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Neue Veröffentlichungen:
Item type: Item , Untersuchung der Wirksamkeit und Sicherheit ausgewählter therapeutischer Verfahren in der Neurologie anhand von Meta-Analysen(2025) Hammed, AliDie Dissertation untersucht die Wirksamkeit und Sicherheit neurologischer Therapien anhand von Meta-Analysen. Ziel ist es, durch die Zusammenführung mehrerer Studien eine evidenzbasierte Grundlage für klinische Entscheidungen zu schaffen.<br> Untersucht werden drei Themenbereiche: Erstens zeigt sich beim akuten ischämischen Schlaganfall, dass die Kombination aus intravenöser Thrombolyse und mechanischer Thrombektomie kurzfristig bessere neurologische Ergebnisse liefert, langfristig jedoch keine signifikanten Unterschiede zur alleinigen Thrombektomie bestehen.<br><br> Zweitens ergibt der Vergleich bei chronischer Ischialgie, dass operative Eingriffe schneller Schmerzen lindern, während konservative Therapien langfristig Vorteile für Lebensqualität und Funktion bieten.<br> Drittens zeigt die Analyse zu unrupturierten intrakraniellen Aneurysmen, dass das Coiling weniger invasiv ist und schnellere Erholung ermöglicht, während das Clipping häufiger einen vollständigen Verschluss erreicht.<br> Insgesamt wird deutlich, dass die optimale Therapie individuell angepasst werden muss und Meta-Analysen eine wichtige Grundlage für evidenzbasierte Behandlungsentscheidungen darstellen.Item type: Item , Vergleichende Analyse corona- und bafiniviraler Exoribonuklease-Aktivitäten(2025) Sauerwald, MarcNidoviren und die zu ihnen gehörenden Coronaviren (CoV) sind Positivstrang-RNA-Viren mit den größten bislang bekannten Genomen innerhalb der RNA-Viruswelt. Die charakteristische Strukturierung ihrer einzigartigen RNA-Genome ist innerhalb der Ordnung Nidovirales weithin konserviert. Bezeichnend für die Organisation nidoviraler Genome ist unter anderem die 5‘-terminale Kodierung von mehr als zehn Nichtstrukturproteinen (nsp), zu deren Translation im Verlauf der viralen Replikation die eigene genomische RNA dient. Die viralen Strukturproteine werden hingegen in der 3‘-Region des Genoms kodiert, wobei ihre Biosynthese durch einen Satz charakteristischer subgenomischer (sg)RNAs ermöglicht wird (nested set). Grundlegende Mechanismen der nidoviralen RNA-Synthesestrategie, wie Transkription, Translation und Replikation, wurden vor allem für MHV und SARS CoV erstmalig untersucht. In den Folgejahren konnten diese Erkenntnisse auf weitere Coronaviren wie SARS-CoV-2 und MERS-CoV sowie auf Vertreter anderer Familien der Ordnung Nidovirales ausgedehnt werden. Allerdings sind die molekularen Mechanismen zur Etablierung derart großer RNA-Genome beziehungsweise zur Korrektur der hohen Fehlerraten von RNA-abhängigen RNA-Polymerasen (RdRp) nicht vollständig verstanden. Im Vergleich mit anderen RNA-Viren wird angenommen, dass eine erfolgreiche Replikation derart großer RNA-Genome vermutlich durch eine Form der Fehlerkorrektur (Proofreading) unterstützt wird. Teil dieses Mechanismus bei Coronaviren ist die ExoN-Domäne des Nichtstrukturproteins nsp14 und dessen Kofaktor nsp10, die während der Replikation fehlerhaft integrierte Nukleotide der RNA-abhängigen RNA Polymerase (RdRp) entfernen kann (Liu et al., 2021; Moeller et al., 2022). Das bisherige Verständnis der nidoviralen Fehlerkorrektur und der zugrunde liegenden ExoN-Funktion beruht überwiegend auf Untersuchungen an SARS-CoV und SARS-CoV-2, weshalb in der vorliegenden Studie weitere, bislang nicht biochemisch charakterisierte ExoN-Funktionen, darunter die von WBV und HCoV-229E, systematisch analysiert und in einen vergleichenden Kontext eingeordnet wurden. Die hierbei gewonnenen biochemischen und substratspezifischen Daten zeigen erstmals übergreifende Gemeinsamkeiten