MRSA-Kolonisierung und Wundheilung bei Diabetikern mit Diabetischem Fußsyndrom

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EinleitungDas Diabetische Fußsyndrom (DFS) ist eine der häufigsten Folgeerkrankungen bei Diabetesmellitus; ca. ein Viertel der in Deutschland lebenden Diabetiker erleiden im Laufe ihresLebens ein DFS. Laut Beobachtungen kommt es bei Diabetikern mit chronischen Wunden,vor allem beim Diabetischen Fuß, zu einer Häufung der Besiedelung oder Infektion mitMethicillin resistenten Staphylokokkus aureus (MRSA).In der vorliegenden Studie wurden Einflussfaktoren auf den MRSA-Kolonisierungsstatus undder Einfluss der MRSA-Besiedelung auf den Wundheilungsverlauf, sowie dieSanierungserfolge bei Patienten mit DFS in einer Spezialklinik für Diabetes untersucht.Vorgehensweise und MethodenEingeschlossen wurden Patienten, die sich zwischen Juli 2006 bis November 2007 instationärer oder ambulanter Therapie an einer Spezialklinik für Diabetes befanden. AllePatienten waren an Diabetes mellitus erkrankt und litten an einem Diabetischen Fuß Syndrom.Bei der MRSA-Gruppe wurde eine MRSA-Besiedelung in Fußwunde, Haut oder Nasenachgewiesen. Die Kontrollgruppe war frei von MRSA. Die Datenerhebung (Schwerpunkte:Risikofaktoren, Allgemeinzustand, Wundbehandlung, Diabeteseinstellung, MRSA) erfolgtestationär und bei den ambulanten Wiedervorstellungen durch ein persönliches Interview mitHilfe eines Fragebogens bei einer Verlaufdokumentation über einen Zeitraum von sechsMonaten.ErgebnisseInsgesamt konnten 110 Patienten in die Studie aufgenommen werden, 34 Patienten in derMRSA-Gruppe und 76 in der Kontrollgruppe. Die Verteilung von Alter, Geschlecht undEinstufung des Allgemeinzustandes nach Nortonskala war in beiden Gruppen homogen.Der Anteil von Patienten mit häufigen Krankenhausaufenthalten (>2 in 12 Monaten) war inder MRSA-Gruppe (n=21, 61,8%) deutlich höher, als in der Kontrollgruppe (n=22, 28,9%,p=0,002). Der Anteil ambulant oder in einem Pflegeheim betreuter Patienten betrug in derMRSA-Gruppe 35,3% (n=12) und in der Kontrollgruppe 13,2% (n=10, p=0,01). Der häufigsteNachweisort für MRSA war die Fußwunde (n=30; 93,8%), gefolgt von der Nase (n=20;62,5%) und der Haut (n=15; 46,9%).Während der 6-monatigen Verlaufsbeobachtung kam es insgesamt bei 66 (83,5%) Patientenzu einer Wundverkleinerung, wobei hiermit eine Verringerung der Fläche der Wundengemeint ist. Dies war bei 15 (68,2%) Patienten der MRSA-Gruppe und bei 51 (89,5%)Patienten der Kontrollgruppe der Fall (p=0,039). Bei 48 von 58 (82,8%) Patienten, bei denenes im Verlauf der ambulanten Behandlung zu einer Verkleinerung der Wunden kam, lag einHbA1c von >7,5% und bei 10 (17,2%) Patienten ein HbA1c von >7,5% vor (p= 0,023). Diesebeiden Zusammenhänge konnten durch die Erstellung einer logistischen Regressionsanalysebestätigt werden. 17 der 34 Patienten mit positivem MRSA-Nachweis wurden einerfünftägigen stationären Sanierung unterzogen. Bei persistierendem Nachweis in der Wundewar die Sanierung der Nase in 60% (n=9) und der Haut in 66,7% (n=8) der Fälle erfolgreich.SchlussfolgerungZusammenfassend sind eine häufige Hospitalisierung und die ambulante/stationäre Pflege alsRisikofaktor für eine MRSA-Besiedelung anzusehen. Diese scheint sich, ebenso wie einHbA1c >7,5%, nachteilig auf die Wundheilung bei Patienten mit Diabetischem Fuß Syndromauszuwirken. Obwohl die Sanierung der Wunden bei keinem Patienten erfolgreich war,könnte ein Sanierungsversuch hinsichtlich der Erfolge bei Haut und Nase und der Reduktionder Übertragungsrate dennoch als sinnvoll bewertet werden. Fraglich ist, wie lange der Statuseiner solchen Teilbesiedelung aufrechterhalten werden kann.

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