Mutationssuche im ELOVL5-Gen bei Ataxie-Patienten

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Die Spinocerebelläre Ataxie 38 (SCA 38) gehört zu den autosomal-dominant vererbten neurodegenerativen Erkrankungen. Krankheitsursache sind Mutationen im ELOVL5-Gen, das für eine Fettsäure-Elongase codiert. Ein Funktionsausfall dieser Elongase führt zu einer verminderten Produktion bestimmter Fettsäuren, die wichtig für die Gehirnfunktion sind. Eine Störung dieser Fettsäurehomöostase hat neuronale Degeneration (v.a. der Purkinjezellen) zur Folge.Leitsymptom der SCA 38 ist eine langsam progrediente Gangataxie begleitet von einem Nystagmus. Zusätzlich zu den Leitsymptomen können weitere klinische Merkmale wie Hohlfüße, olfaktorische Defizite, Dysarthrie, Dysphagie oder Ophtalmoparesen auftreten. Das Auftreten der ersten Symptome beginnt etwa um das 40. Lebensjahr.Bisher sind zwei verschiedene Missense-Mutationen bekannt, die eine SCA 38 verursachen. Eine befindet sich in Exon 3 (c.214C>G), die andere in Exon 7 (c.689G>T) des ELOVL5-Gens (Transkriptvariante: ENST00000304434.10). Beide Mutationen liegen im Bereich von Transmembran-Domänen und verändern so an einer wichtigen Stelle die Struktur des Proteinproduktes.Im Rahmen dieser Arbeit wurden 48 vorselektionierte Ataxie-Patienten deutscher Herkunft auf Mutationen im ELOVL5-Gen untersucht. Zum Nachweis von Sequenzveränderungen wurden die acht codierenden Exons, sowie die angrenzenden intronischen Bereiche des ELOVL5-Gens mittels PCR amplifiziert und anschließend sequenziert. Insgesamt wurden 14 verschiedene Sequenzvarianten nachgewiesen. Darunter konnte eine seltene Variante (c.304C>T; p.Q102*) in Exon 4 des ELOVL5-Gens (Transkriptvariante: ENST00000370918.8) identifiziert werden, die möglicherweise krankheitsverursachend wirkt. Für einen pathogenen Effekt spricht die Generierung eines Stoppcodons, das zu einem Abbruch der Translation führt. Alternativ könnte ein Abbau der mRNA mit dem artefiziellen Stoppcodon über nonsense-mediated-decay zu einem Mangel an aktiver Fettsäure-Elongase führen. Da vom ELOVL5-Gen jedoch mehrere funktionelle Transkripte gebildet werden, die nicht alle das Exon 4 enthalten, ist eine finale Aussage zur Bedeutung der neuen Variante schwierig. Dennoch belegt die gefundene Variante, dass ELOVL5-Mutationen als Krankheitsursache bei deutschen Ataxie-Patienten in Betracht kommen. Daher sollte eine Testung auf SCA 38 im Rahmen einer Stufendiagnostik angeboten werden.

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