Prognostische Relevanz der minimalen disseminierten Erkrankung bei Rezidiven ALK-positiver großzellig anaplastischer Lymphome im Kindes- und Jugendalter

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30 % der Kinder und Jugendlichen mit ALK-positivem großzellig anaplastischen Lymphom (ALCL) erleiden ein Rezidiv nach initialer Chemotherapie. Das ereignisfreie Überleben (EFS) nach Rezidiv beträgt 40 60 % mit so unterschiedlichen Rezidivtherapien wie Vinblastin-Monotherapie, autologer oder allogener Blutstammzelltransplantation. Als Prognosefaktor im Rezidiv wurde bisher der Zeitpunkt des Rezidivs etabliert. Der Nachweis von minimaler disseminierter Erkrankung (MDD) mittels PCR für NPM-ALK-Fusionstranskripte im Blut oder Knochenmark der Patienten stellt initial den stärksten Risikofaktor für einen Rückfall dar. In dieser Arbeit wird daher die prognostische Bedeutung der MDD zum Rezidivzeitpunkt für ALCL-Rezidivpatienten analysiert. Patienten und Methoden Um die prognostische Relevanz der MDD bei Rezidiven und Progressen ALK-positiver ALCL im Kindes- und Jugendalter zu überprüfen, wurden Daten von 52 ALCL-Patienten mit einem Rezidiv nach einheitlicher BFM-Chemotherapie aus einem Zeitraum von 15 Jahren untersucht. Der MDD-Status wurde zum Diagnosezeitpunkt und zum Zeitpunkt des Rückfalls erfasst. Zusätzlich wurden initialer CD3-Status, der histologische Subtyp des ALCL, der anti-ALK-Titer initial und bei Auftreten des ersten Rezidivs sowie der Zeitpunkt des ersten Rezidivs nach Ende der Ersttherapie und die durchgeführte Rezidivtherapie in die Auswertung einbezogen.Im Rezidiv waren 42 Patienten (81 %) MDD-positiv und 10 Patienten MDDnegativ (19 %). Das EFS war bei zum Rezidivzeitpunkt MDD-positiven Patienten tendenziell niedriger als bei MDD-negativen Patienten (40 ± 8 % vs. 70 ± 15 %; p = 0,088). Der Vergleich des Anteils MDD-positiver Patienten unter den Rezidivpatienten initial und im Rezidiv zeigte keinen Unterschied (81 % vs. 81 %; p = ns). 26 Patienten waren initial und im Rezidiv MDD-positiv, 3 initial und im Rezidiv negativ, 5 Patienten mit initial positivem MDD waren im Rezidiv MDD-negativ und 4 initial MDD-negative Patienten waren im Rezidiv MDD-positiv. Aufgrund des hohen Anteils an MDDPositivität im Rezidiv war die Analyse anderer Parameter unter den 10 MDD-negativen Patienten limitiert. Der CD3-Status war bei den MDD-positiven Patienten nicht mit dem EFS assoziiert (CD3-negativ: 42 ± 10 % vs. CD3-positiv: 38 ± 12 %, p = ns). Bei den MDD-negativen Patienten war der Unterschied knapp signifikant (CD3-negativ, n = 5: 100 % vs. CD3-positiv, n = 5: 40 ± 21 %, p = 0,049). Der histologische Subtyp zeigte bei MDD-positiven Patienten keine Korrelation mit dem EFS (common-Subtyp: 36 ± 11 % vs. non-common-Subtyp: 40 ± 11 %, p = ns), bei MDD-negativen Patienten war ein nicht signifikanter Unterschied erkennbar (common-Subtyp: 100 % vs. non-common-Subtyp: 63 ± 17 %, p = 0,35). Bei den MDD-positiven Patienten unterschied sich das EFS abhängig vom Rezidivzeitpunkt (Progress unter Ersttherapie: 30 ± 15 % vs. Rezidiv nach Ende der Erstbehandlung: 43 ± 8 %, p = 0,35), bei den MDDnegativen Patienten war ebenfalls trotz geringer Patientenzahl eine Tendenz für einen Unterschied bei einer Grenze von 12 Monate nach Diagnose zu verzeichnen: 7 Patienten mit Rezidiv < 12 Monate: 57 ± 19 % vs. 3 Patienten mit Rezidiv > 12 Monate: 100 %, p = 0,22). Der Einfluss der MDD im Rezidiv wurde innerhalb der Konsolidierungskohorten (autologe SZT und allogene SZT) untersucht. Unter den 16 Patienten, die eine autologe Blutstammzelltransplantation erhalten hatten, lag das EFS der 10 MDD-negativen Patienten tendenziell höher als das der 6 MDD-positiven Patienten (67 ± 19 % vs. 30 ± 15 %, p = 0,11). 26 der 28 allogen transplantierten Patienten waren im Rezidiv MDD-positiv, so dass der Einfluss der MDD nicht untersucht werden konnte.MDD-Status zum Rezidivzeitpunkt, initialer CD3-Status, histologischer Subtyp und Rezidivzeitpunkt stellen potentielle Risikofaktoren für das Überleben im Rezidiv dar. Patienten mit Nachweis von MDD im Rezidiv haben tendenziell ein geringeres EFS verglichen mit MDD-negativen Patienten. Der MDDStatus könnte unter Patienten mit Spätrezidiven die Identifizierung von Risikopatienten ermöglichen. Die limitierte Fallzahl erlaubt jedoch bei unterschiedlichen Konsolidierungsansätzen keine signifikanten Ergebnisse. Basierend auf den hier präsentierten Ergebnissen erfolgen nun Untersuchungen in multinationalen Kohorten, um signifikante Prognosefaktoren zur Therapiestratifizierung von Patienten mit einem ALCL-Rezidiv zu identifizieren.

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