Untersuchungen zu injektionsassoziierten Reaktionen mit besonderer Berücksichtigung aluminiumhaltiger Impfstoffe am Frettchen

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Im Rahmen der vorliegenden Untersuchungen wurde festgestellt, dass die angewandtenaluminiumadjuvanshaltigen [Al(OH)3 oder AlPO4] Tollwut-Impfstoffe beim Frettchenin 21/29 Proben eine granulomatöse, in 3/29 eine pyogranulomatöse, in 2/29 einelymphohistiozytäre, in 2/29 eine eitrige und in 1/29 eine fibrosierende Entzündunghervorgerufen haben. Im Grad der Entzündung gab es innerhalb der jeweiligen Gruppegeringe Abweichungen. Der Nachweis der Entzündungen wurde bis zur 12. Wochenach der Injektion erbracht. Bis zu diesem Zeitpunkt konnte kein zeitlich abhängigerRückgang der Entzündungsreaktion beobachtet werden. In 9/20 der diagnostiziertenchronischen Entzündungen in der 4. und 12. Woche nach Verabreichung deraluminiumadjuvanshaltigen Tollwut-Impfstoffe, konnte eine Fremdkörperreaktion überdie Anwesenheit von Makrophagen und mehrkernigen Riesenzellen ermittelt werden.Im selben Zeitraum wurde auch nach Verabreichung einer antigenfreien Al(OH)3-haltigen Suspension eine gleichartige chronische granulomatöse Entzündung mitFremdkörperreaktion (2/2) ermittelt. Daher wurde das Al(OH)3 und das AlPO4 in dervorliegenden Arbeit als Auslöser für die Fremdkörperreaktion angesehen.Im Gegensatz dazu wurde ebenfalls bis zur 12. Woche nach Verabreichung einesadjuvansfreien Tollwut-Impfstoffes, der zur Anwendung am Menschen zugelassen ist,ein deutlicher Rückgang der wesentlich schwächeren Entzündungsreaktion beobachtet.Außerdem konnte bei diesem Impfstoff zu keinem Zeitpunkt ein Hinweis für dieAusbildung einer Fremdkörperreaktion in Form von Makrophagen bei gleichzeitigerAnwesenheit von mehrkernigen Riesenzellen im Entzündungsinfiltrat gefunden werden.Ob der adjuvansfreie Impfstoff, der zur Anwendung beim Menschen bestimmt ist, auchbei Frettchen einen ausreichenden Impfschutz induziert, konnte aufgrund dergleichzeitigen Verabreichung von zwei Tollwut-Impfstoffen bei der Durchführungdieser Arbeit nicht geklärt werden. Von dieser Arbeit unabhängige Untersuchungenweisen darauf hin, dass dies möglich ist.Aufgrund der Gewebeuntersuchungen nach subkutaner Verabreichung einerisotonischen Kochsalzlösung konnten der Stich- und Volumenreiz sowie die isotonischeKochsalzlösung als Auslöser für die Ausbildung einer chronischen Entzündungausgeschlossen werden.Der Nachweis von Aluminium über einen Zeitraum von mindestens 24 Wochen nachVerabreichung eines Al(OH)3-haltigen Tollwut-Impfstoffes bestätigt, dass das Al(OH)3nicht oder nur sehr langsam biologisch abgebaut wird. Zu diesem Zeitpunkt konnte beiden drei zur Verfügung stehenden Proben keine lokale Entzündungsreaktion mehrnachgewiesen werden.Impfstoffe gegen Tierseuchen und Zoonosen sind zweifelsfrei von großer Bedeutungund zum Schutz der Menschen und Tiere auch notwendig. Ohne die Durchführung derImpfungen käme es sicherlich zu neuen ausgedehnten Seuchenausbrüchen, die vieleOpfer fordern würden. In Bezug auf den Grundsatz, jeden medizinischen Eingriff soschonend wie möglich zu gestalten, sind weitere Studien zur Entwicklung bzw.Überprüfung aluminiumadjuvansfreier Impfstoffe, die einen ausreichenden Impfschutzgewährleisten, nötig. Dies gilt insbesondere für Tierarten, die - wie die Katze und dasFrettchen - durch die Ausbildung schwerwiegender Lokalreaktionen aufgefallen sind.

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Erstpublikation in

Giessen : VVB Laufersweiler 2009

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