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Evozierte Potentiale als intraoperative Monitoringmethode bei der operativen Versorgung intracranieller Aneurysmen

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2002

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Zusammenfassung

In der vorliegenden Dissertation wurden die Zusammenhänge zwischen dem intraoperativen Neuromonitoring mittels SEP, intraoperativenEreignissen, postoperativen klinischen und radiomorphologischen Befunden und dem Outcome der Patienten untersucht. Dazu wurden 180in den Jahren 1985 bis 1995 durchgeführte intraoperative SEP-Monitoring (bei 175 Patienten) und die dazugehörigen Krankenunterlagenausgewertet. Es wurden insgesamt 201 Aneurysmen (78 x Anteriorkreislauf, 53 x Mediastromgebiet, 46 x A. carotis, 24 x Sonstige)operativ versorgt. Zur Beurteilung des präoperativen klinischen Zustandes wurde der jeweilige Grad nach Hunt und Hess und der GCSermittelt. Der postoperative Verlauf wurde ebenso anhand des GCS quantifiziert, während der langfristige Outcome der Patienten durcheinen leicht modifizierten GOS vergleichbar gemacht wurde. Die abgeleiteten SEP wurden anhand ihres Verhaltens hinsichtlich der Latenzund Amplitude des kortikalen Signals (N20 und P40) in die folgenden vier Grade eingeteilt: Grad 1 = unauffälliges Monitoring; Grad 2 = suspektes Monitoring; Grad 3 = pathologisch verändertes Monitoring; Grad 4 = hochpathologisches Monitoring. Als wichtigste Ereignisse, die geeignet waren intraoperative Potentialveränderungen herbeizuführen, konnten Spateldruck,Klippapplikation, temporäre Gefäßokklusion, intraoperative Blutungen und Blutdrucksenkung identifiziert werden. Die gewonnenen Datenzeigen, daß SEP-Veränderungen im Rahmen korrigierbarer Ursachen wie z.B. Spateldruck, klippen des Aneurysmas, oder einertemporären Gefäßokklusion, die auch an Hand der durch das SEP signalisierten Gefahr korrigiert wurden, häufig zu keiner negativenBeeinflussung des Behandlungsergebnisses führten. Es zeigt sich somit, daß das SEP-Monitoring eine wichtige prophylaktischeÜberwachungsfunktion besitzt. Im Rahmen anderer Ursachen wie z.B. temporären Gefäßokklusionen bei Blutungen oder Hypotension hatdie Signalveränderung der SEP eine mehr prognostische Bedeutung. Diese Bedeutung ist zum Einen abhängig von der Lokalisation desAneurysmas und zum Anderen von der angewandten Modalität. Bei Auftreten von hochpathologischen SEP-Veränderungen fanden sich postoperativ häufiger als bei leichteren SEP-VeränderungenParesen und andere neurologischen Defizite. Des weiteren war der postoperative Verlauf bei Patienten mit intraoperativenSEP-Veränderungen oft durch länger dauernde Nachbeatmung und Intensivbehandlung gekennzeichnet. Der Zusammenhang zwischenSEP-Grad und postoperativem GCS ist hochsignifikant. Radiologisch manifestierten sich die SEP-Veränderungen häufig in Form vonInfarkten, Hirnödemen oder postoperativen intracerebralen Blutungen. Daraus läßt sich folgern, daß in Abhängigkeit vom Grad desintraoperativen SEP-Monitoring der weitere kurz- bis mittelfristige klinische Verlauf der Behandlung abgeschätzt werden kann. Bezüglich des langfristigen Outcome der Patienten zeigen die eigenen Ergebnisse, daß ein nicht-pathologisches Monitoring mit großerSicherheit einen sehr günstiger Krankheitsverlauf bedeutet. Beim Auftreten von pathologischen Signalen ist die Prognose abhängig vonden Begleitumständen in welchen diese pathologischen Veränderungen auftreten, und vom Grad der entstandenen SEP-Veränderungen.Darüberhinaus scheint die Dauer der Potentialveränderungen einen Einfluß auf den Outcome zu besitzen. Aus den Ergebnissen dieserStudie läßt sich schließen, daß bei pathologischem intraoperativem SEP-Monitoring von nicht mehr als 10-minütiger Dauer mit einemguten Behandlungsergebnis gerechnet werden darf. Hochpathologische Veränderungen sollten, sofern beeinflußbar (z.B. temporäreKlippung, Hypotension, Spateldruck) nicht oder nicht lange toleriert werden, da sie oft mit einer Reduktion des Outcome vergesellschaftetsind. Für die klinische Anwendung von kontinuierlichen SEP-Ableitungen als intraoperativem Neuromonitoring ist die Kenntnis der dargestelltenZusammenhänge aus Aneurysmalokalisation, Ursache von Potentialveränderungen, abgeleiteter Modalität und die entsprechendejeweilige Bedeutung einer Signalveränderung unerläßlich, um differenzierte Folgerungen aus einem intraoperativen SEP-Monitoring ziehenzu können.

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