Eine Analyse des Umgangs räumlicher Planung mit kritischen Infrastrukturen im Klimawandel in Hessen: Status quo der Berücksichtigung von KRITIS und Anwendung einer doppelten Schutzperspektive auf das Fallbeispiel Rechenzentrum

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https://doi.org/10.22029/jlupub-21384

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Die vorliegende Dissertation untersucht, wie der Schutz kritischer Infrastrukturen (KRITIS) vor den Folgen des Klimawandels in der räumlichen Planung in Hessen berücksichtigt wird. Im Zentrum steht dabei die Analyse des raumplanerischen Mehrebenensystems, bestehend aus Landes- und Regionalplanung, ausgewählten raumbedeutsamen Fachplanungen sowie der kommunalen Bauleitplanung. Methodisch basiert die Arbeit auf einer Kombination aus qualitativen Experteninterviews und vertiefenden Fallstudien zu Bebauungsplanverfahren mit Rechenzentrumsbezug in Gießen (ex-ante) und Hanau (ex-post). Als konzeptioneller Rahmen der Fallstudien dient die doppelte Schutzperspektive, welche sowohl die Auswirkungen des Klimawandels auf KRITIS als auch deren Umweltauswirkungen systematisch integriert. Die Ergebnisse zeigen, dass raumordnerischer KRITIS-Schutz bislang vor allem abstrakt und schwerpunktmäßig im Kontext des Hochwasserschutzes verankert ist. Die konkrete Umsetzung von Resilienzmaßnahmen wird überwiegend im Handlungsfeld nachgelagerter Planungsebenen sowie bei technischen Fachplanungen und Betreibern gesehen. Gleichzeitig bestehen für die raumordnerische Integration des Schutzes von KRITIS vor Klimawandelfolgen zentrale Hürden, insbesondere aufgrund fehlender rechtsbindender Definitionen von KRITIS sowie unzureichender Schwellenwerte zur Bestimmung klimabedingter Kritikalität außerhalb etablierter Gefahrenkulissen. Die Analyse der Fallstudien verdeutlicht, dass Rechenzentren als zunehmend bedeutsame KRITIS spezifische planerische Herausforderungen mit sich bringen, insbesondere im Hinblick auf Flächeninanspruchnahme, Energiebedarf sowie Umweltauswirkungen wie Abwärme und CO₂-Emissionen. Die doppelte Schutzperspektive auf KRITIS bietet dabei die Möglichkeit, den Schutz kritischer Infrastrukturen vor den Folgen des Klimawandels mit dem Schutz der Umwelt vor den von ihnen ausgehenden Auswirkungen systematisch zu verknüpfen. Damit fungiert sie als Ansatz, der sowohl die Facetten Klimaanpassung und Klimaschutz integriert und konkret in Bezug auf Rechenzentren operationalisiert. Letzteres ermöglicht eine verfahrensbegleitende Sicherstellung, dass Planungen gegenüber Klimawandelfolgen angepasst und zugleich auf den Klimaschutz ausgerichtet werden. Insgesamt bietet die doppelte Schutzperspektive somit einen konzeptionellen Rahmen, um beide Zieldimensionen im Sinne eines vorsorgenden und integrierten KRITIS-Schutzes zusammenzuführen.

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