zwischen unterschiedlichen nidoviralen Exonukleasen hinsichtlich ihrer funktionellen Eigenschaften, strukturellen Merkmale und potenziellen Interaktion mit dem Kofaktor nsp10. Die gewonnenen Daten zeigen, dass die ExoN-Aktivitäten aller drei rekombinanten Proteine einzelsträngige ssRNA- sowie partiell doppelsträngige dsRNA-Substrate mit einer Länge von 22 nt effizient degradieren. Deutlich weniger effizient wurden vollständig gepaarte dsRNA-Substrate von diesen Enzymen gespalten. Lediglich für SARS-CoV-ExoN und HCoV-229E-ExoN konnte eine geringe ExoN-Restaktivität auf vollständig gepaarter dsRNA beobachtet werden. Im Gegensatz dazu zeigte sich WBV-ExoN deutlich selektiver, sodass keine Aktivität auf vollständig gepaarter dsRNA nachweisbar war. Die effizienteste Degradierung zeigten alle drei ExoN-Domänen übereinstimmend bei Verwendung einer partiell doppelsträngigen RNA mit einem einzelnen ungepaarten Nukleotid. Dabei wurden sowohl dsRNAs mit internen als auch 3’-terminalen 1-nt-Fehlpaarungen effizient degradiert. Darüber hinaus wurde für alle drei ExoN-Domänen eine deutliche Abschwächung der Hydrolyseaktivität mit steigender Anzahl ungepaarter Nukleotide in den verwendeten dsRNA-Substraten beobachtet. Während sich WBV-ExoN bereits bei vollständig gepaarter dsRNA als selektiver erwies, war auch in diesem Fall keine nachweisbare Aktivität gegenüber RNA-Substraten mit mehr als zwei ungepaarten Nukleotiden festzustellen. Andererseits konnte für HCoV-229E- und SARS-CoV-ExoN erneut eine geringe Restaktivität gegenüber partiell doppelsträngiger RNA mit drei ungepaarten Nukleotiden nachgewiesen werden. Die ermittelten Substratpräferenzen stützen somit die Annahme, dass partiell doppelsträngige RNA mit einer einzigen Fehlpaarung das biologisch relevante Substrat nidoviraler ExoN-Aktivitäten darstellt. Die Positionierung der 1-nt-Fehlpaarung scheint dabei in Bezug auf die ermittelt hohe ExoN-Aktivität keine Rolle zu spielen. Weitere Untersuchungen unter Verwendung von 3‘-biotinylierten (blockierten) RNAs bestätigten, dass alle getesteten ExoN-Proteine ssRNA-, dsRNA- sowie partiell doppelsträngige RNA-Substrate in 3‘–5‘-Richtung degradieren, mit Ausnahme von WBV-ExoN, dass keine Aktivität auf dsRNA und partiell doppelsträngiger RNA mit mehr als zwei Fehlpaarungen am 3‘-Ende zeigte. Demzufolge ergaben sich keine experimentellen Hinweise auf eine 5‘–3‘-Exonuklease oder Endonuklease-Funktion innerhalb der untersuchten ExoN-Proteine. Darüber hinaus konnte gezeigt werden, dass für die Hydrolyse von ssRNA nicht nur ein frei zugängliches 3‘-RNA-Ende erforderlich ist, sondern auch die C2‘-OH-Gruppe der 3‘-terminalen Ribose eine wesentliche Rolle bei der Initiation der ExoN-Aktivität spielt. Einzelsträngige RNA-Substrate mit einem C2‘-Wasserstoff (2‘-Desoxyribose-Modifizierung) wurden von den untersuchten ExoN-Aktivitäten nicht degradiert. Im Gegensatz zu früheren Untersuchungen, in denen SARS-CoV-ExoN nicht in der Lage war, 8 nt kurze ssRNA-Substrate zu degradieren, konnte in der vorliegenden Studie gezeigt werden, dass alle hier untersuchten ExoN-Domänen partiell doppelsträngige RNA-Substrate mit einer Länge von 8 nt effizient degradieren. Dabei deuten prominente, etwa 5–6 nt lange Reaktionsprodukte der ExoN-Aktivität auf eine möglicherweise minimal erforderliche ExoN/RNA-Interaktionsfläche von etwa 5–6 nt hin. Zusätzlich zeigen die ermittelten Daten erstmals für einen Vertreter der Bafiniviren (WBV) sowie für das Alphacoronavirus HCoV-229E eine durch den viralen Kofaktor nsp10/pp1aC induzierte In-vitro-Aktivitätssteigerung der ExoN-vermittelten RNA-Degradation. Der Effekt dieses Zusammenspiels bekräftigt die vermutete ExoN-Kofaktorfunktion von Coronavirus-nsp10 für die untersuchten Nidovirus-Vertreter und liefert