Ziel: Auswertung der Effizienz dreier verschiedener Verankerungsformen der Herbst-Apparatur im Unterkiefer bei der Behandlung von Klasse II:1- und Klasse II:2- Dysgnathien.
Material: Untersucht wurden 16 Klasse II:1 Patienten mit einer Bänder-Prämolaren-Verankerung, 19 Klasse II:1 Patienten mit einer Bänder-Prämolaren-Molaren-Verankerung, 34 Klasse II:1 Patienten mit einer Schienen-Verankerung und 18 Klasse II:2 Patienten mit einer Schienen-Verankerung. Das Alter der Patienten lag zwischen 11 und 34 Jahren. Die durchschnittliche Behandlungsdauer mit der Herbst-Apparatur betrug 7 Monate.
Methode: Fernröntgenseitenbilder wurden für verschiedene Zeitpunkte ausgewertet: vor Herbst (T1), nach Herbst (T2), zwei Jahre nach Herbst (T3) und vier Jahre nach Herbst (T4). Als Maß eines Verankerungsverlustes wurde das Ausmaß der Protrusion (i-OLP) und der Proklination (IL/ML) der unteren Schneidezähne sowie die Mesialwanderung der unteren ersten Molaren (m-OLP) ermittelt.
Ergebnisse: Während der aktiven Herbst-Behandlung kam es bei allen Verankerungsformen zu einem deutlichen Verankerungsverlust: Protrusion sowie Proklination der Unterkieferfrontzähne und Mesialwanderung der unteren Molaren. Dabei war die Schienen-Verankerung mit den beiden Bänder-Verankerungen vergleichbar. Bei dem Vergleich der Behandlung von Klasse II:1-und Klasse II:2-Dysgnathien mittels der Schienen-Verankerung lag bezüglich des Verankerungsverlustes der unteren Frontzähne kein Unterschied vor. Nach der Herbst-Behandlung waren bei allen Verankerungsformen rückläufige Zahnbewegungen zu beobachten; lediglich bei der Bänder-Prämolaren-Verankerung konnte man eine kontinuierliche Mesialwanderung der unteren Molaren nach der Herbst-Behandlung feststellen.
Schlussfolgerung: Keine der drei Verankerungsformen konnte einen Verankerungsverlust im Unterkiefer verhindern. Die Schienen-Verankerung war wider Erwarten den beiden Bänder-Verankerungen nicht überlegen.
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