Obraz dyskursu narodowo-kulturowego luteranów w II Rzeczypospolitej: na podstawie prasy Kościoła Ewangelicko-Augsburskiego
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Abstract
Die vorliegende Arbeit basiert auf einer umfangreichen Recherche deutsch- und polnischsprachiger Zeitschriften. Der Hauptteil enthält eine Analyse von 36 ausgewählten Artikeln aus führenden evangelischen Zeitschriften, die in Warschau, Teschener Schlesien und Lodz in polnischer und deutscher Sprache veröffentlicht wurden. Diese Texte zeigen die divergierenden Wahrnehmungen der lutherischen Kultur zwischen den verschiedenen Parteien der Evangelisch-Augsburgischen Kirche: vor allem zwischen denen, welche die Polonisierung der religiösen Kultur der Kirche befürworteten, und denen, die auf ihren traditionell deutschen Charakter bestanden. Aufgrund des Fehlens eindeutiger theologischer Hinweise in dieser Hinsicht hatte der kulturelle Diskurs in der Presse einen axiologischen Charakter.
Die Arbeit besteht aus drei Teilen. Der einleitende Teil enthält methodische Hinweise und einen Abriss zur Geschichte und Theologie der Evangelisch-Augsburgischen Kirche. Die Analyse der in Teil II enthaltenen Texte bringt Argumente der verschiedenen Parteien zutage. Sie zeigen unterschiedliche Interpretationen historischer Phänomene und Figuren und sogar Fragmente der Bibel, die in der Debatte über den nationalen Charakter der Kirche instrumentalisiert wurden.
Die Argumente für die Polonisierung waren unter anderem die Tradition der Unterordnung der Kirche unter weltliche Autorität und der Wunsch nach einem friedlichen Zusammenleben mit der polnischen Gesellschaft. Die Wiedergeburt Polens wird als ein Werk der Vorsehung und des Willens Gottes beschrieben. Die Texte in polnischsprachigen Zeitschriften konzentrierten sich auch auf die Konstruktion optimistischer Zukunftsvisionen und bezeichneten die Geschichte des 16. Jahrhunderts oft als das goldene Zeitalter der polnischen Reformation und betonten, dass sich das wiedergeborene Polen auf diese pluralistischen Traditionen berufen sollte. Dadurch sollte der polnische Protestantismus einen größeren Einfluss auf die Kultur und Mentalität der Nation haben.
Für Anhänger des Deutschtums war die Fortführung der Tradition ihrer Vorfahren in einer bestimmten Sprache von großem Wert. Die Bewahrung des Erbes in unveränderter Form, der Stolz auf kulturelle Errungenschaften und schließlich die Sehnsucht nach einem gewissen lutherischen Universalismus mittels deutscher Sprache – das waren Visionen, die das Engagement zur Stärkung des deutschen Elements in der Kirche motivierten. Für sie war Martin Luther nicht nur ein Theologe und Reformator, sondern auch ein Nationalheld. Für Anhänger des Polentums hingegen war er ein Dissident, der den Mut hatte, neue kulturelle Wege zu beschreiten.
Solche neuen Muster zwischen den polnisch-katholischen und deutsch-protestantischen Kulturmonolithen in Polen wurden von einer Gruppe polnisch-evangelischer Pastoren propagiert, die oft deutsche Vorfahren hatten, aber davon überzeugt waren, dass eine wahre christliche Haltung die Aufnahme der Kultur und Sprache der Umwelt erforderte, um in der Gesellschaft das Potenzial der Nächstenliebe voll entfalten zu können – diese und weitere Schlussfolgerungen befinden sich im zusammenfassenden Teil III.
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Notes
Dissertation im Rahmen eines Cotutelle-Vertrages mit der Universität Lodz (Polen).
Original publication in
Lodz: Wydawnictwo Uniwersytetu Łódzkiego, 2026
