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Recent Submissions

  • Item type:Item,
    Sarbecovirusinfektionen bei Wild- und Haustieren
    (2026) Apfel, Marie-Christin
    Im Jahr 2019 wurde in Wuhan (Provinz Hubei, China) erstmals eine schwere Lungenerkrankung beim Menschen beschrieben, die auf ein zuvor unbekanntes Virus zurückgeführt wurde. Aufgrund seiner phylogenetischen Einordnung wurde dieses Virus als SARS-CoV-2 (Severe Acute Respiratory Syndrome Coronavirus Type 2) bezeichnet. Es wird vor allem durch direkten Kontakt sowie über Aerosole von Mensch zu Mensch übertragen und breitete sich innerhalb kurzer Zeit über Ländergrenzen hinweg aus. Der Ursprung von SARS-CoV-2 konnte bislang nicht eindeutig geklärt werden. Aufgrund des zoonotischen Ursprungs und späterer Nachweise von SARS-CoV-2-Infektionen bei verschiedenen Tierarten stellte sich frühzeitig die Frage nach deren Bedeutung für das Infektionsgeschehen. Da Tiere potenziell als Virusreservoir dienen, eigenständige Epidemien bei Haus- und Nutztieren entstehen und zooanthroponotische Übertragungen vorkommen könnten, sollte das Vorkommen von SARS-CoV-2-Infektionen bei Tieren systematisch untersucht werden. Die Studie wurde in der Anfangsphase der Pandemie im Jahr 2020 begonnen und bis April 2021 durchgeführt. Dabei wurden verschiedene Haus- und Wildtierarten in Deutschland, unter anderem in Regionen mit hoher COVID-19-Inzidenz in der menschlichen Bevölkerung, untersucht. Insgesamt wurden 720 Proben von 63 verschiedenen Tierarten einbezogen. Darunter befanden sich 352 Katzen, 206 Vögel, 20 Reptilien sowie 142 weitere Wildtiere. Der Nachweis von SARS-CoV-2-RNA erfolgte mittels RT-qPCR. Der Erfolg der RNA-Isolation wurde durch eine interne Kontrolle überprüft und zusätzlich wurden Positiv- und Negativkontrollen mitgeführt. In keiner der 720 untersuchten Proben konnte SARS-CoV-2-RNA nachgewiesen werden. Die Ergebnisse lieferten somit für die untersuchten Tierpopulationen und den Untersuchungszeitraum keine Hinweise auf eine relevante Beteiligung am SARS-CoV-2-Infektionsgeschehen. Aufgrund des weiteren Pandemiegeschehens musste die Studie vorzeitig beendet werden, unter anderem weil RT-qPCR-Testkits und Verbrauchsmaterialien für die humanmedizinische Diagnostik benötigt wurden. Um die Studie zu vervollständigen, erfolgte eine umfassende Sichtung der aktuellen Literatur, auf deren Grundlage die eigenen Ergebnisse in den weiteren Kenntnisstand zu SARS-CoV-2-Infektionen bei Tieren eingeordnet wurden. Trotz der Detektion von SARS-CoV-2-Infektionen bei einzelnen Tierarten sowie vereinzelter Epidemien, insbesondere in Nerzfarmen und bei nordamerikanischen Weißwedelhirschen, ergibt sich nach derzeitigem Kenntnisstand keine relevante Gefährdung des Menschen durch SARS-CoV-2-Infektionen bei Haus- oder Wildtieren. Eine fortlaufende Surveillance bleibt jedoch notwendig, um mögliche Risiken durch die Entstehung tierischer Virusreservoire, Wirtsadaptationen sowie Spillover- und Spillback-Ereignisse frühzeitig zu erkennen und geeignete Gegenmaßnahmen ergreifen zu können.
