Gesundheitsförderung, Lebensqualität und Stressbewältigung im Medizinstudium

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2009

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Zusammenfassung

Studien zeigen, dass Ärztinnen und Ärzte in steigendem Maße an den Folgen ihrer beruflichen Tätigkeit leiden, die sowohl ihre psychische, als auch physische Gesundheit betreffen. Es wird diskutiert, ob die Sozialisation zum Arzt mit allen dazugehörigen beruflichen Beeinträchtigungen bereits in der Ausbildung beginnt. Ziel dieser Studie war es, mit einem neu entwickelten Untersuchungsinstrument erstmals die drei Faktoren Gesundheitsförderung, Lebensqualität und Stressbewältigung von Medizinstudierenden im dritten klinischen Semester (7. Fachsemester) zu erörtern, wobei die gesundheitsbezogene Lebensqualität zur inhaltlichen Einordnung der Ergebnisse herangezogen wurde (SF-36). Die Erkenntnisse können als Fundament dienen, nachhaltige Verbesserung in den Studienbedingungen zu initiieren, um dadurch eine Verbesserung der medizinischen Ausbildung und letztendlich medizinischen Versorgung zu erreichen.N=228 Medizinstudierende im 3. klinischen Semester wurden bezüglich ihres Gesundheitsverhaltens mit dem Fragebogen Gesundheitsförderung, Lebensqualität und Stressbewältigung im Medizinstudium (Jurkat, 2004) explorativ untersucht. Zur Einordnung der Ergebnisse wurde die gesundheitsbezogene Lebensqualität mit dem SF-36 (Bullinger & Kirchberger, 1998) erfasst. Beide Untersuchungsinstrumente zeigten u. a. Beeinträchtigungen im psychischen Bereich, die sich konkret durch hohen Zeitdruck und Arbeitsanfall sowie nur eingeschränkter Erholungsfähigkeit erklären lassen. Hervorzuheben ist, dass die Gesundheit der Medizinstudentinnen/Studenten durch ihren Lebensstil gefördert wird, sofern mehr Zeit zur Erholung und ausreichend Zeit zum Schlafen bleibt, Spannungsbewältigung durch Gespräche mit Freunden und/oder Familie geschieht sowie Entspannungsverfahren genutzt werden.Hilfestellungen für die Medizinstudierenden bei der Stressbewältigung, in Form von Stressmanagementkursen (wie z.B. das Praxisprojekt zur Stressbewältigung im Medizinstudium von Priv.-Doz. Dr. Jurkat an der Justus-Liebig-Universität Gießen) erscheinen notwendig. Ferner sollten Stressoren im Arztberuf im Sinne der Primär- und Sekundärprophylaxe auch verstärkt in der Ausbildung von Medizinern thematisiert werden, um langfristig eine höhere Lebensqualität von Studierenden und zukünftigen Ärztinnen und Ärzten zu erreichen.


Recent studies show increasing distress of male and female physicians, including impairment of physical and mental health, as a direct implication of their profession. Current object of discussion includes the question, whether socialisation of a physician with all corresponding adverse effects, already starts with education. With a newly developed instrument, for the first time, this study aimed to reconsider the three criteria health promotion, quality of life and coping of stress of medical students in their third clinical semester (7.term) with health-related quality of life as regard to resulting data (SF-36).The presented findings may provide a base to initiate effective improvement in study conditions and thereby achieve improvement in the field of medical training and eventually in medical care.Medical students (N=228) in the 3. clinical semester were analyzed concerning their health behaviour with the standardised questionnaire: Health promotion, Quality of Life, and Stress management in Medical training (Jurkat, 2004). For classification of results the health related quality of life was registered with the SF-36 (Bullinger & Kirchberger, 1998).Both instruments showed impairment in the mental field, which was explained precisely through pressure of time, volume of work and limited recuperativeness. It has to be emphasized that health of male and female medical students was promoted by their lifestyle, if more time for recreation was available, if coping by profitable discussions with friends and/or family members was possible or if relaxation techniques were employed.Assistance for medical students in Coping with stress in the form of stress-management courses (for instance the practical project for Coping with stress during medical studies at the Justus-Liebig-Universität Gießen by PD Dr. Jurkat) appear to be necessary.Furthermore stress factors in the medical profession in terms of a primary and secondary prophylaxis should be picked out as a central theme in the education of physicians to accomplish a higher quality of life of medical students and future physicians.

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