieses äußert sich häufig in einem Symptomkomplex, der als Simulatorkrankheit (SK) klassifiziert wird. <br> An der Entstehung von SK scheint eine Vielzahl von Faktoren beteiligt zu sein, wobei künstliche Bewegungsmethoden zu den größten Einflussgrößen zu zählen scheinen. <br> Aufgrund der zahlreichen weiteren beteiligten Faktoren erweist es sich jedoch als schwierig, den Effekt der Bewegungsmethoden auf das Auftreten von SK isoliert zu betrachten. <br> Als einer der größten Störfaktoren wirkt dabei offenbar die Art der dargebotenen Inhalte. Insbesondere klassische Spielinhalte, die häufig eingesetzt werden, sind in dieser Hinsicht problematisch. <br> Um diese Verzerrung zu reduzieren, wurde eine Testsoftware entwickelt, die mehrere Bewegungsmöglichkeiten in einer neutralen VR-Umgebung umsetzt und dabei die Möglichkeit bietet, künstliche Bewegungsmethoden mit natürlichem Laufen zu vergleichen. <br> Es wurden Versuche mit 111 Probanden durchgeführt, um zu prüfen, ob die Software durch die dargestellten Inhalte SK auslöst und ob ein Einfluss der Bewegungsmethoden (sowie weiterer Einflussfaktoren) nachgewiesen werden kann. <br> Unter den getesteten Bewegungsmethoden zeigte sich Teleportation als deutlich verträglicher als auf fließenden Bewegungen basierende Methoden und zeigte dabei eine Verträglichkeit, die mit der des natürlichen Laufens vergleichbar war. <br> Im Rahmen der Untersuchung zeigte sich die Software als gut verträglich und schien keine Symptome durch die dargestellte Umgebung auszulösen. <br> Sie kann somit als Evaluationsgrundlage für die Verträglichkeit von künstlichen Bewegungsmethoden bei minimaler inhaltsbedingter Verzerrung dienen. Weiterhin könnte die Software genutzt werden, um VR-Anwendungen zu entwickeln, die SK mit geringerer Wahrscheinlichkeit auslösen, sowie VR-Systeme hinsichtlich ihrer Neigung, SK hervorzurufen, zu bewerten.Item type:Item, Perioperative Medizin in der onkologischen Viszeralchirurgie - Eingriffsspezifische funktionelle Störungen und Komplikationen(2025) Reichert, MartinOperative Strategien und perioperative Medizin bilden zentrale Säulen einer modernen multimodalen onkologischen Therapie. Im Fokus dieser Arbeit stehen onkologische Radikalität, perioperative Sicherheit und minimalinvasive Konzepte. Besonders im Kontext minimalinvasiver chirurgischer Verfahren konnte gezeigt werden, dass die Inzidenz eingriffsspezifischer funktioneller Störungen und Komplikationen – wie Pneumonien nach Ösophagusresektion oder gastrointestinale Paralyse nach kolorektaler Resektion – deutlich gesenkt werden kann. Pathophysiologisch spielen dabei das chirurgische Trauma, die perioperative (systemische) Inflammation und die Kontrolle postoperativer Schmerzen eine zentrale Rolle. Inwieweit moderne minimalinvasive und robotisch-assistierte Operationstechniken in der onkologischen Viszeralchirurgie die Häufigkeit dieser relevanten funktionellen Störungen und Komplikationen künftig weiter reduzieren, bleibt Gegenstand aktueller klinischer Forschung. Ergänzend hierzu wurde die Rolle medikamentöser Strategien in der Prävention und Therapie funktioneller Störungen und eingriffsspezifischer Komplikationen untersucht. Während Statine, die mit inflammatorischen Prozessen interferieren, keinen protektiven Effekt auf postoperative Oxygenierungsstörungen zeigten und die Inzidenz von Pneumonien nach Ösophagusresektion sogar erhöhten, lieferte der Alpha-2-Rezeptoragonist Dexmedetomidin – mit sympatholytischen, antiinflammatorischen und analgetischen Eigenschaften – vielversprechende Ergebnisse in der Prävention gastrointestinaler Motilitätsstörungen bei Patienten nach onkologischer Viszeralchirurgie in randomisiert kontrollierten Studien. Darüber hinaus erwiesen sich pharmakologische Ansätze zur Reduktion peripherer Opioidwirkungen sowie der Einsatz von Laxantien im Rahmen multimodaler perioperativer Konzepte als vorteilhaft für die postoperative (gastrointestinale) Rekonvaleszenz. Zusammenfassend zeigen chirurgisch-technische und pharmakologische Strategien zur multimodalen, opioidsparenden perioperativen Medizin sowie zur Reduktion der postoperativen systemischen Inflammation großes Potenzial, funktionelle Störungen und eingriffsspezifische Komplikationen nach onkologischen Eingriffen am Gastrointestinaltrakt wirksam zu verringern. Diese Ansätze sollten künftig weiter präzisiert und durch hochwertige klinische Studien validiert werden, um das kurz- und langfristige Outcome von Patienten nach onkologischer Viszeralchirurgie stetig zu verbessern.Item type:Item, Role of repair supportive mesenchymal cells (RSMCs) in airway epithelial regeneration(2025) Shahriari Felordi, MahtabThe conducting airways of the respiratory system harbor specialized populations of epithelial progenitor cells that are employed to promote regeneration upon injury. On the other hand, the microenvironment that hosts these cells is populated by mesenchymal niche cells that closely communicate with epithelial cells, often reviving developmental pathways and mechanisms in this process. Here, we deconvoluted the mesenchymal complexity to establish a genetic signature for repair-supportive mesenchymal cells (RSMCs), a novel niche population that is distinct from airway smooth muscle cells (ASMCs) and investigated the mode of action of these cells in relation to paracrine communication with epithelial progenitor cells. Using a combination of genetic lineage tracing, single-cell transcriptomics, histology, and ex vivo models including murine and human airway organoids, we found that RSMCs derive from adventitial rather than peribronchial fibroblasts. These cells secrete WNT signaling inhibitors that target airway epithelial cells to promote epithelial regeneration. We also demonstrate that these findings are clinically relevant in the context of airway disease associated with chronic obstructive pulmonary disease (COPD).