Die Carbachol-induzierte Chloridsekretion am proximalen Kolon des Pferdes
Lade...
Datum
Autor:innen
Betreuer/Gutachter
Weitere Beteiligte
Beteiligte Institutionen
Herausgeber
Zeitschriftentitel
ISSN der Zeitschrift
Bandtitel
Verlag
Lizenz
Zitierlink
Zusammenfassung
Akute Durchfallerkrankungen kommen weltweit bei Pferden vor. Ihre besondere Bedeutung liegt zum einen in ihrem häufig letalen Ausgang, zum anderen kann ihre Therapie sehr zeit- und kostenaufwendig sein. Eine beim adulten Pferd wichtige Erkrankung des Dickdarms ist die Colitis X. Hierbei handelt es sich um eine hämorrhagisch-nekrotisierende Typhlocolitis, welche auch bei intensiver Therapie durch die massiven Flüssigkeitsverluste in 75-95 % der Fälle zu einem letal endenden hypovolämischen Schockgeschehen führt. Ursache der Hypersekretion ist eine gesteigerte Cl- Sekretion, über deren Regulation beim Pferd bisher wenig bekannt ist. Mittels der elektrophysiologischen Technik der Ussing-Kammer, bei der eine Nettoionensekretion in Form eines Stroms gemessen werden kann, wurde der Einfluss von Carbachol, einem stabilen Acetylcholinderivat, auf die Cl- Sekretion an der rechten dorsalen und rechten ventralen Kolonlage untersucht. An anderen Spezies konnte gezeigt werden, dass Carbachol entweder direkt oder indirekt eine Cl- Sekretion induzieren kann.Unter basalen Bedingungen induziert Carbachol eine Cl- Sekretion in beiden Kolonsegmenten. Eine Beteiligung von Neuronen bei dieser Sekretion ist vorhanden, denn die Blockade von neuronalen Na+ Kanälen mittels des Kugelfischgiftes Tetrodotoxin hemmt diese Sekretion signifikant. Ähnlich wie beim Labornager konnte gezeigt werden, dass die Carbachol induzierte Cl- Sekretion auch durch die Aktivierung des CFTR Cl- Kanals durch Prostaglandine reguliert wird, deren Synthese durch den Cyclooxygenasehemmer Indomethacin inhibiert wurde. Eine Blockade dieses Kanals durch Glibenclamid führte in der rechten ventralen Kolonlage zu einer Hemmung des Ionenstroms. Es zeigte sich nach der Blockade von K+ Kanälen durch Tetrapentylammonium eine vollständige Hemmung des Carbachol induzierten ISC im dorsalen Segment, während ventral nur eine partielle Hemmung vorlag. Durch DIDS und SITS wurde versucht den Ca2+ abhängigen Cl- Kanal zu inhibieren, aber es kam in beiden Kolonsegmenten zu keiner signifikanten Änderung des Carbachol induzierten ISC. Das zeigt, dass der Glibenclamid resistente Carbachol induzierte Cl- Strom nicht durch diesen Kanal geht. Im ventralen Kolonsegment konnte, nach Ausschalten der basolateralen Membran mit Hilfe hoher K+ Konzentrationen in der serosalen Badlösung und nach Hemmung des CFTR Cl- Kanals durch Glibenclamid ein K+ Strom über die apikale Membran induziert werden. Zusammenfassend kann man aufgrund der eigenen Versuchsergebnisse von einer direkten sowie indirekten Aktivierung der Cl- Sekretion ausgehen. Sowohl bei der direkten als auch bei der indirekten Aktivierung konnten Differenzen zwischen dem rechten ventralen und dorsalen Kolon gezeigt werden. Aus den eigenen Untersuchungen lässt sich schlussfolgern, dass die Regulation der Sekretion im ventralen Kolon des Pferdes sowohl epithelial als auch subepithelial vermittelt ist. Des Weiteren konnte die Existenz von apikalen K+ Kanälen im ventralen Segment nachgewiesen werden.Verknüpfung zu Publikationen oder weiteren Datensätzen
Beschreibung
Anmerkungen
Erstpublikation in
Wettenberg : VVB Laufersweiler 2005
