Alter und Vitalität von konjunktivalen Stauungsblutungen : Expression von endothelialen Adhäsionsmolekülen

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Die CLSM-Befunde mit multiplen Rupturen in der venösen Endstrombahn weisen die konjunktivale Petechie als Rhexisblutung aus, wie schon nach theoretischen Überlegungen und praktischen Erfahrungen in der modernen Rechtsmedizin seit langer Zeit angenommen wird. Hierbei ergaben sich, abgesehen von Krankheitsbildern mit direkten Gefäßwandschäden, keine Unterschiede darin, in welchem Kontext sie entstanden waren, das heißt ob sie im Rahmen eines mechanischen Angriffs gegen den Hals, bei einer anderen nicht natürlichen Todesursache wie z.B. Schädelhirntrauma, bei natürlichen Todesarten, wie z.B. Herzinfarkt oder aber als Lagerungsartefakt beobachtet wurden. Zur Frage der Vitalität, die sich immer dann ergibt, wenn man z.B. an Bauchlage und/oder Kopftieflage denkt, und auch gegebenenfalls zur Einschätzung des Wundalters, wurde die Anwendbarkeit von endothelialen Adhäsionsmolekülen (P-Selektin, VCAM-1, VEGF, PDGFR) anhand eines rechtsmedizinischen Untersuchungskollektivs (P-Selektin: Petechien positiv: n=65, Petechien negativ: n=19; Artefakte: n=12; VCAM-1: Petechien positiv: n=52; Petechien negativ: n=15; Artefakte: n=5; VEGF/PDGFR, orientierend : Petechien positiv: n= 4/3, Petechien negativ: n=2/2; Artefakte: n= 1/1) geprüft. Bei dem zeitlich engen Fenster (Überlebenszeit: Sekunden bis Minuten) war im Hinblick auf die lichtmikroskopische Untersuchung von VCAM-1, VEGF, PDGFR an dem hier untersuchten Autopsie-Material mit Leichenliegezeiten zwischen circa fünf Stunden und dreizehn Tagen und quasi sterilen Gegebenheiten bei der Verletzung, sozusagen von innen heraus, keine Aussage zu Vitalität und Wundalter zu treffen. Zusammenfassend ist hinsichtlich der fluoreszenzmikroskopischen Untersuchung (CLSM) der Expression von P-Selektin eine positive Reaktion (P-Selektin-positive Endothelreaktion an der Rupturstelle, gegebenenfalls mit P-Selektin-positiven intraluminalen Thrombozytenaggregaten, und mehr als 15 Prozent P-Selektin-positive benachbarte Gefäßanschnitte), auch differentialdiagnostisch bei Bauch und/oder Kopftieflage, als Vitalitätsparameter anzunehmen und spricht für eine minutenlange Überlebenszeit. Einem negativen Befund kommt nur eingeschränkte Aussagekraft für sich alleine zu. Hier sind die übrigen Anknüpfungstatsachen und Befunde in eine individuelle Fallbewertung einzubeziehen.

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Giessen : VVB Laufersweiler 2008

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