Epidemiologische Verlaufsbeobachtung zur Hüftdysplasie bei Neugeborenen über den Zeitraum vom 01.01.1999 - 30.06.2004

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Die Hüftdysplasie ist seit der Einführung der Hüftsonographie leichter und in einem sehr frühen Wachstumsstadium des Kindes erkennbar geworden. Aus diesem Grund wurde das Hüftscreening für Neugeborene in Deutschland eingeführt. Es wurde am 01. Januar 1996 in die gesetzlichen Vorsorgeuntersuchungen aufgenommen. Seitdem wird es routinemäßig bei der U2 (dritter bis zehnter Lebenstag) oder U3 (vierte bis sechste Lebenswoche) durchgeführt. Seine Erfolge zeigt es in einem Rückgang an stationären Behandlungen und operativen Eingriffen. Seit 1984 wird das Hüftultraschallscreening für Neugeborene an der Universitätsklinik Gießen in der Abteilung für Kinderradiologie des Zentrums für Kinder- und Jugendmedizin durchgeführt. Die Ultraschalluntersuchung findet teilweise auf der Neugeborenenstation (U2), teilweise in der kinderradiologischen Sprechstunde (U3) statt.Es wurde eine retrospektive epidemiologische Verlaufsstudie vom 01.01.1999 - 30.06.2004 durchgeführt. In diesem Zeitraum wurden 5.665 Neugeborenen untersucht. Die verschiedenen Hüfttypen nach Graf sowie die anamnestischen Daten wurden erhoben und im Hinblick auf ihre Verteilung, die Inzidenz und die Risikofaktoren untersucht.Es konnte festgestellt werden, dass der Anteil an pathologischen Hüftultraschallbefunden im Gießener Kollektiv mit 2,47% im Rahmen der in der Literatur angegebenen Vorkommen liegt. Es bestätigt sich das weibliche Geschlecht als Risikofaktor. Mädchen haben ein signifikant höheres Risiko eine Hüftreifungsstörung zu erleiden als Jungen. Die verschiedenen Hüfttypen waren wie folgt verteilt: Typ Ia und Ib 97,53%, IIa 2,13%, IIb 0,05%, IIc 0,03%, IIg 0,05%, IIIa 0,12%, IIIb 0,06% und IV 0,03%. Wie in der Literatur beschrieben, konnten auch in dem Gießener Kollektiv mehr einseitig als beidseitig betroffene Neugeborene gefunden werden. Einseitig auffällige Untersuchungen traten mit größerer Wahrscheinlichkeit linksseitig als rechtsseitig auf. Auch die Beckenendlage, als in der Literatur beschriebener Risikofaktor, bestätigt sich im Gießener Kollektiv. 7,96% der aus Beckenendlage geborenen Kinder zeigten auffällige Hüftultraschalluntersuchungen, während nur 3,27% der aus Schädellage entbundenen Kinder erkrankt waren. Außerdem konnte festgestellt werden, dass mit steigendem Gestationsalter das Risiko eine Hüftreifungsstörung/-dysplasie zu erleiden größer ist. 90,36% der auffälligen Ultraschalluntersuchungen betraf reife Neugeborene (=38. SSW). Auch dieses ist gleich den Angaben der bekannten Literatur. Dass Neugeborene mit einer familiären Belastung für eine Hüftreifungsstörung/-dysplasie ein erhöhtes Risiko haben, bestätigt sich im Gießener Kollektiv nicht.Von den 200 Kindern des Gießener Kollektivs mit pathologischem Neugeborenenhüftscreening konnten 165 ambulant, konservativ, kurativ behandelt werden, zwei weitere Kinder konnten konservativ, kurativ behandelt werden, bei ihnen war allerdings ein stationärer Aufenthalt notwendig und nur ein Kind benötigte einen operativen Eingriff.Es sei zusammenfassend gesagt, dass ein früher Zeitpunkt der Screeninguntersuchung die Früherkennung der angeborenen Hüftgelenksdysplasie ermöglicht, so dass ein frühzeitiger Therapiebeginn möglich ist, der zu einer deutlichen Verbesserung der Prognose führt.

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Giessen : VVB Laufersweiler

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