Förderung motivationaler Kongruenz durch Entspannungsverfahren

Lade...
Vorschaubild

Datum

Autor:innen

Betreuer/Gutachter

Weitere Beteiligte

Beteiligte Institutionen

Herausgeber

Zeitschriftentitel

ISSN der Zeitschrift

Bandtitel

Verlag

Zusammenfassung

Fragestellung: Missverhältnisse zwischen affektbasierten impliziten Motiven und bewussten Zielen sind mit vermindertem Wohlbefinden und emotionalen Problemen assoziiert. Jedoch verfolgen viele Menschen Ziele, die nicht in Einklang mit ihren impliziten Motiven stehen. Die Zielsetzung der vorliegenden Arbeit bestand darin, anhand vier unterschiedlicher Modellvorstellungen zu überprüfen, wie sich implizite und explizite Motive einzeln und wechselseitig auf die Bildung von Zielen auswirken und ob der Einfluss impliziter Motive auf die Zielbildung durch die Unterstützung affektregulatorischer Prozesse erhöht werden kann. Es wurde erwartet, dass Ziele ohne die Berücksichtigung moderierender Variablen durch explizite, nicht aber durch implizite Motive vorhergesagt werden können (Getrennte-Welten-Hypothese). Zudem wurde überprüft, ob sich implizite und explizite Motive in wechselseitiger Beziehung auf die Zielbildung auswirken (Kanalisierungshypothese). Außerdem wurde erwartet, dass die Passung zwischen impliziten Motiven und Zielen durch eine achtsamkeitsbasierte Entspannungsübung erhöht werden kann (Entspannungshypothese a). Ergänzend wurde angenommen, dass der Einfluss der Entspannungsübung auf die Passung zwischen impliziten Motiven und Zielen durch Dispositionen zur Handlungs- vs. Lageorientierung (Entspannungshypothese b) und interindividuelle Unterschiede in der Affektsensibilität (Entspannungshypothese c) moderiert wird. Zusätzlich wurde untersucht, ob sich implizite und explizite Motive nur unter Entspannung wechselseitig auf die Zielbildung auswirken (Entspannungs-Kanalisierungshypothese). Methode: Die vorliegende Fragestellung wurde anhand dreier experimenteller Studien überprüft, in denen studentische Probanden Ziele innerhalb eines hypothetischen Szenarios frei konstruierten (Zielkonstruktion) sowie beurteilten, inwieweit vorgegebene Ziele zur eigenen Person passen (Zielwahl). Zunächst wurden implizite Motive mithilfe einer Bildgeschichtenübung und explizite Motive mithilfe eines Fragebogenverfahrens (Personality Research Form) erhoben. Zudem wurden Dispositionen zur Handlungs- vs. Lageorientierung sowie Neurotizismus erfasst. Versuchsteilnehmer in der Pilotstudie (n = 122) und Studie 1 (n = 125) wurden entweder einer Entspannungs- oder neutralen Kontrollbedingung zugewiesen. Studie 2 (n = 171) beruhte auf dem Vergleich einer Entspannungs- mit einer Kontrollbedingung, in der schwierige Anagrammaufgaben bearbeitet werden sollten. Ergebnisse: Die Befunde legten nahe, dass die Beurteilung von Zielen durch explizite, nicht aber durch implizite Motive vorhergesagt werden kann. Die Daten lieferten keine verlässlichen Hinweise, dass sich implizite und explizite Motive in Interaktion auf die Beurteilung oder Konstruktion von Zielen auswirken. Kongruenzfördernde Effekte der Entspannungsübung konnten in allen Studien für konstruierte wirksamkeits- oder machtorientierte Ziele nachgewiesen werden. Diese Effekte standen teilweise unter dem moderierenden Einfluss der Dispositionen zur Handlungs- vs. Lageorientierung (Pilotstudie + Studie 1). Studie 2 ergab Hinweise darauf, dass sich implizite und explizite Motive unter Entspannung in wechselseitiger Beziehung auf die Konstruktion wirksamkeitsorientierter Ziele auswirken (Entspannungs-Kanalisierungshypothese). Schlussfolgerung: Implizite Motive stehen ohne die Berücksichtigung von Moderatorvariablen oder die Unterstützung affektregulatorischer Prozesse in keiner Beziehung zu bewussten Zielsetzungen. Mithilfe einer achtsamkeitsbasierten Entspannungsübung kann die Passung zwischen impliziten Motiven und wirksamkeits- sowie machtthematischen Zielen begünstigt werden. Diese Erkenntnis kann in sämtlichen Bereichen psychologischer Beratung sowie im Alltag zur Unterstützung motivkongruenter Zielfindung und somit zur Förderung psychischer Gesundheit genutzt werden.

Verknüpfung zu Publikationen oder weiteren Datensätzen

Beschreibung

Anmerkungen

Erstpublikation in

Erstpublikation in

Sammelband

URI der Erstpublikation

Forschungsdaten

Schriftenreihe

Zitierform