Das zu der Gruppe der Kopf-Hals-Tumoren gehörende Nasopharynxkarzinom (NPC) hat eine hohe Inzidenz in Südostchina und ist mit etwa 70% der häufigste maligne Tumor im Bereich des Pharynx. Insgesamt ist das NPC jedoch in Mitteleuropa ein seltener Tumor mit einem Gesamtanteil von 0,2% aller Tumorerkrankungen und macht in der Kindheit nur etwa 1% aller Malignome aus. Neben verschiedenen Umweltfaktoren, Ernährungsgewohnheiten und genetische Faktoren wie z. B. die Assoziation mit HLA-A2, HLA-B17 und HLA-Bw46 wird insbesondere die Infektion der Zellen mit dem Epstein-Barr-Virus (EBV) als Ursache für die Entstehung des NPC gesehen. Bei nahezu allen Patienten mit einem NPC konnte EBV-DNA im Plasma nachgewiesen werden. Ebenso zeigte sich, dass es eine Korrelation zwischen der Konzentration von EBV-DNA im Plasma und dem Tumorstadium, der Rezidivwahrscheinlichkeit, des Überlebens sowie das Vorhandensein von Resterkrankung nach einer Strahlentherapie bei Patienten mit NPC gibt. In dieser Arbeit konnte ebenfalls ein Zusammenhang zwischen dem Auftreten von Nasopharynxkarzinomen und dem Nachweis von Plasma-EBV-DNA festgestellt werden. Erhöhte Konzentrationen an Plasma-EBV-DNA lassen sich bei Patienten mit einem NPC nachweisen, welche bereits während der Behandlung gemäß dem NPC-2003-GPOH-Studienprotokoll abnehmen und nach Beendigung der Therapie kaum noch nachweisbar sind. Demzufolge eignet sich die Bestimmung von Plasma-EBVDNA zur Überwachung von NPC-Patienten.Die Bestimmung von EBV-DNA in den PBMCs ist zwar zur Überwachung der pädiatrischen Patienten nach einer allogenen Stammzell- oder Organtransplantation brauchbar, nicht aber zur Überwachung von NPC-Patienten. Des Weiteren wurde in dieser Arbeit gezeigt, dass die EBV-Serologie zur Überwachung des Therapieansprechens sowie der Früherkennung eines Rezidives bei pädiatrischen Patienten mit NPC weniger geeignet ist.
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