Untersuchung einer Korrelation der Höhe des Laborwertes Procalcitonin mit dem Krankheitsbild der Urosepsis im Vergleich zu Sepsen anderer Genese

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Im klinischen Alltag auf einer Intensivstation ist das Krankheitsbild der Sepsis omnipräsent. Ursächlich sind hierfür vorrangig intraabdominale, pneumogene und urologische Foci, die die Ausgangspunkte für dieses Krankheitsbild darstellen. Dabei unterscheiden sich diese drei septischen Entitäten nicht nur in ihrer Genese und Ausprägung, sondern auch in den laborchemisch erhebbaren Parametern und dem klinischen Outcome. Ziel dieser Arbeit ist es, die Hypothese zu bestätigen, dass sich bei Patienten mit einer Urosepsis deutlich höhere Procalcitonin -Werte als bei Sepsen anderer Genese messen lassen. Zweites Zielkriterium ist die Untersuchung des klinischen Outcomes. Auch hier lässt sich empirisch vermuten, dass bei Patienten mit einem uroseptischen Krankheitsbild unter multimodaler Therapie ein günstigeres Outcome zu beobachten ist. Hierfür wurden insgesamt 277 Patienten mit einem septischen Krankheitsbild eingeschlossen, die in dem Zeitraum zwischen dem 01.11.2010 bis zum 31.12.2017 auf der operativen- oder pulmonologischen Intensivstation oder der operativen Intermediatecare-Station behandelt worden waren. Es lag bei 87 Patienten eine Urosepsis vor, bei 100 Patienten eine primär pneumogene Sepsis und bei 90 Probanden ein abdominaler Fokus vor. Bei der Auswertung der erhobenen Daten zeigten sich zwischen den drei Gruppen keine wesentlichen Unterschiede hinsichtlich der Alterszusammensetzung oder der biometrischen Merkmale. Auch hinsichtlich der intensivmedizinischen Scores (SOFA und APACHE II) zeigten die drei untersuchten Sepsisformen keine signifikanten Unterschiede. Signifikant hingegen war der Unterschied des maximalen Procalcitoninwertes. Es zeigten sich bei Patienten mit einer Urosepsis mit 42,2 Mikrogramm/l die höchsten Absolutwerte. In der Gruppe der abdominalen Sepsis ließ sich ein Peak-PCT von 8,8 Mikrogramm/l nachweisen, bei der pneumogenen Sepsis eines von 13,9 Mikrogramm/l. Bei der Auswertung der weiteren untersuchten Laborwerte Creaktiven Protein (abdominale Sepsis 319,1mg/dl, pneumogene Fokus 277,7 mg/dl, Urosepsis 255,6 mg/dl) und Serum-Laktat (Urosepsis 3,66 mg/dl abdominale Sepsis 3,27 mg/dl, pneumogene Sepsis 2,8 mg/dl) zeigten sich bei dem CRP ein signifikanten Unterschiede zwischen den drei untersuchten Gruppen. Bei dem Serumlaktat war keine signifikante Differenz messbar. Es zeigte sich eine positive Korrelation zwischen der Höhe des gemessenen Procalcitonins und dem Nachweis gramnegativer Erreger. Dieses Merkmal ist in der vorliegenden Untersuchung in der Gruppe der Urosepsis am stärksten aus geprägt. Als weiteres Hauptkriterium wurde das klinische Outcome der drei Gruppen untersucht. Definiert wurden hierfür die Überlebenswahrscheinlichkeit, die Aufenthaltsdauer auf einer Intensiv- bzw. IMC-Station und die Gesamtzeit des Krankenhausaufenthaltes. Hierbei zeigte sich, dass die Patienten der uroseptischen Gruppe mit einer Letalität von 15,1% die höchste Überlebenswahrscheinlichkeit aufboten. Bei den pneumogenen Fällen lag die Letalität mit 51% am höchsten, die abdominalseptischen Patienten lagen mit 28,9% im Mittelfeld. Auch bei der Auswertung der Liegedauer zeigte sich ein hierzu passendes Ergebnis: Während die Patienten mit einem pneumogenen Fokus durchschnittlich 21 Tage auf einer Intensivstation behandelt wurden, waren es bei den abdominalen Sepsen 9 Tage, bei den uroseptischen Fällen lediglich 5 Tage. Bei der gesamten Krankenhausliegedauer zeigte sich ein entsprechendes Bild mit der kürzesten Verweildauer der urologischen Patienten.Schlussfolgernd kann also bestätigt werden, dass sich bei Patienten mit einer Urosepsis die höchsten Procalcitoninwerte messen lassen und diese Patienten unter adäquater Therapie den günstigsten Verlauf aufweisen. Diese Erkenntnis soll helfen, Patienten mit einem zunächst unklaren septischen Krankheitsbild einer zielorientierten und fokusgerichteten Therapie zuzuführen und damit die nach wie vor hohe Letalität der Sepsis weiter zu senken.

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