Zur feldmäßigen Inkulturnahme von Efeu (Hedera helix L. Araliaceae)
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Zusammenfassung
Jährlich werden in Deutschland mehr als 200 t getrocknete Efeublätter verarbeitet, die zur Herstellung von Arzneimitteln gegen Atemwegserkrankungen genutzt werden. Diese stammen ausschließlich aus Wildsammlung. Um Droge mit einheitlicher Qualität und lückenloser Rückverfolgbarkeit zu erzeugen, wäre ein kontrollierter Anbau von Efeu wünschenswert. Da bis zum Beginn der durchgeführten Versuche keine Kenntnisse zu großflächigem Feldanbau von Efeu vorlagen, war es notwendig, grundlegende Fragen zur Inkulturnahme dieser Pflanze zu klären. Das Ziel bestand darin, Methoden zu entwickeln, die eine feldmäßige und kostengünstige Kultivierung von Efeu ermöglichen. Dazu wurden in den Jahren 2005 bis 2008 drei Feldversuche als randomisierte Blockanlagen mit vier Wiederholungen konzipiert und durchgeführt. Der Versuchszeitraum erstreckte sich über ein Etablierungsjahr und drei anschließende Versuchsjahre. Es wurden die Einflüsse der Herkunft, der Pflanzdichte und der Erntehäufigkeit auf Qualitäts- und Ertragsmerkmale (z.B. Gehalt an Hederacosid C, alpha-Hederin, Chlorogensäure, Rutosid, Ertrag an Blattdroge) untersucht.Die Ergebnisse brachten zum Ausdruck, dass die ertragsstärksten Herkünfte der Art Hedera hibernica (bzw. Hedera helix subsp. hibernica) angehörten. Sie erzielten mittlere Blatterträge von 344 g/qm Droge (trockene Efeublätter). Neben der hohen Ertragsleistung, zeigten die hibernica-Herkünfte auch eine für den Feldanbau ausreichende Regenerationsfähigkeit. Die meisten anderen Herkünfte wurden durch häufige Beerntung und durch mangelnde Überwinterung zu stark geschädigt. Ein einziger Ernteschnitt pro Vegetationsperiode war der Zwei- und Drei-Schnitt-Variante überlegen. Die Bestände konnten sich vor Wintereinbruch nicht ausreichend regenerieren, wenn der Ernteschnitt zu spät im Jahr erfolgte.Mit zunehmender Pflanzdichte wurde eine Zunahme der Blatterträge beobachtet. Die Variante mit 5,0 Pflanzstellen/qm lieferte im Vergleich mit 6,7 und 10,0 Pflanzstellen/qm stets die niedrigsten Erträge. Es wurden sehr deutliche Einflüsse der Prüffaktoren Herkunft, Pflanzdichte und Ernteregime auf die Ertragsleistung von Efeu festgestellt.Der Inhaltsstoffgehalt der Blätter wurde vor allem durch die Herkunft und nicht durch Schnittzeitpunkt und -häufigkeit beeinflusst. Die höchsten Gehalte an Hederacosid C traten in den hibernica-Typen auf mit einem Maximum von 14,9 % TM und einem Gesamtmittelwert von 11,85 % TM. Der mittlere Gehalt im gesamten Herkunftsvergleich lag bei 10,09 % TM Hederacosid C in der Blattdroge. Der mittlere Gehalt an alpha-Hederin lag bei den hibernica-Typen bei 0,09 % TM, was auf eine gute Qualität schließen lässt.Aus den Ergebnissen können Schlussfolgerungen zur Standorteignung von Efeu, zur Eignung von Efeu-Herkünften, zur optimalen Pflanzendichte sowie zur Schnittfrequenz des Efeus abgeleitet werden.Verknüpfung zu Publikationen oder weiteren Datensätzen
Beschreibung
Anmerkungen
Erstpublikation in
Giessen : VVB Laufersweiler
