Professionalisierung und Technik des Zähneputzens im Studium (PUTZIS): Die Zahnputzperformanz von Zahnmedizinstudierenden im ersten und letzten Studienjahr
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Zusammenfassung
Die vorliegende Dissertation untersucht die Zahnputzperformanz von Zahnmedizinstudierenden im ersten und im letzten Studienjahr im Rahmen der Studie „PUTZIS – Professionalisierung und Technik des Zähneputzens im Studium“. Ziel der Arbeit war es, zu analysieren, ob sich durch den Professionalisierungsprozess im Zahnmedizinstudium Unterschiede in der praktischen Ausführung des Zähneputzens feststellen lassen, und welche Rolle dabei psychologische (Problembewusstsein, Selbstwirksamkeitserwartung) sowie motorische (manuelles Geschick) Einflussfaktoren spielen.Zur Beantwortung der Forschungsfragen wurde eine querschnittliche Erhebung mit Labor- und Fragebogenerhebung durchgeführt. Die Zahnputzperformanz wurde per Videobeobachtung erfasst und hinsichtlich Putzdauer, angesteuerten Flächen und Bewegungsmustern analysiert. Zusätzlich wurden objektiv Plaquewerte mittels Marginalem-Plaque-Index (MPI) nach dem Zähneputzen erhoben. Psychologische und motorische Determinanten wurden über validierte Instrumente (SPOC, OHSEE, Grooved PegBoard) erfasst.
Insgesamt wurden N = 82 Zahnmedizinstudierende im Labor untersucht und in die Auswertung der Daten einbezogen. Im ersten Studienjahr befanden sich n = 11 Personen, im letzten n = 16. Die Ergebnisse zeigten, dass Studierende im letzten Studienjahr tendenziell mehr Zahnputzzeit auf die oralen Flächen verwendeten und eine breiteres Spektrum an Putzbewegungen demonstrierten als Studierende im ersten Studienjahr. Unterschiede im MPI deuteten auf eine höhere Zahnputzeffektivität bei den fortgeschritteneren Studierenden hin. Das motorische Geschick machte zwischen den Studienjahren keinen signifikanten Unterschied aus. Die psychologischen Einflussfaktoren zeigten ebenfalls keine Unterschiede: Die Selbstwirksamkeitserwartung unterschied sich nicht signifikant zwischen den Gruppen, und das Problembewusstsein, operationalisiert als Differenz zwischen subjektiv eingeschätzter und objektiv gemessener Plaquefreiheit, war bei beiden Gruppen begrenzt.
Die Ergebnisse stützen die Annahme, dass im Verlauf des zahnmedizinischen Studiums Veränderungen im Zahnputzverhalten stattfinden. Die vorliegenden Daten sprechen für die Notwendigkeit, Aspekte der Zahnputzperformanz frühzeitig und praxisnah in die zahnmedizinische Ausbildung zu integrieren. Die Arbeit leistet damit einen Beitrag zur empirischen Erforschung praktischen Gesundheitsverhaltens im Kontext der Professionalisierung und liefert Ansatzpunkte für zukünftige Präventions- und Ausbildungsmaßnahmen.
