Juckreizinduktion durch Histaminiontophorese und Videos : Intensität, Qualität, psychosoziale Prädiktoren

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Hintergrund: Aktuelle Studien zeigen, dass Juckreiz auch komplett ohne Manipulation der Haut nur mit Hilfe von audiovisuellen Reizen hervorgerufen werden kann. Jedoch wurde diese neue Methode noch nie mit herkömmlichen Formen der experimentellen Juckreizinduktion verglichen. Ziel dieser Studie ist es deshalb erstmals einen Versuch durchzuführen, um einen Vergleich zwischen mentaler Pruritusinduktion und einem durch Histaminiontophorese ausgelöstem Juckreiz vorzunehmen. Aufgrund der Einzelbewertung in Vergleichsstudien ist eine annähernd identische Juckreizmodulation beider Methoden zu erwarten.Methodik: Zum Vergleich der beiden Pruritusinduktionsmethoden wurden 80 Studienteilnehmer randomisiert auf die beiden Versuchsbedingungen aufgeteilt (unabhängige Variable: "juckreizinduzierendes Video + Placebo-Iontophorese" vs. "neutrales Video + Histaminiontophorese"). Die Iontophorese erfolgte mit einem Stromfluss von 200 mA für 30 Sekunden an der Innenseite des nichtdominanten Unterarms. Direkt nach dem Treatment sahen die Probanden das entsprechende Videomaterial. Als abhängige Variablen wurden drei Juckreizparameter erfasst (Juckreizintensität/Kratzhäufigkeit/Kratzdauer). Für weitergehende explorative Fragestellungen wurden zusätzlich Juckreizqualität/-lokalisation und Persönlichkeitsfaktoren erhoben.Ergebnis: Im Vergleich der beiden Pruritusinduktionsmethoden zeigten sich signifikant höhere selbstberichtete Juckreizwerte für die Bedingung "neutrales Video + Histaminiontophorese" gegenüber "juckreizinduzierendes Video + Placebo- Iontophorese", ohne dass jedoch bemerkenswerte Unterschiede bei der Anzahl an Kratzbewegungen und der Kratzdauer zu beobachten waren. Der Vergleich mittels non- inferiority Testverfahrens zeigte eine Unterlegenheit der Pruritusinduktion mittels juckreizinduzierendem Video gegenüber der Histaminiontophorese. Der audiovisuell induzierte Pruritus tritt am ganzen Körper diffus verteilt auf und wird insgesamt als "freundlicher" wahrgenommen, als der über Histaminiontophorese induzierte Juckreiz, der insbesondere an der Applikationsstelle des Histamins (Arm) zu finden ist.Diskussion: Als Hauptgrund für die nicht nachzuweisende non-inferiority der audiovisuellen Juckreizinduktion muss das Fehlen eines in Vorstudien noch verwendeten "priming"-Videos vor der eigentlichen Videodarbietung gesehen werden.

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