In dieser Arbeit wurde das Spectrin des Zytoskeletts von bovinen Endothelzellen nach Infektion mit dem Rinderkokzid Eimeria bovis mittels Laserkonfokalmikroskopie unter Verwendung eines spezifischen Antikörpers vom Kaninchen gegen alpha/beta-Spectrin näher untersucht.Im Verlauf der Infektion konnte eine deutliche Zunahme der gesamten zellulären Spectrinkonzentration nachgewiesen werden. Ein leichter Anstieg der Spectrinkonzentration fand sich vom 8. auf den 15. Tag post infectionem (p. i.), ein deutlicher Anstieg, parallel zur deutlichen Größenzunahme des Makroschizonten, vom 15. auf den 20. Tag p. i.. Ein Großteil der Spectrinmoleküle fand sich dabei innerhalb der parasitophoren Vakuole (PV). Hierbei könnte es sich um ein in dieser Arbeit erstmals nachgewiesenes, zumindest alpha-Spectrin-ähnliches, parasitenspezifisches Protein handeln. Während der In-vitro-Untersuchung fiel auf, dass E. bovis-Schizonten und Merozoiten ebenfalls eine Fluoreszenz aufwiesen. Eine direkte oder unspezifische Reaktion des Farbstoffes mit einem anderen Parasiten- oder Wirtszellprotein konnte durch ergänzende Untersuchungen ausgeschlossen werden. Damit konnte eine E. bovis-spezifische alpha-Spectrinisoform charakterisiert werden. Die Veränderungen des spectrinhaltigen Zytoskeletts der endothelialen Wirtszelle waren im Vergleich zur Zunahme des Spectrins der Parasiten nur gering und mit der Konfokalmikroskopie aufgrund der eingeschränkten Auflösung nicht voneinander zu trennen. Da sich in der Konfokalmikroskopie viel angefärbtes Spectrin im Bereich der PV und der Parasiten fand, muss davon ausgegangen werden, dass der Großteil des gemessenen Spectrins insbesondere in den späten Infektionsstadien vom Parasiten stammt. Es fanden sich zudem Hinweise, dass E. bovis zum Egress aus der Wirtszelle eine lokale Lyse des Spectrinzytoskeletts bewirken könnte. Am 20. Tag p. i. waren lokale Unterbrechungen des Spectrinzytoskeletts der Wirtszelle und der PV zu beobachten, und es kam zu einem gerichteten Merozoiten-I-Egress aus den befallenen Wirtszellen. Dabei blieb das übrige Spectrinzytoskelett intakt. Eine vollständige oder ungezielte Zerstörung der Wirtszelle im Sinne eines Platzens fand nicht statt. Die genauen Mechanismen, die der Parasit zur lokalen Lyse einsetzt, blieben in der vorliegenden Studie ungeklärt. Hierzu sind weitere Untersuchungen erforderlich.E. bovis ist verwandt mit humanpathogenen apikomplexen Parasiten wie z. B. Toxoplasma gondii und Cryptosporidium parvum. Aus diesem Grund könnten die hier verwendeten Systeme auch als Modell für weitere Forschungen an diesen zoonotisch relevanten Parasiten dienen.
Verknüpfung zu Publikationen oder weiteren Datensätzen