  • Item type:Item,
    Nicht-invasive Erfassung der Ovarfunktion beim Lama und Alpaka mittels Messungen von Sexualsteroiden in der Milch und exfoliativer Vaginalzytologie
    (2026) Leisen, Alina Maria
    Die Festlegung eines geeigneten Deckzeitzeitpunkts ist bei Neuweltkamelen schwierig, da empfängnisbereite Stuten keine zuverlässigen Brunstsymptome oder Verhaltensänderungen zeigen. Grundsätzlich können bei den induziert ovulierenden NWK die Ovarien mittels transrektaler Sonografie dargestellt und auf das Vorhandensein ovulationsbereiter Follikel oder Gelbkörper untersucht werden. Dieses Verfahren ist jedoch mit einem hohen Aufwand und bei widersetzlichen Tieren mit Stress und einer nicht unerheblichen Verletzungsgefahr verbunden. Das Ablaufen der Follikelwellen kann auch durch Messungen der Östrogenkonzentrationen in Blutproben verfolgt werden. Die Gewinnung von Blutproben setzt bei Neuweltkameliden jedoch eine gewisse Erfahrung voraus und kann für die Tiere ebenfalls mit erheblichem Stress verbunden sein. Daher wurde in dieser Feldstudie die Anwendbarkeit der Messung der Östrogenkonzentrationen in der Milch sowie der Vaginalzytologie als nicht-invasive Methoden zur Erfassung der Ovaraktivität untersucht. Die Messungen der Sexualsteroide umfassten neben Estradiol - 17β (E2) und Gesamtöstrogenen (GOE) auch Progesteron (P4). In der Studie wurden nach eigenen Informationen erstmals E2 - Bestimmungen in der Milch von Kameliden durchgeführt. Zwischen den Steroidkonzentrationen im Blut und den entsprechenden Messwerten in der Milch ergaben sich bei den Lamas für alle gemessenen Parameter hochsignifikante positive Korrelationen, während bei den Alpakas eine statistische Signifikanz in allen Fällen deutlich verfehlt wurde. Es zeigte sich, jedoch, dass bei den Lamas die Korrelationen zwischen den Östrogenkonzentrationen im Blut und der Milch trotz ihrer hohen statistischen Signifikanz insgesamt nur mäßig ausgeprägt sind. Eine Abschätzung der im Blut zirkulierenden Östrogenkonzentrationen ist daher anhand der in der Milch gemessenen Werte ist auf der Ebene des Einzeltieres nur mit erheblichen Einschränkungen möglich. Ähnlich zeigte sich, im Unterschied zu den Alpakas, bei den Lamas eine ganze Reihe statistisch teilweise hochsignifikanter Korrelationen zwischen Östrogenkonzentrationen in Blut bzw. Milch und vaginalzytologischen Parametern Dies bedeutet, dass sich bei den Lamas Schwankungen der ovariellen Östrogenproduktion grundsätzlich in vaginalzytologischen Befunden widerspiegeln. Um das Potential der Vaginalzytologie im Zuchtmanagements bei NWK abschließend zu beurteilen, müssten in zukünftigen Untersuchungen vaginalzytologische Befunde nicht nur zu Östrogenkonzentrationen, sondern auch zu Beobachtungen aus regelmäßigen begleitenden sonografischen Ovarkontrollen in Beziehung gesetzt werden. Weiterhin sollte die zeitlichen Beziehungen zwischen den Fluktuationen der Östrogenkonzentrationen und korrespondierenden Veränderungen vaginalzytologischer Befunde näher untersucht werden.
