Ziel der vorliegenden Studie war es, drei verschiedene Polymorphismen des Interleukin 4 Gens (IL-4 70bp Repeat-Polymorphismus in Intron 2 , IL-4 C(-590)-T Polymorphismus und IL-4 GT Dinucleotid Repeat-Polymorphismus in Intron3) bei mittelamerikanischen und nordeuropäischen Personen zu identifizieren und deren Einfluss auf die aggressive Parodontitis (AP) zu untersuchen.
Hierzu wurde jeweils die an AP erkrankte Patientengruppe (Mittelamerikaner n=16, Nordeuropäer n=34) mit der gesunden Kontrollgruppe (Mittelamerikaner n=14, Nordeuropäer n=33) verglichen.
In der vorliegenden Studie konnten die untersuchten Allee des IL-4 C(-590)-T Polymorphismus und des IL-4 70bp Repeat-Polymorphismus in Intron 2 erstmals auch bei Individuen aus Mittelamerika identifiziert werden. Bei den Nordeuropäern konnten die Allee des IL-4 GT Dinucleotid Repeat-Polymorphismus in Intron 3 erstmals nachgewiesen werden.
Die Ergebnisse zeigen, im Gegensatz zu der Studie von Michel et al. (2001) keinen Hinweis auf einen Unterschied zwischen den Untersuchungsgruppen bezüglich des IL-4 C(-590)-T Polymorphismus. Überraschenderweise trat weder in der Patientengruppe noch in der gesunden Probandengruppe der Mittelamerikaner eine Homozygotie des C-Allels des IL-4 C(-590)-T Polymorphismus auf.Auch bei dem IL-4 70bp Repeat-Polymorphismus in Intron 2 ergab sich kein Hinweis auf einen Unterschied zwischen den Untersuchungsgruppen. Bei Betrachtung dieser beiden Genotypen zusammen lässt sich kein Unterschied zwischen den gesunden Probanden und den AP-Patienten feststellen. Auffallend ist jedoch bei den Mittelamerikanern, dass die Homozygotie des T-Allels des IL-4 C(-590)-T Polymorphismus immer zusammen mit der Homozygotie des B1-Allels des IL-4 70bp Repeat Polymorphismus in Intron 2 vorkommt. Dies entspricht den Ergebnissen von Michel et al. (2001). Allerdings bestätigt sich dies in der vorliegenden Studie bei den Nordeuropäern nicht.
Den IL-4 GT Dinucleotid Repeat-Polymorphismus in Intron 3 betreffend konnte ebenfalls kein Unterschied zwischen den untersuchten Gruppen festgestellt werden. Hier fällt auf, dass der Genotyp A3/A3 nur in der Gruppe der an AP erkrankten Patienten vorkommt. Es konnte allerdings kein Hinweis auf einen möglichen Zusammenhang mit dem Erkrankungsrisiko gefunden werden. Auch die Betrachtung mit den Genotypen der zuvor untersuchten Polymorphismen zusammen zeigte keinen Unterschied zwischen den untersuchten Gruppen.
Da es sich um eine Pilotstudie mit kleinen Kollektiven handelt, müssen sich, um gesicherte Antworten auf die gestellten Fragen zu erhalten, noch andere Untersuchungen mit größeren Datenkollektiven anschließen. Auch ein möglicher Zusammenhang mit anderen Parodontitisformen sollte in weiteren Studien geklärt werden.
Die vorgelegten Daten sind eine wichtige Basis für weitere Studien, da die untersuchten Allele des IL-4 GT Dinucleotid Repeat-Polymorphismus in Intron 3 erstmals bei Nordeuropäern und die untersuchten Allele des IL-4 70bp Repeat-Polymorphismus in Intron 2 und des IL-4 C(-590)-T Polymorphismus erstmals auch bei Individuen aus Mittelamerika identifiziert wurden.
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