Bei der Tumorentstehung lassen sich erhöhte Mengen an der dimeren Form der Pyruvatkinase nachweisen. Seit 2003 wird Tu M2-PK als Stuhltest als Screeningmethode für das kolorektale Karzinom eingesetzt.Jedoch zeigte sich, dass der Stuhltest teilweise nicht spezifisch für Karzinome ist und dass es in der Vergangenheit zu fehlindizierten Einsätzen gekommen war.Durch eine retrospektive Analyse von Patientendaten mit positivem Tu M2-PK-Stuhltest will die vorliegende Studie zur Klärung der zugrunde liegenden Ursachen für die Erhöhung des Tumormarkers beitragen, um ein besseres Verständnis für den Umgang mit diesem zu erwirken und klare Fehlindikationen zu definieren.Durch die Symbio Herborn Group GmbH in Herborn wurden landesweit Fragebögen an Praxen verteilt, die den fäkalen Tumortest mittels M2-PK durchführen. Dabei wurden anonym Angaben über Patienten mit positivem Testergebnis erfragt, wie klinische Symptomatik, Vorerkrankungen, Anschlussdiagnostik und Outcome. Daten von 397 Frauen und Männern zwischen 5 und 93 Jahren konnten in die Studie miteinbezogen werden. Von 397 Patienten wurde in 251 Fällen (63,2%) eine Koloskopie durchgeführt, hiervon wurde in 180 Fällen (71,7%) eine erklärende Diagnose durch Koloskopie, Gastroskopie und Anamnese gefunden. In 12 Fällen wurde ein KRK diagnostiziert; in den anderen Fällen handelte sich meist um entzündliche Erkrankungen des GIT. Insgesamt muss die Anwendung des Tumormarkers bei 121 Patienten als Fehlindikation gewertet werden, da vorbekannte Erkrankungen wie M. Crohn unweigerlich zu einem falsch positiven Ergebnis führen.Signifikant hohe Abweichungen des Tu M2-PK-Wertes ergaben sich bei den Diagnosen Colitis ulcerosa, M. Crohn sowie bei koloskopisch ermittelten anderen Entzündungen des GIT. Die Abweichung für das KRK ergab ebenfalls einen hohen Signifikanzwert von 0,158.Schlussfolgerung:Die Bestimmung der Tu M2-PK im Stuhl kann einen sinnvollen Beitrag zum Screening auf KRK leisten. Tu M2-PK besitzt eine größere Sensitivität als die anderen gebräuchlichen Tumormarker. Es muss allerdings beachtet werden, dass vorbekannte entzündliche Prozesse des GIT-Traktes dann als klare Fehlindikationen betrachtet werden müssen.
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