Winterweidesysteme mit Schafen und tierartübergreifende Effekte auf Ertragsanteile und Artenmuster verschiedener Narben

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http://dx.doi.org/10.22029/jlupub-16853

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Neben der Narbe (= Lolio-Cynosureten bzw. Festuca arundinacea-Ansaaten) wurden die Faktoren Beweidungstermin (= Ende September, Ende November, Ende Dezember), Besatzdichte (= mittlere Besatzdichte mit 14,1 GV ha-1, hohe Besatzdichte mit 34,6 GV ha-1) und Nachsaat (= 20 kg Lolium perenne ha-1, Kontrolle) über vier Jahre hinweg geprüft. Die Zielgrößen waren: TS-Erträge der Wintererntetermine und Primäraufwüchse, Energiedichten, Rohprotein-, Ergosterol-, Ochratoxin A- und Zearalenon-Konzentrationen. Darüber hinaus wurden tierartübergreifend (= Schaf, Rind) die Ertragsanteile der Gräser, Leguminosen und sonstigen Kräuter erfasst und der Shannon- und Simpson-Index berechnet. Die Versuche waren als Lateinisches Rechteck mit drei Wiederholungen angelegt, wobei der Schafweideversuch im Naturraum Gießener Becken (= 160 m ü. NN) und der Rinderweideversuch im Hohen Westerwald (= 470 m ü. NN) lagen. Die Festuca arundinacea-Ansaat erreichte in allen vier Untersuchungsjahren signifikant höhere TS-Erträge im Winter als das Lolio-Cynosuretum. Die Erträge des Lolio-Cynosuretums nahmen im Verlauf des Winters stärker ab als die der Festuca arundinacea-Ansaat. Die Futterqualität war bis Ende Dezember adäquat für die Wiederkäuerernährung. Die höchsten gemessenen Nmin-Mengen betrugen über Termin, Besatzdichte und Nachsaat betrachtet 79,2 kg N ha-1. Die Zusammensetzung der Narben hatte sich unabhängig von der Tierart durch die Beweidung verändert, allerdings hatten Arten, die zu Problemarten werden könnten (= Cirsium arvense, Elymus repens, Rumex spec.), nicht zugenommen. Die Ertragsanteile der Leguminosen und sonstigen Kräuter stiegen bei Schafbeweidung über den für diese Zielgröße dreijährigen Untersuchungszeitraum von 10% auf 20% und bei Rinderbeweidung von 10% auf 17%. Arten, die auf der Schafweide von der Beweidung profitierten, waren Rosettenpflanzen (= Leontodon autumnalis usw.), während auf der Rinderweide namentlich ausläufertreibende Arten (= Ranunculus repens, Trifolium repens) gefördert wurden. Die Artenzahlen - als Indikator für die α-Diversität - stiegen innerhalb des Untersuchungszeitraumes durch Schaf- bzw. Rinderbeweidung von 39 auf 56 bzw. 42 auf 55 Arten an. Die floristische Diversität (= Shannon- und Simpson-Index) war typisch für mitteleuropäische Weiden. Die signifikanten Interaktionen Narbe x Nachsaat und Narbe x Termin auf der Schafweide konnten auf die variierenden Ertragsanteile von Lolium perenne in Abhängigkeit vom Beweidungstermin und der Nachsaat zurückgeführt werden.

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Gießen : Köhler 2006 (Agrarwissenschaft)

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