Hinweise auf die Möglichkeit einer Koordination weiterer ORF1a-kodierter Nichtstrukturproteine im Rahmen eines Multiproteinkomplexes. Eine in diese Arbeit integrierte Mutagenesestudie konservierter Reste der ExoN-Domäne mittels Ala-Substitutionen in WBV-ExoN (D5980A, E5982A, D6082A, H6169A, D6174A) sowie den korrespondierenden Aminosäureresten in HCoV-229E-nsp14 (D5682A, E5684A, E5783A, H5859A, D5864A) untermauern die zentrale Bedeutung der ExoN Motive I–III für eine ExoN-Aktivität in vitro. Die hierbei gewonnenen Ergebnisse verdeutlichen, dass die eingefügten Ala-Substitutionen der genannten Aminosäurereste zu einer erheblichen Einschränkung der WBV- und HCoV 229E-ExoN-Aktivitäten führen. Sämtliche in dieser Arbeit gewonnenen Ergebnisse stehen im Einklang mit einer angenommenen Korrekturlesefunktion des corona- beziehungsweise nidoviralen Replikations-Transkriptions-Komplexes und weisen zugleich auf eine zentrale Bedeutung der konservierten ExoN-Funktion im viralen Replikationszyklus hin.Item type: Item , Documentary Comics as Medium of Historical Memory in Colombia: Covers, Paratexts, and Graphic Narratives in three Contemporary Works(2025) Vargas López, Richard DamiánThis dissertation examines documentary comics as a medium of historical memory in Colombia within the context of the armed conflict and the narratives of victims from marginalized communities. It conceptualizes historical memory as a mechanism that upholds victims’ rights to truth and memory, and analyzes how institutions such as the Centro Nacional de Memoria Histórica and Fundación del Sinú have incorporated victims’ testimonies in comics. Within this framework, victims—primarily peasants—are understood as a community engaged in the collective reconstruction of their past and in processes of social transformation. Focusing on three documentary comics—Historia gráfica de la lucha por la tierra en la costa atlántica (Chalarka, 1985), Sin mascar palabra: por los caminos de Tulapas (CNMH, 2018b), and La Palizúa: ustedes no saben cómo ha sido esta lucha (CNMH, 2018a)—the study investigates how historical memory is represented through verbal-pictorial elements in covers, paratexts, and graphic narratives. Methodologically, it draws on the distinction between story and discourse and combines close and wide reading strategies to analyze both content and form. The dissertation argues that documentary comics function as collaborative platforms for historical memory reconstruction, where victims and researchers work cooperatively to create narratives that challenge dominant accounts and foreground the agency of rural communities affected by violence.Item type: Item , LISA: A Scale-Optimized and Psychometrically-Validated Instrument for the Lightweight Assessment of Organizational Information Security Awareness in Heterogeneous Organizations(2026) Langer, David; Tolsdorf, Jan; Lo Iacono, LuigiHuman factors are central to an organization’s information security. Information Security Awareness (ISA) is a key construct in behavioral and organizational models explaining employees’ security compliance. However, existing ISA measures often lack theoretical grounding, psychometric rigor, and organizational relevance, or are too lengthy and complex for practical application. These shortcomings hinder empirical testing of behavioral models and the integration of ISA as a variable in organizational research. This paper introduces the Lightweight Information Security Awareness (LISA) scale – the first theory-based, psychometrically validated, and cross-language scale for efficiently assessing ISA in heterogeneous organizational contexts, balancing measurement precision with practical feasibility. Validation involved 1,182 participants from survey panels and 579 