Darstellung von pathologischer Spontantätigkeit mittels Muskelsonographie : eine dynamische Muskelsonographie-Studie

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Zielsetzung: Die dynamische Muskelsonographie ist eine aufstrebende Technik, die derzeit additiv bei der Diagnostik neuromuskulärer Erkrankungen eingesetzt wird. In der durchgeführten Studie wurde überprüft, wie zuverlässig Faszikulationen von Artefakten mittels hochauflösender dynamischer Muskelsonographie unterschieden werden können. Zusätzlich wurde die Interrater-Übereinstimmung beurteilt. Methodik: 15 gesunde Probanden (6 Frauen, 9 Männer; Durchschnittsalter 30.4 Jahre +/- 9.1) und 15 Patienten (9 Frauen, 6 Männer; Durchschnittsalter 57.3 +/- 15.5) mit klinisch wahrscheinlicher oder klinisch sicherer ALS wurden in unsere Studie eingeschlossen und standardisiert untersucht. 25 qualitativ hochwertige Videos wurden ausgewählt und ein Fragebogen erstellt. Die Videos stellten zum einen Faszikulationen und zum anderen Artefakte (willkürliche kurze Schallkopfbewegungen, Kontraktionen bzw. Schlucken, Gefäßpulsationen oder keine Auffälligkeiten) in verschiedenen Muskelgruppen dar. Insgesamt 11 Untersucher bewerteten die Muskelsonographie-Videos ohne entsprechende elektrophysiologische und klinische Befunde zu kennen. Ergebnisse: In unserer Studie konnten Faszikulationen durch die Untersucher (Rater) mit einer Sensitivität von 90,9 %, sowie eine Spezifität von 98,5 % erkannt werden. Diese Ergebnisse bestätigen zuvor erhobene Ergebnisse (Reimers, Ziemann et al. 1996, Misawa, Noto et al. 2011). Unser wichtigstes Ergebnis ist die exzellente Interrater-Übereinstimmung der 11 Untersucher bezüglich dem Vorliegen von Faszikulationen mit einem Median von 100 % (IQR : 96 100 %) bei insgesamt nur 7 falsch-negativen und 4 falsch-positiven Antworten (264 von 275 Antworten waren korrekt). Diese Ergebnisse sind deshalb so bedeutsam, weil sie den Weg für zukünftige multizentrische Untersuchungen ebnen, um die diagnostischen Wertigkeit der dynamischen Muskelsonographie bei der Diagnostik von neuromuskulären Erkrankungen weiter zu verifizieren.Schlussfolgerung: Die dynamische Muskelsonographie ist ein äußerst zuverlässiges Instrument mit einer exzellenten Interrater-Übereinstimmung und einer hohen diagnostischen Trennschärfe in Bezug auf Artefakte beim Nachweis bzw. beim Ausschluss von Faszikulationen. Die dynamische Muskelsonographie sollte weiter in der klinischen Routinediagnostik im Rahmen einer frühzeitigen Diagnosesicherung bei Patienten mit neuromuskulären Erkrankungen (z.B. ALS) etabliert werden (Vlazak, Krämer-Best 2014).

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Erstpublikation in

Giessen : VVB Laufersweiler Verlag

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