Neuronale Korrelate motorischer und sensorischer Enkodierungsstrategien in N-Back-Aufgaben : eine fMRT-Studie

Lade...
Vorschaubild

Datum

Betreuer/Gutachter

Weitere Beteiligte

Beteiligte Institutionen

Herausgeber

Zeitschriftentitel

ISSN der Zeitschrift

Bandtitel

Verlag

Zusammenfassung

In vielen Studien konnte gezeigt werden, dass schizophren erkrankte Personen Arbeitsgedächtnisbeeinträchtigungen zeigen. Allerdings ist die genaue Art dieser Defizite weiterhin Gegenstand aktueller Forschung. Die Studien lieferten widersprüchliche Ergebnisse, d.h. ein Teil zeigte eine Hypo-, ein anderer Teil eine Hyperaktivierung des dorsolateralen präfrontalen Kortex (DLPFC). Ziel der vorliegenden Arbeit war, einen Beitrag zur Klärung dieser unterschiedlichen Ergebnisse zu leisten. Dafür wurde eine funktionelle MRT-Studie mit 28 gesunden Probanden durchgeführt. Es wurden zwei verschiedene N-Back-Aufgaben verwendet: die CDRT - eine Continous-Delayed-Response-Task und die CMT eine Continous-Matching-Task. Die beiden Aufgaben unterscheiden sich anhand der Verwendung der Enkodierungsstrategie, mit der die für die Aufgabe relevante Information gespeichert wird. In der CMT muss eine retrospektive sensorische Strategie verwendet werden, wohingegen die CDRT auch mit einer prospektiven motorischen Strategie gelöst werden kann. In der vorliegenden Studie mit gesunden Probanden konnte gezeigt werden, dass die Verwendung einer motorischen Strategie in der CDRT wie vermutet mit Hirnaktivierungen in Arealen der motorischen Präparation und die Verwendung einer sensorischen Strategie in der CMT mit Hirnaktivierungen im Wesentlichen in Arealen des verbalen Arbeitsgedächtnisses, u.a. des DLPFC, einhergeht. Dies spricht für die Speicherung der Information in Form einer Repräsentation der motorischen Reaktion in der motorischen Strategie und der Speicherung des Stimulus selber als Wort in der sensorischen Strategie.In Vorbefunden konnte gezeigt werden, dass sich schizophren erkrankte Personen und gesunde Probanden bei der Bearbeitung der N-Back-Aufgaben CDRT und CMT deutlich im Lösungsverhalten unterscheiden. Diese Unterschiede lassen sich durch die unterschiedliche Verwendung der Enkodierungsstrategien erklären. Das Verhalten der schizophren erkrankten Personen kann durch eine experimentelle Manipulation simuliert werden. Durch Verwendung dieser Manipulation zeigte sich in der vorliegenden Studie sowohl im Lösungsverhalten als auch in den Hirnaktivierungen die Verwendung einer sensorischen Strategie in beiden N-Back-Aufgaben. Diese Befunde sprechen dafür, dass die Beeinträchtigungen schizophren erkrankter Personen nicht allein in einer Dysfunktion spezifischer Verarbeitungsprozesse, als auch in dem Einsatz einer anderen Enkodierungsstrategie anzusiedeln sind. Der Einsatz unterschiedlicherVerarbeitungsstrategien führt zu unterschiedlichen Hirnaktivierungsmustern in den verschiedenen Aufgaben und könnte damit einen Teil der unterschiedlichen Forschungsergebnisse bei schizophren erkrankten Personen erklären, u.a. die Hypo- bzw. Hyperaktivierungen des DLPFC.

Verknüpfung zu Publikationen oder weiteren Datensätzen

Beschreibung

Anmerkungen

Erstpublikation in

Erstpublikation in

Sammelband

URI der Erstpublikation

Forschungsdaten

Schriftenreihe

Zitierform