employees of a large German university hospital, representing a heterogeneous workforce. LISA demonstrates high internal consistency, measurement invariance across English and German, and strong construct and ecological validity. By correlating LISA with 11 enablers and barriers of organizational information security and differentiating it by a heterogeneous workforce in a hospital context, we demonstrate its ability to support both scientific investigations and practical assessments. LISA provides a quick, reliable, valid, and practical solution for measuring organizational ISA, ultimately offering researchers and practitioners without psychometric expertise a validated tool that is applicable in both behavioral models and everyday organizational environments.Item type: Item , GAP gegen öffentliche Gesundheit - Zielkonflikt zwischen Weinmarktförderung und Gesundheitspolitik(2026) Hallmanns, Paul Leonard JürgenIn der Europäischen Union existiert ein Zielkonflikt zwischen der Weinmarktförderung der GAP und der Alkoholprävention der öffentlichen Gesundheit. Die EU subventioniert den Weinsektor, gleichzeitig setzt sie sich gesundheitspolitisch für einen Rückgang des Alkoholkonsums ein – und entspricht damit einer aktuellen gesellschaftlichen Veränderung im Stellenwert von Alkohol. Der Alkoholkonsum sinkt infolgedessen und mit ihm auch der Weinkonsum, was den Weinsektor unter Druck setzt; denn nirgends wird so viel Wein angebaut und getrunken wie auf dem europäischen Kontinent. Gesundheitspolitische Akteure kritisieren immer wieder, dass die Weinförderprogramme aus Steuergeldern finanziert werden. Sie fordern ein Ende dessen und eine deutliche Verschärfung der Alkoholprävention. 2022 ist nur knapp eine Gesetzesinitiative im Europäischen Parlament gescheitert, die Gesundheitswarnungen auf Weinetiketten verpflichtend gemacht hätte, ähnlich den Warnhinweisen auf Zigarettenpackungen. In diesem Spannungsfeld folgt diese Arbeit den Triebkräften hinter dem Zielkonflikt und geht der Fragen nach, ob die sektoralen Agrarsubventionen für die Weinbranche abgeschafft werden könnten. Damit leistet sie einen Beitrag für politische und wirtschaftliche Entscheidungen in der Agrarpolitik und der Alkoholprävention. Der gesundheitspolitische und der agrarpolitische Rahmen werden beleuchtet, um die Einflüsse der Interessensvertreter beider Politikfelder zu bewerten. In Experteninterviews werden politische Beamte und Interessensvertreter beider Politikfelder zu den Aussichten des Zielkonflikts und der Auswirkungen der Weinförderungen und Alkoholprävention befragt. Daraus wird ein Trend für die Zukunft der sektoralen Agrarsubventionen abgeleitet: Der Zielkonflikt zwischen Agrar- und Gesundheitspolitik besteht strukturell fort, denn die Weinförderung folgt agrarpolitischer Logik. Gesundheitspolitische Erwägungen haben nur schwache Einflüsse, trotz der gesellschaftlichen Veränderung und öffentlichen Kritik an Alkoholkultur. Die Weinbauverbände sind im Sinne der Privilege-Seeking-Theorie und Mancur Olsons Gruppentheorie privilegierte, gut organisierte Gruppen, die ihre Ansprüche besser durchsetzen, als die latenten, diffusen und zersplitterten gesundheitspolitischen Akteure. Die Weinbranche sollte sich nicht mehr an der medizinischen Debatte um die Schädlichkeit von Alkoholkonsum beteiligen und stattdessen positiv besetzte Themen wie Biodiversität, Landschaftspflege und ländliche Entwicklung betonen, um ihren Einfluss auf Agrarpolitik und die Förderwürdigkeit weiterhin zu gewährleisten. Die gesundheitspolitischen Akteure sollten strategische Ansätze wählen, um Zugang zu den agrar- und gesundheitspolitischen Entscheidungsstrukturen auf EU-Ebene zu gelangen und dort zuständigkeitsübergreifend Alkoholprävention strategisch zu implementieren.