Darstellung der Morphologie des Zentralnervensystems beim Schaf (Ovis aries) mit der Magnet-Resonanz-Tomographie

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Für die Darstellung der Morphologie des zentralen Nervensystems beim Schaf mit der Magnetresonanztomographie werden 20 Schafgehirne von Schafen - im Alter von einem bis über drei Jahren - nach erfolgter Immersionsfixierung mit Formalin, untersucht. Angefertigt werden magnetresonanztomographische Schnittbilder in dorsaler, sagittaler und transversaler Ausleserichtung mit unterschiedlichen Sequenzen und Aufnahme-parametern. Für die letztendliche Darstellung wird eine, auf Grund der Sequenzeinstellungen, detailreiche transversale protonengewichtete (PDW) Schnittbildserie, mit einer deutlich verlängerten Untersuchungszeit, erzeugt. Die wichtigsten Einstellungsparameter umfassen eine Erhöhung der Schichtanzahl auf 96 und somit eine Verringerung der Schichtdicke auf 2 mm. Die digital bearbeiteten Transversalschnitte werden mit einem Bildbearbeitungsprogramm zugeschnitten und optimiert, die anatomisch erkennbaren Strukturen identifiziert und beschriftet. Zusätzlich wird aus dem Rohdatensatz durch Markierung der Gehirnareale in allen drei Ebenen eine dreidimensionale Rekonstruktion angefertigt. Diese dient als Orientierungshilfe und zur Lokalisation und Verknüpfung fraglicher Strukturen in anderen Ebenen sowie zur Darstellung des Oberflächenreliefs. Die beschrifteten Transversalschnitte werden histologischen, transversalen Schnittbildern in Nissl-Färbung gegenübergestellt. Hierbei wird jedem magnetresonanz-tomographischen Schnittbild ein histologischer Transversalschnitt mit dem höchsten Grad an Übereinstimmung zugeordnet. Die Signalintensität der benannten anatomischen Strukturen wird ebenfalls beschrieben und ist eine inverse Darstellung zum histologischen Präparat in Nissl-Färbung. Ein kernreiches Gebiet, zum Beispiel die Basalganglien, werden in der Histologie deutlich dunkelblau angefärbt, stellen sich aber in der protonengewichteten magnetresonanztomographischen Aufnahme hyperintens - also hell - dar. Im Gegensatz dazu werden Faserzüge in der Magnetresonanztomographie hypointens - also dunkel dargestellt. In der Histologie mittels Nissl-Färbung zeigen sich diese durchscheinend, also nicht oder nur geringgradig angefärbt. Die anschließende Betrachtung der individuellen Besonderheiten der Gehirnmorphologie zeigt eine unterschiedliche Ausprägung der Hemisphären in Form von zwei geringfügig variierenden Typen. Einige Tiere weisen eine geradere Längsausrichtung der Hemisphären und ein Auseinanderweichen des kaudalen Hemisphärenpols auf, wodurch das Kleinhirn die Lamina quadrigemina überragt. Die andere Variante weist einen nach dorsal gebogenen Hemisphärenverlauf und einen kleineren Winkel zwischen den Hemisphärenenden auf. Das Kleinhirn positioniert sich eher senkrecht. Deutliche Formveränderungen der Längen- und Breitenverhältnisse sind beim Schaf jedoch nicht zu erkennen. Ein weiterer Unterschied zwischen den Tieren betrifft die Gestalt und die Dimension der Hypophyse mit zunehmendem Alter der Tiere. Die Hypophyse scheint sich mit zunehmendem Alter zu vergrößern und die Gestalt wechselt von einer Tropfenform zu einer plump birnenförmigen Struktur. Gleichzeitig senkt sie sich scheinbar tiefer in den Knochen ein. Bei den ältesten Schafen erhebt sich die Hypophyse sogar zusätzlich über die Fossa hypophysealis und hebt das Diaphragma sellae an. Die vorliegenden Ergebnisse sind speziesspezifische Daten zu den morphologischen Verhältnissen und Strukturen und können bei klinischen Fragestellungen zur Abgrenzung von pathologischen Veränderungen herangezogen werden.

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Giessen : VVB Laufersweiler

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