Charakterisierung genetisch bedingter Unterschiede nach experimenteller Infektion mit Haemonchus Contortus bei Kreuzungen verschiedener Fleischschafrassen mit Merinolandschaf

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Ziel der vorliegenden Untersuchung war es mittels ausgewählter Parameter genetisch bedingte Unterschiede nach experimenteller Infektion mit Haemonchus contortus an Reinzucht- und Kreuzungslämmern der Rasse Merinolandschaf zu erfassen und hinsichtlich einer möglichen praktischen Nutzung des funktionalen Merkmals Parasitenresistenz zu bewerten.Hierzu standen 2007 und 2008 insgesamt 635 Lämmer zur Verfügung, wobei 145 ML-Reinzuchttiere als Vergleichgruppe gegenüber den Kreuzungstieren dienten (IDF x ML n=155; SKF x ML n=110; SU x ML n=128; TX x ML n=97). Das Absetzen von den Mutterschafen, die probe und die experimentelle Infektion erfolgten in der 12. Lebenswoche. Hierbei wurden die Lämmer oral mit 5000 infektionsfähigen Drittlarven von H. contortus infiziert. Zudem wurde der Hämoglobintyp aller Lämmer bestimmt. Die weiteren Probennahmen wurden in der 16. und 18. Lebenswoche (entspricht vier und sechs Wochen p.i.) durchgeführt. Die Bestimmung der Eizahl pro Gramm Kot (EpG) erfolgte hierbei an zwei aufeinander folgenden Tagen als Doppelproben. Weiterhin wurden der Hämatokritwert aller Lämmer sowie der Pepsinogenwert einer Stichprobe (n=179) ermittelt und alle Lämmer mittels FAMACHA©- und Dag Score beurteilt. Nach der Geburt, beim Absetzen und zu den weiteren Probennahmen wurden alle Lämmer gewogen und die täglichen Zunahmen von der Infektion bis vier sowie sechs Wochen p.i. berechnet. Zur Erstellung von Pepsinogen-Verlaufskurven wurden zehn ML-Reinzuchttiere zusätzlich dreimal wöchentlich beprobt. Die Schlachtung einer Stichprobe (n=191) erfolgte in der 19. Lebenswoche (entspricht sieben Wochen p.i.). Das Schlachtkörpergewicht wurde dokumentiert und die Schlachtkörper durchliefen die Klassifizierung nach EUROP- und Fettgewebsklasse. Anschließend wurden die Würmer in den Labmägen gezählt und nach Geschlecht differenziert. Die Varianzanalyse erfolgte mit der GLM-Prozedur des Programms SAS. In einem linearen Modell wurden als fixe Effekte der Genotyp, das Geschlecht, der Geburtstyp, der Vater innerhalb des Genotyps, das Jahr und der Hämoglobintyp berücksichtigt, für die Merkmale EpG und Hämatokrit diente als Kovariable das Gewicht bei der Probennahme. Phänotypische Korrelationen wurden mittels der Prozedur CORR berechnet.Der Genotyp hatte einen signifikanten Effekt (p& #8804;0,01) auf die Wurmzahl und Etablierungsrate. Hierbei zeigten die ML-Reinzuchttiere die höchste mittlere Wurmzahl und unterschieden sich signifikant von den IDF- und den TX-Kreuzungstieren. Ein signifikanter Effekt des Genotyps (p& #8804;0,05) auf die EpG wurde lediglich sechs Wochen p.i. nachgewiesen, wobei die SKF-Kreuzungstiere die höchste mittlere Eiausscheidung aufwiesen und sich signifikant von den IDF-Kreuzungstieren unterschieden. Der Hämoglobintyp hatte einen signifikanten Effekt (p& #8804;0,05) auf die EpG vier Wochen p.i.. Hierbei zeigten Lämmer mit dem Hämoglobintyp BB eine höhere mittlere Eiausscheidung als diese mit den Hämoglobintypen AA und AB. Der mittlere Hämatokritwert aller Genotypen bewegte sich über die gesamte Versuchsdauer am unteren Rand des physiologischen Bereichs. Der Genotyp hatte zwar einen signifikanten Effekt (p& #8804;0,01) auf den Hämatokrit zur probe, jedoch nicht auf diesen nach der Infektion. Außerdem hatte der Vater innerhalb des Genotyps einen signifikanten Effekt (p& #8804;0,01) auf die EpG und den Hämatokrit vier und sechs Wochen p.i.. Ein signifikanter Effekt (p& #8804;0,001) des Geschlechts auf den Hämatokrit wurde zu allen Probennahmen nachgewiesen, wobei männliche Lämmer niedrigere mittlere Hämatokritwerte aufwiesen als weibliche. Der Hämoglobintyp hatte ebenfalls einen