In der vorliegenden Arbeit wird die Einführung eines Digitalen Lehrarchivs (DLA) an der Abteilung für Radiologie am Standort Gießen des Universitätsklinikums Gießen und Marburg vorgestellt. Dabei sind folgende Punkte zu berücksichtigen:- Wie lauten die Anforderungen an ein DLA?- Welche Lösungsmöglichkeiten für DLA existieren bereits auf dem Markt?- Ist es möglich, ein DLA in dem vorhandenen komplexen Klinikinformations-netzwerk in Gießen zu etablieren?- Welche Voraussetzungen müssen neu geschaffen werden? - Hat ein DLA Perspektiven für andere Fachrichtungen?Zunächst werden anhand der verfügbaren Publikationen zu diesem Thema die Anfor-derungen an ein DLA erarbeitet. Anschließend folgt ein Überblick über bereits auf dem Markt existierende DLA. In der Analyse dieser DLA lässt sich feststellen, dass keine der am Markt vorhandenen Umsetzungen den Anforderungen an ein DLA in Gänze gerecht wird.Somit wird deutlich, dass die Etablierung eines DLA in das vorhandene Kliniknetzwerk in Gießen eine selbständig entwickelte Lösung notwendig macht, auch wenn dabei auf bestehende Strukturen zurückgegriffen werden kann. Die neu zu schaffenden Voraus-setzungen und die Umsetzung des DLA werden ausführlich erläutert. In der Analyse des Gießener Forschungs- und Lehrarchivs lässt sich die Erfüllung des Anspruches auf Umsetzung der erarbeiteten Anforderungen an DLA belegen. Bedauer-licherweise wird das Gießener DLA trotz dieser Vorteile (wie vermutlich die meisten anderen DLA auch) kaum genutzt. Anderseits nutzen bis zu 97% aller Radiologen das Internet zu Forschung und Weiterbildung und Internet-basierte DLA wie Case of the Day (http://www.cox.at/) und das Medical Imaging Resource Center (MIRC) (http://mirc.rsna.org/query) sind umfassende Fallsammlungen. Somit wäre eine Ver-knüpfung des Gießener DLA mit z.B. MIRC eine mögliche Perspektive das DLA zu reaktivieren und Mitarbeiter zu motivieren das eigene DLA zu nutzen. In der Diskussion wird deutlich, dass sich der Einsatz eines DLA auch für andere Fachabteilungen als die Radiologie nicht nur nützlich, sondern sinnvoll und hilfreich gestalten könnte. Es bleibt somit zu wünschen, dass der Einsatz von DLA in allen me-dizinischen Fachrichtungen voranschreitet und so die Bedingungen für Forschung und Lehre in der Medizin weiter verbessert werden können.
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