  • Item type:Item,
    Einfluss von zielgerichteten hämodynamischen Therapiekonzepten auf das postoperative Behandlungsergebnis bei Patienten nach einem interventionellen oder operativen Eingriff
    (2025) Habicher, Marit Rhena
    Die anästhesieassoziierte Mortalität ist heute sehr niedrig. Postoperative Komplikationen bleiben dennoch eine wesentliche Ursache für Morbidität und Letalität nach operativen und interventionellen Eingriffen. Ein relevanter und potenziell modifizierbarer Faktor ist die perioperative hämodynamische Instabilität, insbesondere die intraoperative Hypotonie und eine nicht bedarfsgerechte Flüssigkeitstherapie. Die vorliegende kumulative Habilitationsschrift untersucht, inwieweit zielgerichtete hämodynamische Therapiekonzepte das postoperative Behandlungsergebnis verbessern können. Sie spannt dabei einen Bogen von der Messtechnik über die klinische Implementierung und die zugrunde liegenden Mechanismen bis zur prädiktiven Therapie und deren Einbettung in perioperative Behandlungspfade. Zunächst wurde gezeigt, dass die nicht-invasive kontinuierliche Blutdruckmessung mittels Volumenklemmmethode eine mit der invasiven Referenzmessung vergleichbare Genauigkeit erreicht. Sie war zudem der intermittierenden oszillometrischen Messung tendenziell überlegen. In der Hüftrevisionsendoprothetik wurde ein schlagvolumenbasiertes Therapieprotokoll als klinischer Standard eingeführt. Dies war mit einer signifikanten Reduktion postoperativer Komplikationen und einer kürzeren Krankenhausverweildauer assoziiert. Bei Patienten mit Transkatheter-Aortenklappenimplantation in Allgemeinanästhesie erwies sich eine zielgerichtete Flüssigkeitstherapie als machbar und ging mit einer geringeren Delirinzidenz einher. In einer retrospektiven Kohortenanalyse von 38.338 nicht-herzchirurgischen Patienten waren zwei Faktoren unabhängig mit einer postoperativen akuten Nierenschädigung assoziiert: das Ausmaß der intraoperativen Hypotonie und die kumulative Noradrenalindosis. Eine randomisierte kontrollierte Studie in der Thoraxchirurgie zeigte, dass eine durch den Hypotension Prediction Index gesteuerte Therapie Dauer und Schwere intraoperativer Hypotonie signifikant reduziert. Eine Pilotstudie nach radikaler Zystektomie deutet schließlich darauf hin, dass hämodynamische Optimierung als Bestandteil eines ERAS-Behandlungspfades mit geringerer postoperativer Morbidität und besserer früher Lebensqualität einhergeht. Die Ergebnisse sprechen insgesamt für einen Wandel von einer reaktiven zu einer präventiven, individualisierten hämodynamischen Steuerung, die in ein interdisziplinäres perioperatives Gesamtkonzept eingebettet ist. Systematische Daten zu hämodynamischen Zielwerten und zur Überwachung in der postoperativen Phase auf der Normalstation fehlen bislang. Sie sind Gegenstand zukünftiger Forschung.
  • Item type:Item,
    Pricing, Pass-Through, and Market Intervention: Essays on Health, Retail, and Transport Economics
    (2026) Gail, Maximilian Maurice
    This dissertation analyses how government interventions, policy shocks, and structural market shifts shape pricing behavior and economic outcomes in the health, retail, and transport sectors. Across five manuscripts, the research evaluates the effects of market regulations, vertical restraints, cost shocks, and broad subsidy programs. To achieve this, it utilizes advanced econometric methods drawn from empirical industrial organization, such as difference-in-differences, staggered difference-in-differences, synthetic difference-in-differences, high-dimensional error correction models, propensity score matching, and double machine learning. The first two manuscripts analyze the German brick-and-mortar pharmacy market, focusing on the impact of price competition, digitization, and regulation. The first manuscript evaluates the 2020 partial ban on prescription (Rx) drug rebates, revealing that while the policy successfully induced a shift in consumer behavior toward local pharmacies, the financial benefits were highly asymmetric. Ultimately, the intervention disproportionately benefited high-revenue pharmacies and proved insufficient to halt the long-term decline in the number of brick-and-mortar locations. The second manuscript investigates cost pass-through in the liberalized over-the-counter segment and for non-pharmaceuticals, documenting a rockets and feathers pricing asymmetry and systematic long-run cost overshifting. It highlights how rural pharmacies leverage spatial market power to offset lower demand and argues that pharmacies cross-subsidize their operations via the strictly regulated Rx segment, a mechanism now threatened by the digital disruption of electronic prescriptions. The third manuscript examines the retail fuel market by evaluating the pass-through of temporary fuel tax reductions in France, Italy, and Germany following the 2022 energy crisis. The findings demonstrate a complete pass-through of tax cuts to consumers, albeit at varying speeds across countries, with retail margins normalizing quickly after a brief initial spike. While effective at immediately lowering consumer prices, the study raises critical questions regarding the fiscal efficiency, distributional fairness, and climate-economic suitability of such broad interventions. The fourth manuscript shifts the focus to digital retail, investigating the pricing implications of the agency model versus the wholesale model for e-books on Amazon in United Kingdom. Challenging traditional antitrust perspectives on vertical restraints, the results show that delegating pricing authority to publishers under the agency model can actually decrease retail prices by approximately 20 % for niche (long-tail) titles. This suggests that this vertical restraint, similar to a Fixed Book Price system, can support market variety and make long-tail content more affordable. The final manuscript assesses the environmental and traffic impacts of the Deutschlandticket, a nationwide public transport fare reduction in Germany. The empirical analysis reveals that this demand-side subsidy failed to induce a lasting modal shift away from private car usage, yielding only a transient reduction in extra-urban traffic during the initial summer months. These findings suggest that standalone price subsidies are highly insufficient to overcome the non-monetary costs of public transport, pointing instead to the necessity of structural, supply-side infrastructure investments.
