Das Glioblastom ist der häufigste Tumor des ZNS und besitzt eine infauste Prognose. Durch die Standardtherapien wie Operation, Strahlentherapie und Chemotherapie kann meist nur eine mittlere Überlebensdauer von einem Jahr erzielt werden. Daher könnte die Gentherapie eine neue Behandlungsmöglichkeit für solche Patienten darstellen.
Im Rahmen der vorliegenden Studie konnte gezeigt werden, das das Bakterium Listeria monocytogenes als Vektor für den Gentransfer in Glioblastome einsetzbar ist. Eine Fremdgenexpression von Indikatorgenen wie z.B. lacZ ist somit möglich und damit der Transfer von sogenannten Suizidgenen denkbar. Apathogene Listerien wie Listeria innocua können keine Fremdgenexpression in Glioblastomen hervorrufen.
Des Weiteren konnte nachgewiesen werden, dass es mit einem reversen influenzaähnlichen Transfektionsmodell ebenfalls möglich ist, in Glioblastomen die Expression eines Indikatorgens wie GFP (grün fluoreszierendes Protein) und der Suizidgene PNP, TK und CD zu induzieren. Das Suizidgen PNP zeigte im Vergleich zu TK und CD bei den getesteten Glioblastomen nach Gabe des entsprechenden Prodrugs den deutlichsten therapeutischen Effekt. Daran beteiligt ist ein stark ausgeprägter Bystander-Effekt.
Bei beiden Vektoren hängt die Transfektionsrate stark vom Proliferationsverhalten der jeweiligen Zelllinie ab. Verglichen mit epithelialen Zellen wie 293T ist die Transfektionsrate bei Glioblastomen deutlich geringer.
Die Studie hat gezeigt dass mit zwei neuen Vektorsystemen Fremdgenexpression in Glioblastomen erzielt werden kann und eine Suizidgentherapie vor allem durch PNP möglich ist.
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