Genexpression verschiedener an der Signaltransduktion der TNF-Rezeptoren beteiligter Komponenten bei Patienten mit verschiedenen Verlaufsformen der multiplen Sklerose : Etablierung einer quantitativen RT-PCR zur Analyse der Genexpression von TRADD und FADD in humanen Leukozyten

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Die MS stellt mit weltweit ca. 2,5 Millionen Erkrankten eine der häufigsten chronisch entzündlichen Erkrankung des Zentralen Nervensystems im jungen und mittleren Erwachsenenalter dar. Die Gründe für die Entstehung dieser Krankheit scheinen immer noch nicht gänzlich verstanden und sind Gegenstand der pathophysiologischen, immunologischen und neurologischen Forschung. Einen wichtigen Aspekt scheint hierbei das neuroimmunologische Geschehen einzunehmen. Die Rezeptoren des Zytokins TNFalpha sind in der Weichenstellung zwischen proinflammatorischen und apoptotischen Signalwegen von Bedeutung. Ziel dieser Grundlagen orientierten Arbeit mit einem explorativen Design war es, durch die Untersuchung der Korrelation der TNF-Rezeptor-assoziierten Proteine TRADD und FADD in Abhängigkeit von verschiedenen klinischen Variablen zu beleuchten, ob eine Bedeutung dieser bestimmten Proteine in der Pathogenese der MS vorliegt. Damit sollten neue Erkenntnisse über die Bedeutung der TNF-Rezeptoren für die Immunologie der MS in ihren zahlreichen Verlaufsformen erlangt und somit eine Grundlage für die Fragestellung eines therapeutischen Nutzens der genannten Proteine bei der MS geschaffen werden.Hierfür wurde im ersten Teil der Arbeit die Methode der Real-time RT-PCR für die genannten Proteine in mehreren Schritten etabliert und optimiert.Im zweiten Schritt wurden die neu etablierten PCR-Methoden angewendet, um die Expression der beiden an der Signaltransduktion der TNF-Rezeptoren beteiligten Adapter-Proteine TRADD und FADD in den verschiedenen Verlaufsformen der MS zu untersuchen. Das ausgesuchte Kollektiv bestand aus MS-Patienten, welche in drei Gruppen der verschiedenen MS-Verlaufsformen unterteilt wurden und gesunden Probanden. Dabei konnte dargestellt werden, dass die Genexpression von TRADD keine wesentlichen Unterschiede sowohl zwischen Gesunden und MS-Erkrankten, als auch innerhalb der verschiedenen MS-Gruppen aufwies. Auch im Verlauf von einem Untersuchungsjahr konnte keine Veränderung dieses Parameters bei Patienten mit RR-MS festgestellt werden. Bei der Untersuchung des Proteins FADD jedoch konnte erstmals gezeigt werden, dass die Genexpression bei MS-Patienten mit schubförmigem Verlauf im Vergleich mit den anderen Gruppen erhöht war. Zudem konnte in der anschließenden Verlaufsbeobachtung dargestellt werden, dass sich dieser Unterschied im Verlauf eines Jahres nicht veränderte.Die Beteiligung der TNF-Rezeptoren im Erkrankungsgeschehen der MS konnte bisher anhand mehrerer Studien demonstriert werden. Die Bedeutung ihrer Adapterproteine im pathophysiologischen Geschehen der MS ist nach aktueller Studienlage noch nicht ausreichend untersucht. Das Protein FADD spielt bekannterweise eine tragende Rolle in der Induktion des Apoptosegeschehens. Nach jüngeren Erkenntnissen scheint es aber auch proliferativ, also antiapoptotisch wirksam zu sein. Somit kann die konstant erhöhte Genexpression des Proteins bei Patienten mit RR-MS im Vergleich zu Gesunden und anderen MS-Formen auf die Beteiligung dieses Adapterproteins am Erkrankungsgeschehen der schubförmigen MS hinweisen. Aus dieser interessanten Erkenntnis ergibt sich eine Anzahl neuer Fragestellungen und Untersuchungsmöglichkeiten. So zum Beispiel könnte die Veränderung dieser Parameter im akuten MS-Schub oder im Verlauf bei anderen MS-Formen näher erforscht werden. Auch eine Analyse der genannten Parameter bei immunmodulatorisch oder chemotherapeutisch behandelten Patienten und die daraus eventuell resultierende Möglichkeit die genannten Proteine als therapeutisches Target einzusetzen, könnte eine sehr interessante Untersuchung darstellen.

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