Postmortale Untersuchungen an der Europäischen Wildkatze (Felis silvestris silvestris SCHREBER, 1777)
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Zusammenfassung
Hundert Totfunde von Europäischen Wildkatzen aus Deutschland und Luxemburg wurden morphologisch, morphometrisch, pathologisch, virologisch, bakteriologisch und parasitologisch untersucht. Die Haupttodesursache war mit 84 % der Verkehrstod, daher entspricht der pathologische Teil in weiten Teilen einer Trauma-Studie. Todesursächliche Infektionen standen mit 5 % an zweiter Stelle (Salmonella enterica, E. coli, Erysipelothirix rhusiopathiae, Streptococcus dysgalactiae und Felines Parvovirus). Eine FeLV-Infektion war bei drei Wildkatzen als Kofaktor am Krankheitsgeschehen beteiligt. Außer dem FIV kommen alle für Hauskatzen relevanten Erreger von Infektionskrankheiten in der Wildkatzenpopulation vor (serologisch positiv waren für FHV 16 %, FCV 15 %, FPV 33 %, FeLV 18 % und für Chlamydophila sp. 6 %). Die Parasitenfauna der Wildkatze entspricht weitgehend derjenigen der Hauskatze mit einer hohen Prävalenz von Toxocara cati (91 %) und Taenia taeniaeformis (81 %). Bei 12 % der Wildkatzen wurde Cylicospirura petrowi nachgewiesen, ein Spiruride, der parasitäre Granulome im Magen verursacht. Echinococcus multilocularis war bei 5 % mit immaturen Individuen vorhanden. Molineus sp., Troglostrongylus brevior und Angiostrongylus sp. wurden zum ersten Mal bei (Wild-)Katzen in Deutschland nachgewiesen. Die Arbeit zeigt den aktuellen Status der Wildkatzenpopulation bezüglich veterinärmedizinisch wichtiger Kriterien (Reproduktion, Krankheitsgeschehen, Parasiten) an einer vergleichsweise großen Stichprobenanzahl und erfüllt damit die Vorgaben der FFHRichtlinie. Sie schafft Vergleichsmöglichkeiten für nachfolgende Untersuchungen und gibt Ansätze für weitere Untersuchungen.Verknüpfung zu Publikationen oder weiteren Datensätzen
Beschreibung
Anmerkungen
Erstpublikation in
Giessen : Laufersweiler