signifikanten Effekt auf den Hämatokrit zu allen Probennahmen. Hierbei zeigten Lämmer mit dem Hämoglobintyp BB niedrigere mittlere Hämatokritwerte als diese mit den Hämoglobintypen AA und AB. Die phänotypische Korrelation zwischen Wurmzahl und EpG sechs Wochen p.i. war höchst signifikant im mittleren positiven Bereich (r=0,50). Zwischen Wurmzahl und Hämatokrit vier sowie sechs Wochen p.i. bestand eine höchst signifikante negative Korrelation (r=-0,49). EpG und Hämatokrit vier sowie sechs Wochen p.i. waren ebenfalls höchst signifikant negativ korreliert (r=-0,47; r=-0,45).Der mittlere Pepsinogenwert bewegte sich vier Wochen p.i. in einem Bereich, der für eine minimale Mukosa-Schädigung steht. Anhand der erstellten Verlaufskurven wurde demonstriert, dass die mittleren Pepsinogenwerte bereits drei Tage nach der Infektion anstiegen und einen maximalen Peak um den siebten Tag p.i. erreichten. Daher wird für die Bestimmung von Pepsinogen in weiterführenden Studien eine frühere erste Probennahme als vier Wochen p.i. (entspricht dem 28. Tag p.i.) empfohlen. Zudem wurde eine große Spannbreite in der Höhe und Veränderung der individuellen Pepsinogenwerte festgestellt, was die Aussagekraft einer einzelnen Bestimmung begrenzt. Der Genotyp hatte einen signifikanten Effekt (p& #8804;0,001) auf den Pepsinogenwert zu allen Probennahmen. Hierbei zeigten die ML-Reinzuchttiere die höchsten mittleren Pepsinogenwerte und unterschieden sich vier Wochen p.i. signifikant von den IDF- und den TX-Kreuzungstieren. Die phänotypische Korrelation zwischen Wurmzahl und Pepsinogenwert sechs Wochen p.i. war höchst signifikant im mittleren positiven Bereich (r=0,36).Der Genotyp hatte einen signifikanten Effekt auf den FAMACHA©-Score vier und sechs Wochen p.i., wobei die IDF-Kreuzungstiere den niedrigsten mittleren FAMACHA©-Score aufwiesen und sich signifikant von den ML-Reinzuchttieren unterschieden. Außerdem wurde ein signifikanter Effekt des Vaters innerhalb des Genotyps und des Hämoglobintyps auf den FAMACHA©-Score p.i. nachgewiesen. Zwischen FAMACHA©-Score und Wurmzahl bestand eine höchst signifikante positive Korrelation (r=0,44). Die phänotypischen Korrelationen zwischen FAMACHA©-Score und Hämatokrit vier und sechs Wochen p.i. waren höchst signifikant im hohen negativen Bereich (r=-0,59; r=-0,69).Trotz bestehender Parasitenbelastung kam es über die gesamte Versuchsdauer zu einer Steigerung der mittleren Gewichte und somit zu positiven mittleren täglichen Zunahmen. Der Genotyp hatte einen signifikanten Effekt (p& #8804;0,01) auf das Gewicht vier und sechs Wochen p.i.. Des Weiteren wurde ein signifikanter Effekt des Vaters innerhalb des Genotyps, des Geschlechts und des Geburtstyps auf das Gewicht p.i. nachgewiesen. Die ML-Reinzuchttiere zeigten das niedrigste mittlere Gewicht vier und sechs Wochen p.i. und unterschieden sich signifikant von den IDF- und den SU-Kreuzungstieren. Auf die täglichen Zunahmen hatte lediglich das Geschlecht einen signifikanten Effekt (p& #8804;0,001), wobei männliche Lämmer höhere mittlere tägliche Zunahmen erzielten als weibliche. Die phänotypischen Korrelationen zwischen EpG und Gewicht vier Wochen p.i. sowie täglicher Zunahme von der Infektion bis vier Wochen p.i. waren höchst signifikant im mittleren negativen Bereich (r=-0,25; r=-0,30). Im Vergleich der Genotypen entsprachen die Schlachtkörper der TX-Kreuzungstiere am häufigsten den Qualitätsanforderungen der EUROP-Klasse U und zeigten zudem die geringste Verfettung. Nur das Geschlecht und der Geburtstyp hatten einen signifikanten Effekt (p& #8804;0,001) auf das Schlachtkörpergewicht. Die phänotypische Korrelation zwischen EpG und Schlachtkörpergewicht war höchst signifikant im mittleren negativen Bereich (r=-0,31).

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Giessen : VVB Laufersweiler

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