Marburg gilt als Wiege der Schlafmedizin Deutschlands. 1981 begann Hermann Peter, sich mit der Schlafapnoe zu beschäftigen, einem damals in Deutschland noch unbekannten Krankheitsbild. Durch seine methodische und physiologische Vorbildung war Hermann Peter in idealer Weise für dieses Feld geeignet. So konnte er innovative Konzepte zur Datengewinnung und -auswertung in die Tat umsetzen sowie Eckpfeiler für Diagnostik und Therapie der schlafbezogenen Atmungsstörungen etablieren. Angefangen mit Thomas Penzel entwickelte sich unter Hermann Peter die Arbeits-gruppe klinische Zeitreihenanalyse rasch zu einem interdisziplinären klinisch arbeitenden schlafmedizinischen Labor. Die Bedingungen für die Pioniere waren oft schwierig. Die nötige räumliche Ausbreitung und die Finanzierung erforderten stets neue Anstrengungen. Für epidemiologische Untersuchungen und zum Vorscreening konstruierte Hermann Peters Team in Zusammenarbeit mit dem Zentrale[n] Entwick-lungslabor für Elektronik (ZEL) unter Karl Meinzer das weltweit erste transportable Vierkanal-Diagnostik-Gerät, den Marburger Koffer , dem die MESAM -Reihe ("Madaus Electronics Sleep Apnea Monitor") folgte. Kraft der SIDAS -Serie, entwickelt mit Frank Stott in Oxford/England, bestand erstmals die Möglichkeit einer mobilen 8-Kanal-Messung. Die erste stationäre polysomnographische Messeinheit hatte die Gruppe aus verschiedenen Geräten bereits 1983 selbst zusammengestellt Marburg betrieb damit das erste Schlaflabor in der Inneren Medizin. Hier wurden kardiorespira-torische Polysomnographien durchgeführt und weiterentwickelt zu den Standards, wie sie heute noch gültig sind. Die Resultate der Marburger Gruppe stießen international aufgrund der bahnbrechenden Ergebnisse und ihrer Innovativität auf viel Interesse. In Deutschland hingegen erlangte das Thema schlafbezogene Atmungsstörungen erst circa zehn Jahre später Aufmerksamkeit. Hermann Peter bemühte sich stets, die Interdisziplinarität der Schlafmedizin herauszustellen und zu wahren. So engagierte er sich bei der Gründung der Arbeitsgruppe Nächtliche Atmungs- und Kreislauf-regulationsstörungen (AGNAK) wie auch des "Arbeitskreis klinischer Schlafzentren" (AKS), aus dem 1992 die "Deutsche Gesellschaft für Schlafforschung und Schlaf-medizin" (DGSM) hervorging und war einer der Gründungsherausgeber der Zeitschrift Somnologie . Er setzte sich früh für die bundesweite Qualitätssicherung der Schlaflabore in Form eines Akkreditierungsverfahrens ein und etablierte den Qualitäts-nachweis Somnologie für Tätige auf dem Gebiet der Schlafmedizin. Außerdem hatte er im Rahmen der Qualitätssicherung wesentlichen Anteil an der Verfassung eines Weißbuch[s] Schlafmedizin und an dem Zustandekommen einer S2- und S3-Leitlinie.