Stellen Patientenarbeitsplatzcomputer eine Quelle oder ein Übertragungsmedium für exogene, nosokomiale Infektionserreger dar?

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Fragestellung: Für die Dokumentation am Patientenbett werden zunehmend Computer im Operationssaal und auf Intensivstationen eingesetzt. 2001 wurden Computer verdächtigt, als Keimreservoir zu fungieren und mitverantwortlich für das Entstehen von nosokomialen Infektionen (NI) zu sein. Ziel dieser Arbeit war es, Computer im Operationssaal und auf zwei Intensivstationen (operativ und pädiatrisch) hinsichtlich ihrer bakteriologischen und mykologischen Verunreinigung zu untersuchen. Des Weiteren wurde das Computerinnere sowohl auf seine physikalischen Eigenschaften wie relative Luftfeuchtigkeit (r.F.) und Temperatur (T), als auch auf die durch die Lüfter des Computers erzeugte Luftgeschwindigkeiten (LG) hin untersucht. Methoden: Sterile Abstriche wurden an fünf verschiedenen Stellen, davon drei innerhalb und zwei außerhalb des Computergehäuses an insgesamt n=38 Computern genommen.Quantitative und qualitative mikrobiologische Untersuchungen sowie die Messung der r.F., der T und der LG wurden entsprechend herkömmlicher Methoden durchgeführt. Ergebnisse: Insgesamt wurden 190 Abstriche unter drei verschiedenen Wachstumsbedingungen für bakteriologische und mykologische Wachstum kultiviert, so dass 570 Analysen mikrobiologisch analysiert wurden. Bei sämtlichen Untersuchungen konnten keine oder keine ausreichend hohe Belastungen mit potentiell pathogenen Bakterien oder Pilzen nachgewiesen werden (Keimbelastung unterhalb der Nachweisgrenze oder zu geringe Keimbelastung, um potentiell pathogen zu wirken). Bei Messungen der T wurden min. 23,8°C und max. 34,1°C gemessen, die r.F. betrug min. 5% und max. 30%, die LG lag zwischen 0,56 und 2,48m/s. Schlussfolgerungen: Die Besiedelung von Computern mit potentiell pathogenen Mikroorganismen scheint nicht relevant zu sein, um als Reservoir für pathogene Mikroorganismen zu fungieren. Darüber hinaus lassen die gemessenen physikalischen Eigenschaften kein oder nur geringes Wachstum von potentiell pathogenen Mikroorganismen erwarten. Somit gibt es keinen Anhalt dafür, dass die Keimbelastung von Computern bei der Übertragung von potentiell pathogenen Keimen und der Auslösung von NI eine Rolle spielen.

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Erstpublikation in

Int. J. Hyg. Environ.-Health, 208 (2005), S. 299-304

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