  • Item type:Item,
    Isolierung und Charakterisierung pulmonal-arterieller Endothelzellen von Patienten mit Lungenerkrankungen
    (2026) Schumacher, Anna
    Der Aufbau der Gefäßwand umfasst drei Schichten: die Tunica adventitia ganz außen, die Tunica media mit Membrana elastica externa und der Muskelschicht sowie die Tunica intima, welche wiederum aus der Membrana elastica interna, dem Stratum subendotheliale und dem Endothel besteht. Die Endothelzellen bilden das Endothel, welches sich als einschichtige Reihe eher flacher Zellen darstellt und damit die innere zum Blut zeigende Zellschicht der Herzhöhlen, Blut- und Lymphgefäßwand bildet. Die Endothelzellen sind wichtige Akteure bei der Entwicklung und Aufrechterhaltung des funktionellen Kreislaufsystems, der Versorgung mit Sauerstoffen und Nährstoffen, der Regulierung des Blutflusses und beim Transport von Immunzellen, weshalb sie bei Dysfunktionalität eine Schlüsselrolle in der Pathogenese einiger Lungenerkrankungen einnehmen können. Aus diesem Grund war es von großem Interesse die Rolle der Endothelzellen bei diversen Lungenerkrankungen besser verstehen und nachvollziehen zu können, um anhand dessen eventuelle neue Therapiemöglichkeiten abzuleiten. Im Rahmen dieser Arbeit wurde daher ein Protokoll für die Isolation humaner pulmonal-arterieller Endothelzellen von Patienten mit Lungenerkrankungen etabliert. Nach Isolation der Endothelzellen konnte deren Identität mittels Western Blot und Immunfluoreszenz gesichert werden, bevor eine Charakterisierung der Zellen erfolgte. Hinsichtlich der Proliferation waren keine Unterschiede zwischen den isolierten Endothelzellen von Patienten mit Lungenerkrankungen und gesunden Endothelzellen feststellbar und es zeigte sich, dass die Proliferation durch gezielte Inhibition von Zyklin-abhängigen Kinasen mittels den Substanzen Palbociclib, Regorafenib und Ruxolitinib dosisabhängig signifikant limitiert werden kann. Auch im Angiogenesetest konnten keine Differenzen zwischen den selbst isolierten „kranken“ Zellen und den Endothelzellen von gesunden Spendern festgesellt werden. Die eingesetzten Kinase-Inhibitoren hatten jedoch keinen signifikanten Einfluss auf die Angiogenese der Endothelzellen. Die isolierten Endothelzellen mit Sicherung deren Identität stehen nun den Kollegen zur Verfügung und können für weitere erkrankungsspezifische Versuche genutzt werden. Zudem ist es möglich die verwendeten Kinase-Inhibitoren auch im Zusammenhang mit Endothelzellen von Patienten mit PAH zu überprüfen und auf Grundlage dessen mögliche neue Therapien zu entwickeln.