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dc.contributor.advisorDill, Thorsten
dc.contributor.advisorBöning, Andreas
dc.contributor.authorSpecht, Sebastian
dc.date.accessioned2021-07-08T10:33:54Z
dc.date.available2021-07-08T10:33:54Z
dc.date.issued2020
dc.identifier.urihttps://jlupub.ub.uni-giessen.de//handle/jlupub/121
dc.identifier.urihttp://dx.doi.org/10.22029/jlupub-67
dc.description.abstractBei der primären Koronarintervention bei Patienten mit einem akuten Myokardinfarkt mit ST-Streckenhebungen ist das übergeordnete Ziel eine zeitnahe Reperfusion des betroffenen Myokards. Um die Zeit vom Beginn der Ischämie bis zur Reperfusion zu minimieren, sind in der Vergangenheit zahlreiche Studien durchgeführt und Maßnahmen in der klinischen Praxis umgesetzt worden. Diese zielten vor allem auf den Zeitraum bis zum Beginn der Herzkatheteruntersuchung. In Bezug auf die technische Durchführung der pPCI gibt es nur wenige Untersuchungen. Durch mehrere randomisierte Studien konnte der radiale gegenüber dem femoralen Zugangsweg als prognostisch günstiger erkannt und daher seitdem in den Leitlinien empfohlen werden. Darüber hinaus existieren nur wenige Daten und Empfehlungen zum Ablauf der pPCI. So ist nicht festgelegt, ob zuerst eine vollständige Koronarangiographie erfolgen oder direkt die anhand des EKG vermutete Infarktarterie aufgesucht und die Intervention vor Darstellung der kontralateralen Koronararterie durchgeführt werden sollte. Beide Verfahren haben sich in Studien als machbar und sicher erwiesen. Eine große randomisierte Studie fehlt bisher, sodass es keine eindeutige Evidenz oder Empfehlung für eine der beiden Vorgehensweisen gibt. In der vorliegenden Arbeit soll daher ein Beitrag zum Vergleich der Alternativen geleistet werden. Es wurde eine retrospektive Analyse der Daten von 101 pPCI bei Patienten mit akutem STEMI durchgeführt. Dabei wurden Ausschlusskriterien gewählt, die eine homogene Gruppe mit unkompliziertem Ablauf der Untersuchung für eine bessere Vergleichbarkeit trotz der geringen Gruppengröße gewährleisten sollten. Es befanden sich 56 Patienten in der Interventionsgruppe. Bei diesen ist die pPCI mit einem einzelnen, bilateral verwendbaren Führungskatheter durchgeführt und eine Strategie mit unmittelbarer Wiedereröffnung der Infarktarterie und erst anschließender kontralateraler Angiographie gewählt worden. Demgegenüber wurden 45 Patienten eingeschlossen, bei denen zunächst eine komplette Angiographie mit einem oder mehreren Diagnostikkathetern erfolgte und erst danach die Infarktläsion über einen speziellen links- oder rechtskoronaren Führungskatheter mit PCI behandelt wurde. Die zugrunde liegende Hypothese besagt, dass sich durch die Verwendung eines einzelnen, bilateral verwendbaren Führungskatheters und sofortige PCI der anhand des EKG identifizierten Infarktläsion die Untersuchungszeit verkürzen und der Kontrastmittelverbrauch, das Risiko für ein akutes Nierenversagen und die Strahlenbelastung des Patienten verringern lassen. Dies wären Argumente für die Befürwortung des hier untersuchten Vorgehens, obgleich Fragen nach der Sicherheit und dem mittel- bis langfristigen prognostischen Ergebnis aufgrund des Designs der Studie nicht beantwortet werden können. Für die statistische Analyse wurden t-Tests bei normalverteilten Parametern und nicht parametrische Tests (Mann-Whitney-U Test) bei nicht-normalverteilten Variablen verwendet. Kategoriale Variablen wurden mit Chi-Quadrat-Tests untersucht. Im Ergebnis konnte die Hypothese nur teilweise bestätigt werden. In den untersuchten Gruppen konnte im Mittel eine Verkürzung der Untersuchungsdauer um 5,8 Minuten errechnet werden, statistisch war dies aber, am ehesten wegen der recht großen Varianz bei geringer Gruppengröße, nicht signifikant. Der Verbrauch an Kontrastmittel stellte sich in beiden Gruppen identisch dar. Im Verlauf der Kreatininwerte und Anzahl der Nierenversagen war wiederum ein geringer numerischer Vorteil ohne statistische Signifikanz in der Interventionsgruppe zu finden. Bei der Strahlenbelastung fand sich ein deutlicher und auch statistisch signifikanter Vorteil in der Interventionsgruppe. Daneben war, wie erwartet, die Anzahl der verwendeten Katheter in der Untersuchungsgruppe statistisch signifikant geringer. Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass die Erwartungen bezüglich Einsparung von Kontrastmittel und Verringerung des Risikos von akutem Nierenversagen nicht bestätigt wurden. Die Rate an Nierenversagen war in beiden Gruppen jedoch sehr gering, was zum Teil an den gewählten Ausschlusskriterien lag, da hierdurch eine Population mit vergleichsweise geringem Risiko für Akutes Nierenversagen untersucht wurden. Eine Anwendung des untersuchten Vorgehens bei Patienten mit hohem Risiko (vorbestehende höhergradige Niereninsuffizienz, kardiogener Schock vor Beginn der Katheteruntersuchung etc.) könnte daher dennoch von Vorteil sein und sollte in Zukunft weiter untersucht werden. In Bezug auf die Strahlenbelastung des Patienten zeigte sich ein signifikanter Vorteil. Dies ist insbesondere vor dem Hintergrund interessant, dass ein Nachteil des radialen Zugangswegs gegenüber dem femoralen Zugang eine höhere Strahlenbelastung des 35 Untersuchers und des Patienten zu sein scheint. Hier könnte eine Möglichkeit liegen, diesen Nachteil zu verringern. Zur abschließenden Klärung der Frage, welches Vorgehen bei der pPCI das Beste ist sind weitere, größere und randomisierte Studien notwendig.de_DE
dc.language.isodede_DE
dc.subjectSTEMIde_DE
dc.subjectpPCIde_DE
dc.subjectFührungskatheterde_DE
dc.subject.ddcddc:610de_DE
dc.titlePrimäre Koronarintervention bei akutem Myokardinfarkt mit ST-Streckenhebung: Verwendung eines einzelnen, bilateralen Führungskatheters im Vergleich mit dem konventionellen Vorgehende_DE
dc.typedoctoralThesisde_DE
dcterms.dateAccepted2021-05-31
local.affiliationMedizinde_DE
thesis.levelthesis.doctoralde_DE


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