Ziel dieser in-vitro Studie war es, die Bruchfestigkeit und die Antagonistenabrasion von dreigliedrigen Seitenzahnbrücken, die aus drei verschiedenen dentalen Materialklassen (Keramiken, Komposite und Polymere) hergestellt wurden, nach Kausimulation vergleichend zu untersuchen.Dazu wurden ein Prämolar und ein Molar nach empfohlenen Präparationsrichtlinien digital erstellt und aus Titan standardisiert gefräst. Danach erfolgte die Herstellung von vollanatomischen dreigliedrigen Seitenzahnbrücken mit einem Verbinderquerschnitt von 16 mm2, die auf den Titanstümpfen mit dualhärtendem Befestigungskomposit befestigt wurden. Insgesamt wurden von jedem der neun getesteten Restaurations- materialien (3 pro Materialklasse) 16 Prüfkörper hergestellt. Von jedem Material wurden je die Hälfte der Prüfkörper (n=8) in einem Kausimulator einer mechanischen Belastung (1,2 Millionen Zyklen bei 108 N) und einer gleichzeitigen thermischen Wechselbelastung (5 °C/55 °C) unterzogen. Um die maximale Bruchkraft zu bestim- men, wurden sowohl die unbelasteten als auch die belasteten Prüfkörper axial bis zum Bruch belastet (Zwick Universalprüfmaschine). Für die Analyse der Antagonisten- abrasion wurden die Antagonisten aus Steatit jeweils vor und nach der Kausimulation gescannt. Danach erfolgten die Überlagerung der beiden Datensätze mit einem digitalen Flächenvergleich und die Bestimmung des maximalen Substanzverlustes.Alle Prüfkörper außer zwei der Gruppe C&B MFH, überlebten die Kausimulation unbeschadet. Bei den PEEK-Materialien (LuxaCam PEEK und PEEK Biosolution) konnte im Bruchkraftversuch keine Materialfraktur nachgewiesen werden. Das Kompositmaterial LuxaCam Composite zeigte eine Bruchfestigkeit vergleichbar mit dem Zirkonoxid Lava Esthetic und eine höhere Bruchfestigkeit gegenüber den Silikatkeramiken nach thermomechanischer Belastung. Weiterhin wiesen die Komposite und die Polymere eine niedrigere Antagonistenabrasion auf als die Keramiken, was für klinische Anwendungen sehr nützlich sein kann.Innerhalb der Grenzen dieser Studie wurde in Hinblick auf die Bruchfestigkeit bei allen Materialien eine ausreichende Stabilität nachgewiesen, um den intraoral generierbaren Kaukräften standhalten zu können. Wenn die ästhetischen Eigenschaften von Keramiken erreicht werden können, stellen Komposite und Polymere eine vielversprechende Alternative für vollanatomische dreigliedrige Seitenzahnbrücken dar. Die vorliegenden Daten sollten durch klinische Langzeitstudien abgesichert werden, bevor eine grundsätzliche Empfehlung ausgesprochen werden kann.
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